Das Genie hinter Game of Thrones beschwert sich über das Ende von Lost, arbeitet selbst seit 15 Jahren an seinem Abschluss

George Martin über Lost v2

George R.R. Martin hat sich kritisch zu einer bekannten Serie geäußert, deren Ende gelinde gesagt, umstritten ist. Seine harten Worte machen umso neugieriger auf den lang erwarteten Schluss seiner eigenen Buchreihe.

Um welche Serie geht es? Lost lief zwischen 2004 und 2010 in 6 Staffeln und war ein echtes Phänomen. Die Geschichte erzählt von den Überlebenden eines Flugzeugabsturzes, die auf einer Insel stranden.

Zahlreiche Wendungen und neue Erkenntnisse hielten die Spannung über lange Zeit aufrecht. Doch ausgerechnet das Finale, das wir an dieser Stelle nicht spoilern wollen, enttäuschte einige Zuschauer.

Zu viele Fragen, die im Verlauf der Serie gestellt wurden, blieben offen. Auch ein prominenter Zuschauer ärgerte sich über den Schluss: George R.R. Martin.

Eine andere Serie aus dem Universum von Westeros geht bald mit der 3. Staffel weiter – seht hier den Trailer zu House of the Dragon:

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House of the Dragon zeigt im finalen Trailer zur 3. Staffel den immer weiter eskalierenden Konflikt der Targaryens

„Wir haben es uns jede Woche angeschaut“

Was sagt George R.R. Martin? Der Autor der beliebten Romanreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ gehörte zu den begeisterten Zuschauern von Lost.

Bereits 2011 äußerte er sich gegenüber The New Yorker zu der Serie und erklärte, warum er sie so schätze:

Ich habe es mir immer wieder angesehen und war fasziniert. Sie führten diese Dinge ein, und ich dachte, ich wüsste, worauf das hinauslaufen würde. Dann führten sie etwas anderes ein, und ich musste meine Meinung revidieren.

All das baute eine hohe Erwartung an den Schluss auf, der die zahlreichen etablierten Handlungsstränge zu einer befriedigenden Auflösung führen sollte. Fragt man George R.R. Martin, ist das Vorhaben misslungen:

Wir haben es jede Woche gesehen und versucht, es zu verstehen, und je weiter die Handlung voranschritt, desto öfter habe ich gesagt: ‚Die sollten sich für das Ende besser etwas Gutes ausgedacht haben. Das Ende muss sich hier lohnen.‘ Und dann fühlte ich mich so betrogen, als wir zum Schluss kamen.

Martins Ansicht ist besonders spannend, wenn man sich vor Augen führt, wie das Ende von Game of Thrones, der Serien-Adaption von „Das Lied von Eis und Feuer“ vom Publikum angenommen wurde – und wie der aktuelle Stand der Bücher selbst ist.

Warum ist der Vergleich interessant? Auch das Ende der Serie Game of Thrones ist bis heute umstritten. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Produktion ab Staffel 6 nicht mehr an der Buchvorlage orientieren konnte – schlicht, weil es sie nicht gab.

Besonders die 8. Staffel und das Finale sind umstritten, auch weil man den Rat des Westeros-Erfinders nicht mehr beherzigte. George R.R. Martin könnte die traurigen Fan-Herzen mit einem anderen und besseren Ende in Romanform trösten. Allerdings warten die Leser seit 2011 auf den sechsten Band der Reihe, und Martin scheint nicht damit fertig zu werden.

Das eigentliche Ende wird ohnehin erst in Band 7 stattfinden. Manche Fans bezweifeln, dass der Autor, der bereits 77 Jahre alt ist, sein Epos jemals beenden wird.

Und dann muss es natürlich auch gut sein. George R.R. Martin ist ein versierter Erzähler, und erkennt ein unbefriedigendes Ende, wenn er es sieht – wie im Fall von Lost. Ob er die vielen Handlungsstränge und Figuren seiner eigenen Geschichte zu einem perfekten Schluss führt? Das muss die Zukunft zeigen. Passend dazu: „Gibt keinen Plan“ – Über 6 Jahre nach dem Finale von Game of Thrones verrät George R.R. Martin, was passiert, wenn er seine Saga nicht beenden kann

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