Fortnite: Turnier um 7.400 € auf LAN eskaliert – Profi schlägt jungem Spieler ins Gesicht

Fortnite: Turnier um 7.400 € auf LAN eskaliert – Profi schlägt jungem Spieler ins Gesicht

Am 3. Juni fand in Dallas ein LAN-Event statt, die DreamHack Dallas: Dort spielte man Fortnite im Solo-Turnier um 25.000 $ Preisgeld, der Sieger bekam etwa 7.400 €. Doch das Match eskalierte: Ein Fortnite-Profi fühlte sich von einem Jungem um den Sieg gebracht und ließ sich zu Gewalt hinreißen.

Was war das für ein Turnier?

  • Die Dreamhack ist eine Marke der ESL und auf E-Sport-Turniere spezialisiert, die vor Ort stattfinden. Die Leute treffen sich und spielen an PCs gegeneinander, in LANs. Das findet an verschiedenen Orten in der ganzen Welt statt.
  • Die Dreamhack Dallas bot ein 25.000 $ Turnier in Fortnite „No Build“ an. Das Turnier stand jedem offen, der sich ein Ticket für 150 $ aufwärts holte. Man musste dann zwischen 10 und 13 Uhr vor Ort sein und konnte sich anmelden für „Offene Matches“.
  • Die 95 besten Spieler aus den „Open“ kamen ins Finale. Dort gab es 6 Spiele. Der Gewinner bekam 8.000 $ – 25.000 $ betrug das Preisgeld für die besten Teilnehmer insgesamt.

In Fortnite startet gerade die nächste Season 3 in Chapter 3:

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Profi liegt auf Platz 1 im letzten Spiel – Als ein Junge „auf ihm landet“

Wie ist die Situation eskaliert? Es gibt keine Aufzeichnung des Streams, aber laut den Schilderungen der Besucher und ihm selbst, lag offenbar der Spieler „Diego Playz“ in den Finals vorne und ging als Erster ins letzte Match.

Diego Playz ist ein nordamerikanischer Profi-Spieler, der für das Team Moon Unit antritt. Er spielte im Mai mit dem extrem starken Spieler, Bizzle, im Duo. Der kann also schon richtig was und konnte daher die „normalen Amateure“ bei der LAN dominieren.

Doch im letzten Spiel, als er auf Platz 1 lag, wurde er offenbar gezielt „gegrieft“: Ein Spieler, der schon total abgeschlagen war und im Ranking keine Rolle mehr spielte, landete „auf ihm“: Suchte also beim Absprung auf der Map direkt die Konfrontation mit ihm.

Auf jemandem zu landen“ gilt in Fortnite als Verstoß gegen die ungeschriebene Etikette. Es ist ungefähr so, als fährt beim Formel-1-Rennen ein überrundeter Fahrer dem Führenden direkt rein. Laut Diego Playz soll den Jungen auch noch eine „ganze Gruppe von Freunden“ unterstützt haben.

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Diego fühlte sich um 8.000 $ betrogen

Nach dem Match soll Diego Playz dann zum PC des anderen Spielers gegangen sein und ihm ins Gesicht geschlagen haben.

Es gibt nur eine Aufzeichnung der Sekunden nach dem Vorfall, als Ordner die Situation schon bereinigten mit der Ansage. „Kämpft hier nicht, hier steht teurer Scheiß rum.“

Im Clip sieht man, dass der Junge (im schwarzen Pulli) sich jetzt offenbar bei Diego Playz (olivegrünes Shirt) revanchieren will und auf ihn zurennt, aber von einem Freund zurückgehalten wird. Ein Ordner ruft rein, während die beiden Streithähne getrennt bleiben – Diego Playz wird zum Ende des Clips weggeführt:

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Ninja findet „Loser“ hat die Integrität des Wettkampfs gefährdet, es irgendwie verdient

So wird das gesehen: Der über-ehrgeizige Twitch-Streamer Ninja ist auf der Seite von Diego Playz, als ihm ein Bekannter den Vorfall schildert.

Als Ninja die Geschichte hört, sagt er: Das hört sich für ihn gut an. Es sei zwar nicht okay, zu Gewalt zu greifen, aber der Junge habe darum auch irgendwie gebettelt.

Das sei eben ein „verdammter Loser.“ Er fasst das zusammen mit „You play stupid games, you win stupid prizes“ – ein Verlierer solle nicht die Integrität des Wettkampfs gefährden.

Zur Überraschung von absolut niemandem, sieht der andere große Twitch-Streamer zu Fortnite, Turner „Tfue“ Tenney das genauso. Auch er ist bekannt dafür, dass er seinem Temperament freien Lauf lässt.

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Ninja hat Verständnis für Überreaktionen.

Profi entschuldigt sich für seinen Ausraster

So sieht das der Profi: Diego Play selbst sieht das mittleerweile anders. Er sagt, es fühlte sich mies an, so kurz vorm Sieg auf der LAN ausgebremst zu werden, nachdem er sich so anstrengt hat.

Aber trotz allem hätte er so nicht reagieren dürfen. Er will sich jetzt bei dem Jungen und seiner Familie entschuldigen – auch bei der Dreamhack (via twitlonger).

Das sagt die DreamHack: Die sagt auf Twitter kurz angebunden: Es gab einen Zwischenfall. Man hat sich darum „gekümmert.“ Die Sicherheit der Teilnehmer sei extrem wichtig.

Man sei doch nur da, um Spaß zu haben und zu spielen. Die Dreamhack fordert auf: Lasst uns ein tolles Wochenende haben (via twitter).

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Immer wieder Stress um Fortnite als E-Sport

Das steckt dahinter: An solchen Vorfällen sieht man, dass Fortnite als E-Sport einfach ungeeignet ist. Das Grund-Konzept von Fortnite beißt sich mit dem Gedanken des ESports:

  • 100 Leute spielen im „Jeder gegen Jeden“ gegeneinander, von Sekunde 1 an kann gekämpft werden
  • Aber eigentlich ist es besser, fairen Kämpfen aus dem Weg zu gehen, Ressourcen zu sammeln und sich zu schonen: Entweder geht man nur „sichere Kämpfe“ ein oder hält sich möglichst raus
  • Weil das Spiel so viel erlaubt und es nur „ungeschriebene Regeln“ gibt, ist Manipulation leicht möglich

 Denn es gibt so viele Möglichkeiten, „falsch“ zu spielen, die Fortnite zwar erlaubt, die aber irgendwie „ungeschriebene Wettkampf-Regeln“ verletzen:

  • Das Spiel erlaubt es, dass man direkt „auf jemandem landet“ und versucht den umzubringen, auch wenn es die eigenen Siegchancen ruiniert.
  • Genauso ist es möglich, dass Profis ihre Routen miteinander absprechen und sich den Großteil des Matches aus dem Weg gehen, um jeweils die Siegeschancen zu erhöhen. Vor der Fortnite-WM waren viele spätere Millionäre bei „einem Coach“, der offenbar die Routen so koordinierte, dass die Chancen stiegen, „ins Geld“ zu kommen
  • Spieler gehen bewusst einander aus dem Weg, kämpfen nicht gegeneinander, um keine Ressourcen zu verschwenden

All das sind erhebliche Probleme, die ein „richtiger E-Sport-Titel“ nicht aufkommen lässt. Bei LoL oder CS:GO ist solches „Griefen“ im E-Sport nicht möglich. Da kann man sich nicht aussuchen, ob man jetzt kämpfen will oder lieber wartet, bis ein anderer den Gegner ausgeschaltet hat.

Update 6.6., 13:19 Uhr: Die Sache hat jetzt ein skurriles Nachspiel:

Fortnite: Profi haut jungem Spieler auf LAN eine rein – Statt Strafe kriegt er wohl 14.900 € Belohnung

Das Titelbild zeigt Diegoplayz auf der Dreamhack. Es ist von seinem Twitter-Kanal.

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Arthrex

Wie hat Farin Urlaub mal so schön gesagt? ‚Gewalt erzeugt Gegengewalt, hat man dir das nicht erklärt? Oder hast du da auch, wie so oft, im Unterricht gefehlt.‘

Hoffe den ganz großen Namen passiert das auch mal, dass die einen auf die Nase kriegen. Dann wissen sie wie es sich anfühlt. Wenn ich der Junge wäre, würde ich den ‚Pro‘ verklagen. Ist ja nicht schwer in den USA.

Bravestarr1701

Warum muss alles immer in Gewalt enden? Es ist nur ein gottverdammtes Spiel. Mag sein, dass die Situation nicht die feinste ist aber Gewalt ist und darf nie die Lösung sein. Dafür gibt es ja Regeln und Schiedsrichter die diese umsetzen und die sich das auch ganz genau Ansehen, wie bei so ziemlich jedem anderem Sport auch. Wer den Gewalt-Impuls nicht unterdrücken kann, sollte bei keinem Turnier mehr teilnehmen dürfen und sich ein anderes „ruhigeres“ Hobby suchen. Ich ärgere mich im Leben auch oft über andere, wenn ich da jedem dann aufs Maul hauen würde…
Interessant ist aber, falls der Artikel so stimmt, dass bei diesem Turnier eher viele unerfahrene mitgespielt haben und der Profi so leichtes Spiel hatte. Von den Leuten ist ja auch keiner hergegangen und hat die Gewalt gesucht und ich kann mit sicher vorstellen, dass sie sich auch über den Profi geärgert haben.
Leider habe ich diese Situation leider schon selber mehrmals erlebt, weshalb ich auch nicht mehr auf Lan Partys gehe und bei denen ging es nicht mal um so hohe Preisgelder…

Blaz0rz

Genau das mit dem Schiedsrichter ist ja das Problem: es gibt einen Haufen dieser „ungeschriebenen“ Regeln, aber kaum wirkliche Regeln. Fortnite ist absolut nicht als E-Sport-Event geeignet. Sich dann darüber aufzuregen, dass jemand diese ungeschriebenen Regeln gebrochen hat, ist halt echt schwach…

Zuletzt bearbeitet vor 20 Tagen von Blaz0rz
TricksterClown

Kinder mal wieder halt. der dude der auf gewalt gegangen ist sollte sein pro gaming verboten bekommen, es ist nur ein spiel und auch wenns ums geld geht(da flippen ja die menschen immer aus) ist es egal, gewalt ist keine lösung und auch unangemessen.

Was soll man aber erwarten von der fortnite community, sind eh alles nur kleine kiddies.

Daniel

Solange es kein Cheaten oder Glitch, Exploit etc ist. Ist alles erlaubt, es sei den die Regeln des Wettkampfes verbieten es.
Nur weil die Profis es nicht gewohnt sind, direkt angegriffen zu werden und sich wie man den Artikel entnehmen kann, sogar aus den Weg gehen. Darf man bestimmte Sachen nicht tun? Fragt sich wer der Loser ist.

Taless

All das sind erhebliche Probleme, die ein „richtiger E-Sport-Titel“ nicht aufmöglich.

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