ESO ist plötzlich der MMORPG-Liebling auf Twitch, weil sie die Zuschauer bestechen

Das MMORPG The Elder Scrolls Online zählte 2017 noch zu den ganz kleinen Spielen auf Twitch. Mittlerweile befindet es sich regelmäßig in den Top 50. Der Grund dafür sind die Twitch-Drops.

Was ist bei ESO los? ESO ist eines der größten MMORPGs hier bei uns im Westen. 2019 war es das zweitbeliebteste, wenn es nach den Suchanfragen bei Google geht. Nur WoW platzierte sich davor. Doch das spiegelte sich lange nicht auf Twitch wider.

2017 war es noch mit das schwächste der großen MMORPGs auf Twitch. Final Fantasy XIV und Black Desert lagen deutlich davor, Guild Wars 2 in etwa gleichauf.

2018 führte Bethesda die Twitch-Drops ein. Die Veröffentlichung hatte Erfolg und brachte ESO einen deutlichen Anstieg in den Zuschauerzahlen. Doch nicht nur das MMORPG konnte von den Twitch-Drops profitieren.

Was sind Twitch-Drops? Bei den Twitch-Drops handelt es sich um Belohnungen, die sich Spieler verdienen können, indem sie auf Twitch ausgewählte Kanäle für eine festgelegte Zeit zuschauen. Twitch-Drops stehen dabei meist nur zu vom jeweiligen Spiel ausgewählten Zeiten zur Verfügung.

Bei ESO wurden sie auch genutzt, um mehr Leute zum Zuschauen bei der Ankündigung der neuen Erweiterung Greymoor anzulocken. Twitch-Drops erhält man in ESO, wenn man Kanäle von ausgewählten Partnern schaut. Als Belohnungen gab es im Laufe unterschiedliche Dinge, darunter Tränke, Schriftrollen, Skins für Reittiere, Haustiere und mehr.
ESO Summerset Mein MMO
ESO, eines der beliebtesten MMOs

ESO verfünffacht die Zuschauer

Wie war die Situation 2017? 2017 gehörte ESO zu den schwachen Spielen auf Twitch. Mit 613 durchschnittlichen Zuschauern reichte es nur für Platz 115 auf der Plattform. Zum Vergleich:

  • Black Desert kam mit 3.535 Zuschauern auf Platz 30
  • Final Fantasy XIV mit 1.174 Zuschauern auf Rang 67
  • Guild Wars 2 mit 603 Zuschauern auf Platz 117
Woher stammen die Zahlen der Streams? Für die Analyse haben wir die Zahlen der Webseite Sullygnome als Grundlage genutzt. Diese greift auf die Twitch-API zu und sammelt dort alle 15 Minuten Zuschauerzahlen und weitere Daten.

Was änderte sich 2018? Im Sommer 2018 führte ESO testweise die Twitch-Drops ein. Sie führten direkt zu einem Erfolg. Zwar nahm die Zuschauerzahl auf Twitch insgesamt zu, doch nur ESO konnte von den MMORPGs im Vergleich zum Vorjahr deutlich in der Platzierung zulegen:

  • Black Desert kam mit 4.062 Zuschauern auf Platz 38
  • ESO erreichte 1.539 Zuschauer und damit Platz 75
  • Final Fantasy XIV mit 1.491 Zuschauern auf Rang 78
  • Guild Wars 2 mit 617 Zuschauern auf Platz 143
Zuschauerzahlen Twitch ESO 2018
Zuschauerzahlen von ESO auf Twitch – Im Mai wurden die Twitch-Drops eingeführt und man sieht einen deutlichen Trend-Wechsel

Wie sah es 2019 aus? Der Aufwärtstrend setzte sich auch 2019 fort. Ende des Jahres führte ESO die Twitch-Drops sogar für Konsolen-Nutzer ein.

  • Black Desert kam mit 3.830 Zuschauern auf Platz 41
  • Final Fantasy XIV mit 3.666 Zuschauern auf Rang 42
  • ESO erreichte 3.015 Zuschauer und damit Platz 48
  • Guild Wars 2 mit 578 Zuschauern auf Platz 166

Auffällig an den Zahlen für 2019 ist sonst, dass Final Fantasy XIV vom Hype um die Erweiterung Shadowbringers stark profitiert hat. So gab es 2019 mehrere Tage, an denen über 80.000 Menschen einschalteten.

Im Monat März 2020 liegt ESO derzeit knapp vor Final Fantasy XIV.

Warum sind die Zuschauerzahlen von MMORPGs eigentlich so gering? Generell tun sich MMORPGs auf Twitch schwer, wenn man von World of Warcraft absieht. Das liegt daran, dass das kompetitive Level deutlich niedriger ist, als bei reinen PvP-Titeln.

Zudem sorgen die Inhalte und der Grind dafür, dass Spieler lieber selber zocken, als anderen zuschauen.

Fans von Guild Wars 2 sind neidisch auf ESO

Wie reagieren Fans anderer MMORPGs? In der Guild Wars 2 Community sind Twitch-Drops schon länger ein Thema, wie ein Reddit-Thread vom Mai 2018 zeigt. Darin beschreibt der Nutzer Birkiedoc die Veränderungen in ESO:

ESO hat diese Woche eine Erweiterung veröffentlicht und zusätzlich die Twitch-Drops hinzugefügt, die für das Zuschauen von Streamern belohnen, die das Game spielen. Die Drops befinden sich derzeit in einer Test-Phase und stehen nur für ausgewählte Streams zur Verfügung.

Ich habe in jedem einzelnen Stream, der Twitch-Drops aktiv hatte, nachgefragt, ob sie das Gefühl haben, dass die Drops etwas bringen:

Jeder einzelne Stream, in den ich gegangen bin, sagte, dass sie noch nie so viele Follower und neue Zuschauer gesehen haben, und sie alle haben so ziemlich den persönlichen Rekord bei den Zuschauerzahlen aufgestellt.

Ich frage mich was ihr als Community darüber denkt, wenn GW2 Twitch-Drops für die Streamer aktivieren würde?

Auch bekannte GW2-Streamer und Nutzer im Reddit äußerten sich daraufhin zum Thema:

  • Jawgeous (September 2018): „Ich persönlich, und auch ungefähr 6 andere Streamer, haben damals ArenaNet dringend geraten Twitch-Drops einzuführen.“
  • Im Podcast Talking Skritt Episode 188 war das Thema Twitch-Drops präsent.
  • Im deutschen Guildnews Podcast wurde in mehreren Episoden darüber diskutiert.
  • Der Reddit-Nutzer Evangeder kritisierte im November 2019 ArenaNet für Marketing-Entscheidungen und forderte ebenfalls die Einführung von Twitch-Drops, um neue Leute anzulocken.

Doch bisher warten Fans von Guild Wars 2 vergeblich auf die Twitch-Drops.

Guild Wars 2 dritte Erweiterung Teaser
Guild Wars 2 bekommt inzwischen eine dritte Erweiterung, aber die Twitch-Drops sind nicht in Sicht

Warframe und Escape from Tarkov sind ebenfalls erfolgreich

Welche Spiele profitierten noch von Twitch-Drops? Twitch-Drops wurden Anfang 2017 eingeführt und das MMO Warframe zählte zu den ersten Spielen, die sie aktiv nutzten.

2017 erschien das Update „Plains of Eidolon“ und damit zusammen auch die ersten Twitch-Drops für Warframe. Dies führte sogar zu einem Beitrag im Blog von Twitch.

Das gesamte Konzept ging auf und Warframe erreichte in der Anfangszeit einen riesigen Sprung in den Zuschauerzahlen:

Warframe Zuschaerzahlen auf Twitch 2017
Warframe Zuschaerzahlen auf Twitch 2017

Auch der Shooter Escape from Tarkov profitierte Ende 2019 von den Twitch-Drops. Dort kamen zudem mehrere Faktoren hinzu, darunter:

  • Kaum neue Titel
  • Einige prominente Streamer
  • und besonders coole Skins und Schlüssel für spezielle Türen im Spiel durch Twitch-Drops.

Der Shooter schaffte es von durchschnittlich 9.862 Zuschauern im Oktober 2019 auf 97.383 im Januar 2020.

ESO bringt neue Erweiterung und wohl auch Twitch-Drops

Wie geht es bei ESO weiter? 2020 bringt ESO die Erweiterung Greymoor. In ihr geht es zurück in die Welt von Skyrim, jedoch viele Jahre vor dem fünften Teil der „Elder Scrolls“-Reihe.

Es ist sehr gut möglich, dass ESO damit noch mehr Aufmerksamkeit auf Twitch erzeugen kann. Immerhin freuen sich extrem viele Spieler auf die Skyrim-Erweiterung. Mit ihr wird es wohl auch wieder neue Twitch-Drops geben, wobei bereits vorher Drops stattfinden, darunter ein Event zum Fest der Narren am 27. März.

Falls ihr nach diesem Artikel wieder Lust auf das MMORPG habt, können wir euch die neusten Infos ans Herz legen:

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Sam
11 Tage zuvor

Drops werden nicht erst mit Greymoor wieder aktiv sein. Das passiert wesentlich häufiger. Es gibt eine Seite dort kann man nachsehen ob in den nächsten 14 Tage aktiv sind.

Da zb. heute das Narrenfest beginnt werden auch ab morgen 15Uhr wieder Twitch drops bei allen ESO Streamern aktiv sein

Peacebob
17 Tage zuvor

Was ist denn das für eine Klick-Bait-Headline?

Wenn es nach den Twitch-Dropps ginge, würde dann ja vermutlich mindestens jedes zweite Multiplayer-Spiel seine Twitchzuschauer „Bestechen“…

Irina Moritz
17 Tage zuvor

Das ist eine Headline, die nicht 100% ernst genommen werden sollte. Und ja, das machen andere Games auch, steht auch im Artikel drin. Die MMORPGs gehören da aber nicht und das trägt auch was dazu bei, dass ESO sich von den Zuschauerzahlen nach oben kämpft.

Hithfaeron
17 Tage zuvor

Als langjähriger Eso Spieler bezweifle ich ehrlich gesagt dass es nur an den drops liegt.
Man bekommt zwar Kisten fürs zuschauen und die Chancen sind recht hoch während aktiven Dropzeiten eine zu bekommen, allerdings sind die Inhalte der Kisten nicht überragend.
Klar isses nett zu haben wenn man eh streams schaut, aber mit einem Großteil der Inhalte kann man nicht viel anfangen und ich bezweifle dass viele streams für eben diese „Belohnungen“ schauen…

Muchtie
17 Tage zuvor

Finde ich nicht schlimm und ist gutes Marketing. Alles richtig gemacht

Visterface
18 Tage zuvor

Ein ganzer Artikel über Belohnungen aber nirgends steht um was es sich genau handelt? Bin ich blind?

Saigun
18 Tage zuvor

Und was bringen diese Twitch Drops nun? Denke mal das hat nichts mit Lutschbonbons zu tun oder?^^

Lootziefer
18 Tage zuvor

Rs sind einfach nur Gimmicks, Tränke, Schriftrollen für mehr Erfahrung und mit Glück sogar ein besonderes Mount oder Pet. Also einfach nur nice to have.

Saigun
18 Tage zuvor

Ah ok, danke.

N0ma
17 Tage zuvor

Also Glasperlen für die Eingeborenen wink

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