Blizzard sagt: Sie bringen 150 Dungeons für Diablo 4 – Ich sage: Das ist Unfug

Blizzard sagt: Sie bringen 150 Dungeons für Diablo 4 – Ich sage: Das ist Unfug

Im neusten Quartalsbericht hat Blizzard neues Gameplay zu Diablo 4 gezeigt. Dabei sprachen die Entwickler auch über die Dungeons des kommenden Action-RPGs. Über 150 sollen es werden. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus ist skeptisch.

Endlich wissen wir mehr darüber, wie Diablo 4 aussehen wird! In 6 Videos zeigen die Entwickler, dass der neue Diablo-Teil richtig schön düster wird. Keine rosa Einhörner, keine Knuddelbären und Regenbögen.

Etwas übertrieben, ja, aber Diablo 3 ist für ein Diablo schon sehr bunt, obwohl es eigentlich düsterer geplant war. Als Fan von düsteren Gothic-Spielen und beklemmenden Atmosphären begrüße ich das alles sehr.

Und mehr noch: im neuen Blogpost heißt es, dass Diablo 4 über 150 Dungeons bekommen wird! Eine tolle Zahl, oder? Die geistert nun auch durch Presse und Community.

Blöd nur, dass die ein wenig irreführend ist. Sicher wird Diablo 4 so viele Dungeons haben. Sogar noch viel mehr, die alle einzigartig sind. Aber es ist absolut daneben, dass genau diese Zahl nun auch noch breitgetreten wird. Sie bedeutet nichts.

Diablo 4 bringt endlich wieder dunkle Katakomben und gruselige Höhlen – Seht hier das Video

Die Dungeons von Diablo sind alle einzigartig und zugleich generisch

Warum stört mich die Aussage nun so sehr? Recht einfach: sie weckt ein falsches Bild. Daran sind sogar weniger die Entwickler mit der Wortwahl schuld als eher jene, die zu viel dort hineininterpretieren.

Was uns vorgestellt wurde, sind sogenannte „Tile Sets“. Das sind keine fertigen Dungeons, sondern Bauteile, die später zu Dungeons, Städten und Außengebieten werden. Vergleicht es mit Klemmbausteinen, die ihr zu eigenen Kreationen zusammensetzt.

In Diablo funktioniert das Worldbuilding so, dass Maps zufällig und teilweise prozedural erstellt werden. Das Spiel setzt also Bauteile mit bestimmten Vorgaben aneinander, die irgendwie passen. Das exakte Layout ist aber niemals gleich, sondern wird durch sich ändernde Variablen berechnet.

Also ja, Diablo 4 wird schon 150 Dungeons haben und noch viel mehr. Aber die bestehen eben aus den vorgestellten „Tile Sets“ und sind verstreut auf den ebenfalls zufällig erstellten Maps. Ihr findet nicht unbedingt jeden Dungeon in jedem Durchgang – zumindest, wenn es so bleibt wie bisher.

Wenn man so will, hat also allein schon Diablo 3 unendlich viele Dungeons, denn schließlich ist jeder neu erschaffen. Sie als einzelnen Dungeon zu bezeichnen, wäre aber … seltsam. Ihr spielt ja auch nicht unendlich viele Rifts, obwohl die ebenfalls zufällig erstellt sind.

Blizzard hat in den neuen Videos lediglich gezeigt, wie die Dungeons aussehen werden, ihre Atmosphäre vermittelt. Die Bewegtbilder sind durchaus ansprechend und versprechen herrlich düstere Dungeons.

150 „echte“ Dungeons? Das wäre aber utopisch

Als MMO-Gamer kennt ihr Dungeons vermutlich als Instanzen, welche immer gleich verlaufen. An der Ecke dort hinten steht der Boss Schmirgelfax und beim Endboss findet ihr den Hammer des ewigen Leidens, wenn ihr Glück habt.

Dungeons in Diablo sind aber schlicht Höhlen oder Katakomben, die eben in der zufällig erstellten Welt zu finden sind. Bestimmte Bosse findet man nur hier und unter Umständen lassen solche Bosse auch speziellen Loot fallen.

Wären sie alle einzigartig, würde das enorm viel Arbeit erfordern. Zum Vergleich: World of Warcraft hat in seinen 18 Jahren, die es existiert, über 200 Dungeons angesammelt. Viele davon sind aber nicht mehr zugänglich, wurden überarbeitet oder werden doppelt gezählt, sodass die tatsächliche Zahl deutlich darunter liegt.

Aber solche Dungeons hat Diablo schlicht nicht.

Ich kann noch nicht zu 100 % sagen, dass Diablo 4 wirklich nicht 150 Dungeons wie World of Warcraft haben wird. Vielleicht dauert die Entwicklung ja deshalb so lang. Aber es ist unwahrscheinlich und die Aussage irreführend.

Würde Diablo 4 eine solche Anzahl an einzigartigen Dungeons bekommen, die nicht einem Zufalls-Faktor folgen, wäre es vermutlich größer als jedes etablierte MMO zu Release. Und genau das will das Spiel schließlich nicht sein:

Diablo 4 beruhigt Fans: Keine Angst, wir sind kein MMO – Aber …

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Jon Snow

Keine rosa Einhörner, keine Knuddelbären und Regenbögen

Von einem Easteregg-Dungeon auf das ganze Spiel zu schließen ist schon albern. D3 ist verhältnismäßig düster.
Und genauso albern ist es von Entwicklervideos darauf zu schließen, dass es kein vergleichbares Easteregg geben wird.
Diese ganze Artikel macht den Eindruck, dass jemand gerade mal was schreiben musste, da er nix zu tun hatte. Nur Spekulationen und außer „könnte“, „ich vermute“, „vielleicht“ keine Substanz.

Leyaa

Schöner Artikel. Nett auch mal Artikel zu lesen, die nicht nur sinnlos nach Statistiken gehen. 👍

CRolly

Sorry, in dem Blogeintrag steht nichts von 150 Tilesets sondern tatsächlich etwas von über 150 Dungeons. Wenn man jetzt bedenkt, dass in Diablo auch ein Brunnen in den man absteigt als Dungeon zählt ist das gar nicht so viel, wie es sich anhört. Da der Artikelschreiber aber natürlich denkt es wäre Dungeons in Form von WoW-Dungeons ist die Irritation seinerseits klar verständlich…

justus

du hast die news offensichtlich nicht gelesen

Luripu

Wenn es nur wieder die „Zufallsdungeons“ werden,
kann ich gut damit leben.
Hart an der Grenze ist da Kerker des Hasses Level 2,
wo ich manchesmal 30min drin verbracht habe,
bis ich den Weg zu Level 3=Mephisto fand.
Man kann es bei der Größe auch übertreiben.

Spritzkeks

[Mod Edit]

Gut das alles komplett den Tatachen entspricht und die aufgestellte These genau so aus dem Blog entnommen werden kann.

Docu

75 Tile Sets mit zwei Kategorien, die jeweils einzigartige Bausteine zu Anordnung enthalten ==> 150 „verschiedene Dungeons“
25 Tile Sets mit sechs Kategorien, die jeweils einzigartige Bausteine zu Anordnung enthalten ==> 150 „verschiedene Dungeons“

ich glaube ja schon das es eine Menge an unterschiedlichen Tile Sets geben wird.
Zumindest soviele wie Diablo 3 derzeit in den Rifts präsentiert, wenn nicht mehr.

Die Zahl hat aber wie schon geschrieben trotzdem keine Aussage.
Man muss die Dungeons ja auch mit „Leben“ (oder in Diablo: mit Tot) füllen, um ein Spielerlebnis für die Gamer zu entwickeln. Wenn sich das nach dem dritten Mal spielen zu gleich und zu wiederholend anfühlt, dann bringt es auch nicht, wenn man 150 verschiedene Tile Sets hat.

Die Story, Quests, Beute und wie alles sich spielerisch zusammenfügt ist IMO viel wichtiger 150 verschieden aber von der Spielmechanik immer gleiche Dungeons zu haben.

Ist ja in D3 auch schon mit den Rifts so. Da geht es um „Yes, ein Schlauchlevel mit wenig Sackgassen“ und um „Neeeee, soviele verdammte Bogenschützen“
Ob das jetzt im Schnee unter der Erde oder in der Wüste stattfindet ist da eher im Hintergrund.

Daher würde es mich freuen wenn es in einem Dungeon oder auch an der „Oberfläche“ von Gebiet zu Gebiet zu unterschiedlichen spielerischen Auswirkungem kommt.

Beispiele: In der Wüste gibts Treibsand, in der Eiswüste Lawinen oder Eiseinbrüche, wenn Im man nicht aufpasst.
Im Sumpf kann man einsinken oder urplötzlich aus demm Moorwasser angegriffen werden
Im Wald schwingen sich Monster auf einmal von den Bäumen etc…
Oder es kommt im felsigen Gebirge immer mal wieder zum Hinterhalt.

Mal sehen wie diese „150“ Dungeons mit Leben (oder Tod) gefüllt werden.

mEssE

Diablo wurde seit jeher seine Dungeons teils Gebiete zufällig zusammengesetzt, ich finde das super, sorgt für Abwechslung hat bei Teil 1 und 2 sehr gut funktioniert bei Teil 3 eher nicht mehr so aber ich bin gespannt 🙂

Muchtie

Wenn ein Stein wo anders ist, ist es eine andere Dungeon 😀

Nerenyo

Im Marketing werden irgendwelche Zahlen benutzt die toll klingen um zu hypen?
Nein!
Doch!
Oh!

Guten Morgen und Willkommen in der Gamingwelt!
Wie oft hat man von Bethesda schon gehört wieviel Zeilen Dialog man eingebaut hat. Wie oft hat man von fast allen Open World Spielen gehört wie groß die Spielwelt doch ist und wieviel Fußballfelder das sind.

Es ist mit jedem Release so und wird wohl auch so bleiben. Jeder will halt das Beste und Tollste gemacht haben und möglichst viele Leute dazu bringen den Tand zu kaufen.

Es gilt wie immer: Abwarten und Tee trinken. Der Blick in die Glaskugel bringt meistens auch nicht viel. Einfach nicht vorbestellen und schauen was das Endprodukt tatsächlich liefern kann.

Patrick

Deine Aussage geht komplett am Thema vorbei. Wenn eine assassins Creed mit der Größe von 100.000 Quadratkilometern beworben wird entspricht das im Regelfall auch der Tatsache.

Die hier getroffene Aussage deutet aber quasi an, dass es nur 150 nicht mehr prozedural generierte Level gibt. Was hält ne komplett falsche Aussage ist.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Patrick
Nerenyo

Spekulatius Spekulatius.

Das ist doch alles Marketing geblubber. Wie die Dungeons für sich formulieren und was da am Schluss bei rauskommt wird man sehen. Es gibt ja keine offizielle Vorgabe davon was man in Diablo 4 als Dungeon bezeichnen kann, das ist ja ganz allein denen überlassen.

Und die Aussage „deutet“ an und wäre so „komplett falsch“ ist halt auch alles die übliche Marketingfalle. Die können am Schluss immer noch sagen „ja also das haben wir SO nie gesagt“.

Fakt ist: Die Aussage trifft das Thema genau, da mal wieder irgendeine Zahl präsentiert wird die letzten Endes absolut gar nix darüber aussagt ob das Spiel an sich gut wird. Das ist bei Mapgrößen so, das ist bei Dialogzeilen so, das ist bei modifizierbaren Waffen, Charaktereditor und was auch immer so.

Vielleicht liefern die am Schluss 150 „Dungeons“ nach ihrer Definition, so wie AC 100.000 Quadratkilometer liefert (Quadratkilometer sind übrigens eine festgelegte und definierte Einheit, Dungeons nicht.). Dann ist immer noch nicht geklärt ob das Spiel an sich gut ist und das ganze dient halt nur dem üblichen Marketing geblubber.

Der Autor hat das ja richtig festgestellt. Die Zahl bedeutet nichts.

Marcel

100000km² klingt ja super! Gibs auch ein paar Sehenswürdigkeiten oder Schätze an speziellen Orten oder ist die Welt einfach nur groß und du reitest sowieso nur auf dem Weg entlang weil es abseits der Straße nichts besonderes gibt?

150 Dungeons. Klingt toll. Aber wie werden die Dungeons sein? Vielleicht liegt ja nur pro Dungeon ein Stein an anderer Stelle und der Endboss ist ein anderer oder die Dungeons sind so klein, dass man in einer min durch ist… Dann könnten die auch 1000 Dungeons einfügen und es wäre nicht besser.

Und deswegen sind das auch nur Zahlen fürs Marketing, um ein Spiel aufzuhübschen. Die Zahlen sagen halt nichts darüber aus, ob das nun etwas gutes oder schlechtes ist.

Nehmen wir Mal Weltraum Simulator. Die werben auch mit ihrer Größe (400 Milliarden Sternensysteme bei Elite Dangerous)
Das klingt toll und nach sehr viel. Aber am Ende vom Lied siehst du nur 2 Dutzend weil sich alle sowieso ähneln und in den meisten es auch nichts interessantes gibt.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Marcel
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