Darum hat Aion: Legions of War mehr von einem MMORPG als ihr denkt

Das Mobile-MMO Aion: Legions of War will an das MMORPG-Urgestein Aion anknüpfen. Doch was kann man von dem Mobile-Game erwarten und was nicht? Und warum ist es trotz einiger Unterschiede zum Ur-Aion mehr MMO, als man auf den ersten Blick denken könnte?

Was ist Aion: Legions of War? Hier handelt es sich um ein schickes Mobile-MMO von NCSoft, den Entwicklern von Lineage, Blade and Soul und eben dem ursprünglichen Aion-Game.

In Legions of War kehrt ihr zurück in die Welt des MMORPGs und taucht erneut in den Konflikt zwischen den geflügelten Bewohnern der Welt Atreia ein.

Titelbild AION

Aion läuft auf iOS und Android. Das Spiel ist aber nicht das selbe wie Aion. Es geht im Gameplay andere Wege, hat aber dennoch einige MMORPG-Features, die bei Fans des Genres gut ankommen dürften.

Das alles steckt im Spiel

So läuft das Gameplay: Aion: Legions of War ist kein MMORPG wie World of Warcraft oder das alte Aion. Ihr habt keine offene Welt, in der ihr herumlauft. Es gibt eigentlich gar keine Welt zu erkunden. Vielmehr startet ihr von eurer Festung aus in reine Kampf-Encounter, die ihr dann in teils mehreren Ebenen durchlauft.

Ihr kämpft in Echtzeit-Gefechten gegen vorgegebenen Gegner und Bosse.

Dabei kämpft eure Gruppe weitgehend automatisch. Es gibt aber Sondereffekte mit Cooldowns, die ihr geschickt einsetzen müsst, um taktische Effekte und Kombos zu schaffen. Denn die übermächtigen Bosse wischen schnell den Boden mit euch auf, wenn ihr nicht aufpasst und ihre dicken Moves mit gut getimten Kontern unterbrecht.

So entsteht ein komplexer Schlagabtausch, den ihr nur gewinnt, wenn ihr voll auf zack seid und die Effekte und Skills eurer Helden geschickt einsetzt.

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Das passiert zwischen den Missionen: Als Belohnung gibt es massig Loot, wie Gegenstände und Upgrade Items. Zwischen den Runden optimiert ihr eure Kämpfer oder holt euch aus einem Pool von über 100 Charakteren neue Helden hinzu.

Die zieht ihr wie in einem Sammelkartenspiel aus Kristallen, die ihr euch im Spiel verdient oder im Shop kauft. Überschüssige Helden können wiederum für Upgrades verwertet werden.

Das spricht für Aion: Legions of War

So viel MMORPG steckt in Legions of War: Auf den ersten Blick mag das neue Aion nicht wie ein MMORPG wirken. Es fehlt die erkundbare Map, ihr habt keinen selbst erstellten Helden und eigentlich besteht das ganze Spiel nur aus Arena-Kämpfen.

Doch wer sich die Kämpfe genauer ansieht und ein paar Runden spielt, stellt schnell fest, wie komplex das Spiel und das Gameplay sind. Die Gefechte gehen schon auf frühen Stufen schnell in die Hose, wenn ihr euch nicht geschickt anstellt und alle taktischen und strategischen Register zieht.

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Das geht schon los, bevor ihr euch ins Gefecht stürzt. Manche Bosse nutzen Skills und Eigenschaften, die besonders gut mit diesen und jenen Helden gekontert werden können. Daher gilt es, zur Not die Party vorher umzumodeln.

Dabei fällt schnell auf, das Aion stark auf die aus MMORPGs bekannte “Holy Trinity“ aus Tank, Schadensausteiler und Heiler setzt

  • Euer Tank muss stets seine Taunts und Verteidigungs-Skills parat haben, wenn Bosse zu harten Hieben ansetzen.
  • DPS-Klassen wiederum sind vor allem dann effektiv, wenn sie den Boss unterbrechen können oder Kombos auslösen, sobald der Boss sich eine Blöße gibt.
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  • Doch auch mit dem besten Tank kommt es bei den Kämpfen schnell vor, das mal harte Treffer durchkommen und ihr Heilung braucht. Dann kommen Supporter ins Spiel, die eure Party schnell wieder aufpäppeln. Doch die Cooldowns sind lang und womöglich ruiniert eine zu früh ausgelöste Heilung am Ende den ganzen Kampf. Heiler sind auch unverzichtbar, wenn ihr eine gegnerische Kombo abbekommt und eure Gruppe schnell wieder von Lähmungseffekten geheilt werden muss.

Wer gerne an seinen Helden herumschraubt und deren Werte optimiert, der darf sich nach den Kämpfen austoben. Aion bietet massig Möglichkeiten, eure Helden durch Upgrades, Level-Ups, Ausrüstung und neue Fähigkeiten zu optimieren.

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So schön ist Aion: Legions of War beeindruckt mit einer extrem schicken Grafik. Die Zeiten, in denen Mobile-Games nur mit pixeliger Grafik und mageren Effekten daherkamen, sind wohl endgültig vorbei.

Jeder der Helden ist liebevoll und detailliert gestaltet und in den Kämpfen fliegen die Fetzen, wenn sich eure Helden und Gegner mit coolen Effekten und Animationen gegenseitig verdreschen.

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Spannende Story für Aion-Fans: Die Story von Aion ist nicht nur Beiwerk und dreht sich um euren Helden Ren und dessen Kameraden. Zwischen den Missionen wird die Story in kleinen Episoden weitererzählt, die teils sogar vollvertont sind.

Dabei lernt ihr auch die verschiedenen Helden eurer Truppe besser kennen, vor allem die Streitgespräche zwischen eurer naiven Priesterin und einer zynischen Kampfmagierin sind ein großer Spaß.

Dazu kommen zahlreiche bekannte Völker, Regionen, Anspielungen und Easter-Eggs, die Aion-Fans sofort wiedererkennen. Es gibt also wieder Asmodianer, geflügelte Helden, wieselartige Shugo und die finsteren Balaur.

Das stört Spieler an Aion: Legions of War

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Darum finden manche Fans, das Legions of War kein Aion ist: Einige Spieler bemängeln, dass das Spiel kein „echtes“ Aion sei. Man habe ein Spiel wie das Original erwartet, hier gäbe es nur eine endlose Abfolge von kurzen Gefechten.

Sicherlich ist Aion: Legions of War kein Remake des Ur-Spiels und wer ein Spiel mit einer Welt zum Erkunden wünscht, in der er mit seinem geflügelten Helden herumsegelt, der wird bei Legions of War wohl enttäuscht.

Doch das soll Legions of War auch gar nicht sein. Vielmehr dreht sich das Spiel um Kämpfe und Gruppen-Optimierung und lässt den Leerlauf zwischen den Kämpfen einfach weg.

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Das steckt hinter den Pay2Win-Vorwürfen: Viele Online-Games werden von Spielern beschuldigt, Pay2Win-Mechanismen zu verwenden. Also die Möglichkeit, sich harte Spielvorteile gegen echtes Geld zu kaufen. Ist dies bei Aion: Legions of War ebenso?

Das Spiel bietet definitiv die Möglichkeit, Progression auch im Shop zu kaufen, anstatt sich in den Gefechten hochzugrinden. Dazu kommt ein kontroverses Energie-System, das euren täglichen Fortschritt limitiert.

Alles, was ihr im Spiel macht, kostet Energie. Ist die weg, müsst ihr so lange pausieren, bis sie wieder voll ist. Oder ihr gebt Geld aus, um sofort „nachzutanken“.

Für Casual-Spieler, die am Tag mal eine halbe Stunde hier und da spielen, ist das Energie-Limit nicht weiter tragisch. Wer sich aber ernsthaft in Aion reinfuchst, stößt öfter mal an Grenzen und wird zum Geldausgeben verlockt.

Außerdem steigt durch den Einsatz von Echtgeld euer Legion-Rating, was wiederum weitere Boni freispielt.

Wer also Geld ausgibt, hat klare Vorteile im Spiel und kommt besser voran. Es ist also ein klarer Pay2Progress zu beobachten und wer viel zahlt, bekommt auch viel. Das hätte NCSoft besser lösen können.

Fazit von Jürgen

Ich hatte eigentlich keine großen Erwartungen an Aion: Legions of War und war nie ein Fan des Ur-Aion. Daher ging ich unvoreingenommen an das Spiel heran und hatte keine Vorstellungen davon, die sich dann als falsch herausstellen konnten.

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Denn wenn man nicht ein Remake des Originals erwartet, bekommt man hier ein überraschend komplexes Taktik-Kampf-RPG, in dem man die aus MMOs bekannten Klassen und Rollen optimal einsetzen muss, um zu siegen.

Und dann sieht Aion: Legions of War einfach super aus. Ich bin immer wieder überrascht, wie schön und prächtig Mobile-Games mittlerweile werden.

Wer ein spannendes Spiel mit packenden Kämpfen haben will und wer gerne seine Charaktere bis ins letzte Detail optimiert, der sollte sich Aion: Legions of War mal ansehen. Als Free2Play-Spiel ist es eh kostenlos.

Allerdings hinterlassen die Shop-Angebote einen bitteren Beigeschmack. Wer ohne Echtgeld ernsthaft ins Spiel einsteigen will, sollte also besser viel Geduld mitbringen.

Für mich hingegen ist das kein Problem, da ich Mobile-Games ohnehin nur casual spiele, wenn ich mal unterwegs bin oder auf jemanden warten muss.

Allerdings bevorzuge ich am Ende Mobile-Spiele mit einem Action-Gameplay, wie Arena of Valor, Vainglory oder Royal Blood. Aion wird bei mir jedenfalls auf dem Handy bleiben.

Einen anderen Ansatz hat Lineage 2 Revolution, der „MMO-Manager“:

Lineage 2 Revolution spielt sich wie ein MMO-Manager
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Sascha Herrmann
Sascha Herrmann
11 Monate zuvor

Ich würde ja eher behaupten, dass niemand der Videospiele als ernsthaftes (falls man das so nennen kann^^) Hobby betreibt mobile Games spielt weil es auf PC oder den Konsolen einfach viel viel bessere alternativen Gibt. Ich denke eher das mobile Games die Gelegenheitszocker anlockt, die halt dann und wann mal bissle auf dem Handy rumdaddeln. Als richtiges zocken würde ich das aber nicht bezeichnen. Meist sind die games auch nur dazu da den leuten möglichst viel geld aus der tasche zu ziehen mit diamanten und coins und was noch alles. Wenn so ein Game mal 10 Euro kosten würde und dann nur noch cosmetics wäre das mal was. Aber so isses leider nicht. F2P auf den Markt geworfen und dann schön die spieler melken.

Sven Androleit
Sven Androleit
11 Monate zuvor

496Mio. € wiederspricht ja schon mal deiner Aussage. Und das nur in dem kleinen Deutschland. Ich bin auch absolut kein Freund von dem Mobile kram und kenne selbst auch nur wenige Personan die das interessiert. Aber die Umsatzzahlen sagen ganz klar das es ein gewinnbringender Bereich ist.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
11 Monate zuvor

Postest du mir grade eine Statistik, dass Mobile-Spiele in Großbritannien 1.2 Milliarden € verdient haben und in Deutschland 496 Millionen als Beleg dafür, dass „Mobile-Spiele in Europa kein Schwein interessieren?“

Sehe ich das richtig?

Foxx382
Foxx382
11 Monate zuvor

Und was genau machst du beruflich? Master of the Universe an der Troll University?

Nur weil man etwas nicht mag, heißt das nicht, dass seine eigene Meinung zum Thema repräsentativ ist! Seine These mit einer zusammenhanglosen Statistik zu stützen ist genau das Level von gefühlter Wahrheit, die man in einer qualifizierten Diskussion braucht

BTW Deutschland ist NICHT repräsentativ für Europa und ich möchte jetzt gar nicht davon anfangen, die Zahlen in Relation zur Größe des Landes/Zahl der Einwohner zu setzen.

Du hast einen Ton am Leib, Wahnsinn.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
11 Monate zuvor

keine Sau in Europa Interessiert sich für solche spiele , und das aus guten Grund .

Hast du dafür Statistiken und Belege?

Oder ist das „Ich und Leute, die ich kenne = Alle in Europa.“

Ich hab selbst Marvel Future Fight gespielt – auch da gibt es eine rege Community dafür – auch in Europa. Ich bin mir sicher das gilt für viele Mobile-Spiele.

Wenn du dich mal mit dem Thema beschäftigst -> Mobile-Spiele. Wenn du mal Statistiken liest, dich mit offenen Augen umschaust -> Dann merkt man einfach, dass deine Aussage überhaupt keine Grundlage hat.

Du kannst gerne sagen: „Mich interessiert das nicht.“ Aber „Niemanden in Europa interessiert das“ -> Ist einfach total falsch.

Prüf doch sowas einfach nach. „Ist das wirklich so oder bilde ich mir das nur ein?“ Du wirst Erstaunliches feststellen.

Ich bin auch kein Wahnsinns-Fan von Mobile-Spiele – aber man muss doch die Fakten zur Kenntnis nehmen.

Übrigens „Der Mobile-Ticker ist lustig – Unglaublich, Ticker zur Demo“ usw. -> Der 1. Live-Ticker zur Closed Demo hatte fast 1000 Kommentare und wurde wahnsinnig gut angenommen.

Sogar du hast 2mal in dem Live-Ticker kommentiert.

Man kann ja wirklich Meinungen haben, aber wenn man die öffentlich äußert und Anspruch erhebt für die Allgemeinheit zu sprechen, sollte man vielleicht 5 Sekunden darauf verwenden, sich die Fakten anzuschauen – auch wenn man anonym im Netz kommentiert.

Jan W.
Jan W.
11 Monate zuvor

Haut mich jetzt nicht vom Hocker. Da bleib ich doch lieber bei meinem Dragalia lost, da weiß ich wenigstens das es nicht p2w ist.

Skyzi
Skyzi
11 Monate zuvor

Dragalia lost kannst du damit jetzt aber schwer vergleichen

Jan W.
Jan W.
11 Monate zuvor

Naja ist beides den Mobile-mmo. Bei beiden startet man aus der Lobby heraus eine Instanz. Bei beiden kann man mit dem lost sein gar verbessern. Ok dadas einzige wo der Unterschied erkenn bar ist, es gibt keinen Vorgänger von dragalia lost.

Sven Androleit
Sven Androleit
11 Monate zuvor

Es ist und bleibt ein Mobile Game. Wirklich schade das NCSoft kein richtiges Aion für den PC rausgebracht hat. Der Artikel ist gut geschrieben, das Spiel ist dennoch uninteressant für mich.

Original Gast Chris
Original Gast Chris
11 Monate zuvor

adaumen hoch, geht ja nicht als gast ^^

Skyzi
Skyzi
11 Monate zuvor

Kommt noch aion 2 und lineage 2 beides aber auch mobile

Kevin Roßkamp
Kevin Roßkamp
11 Monate zuvor

Hoffentlich fahren sie da Spiel mit Vollgas gegen die Wand, mal gespannt wann sie es endlich mit den P2W Mist lernen.

Skyzi
Skyzi
11 Monate zuvor

Naja kenn kaum mobile games ohne shop. Viele wollen das auch, denn es gibt Leute die geben echt gerne Geld aus.

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