Vainglory: „Das Smartphone ist die beste Plattform für MOBAs“
Wie Mobile-MOBA Vainglory den Erfolg fand

MOBA gehört aufs Smartphone. Das ist die beste Plattform dafür, finden die Macher von Vainglory. Zwar werden sie dafür noch von vielen belächelt. Der Erfolg gibt ihnen aber Recht.

Wenn wir dieser Tage vom eSport sprechen, gibt es neben den bärenstarken Ego-Shootern vor allem das Genre der MOBAs, den Multiplayer Online Battle Arenas. Das große Geld kann man dort besonders in den PC-Titeln League of Legends und Dota 2 gewinnen. Das Entwicklerstudio Super Evil Megacorp, bekannt für die mobile MOBA Vainglory, ist sich jedoch sicher, dass das Genre auf das Smartphone gehört.

Obwohl heutzutage quasi jeder mit Affinität für Technik über ein Smartphone verfügt, ist Gaming auf den kleinen Bildschirmen bisher auf Casual Games beschränkt. Sie spielt man nebenbei in Bus oder der Bahn. Noch ist der eSport der ‚Pocket PCs‘ eine Nische. Oft wird sie sogar belächelt wird. Fragt man die Spieler, so bekommt man nahezu ausschließlich negative Prognosen für die Zukunft.

Gegen diese Meinung wehrt sich das amerikanische Entwicklerstudio Super Evil Megacorp mit Händen und Füßen. Das noch junge Team ist hauptverantwortlich für die derzeit beste mobile MOBA „Vainglory“ und veranstaltet in regelmäßigen Abständen Live Finals in den Regionen Nordamerika und Europa. Die stoßen via via Twitch auf hohes Interesse. Schon jetzt konnten sie dafür sorgen, dass professionelle eSport-Organisationen wie SK Gaming, Team Secret oder Team SoloMid in das Spiel einstiegen. Inklusive zahlreicher Fans, eigenem Merchandise und ordentlichen Preisgeldern.

Was ist Vainglory?

Vainglory erblickte das Licht der Welt erst vor gut zwei Jahren, damals noch exklusiv für iOS, später dann auch via Android spielbar.

Mit dem klaren Fokus auf eSport gestartet, entwickelte sich Vainglory rasch zu einer festen Größe auf Twitch und konnte mit zahlreichen schnellen Updates und einer für Smartphones bisher unbekannten Spielbarkeit seine Community aufbauen. Das Entwicklerstudio setzt konstant auf engste Zusammenarbeit mit der Community, macht noch immer kaum Werbung für das Spiel und nutzt die Gelder lieber für die Erhöhung des Preisgeldpools innerhalb der Turniere.

vainglory_map

Auch die professionellen Spieler der Organisationen haben ein gewaltiges Stimmrecht wenn es darum geht, Neuerungen zu implementieren. Oberste Priorität hat die Qualität, danach kommt der Spagat zwischen den Ansprüchen am eSport und der Akquise neuer Spieler.

Im Kern ist Vainglory eine klassische MOBA: Zwei Teams treten auf einer einzigen verfügbaren Karte gegeneinander an. Spieler wählen zu Beginn einen Helden für das Match, leveln jenen möglichst schnell hoch und versuchen gemeinsam, den gegnerischen Kern, die Hauptbasis, zu zerstören.

Unterschied zum PC

Obwohl Vainglory sich als vollwertige MOBA sieht, muss es Plattform bedingte Anpassungen geben. So wählte man für den kleineren Bildschirm beispielsweise nur eine Lane auf der Karte, statt drei wie beim großen Bruder. Ein Team besteht aus nur drei Helden und in der Regel dauern Matches nie länger als 20 Minuten – längere Duelle würden dem mobilen Aspekt widersprechen.

vainglory screenshot

Einen besonderen Clou im Spiel bietet der sogenannte Kraken. Dabei handelt es sich um das mit Abstand stärkste Monster der ganzen Map, welches sich im großflächigen Dschungel der Karte befindet und definitiv alle drei Teammitglieder erfordert, um besiegt werden zu können.

Das Team, welches den Kraken vernichten kann, gewinnt das Monster für sich – so lange, wie der Kraken nicht erneut getötet wird, greift er automatisch die gegnerischen Angriffstürme an. Knifflig dabei: Wer die Macht des Monsters erlangt, wird dadurch entschieden, wer den Last Hit, also den tötenden Schlag, ausführt. So wurden schon zahlreiche Matches gedreht: Reine Kampfkraft reicht hier nicht, nur eine wohlüberlegte Taktik verspricht Erfolg.

„Smartphones sind die beste Plattform für MOBAs“

Auf einem Turnier in Berlin hatten wir die Gelegenheit, mit einem der hauptverantwortlichen Entwickler über Vainglory zu sprechen. So erzählte uns Q Wang, Spitzname Q, dass man Vainglory entwickelte, um das schier grenzenlose Potenzial der Smartphones auszunutzen. Es gibt viel mehr Menschen mit Smartphone als mit PC, der Markt ist also definitiv vorhanden und muss nur noch ausgeschöpft werden. Man wisse zwar, dass das noch Zeit braucht, Super Evil Megacorp spielt in der Hinsicht aber gerne den Vorreiter und möchte sich nicht ins gemachte Nest setzen.

Vainglory-Fantasy

Wenn das Argument fällt, dass Smartphones nicht zum Zocken gedacht sind, so entgegnet Q, dass auch der Computer einst nicht für Spielereien erfunden wurde. Die Gesellschaft ist langsam reif dafür, ernsthaften eSport auf den kleinen Bildschirmen zu betreiben – dank nahezu grenzenloser Wlan-Verbindungen lässt sich das Device an jedem Ort für eine schnelle Runde nutzen, so das Zukunftsbild, welches schon jetzt beginnt. Wenn die Infrastruktur erst einmal weltweit auf einem höheren Standard ist, mit den neuen Generationen das Gaming endgültig den Kern der Gesellschaft erreicht hat und Smartphones einen weiteren technischen Fortschritt generieren konnten, dann wird der mobile Markt noch einmal einen Riesensprung schaffen können.

Viel wichtiger als die Verfügbarkeit der Smartphones ist in den Augen des Entwicklers der Fakt, dass MOBAs auf dem Smartphone viel besser spielbar sind. Man kann auf dem mobilen Gerät deutlich leichter die Helden steuern, kann präziser die Finger zur Steuerung einsetzen und sitzt im besten Fall seinen Mitspielern direkt gegenüber, was die Kommunikation verbessert.

Jedem Skeptiker, der entweder Anhänger einer PC-MOBA ist oder sich dem Genre bisher generell verwehrt hat, empfiehlt Q, Vainglory einfach mal auszuprobieren. Wie es im Genre üblich ist, kann das Spiel kostenlos heruntergeladen werden – nur Skins oder Helden außerhalb der kostenlosen Rotation müssen gekauft werden.

Mutige Thesen – Erfolg gibt recht

Wie  gesagt: Mobiler eSport wird belächelt. Die Akzeptanz dafür ist verhältnismäßig gering, Aussagen wie die von Q werden schnell als Unsinn abgetan – und doch geben die harten Fakten dem Entwicklerstudio recht und belohnen es für den Mut. So konnte letztes Jahr ein millionenschwerer Deal mit Twitch abgeschlossen werden. Die Spielstream-Plattform sieht großes Potenzial in der MOBA, die 2016 zu den am schnellsten wachsenden Titeln der Webseite zählte. In den Live Finals, in denen die acht besten Mannschaften einer Region die Season Krone ausspielen, schauen tausende Fans zu – Tendenz deutlich steigend.

Im Dezember letzten Jahres fand in Hollywood die erste Weltmeisterschaft in Vainglory statt und konnte große Aufmerksamkeit generieren. Ab sofort wird diese jedes Jahr abgehalten und somit zusätzliche Promotion auch in den asiatischen Ländern generieren.

2017 ein wichtiges Jahr

Trotz all der positiven Aspekte der MOBA ist natürlich nicht alles Gold, das glänzt: Immer wieder melden sich professionelle Spieler mit der Sorge, dass Super Evil Megacorp nun einen weiteren Schritt gehen muss, nicht festhängen darf, weil sonst der Schwung der Anfangszeit verloren geht. Wichtige Entscheidungen müssen jetzt getroffen werden, die klare Richtung für die nächsten Jahre fehlt noch. Sollte das Team jenes Ziel schaffen, kann man auch weiterhin mit einem frischen, mobilen Wind in der eSport-Szene rechnen.

vainglory teamfight
Unsere Meinung zu Vainglory

Mir als MOBA-Fan macht das Spiel großen Spaß. Vor allem auf dem doch größeren Tablet entwickelt sich Vainglory zu einer spaßigen Alternative, wenn man mal keine Lust auf League of Legends und/oder Dota 2 verspürt. Ich gebe zu, dass ich zu den wenigen Anhängern des mobilen eSports gehöre und fast schon hoffe, dass das Genre in den nächsten Jahren größer wird.

Ob das Smartphone allerdings wirklich die beste Plattform dafür ist, ist eine wirklich mutige Aussage. Noch ist es jedenfalls so, dass der PC deutlich akzeptierter ist und nur Computer-MOBAs als „vollwertig“ gelten. Die Zukunft wird zeigen, ob die Vision der Entwickler standhalten kann.


Vainglory: Neues Mobile-MOBA hat Bock auf eSport

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Luriup
Luriup
3 Jahre zuvor

„dank nahezu grenzenloser Wlan-Verbindungen lässt sich das Device an
jedem Ort für eine schnelle Runde nutzen, so das Zukunftsbild,“
Darüber sollte er sich mal mit Angie unterhalten.^^

Also für mich sind Moba auf Smartphone nicht die Zukunft.
SW Force Arena flog nach 5 min wieder runter als ich merkte das es in diese Richtung geht.

Marrurk
Marrurk
3 Jahre zuvor

Super evil megacorp, was für ein Name. Ich hau mich weg xD xD

Erinnert mich irgendwie an die eine south park Folge….

Alzucard
3 Jahre zuvor

Naja wenn ich mir die namen anderer Firmen angucke wie zum Beispiel tesla.

Eine Firma nach einem der genialsten Köpfe der menschheit zu benennnen ist schon leicht Größenwahnsinnig, aber auch der Erfolg gibt Elon Musk recht.

Trotzdem hast recht. der Name ist richtig geil grin

Shiv0r
Shiv0r
3 Jahre zuvor

Tesla Motors find ich aber recht passend, weil es gleich eben einen schönen Kontext zu dem liefert was sie machen: >elektrisch< basierende >Autos<.

Alzucard
3 Jahre zuvor

Passend, aber man kann nicht leugnen, dass elon musk leich größenwahnsinnig ist xD

Psyclon
Psyclon
3 Jahre zuvor

Steife Nacken und Mini-Displays. Die Optiker und Chiropraktiker freut’s.
Für mich ist Spielen ein Genuss, kein Wegwerf-Geschehniss.

Plague1992
Plague1992
3 Jahre zuvor

Habe Vainglory ca ~1 Jahr gespielt, bis ich auf so einem Niveau angekommen bin ( höhö ) dass ich mir immer eingebildet habe nun ein Tablet zu brauchen um weiterhin Konkurrenzfähig zu bleiben. Seitdem überleg ich mir schon quasi täglich extra für Vainglory ein Ipad zu holen ( was ja nicht zuletzt für die Qualität von Vainglory spricht ).

Was mich nur immer störte sind ironischerweise die Punkte die im Artikel positiv dargestellt wurden. Verglichen mit einem LoL hatte ich viel mehr mit leavern zu kämpfen oder mit Spielern die offensichtlich Verbindungsprobleme haben. Ja wenn eben die Bahn jetzt kommt, oder das Handynetz nun doch noch nicht so ausgereift ist wie man es gerne hätte, ist das nicht gerade vom Vorteil für ein kompetetives Multiplayer Teamspiel. Auch will ich mich nicht unbedingt mit einen Tablet an den Bahnsteig setzen und erstmal zocken. Auch könnte immer was unerwartetes passieren, weswegen ich das Spiel dann ( eigentlich xD ) pausieren müsste, was aber dann wieder fürs Team kacke ist.

Am schluss habe ich mich immer dabei ertappt dass ich es nur noch Zuhause im „sicheren WLan“ spielte, was irgendwie sinnlos klingt wenn ich hier auch meinen PC habe. Zum scheißen sind die Runden auch zu lange ( *hust* ).

Ich kanns trotzdem jeden empfehlen grin

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