Wie ein Lückenfüller-Spiel meinen Hype auf Borderlands 3 zerstörte

Am Freitag, den 13. September, ist es endlich da – Borderlands 3. Darauf freute sich MeinMMO-Autor Robert die vergangenen gefühlt 15 Jahre. Ausgerechnet jetzt kommt ihm ein Spiel in die Quere, dass wirklich niemand auf dem Radar hatte: Remnant: From the Ashes. Was bleibt, ist Ratlosigkeit und die Frage: Wo ist der Hype hin? Sollte ich am Freitag wirklich Borderlands 3 spielen müssen?

Dieses Gefühl hat sicher jeder schon einmal gehabt: Ihr wartet eine sehr lange Zeit auf etwas ganze Bestimmtes und wenn es dann tatsächlich da ist, ist die Vorfreude wie weggeblasen. Vorfreude ist die schönste Freude, kann durch unvorhergesehene Ereignisse jedoch auch komplett verschwinden.

In meinem Fall heißt dieses unvorhergesehene Ereignis Remnant: From the Ashes, ein Spiel, welches bis zum Erscheinen nicht ein einziges Mal auf meinem Radar aufgetaucht ist.

Dieses Remnant: From the Ashes sollte mir eigentlich nur die Zeit vertreiben, bis der Release von Borderlands 3 endlich anstand. Es war ein Lückenfüller-Spiel für mich.

Das Problem: Ich habe aktuell so viel Spaß mit Remnant, dass mir der bevorstehende Release von Borderlands 3 wie ein Fluch vorkommt. Gleich einer Flut von Weihnachtsgeschenken, bei der man nicht weiß, welchem Geschenk man seine Zeit zuerst widmen soll. Das ist ein Luxusproblem, allerdings mit realen Auswirkungen.

Remnant: From the Ashes Glockenrätsel Yaesha
Macht mächtig Laune im Koop: Remnant: From the Ashes

Und du willst jetzt echt Borderlands 3 spielen?

Darum ist Remnant so gut: Als Dark-Souls-Enthusiast hat Remnant: From the Ashes alles, was ich an der Souls-Reihe immer bemängelt habe: Ein ausgeklügelter Coop-Modus, Fokus auf Fernkampfwaffen und ein zumindest minimal leichteres Setting (man ist ja nicht mehr der Jüngste, die Reflexe lassen nach). Zwar sind die Welten nicht so schön und vor allem nicht so durchdacht, wie man das aus der Souls-Reihe kennt, das große Plus ist aber zweifellos der Coop-Modus.

Level-Unterschiede werden ausgeglichen, die Gegner skalieren mit und der Beitritt zu Instanzen von Freunden oder öffentlichen Lobbies ist simpel und schnell. Durch die zufällig ausgewürfelten Level-Instanzen ist der Wiederspielwert beeindruckend, an jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken.

Mein Kollege, mit dem ich schon seit den ersten Crota-Tagen in Destiny unterwegs bin, stellte schließlich die verhängnisvolle Frage: „Und Du willst wirklich direkt am Freitag mit Borderlands 3 starten?“

Borderlands-3-Lilith
Geht es am Freitag nach Pandora oder nach Rhom und Corsus? Schwierige Frage

Noch vor vier Wochen hätte ich ihn vermutlich gefragt, ob er Witze macht. Aktuell kann ich diese Frage nicht beantworten. Dabei trifft Borderlands 3 sogar eine nicht unerhebliche „Mitschuld“.

Borderlands 3 sieht wie mehr Borderlands aus

Warum Borderlands 3 mich grade nicht so reizt: Die ersten Tests von Borderlands 3 sind online, die Meinungen sind überwiegend hervorragend.

Grund-Tenor ist jedoch auch, dass Borderlands 3 vor allem noch mehr Borderlands ist. Große Innovationen bleiben aus.

Borderlands 3 im Test – Überrascht an keiner Stelle, ist trotzdem geil

Wenn man schon viel Borderlands in Borderlands 1 und 2 gespielt hat, muss man dann direkt zum Start noch mehr Borderlands haben?

Meine Vorfreude hätte mit Remnant sicher nicht einen so großen Dämpfer bekommen, wenn Borderlands 3 eben doch mehr als Borderlands wäre. Der vielerorts gelobte Ansatz des Bewährten entpuppt sich wegen Remnant für mich als Spaßbremse.

In punkto Antagonist (Handsome Jack) ist Borderlands 2 eh nicht zu schlagen, ob Claptrap der weiterhin großartige, humoristische Sidekick sein wird, bleibt abzuwarten.

Nicht, dass ich hier missverstanden werde: Ich erwarte mit Borderlands 3 ein fantastisches Spiel, verspüre aber dank Remnant: From the Ashes nicht mehr den Drang, direkt zum Release in Borderlands 3 einzutauchen.

Remnant: From the Ashes Yaesha Pan Dschungel

Remnant: From the Ashes bietet mir dafür genau die neue Spielerfahrung, die ich mit Borderlands 3 wohl nicht bekommen werde. Außerdem hab ich in Remnant noch so viel zu tun:

Zu viel zu tun, so wenig Zeit. Und es kommt noch schlimmer. Zu allem Überfluss startet am 01. Oktober die nächste große Destiny-2-Erweiterung Shadowkeep. Noch mehr Weihnachtsgeschenke, die ich wohl erstmal nicht auspacken werde.

Wie seht Ihr das? Habt Ihr ähnliche Gedanken bezogen auf den aktuellen Release-Kalender? Oder sind Eure Prioritäten glasklar?

Remnant: From the Ashes startet stark – Darum feiern Spieler den Coop-Shooter
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