Warum Anthem mich so fasziniert, wie schon lange kein Spiel mehr

Unser Autor Sven hat sich im Zuge der VIP-Demo in die Welt von Anthem gewagt. Dabei hat ihn ein Aspekt des Spiels ganz besonders gefesselt.

Deshalb war ich bei Anthem zunächst skeptisch: Als großer Destiny-Fan stand ich Anthem zunächst skeptisch gegenüber. Das Spielprinzip und das Konzept des kommenden BioWare-Titels hatten durchaus mein Interesse geweckt. Doch ich war mir trotz zunehmender Infos nicht sicher, ob mir ein Shared-World-Shooter mit Third-Person-Ansicht das gleiche Erlebnis bieten kann, wie mein geliebtes Destiny 2.

Dort spiele ich einen Weltraum-Helden, der in First-Person-Ansicht Alienhorden und sogar deren Gottheiten mit allerlei coolen Fähigkeiten und Waffen ins virtuelle Jenseits ballern kann – das Ganze gepaart mit exzellentem Gunplay, einer spektakulären Soundkulisse und auch noch gemeinsam mit Freunden.Anthem Screenshot Kampf

Kann Anthem da tatsächlich mithalten? Schließlich sind vergleichbare Spiele wie The Division oder Warframe bisher für mich persönlich dabei gescheitert und konnten Destiny nicht das Wasser reichen. Zu meinem Erstaunen musste ich jedoch feststellen: Anthem kann!

So lief für mich die VIP-Demo: Nach einem holprigen Start der VIP-Demo konnte ich insgesamt an die 7 bis 8 Stunden spielen und habe dabei so ziemlich alles gemacht, was die Demo zu bieten hatte. Ich habe alle Story-Missionen absolviert, das Freeplay getestet sowie die Festung unsicher gemacht.

Nachdem ich damit durch war, bin ich auf Loot-Jagd gegangen und habe mit meinen beiden Javelins – dem Ranger und dem Colossus – herumexperimentiert. Mit diesen Kampfanzügen habe ich verschiedene Waffen sowie Ausrüstung getestet und sie durch allerlei Missionen sowie in der Open World spazieren geführt.Anthem Alien

Und ich muss sagen: Ich war positiv überrascht. Klar hat Anthem seine Ecken und Kanten – sogar noch sehr viele. Es gab bis zum Schluss zahlreiche nervige Bugs und die Performance ließ auf der PS4 Pro stellenweise wirklich zu wünschen übrig.

Zudem wirkte die Welt stellenweise noch sehr steril und Missionen haben nichts geboten, was einen wirklich vom Hocker reißen würde. Kurzum: Es gibt noch sehr viele Baustellen, an denen BioWare bis zum Launch noch nachbessern muss. Doch mir hat die Demo gereicht, um mich vom Potential des Spiels zu überzeugen.

Die grafische Präsentation finde ich sehr gelungen, die Welt von Anthem sieht größtenteils wirklich atemberaubend aus und lädt zum Erkunden ein – trotz teils noch leer wirkender Abschnitte.Anthem Ticker Server

Die Missionen laufen zwar nach dem gewohnten Muster ab, haben aber besonders gemeinsam mit Freunden sehr viel Spaß gemacht. Vor allem die Lootspirale hatte mich wieder wie zu Diablo-Zeiten gepackt und zum Experimentieren eingeladen.

Setze ich mit meinem Javelin eher auf Nahkampf? Will ich Gegner lieber aus der Entfernung platt machen? Stehe ich auf dicke Wummen oder auf Präzisionswaffen? Selbst mit dem begrenzten Loot der Demo konnte man schon allerlei Möglichkeiten ausprobieren, welche Art zu spielen einem am meisten zuspricht.

Auch das Gunplay fand ich entgegen aller Erwartungen sehr ansprechend. Man merkt deutlich, was für ein Schießeisen man gerade in den Händen hält. In Kombination mit den Skills der jeweiligen Javelins und passender Ausrüstung kommt dabei ein Spielfluss zustande, der sich meiner Meinung nach nicht vor Destiny, Warframe oder The Division verstecken muss.anthem-open-demo

Das hat mir besonders gefallen: Doch besonders bei einem speziellen Aspekt hat mich Anthem so fasziniert, wie bisher noch kein anderes Spiel – nicht mal mein geliebtes Destiny. Konkret geht es mir dabei um das Spielgefühl, das einem die verschiedenen Kampfanzüge, die Javelins, in Anthem vermitteln.

Das Spiel erzeugte bei mir die Illusion, als würde ich tatsächlich genau in dem Javelin sitzen, den ich gerade vor mir auf dem Bildschirm sehe. Dieses Gefühl setzte sich dabei aus mehreren Faktoren zusammen. Diese Faktoren griffen schon so perfekt in einander, dass ein für mich bisher nie da gewesenes Spielererlebnis erzeugt wurde.javelins-anthem

Der mächtige Colossus spielt sich genau so, wie er aussieht. Er ist riesig, schwer gepanzert und entsprechend von mir bewaffnet. Dieser Javelin ist spürbar träge und bewegt sich sehr ungelenk – egal ob in der Luft, zu Boden oder im Wasser.

Das Design des Anzugs sowie die Animationen in Kombination mit der schwerfälligen Steuerung, dem Sound mächtiger Stampfschritte und der hörbar beanspruchten Hydraulik – das alles versetzt mich mitten in diesen gewaltigen Hulkbuster.

Die individuellen Javelin-Skills und besonders die 3rd-Person-Perspektive tragen zusätzlich zu dieser Wirkung bei. Dadurch wird ein Gesamtbild des Anzugs erzeugt, das mich jede seiner Bewegungen spüren lässt.anthem_shooting_scar_3840.0

Der Ranger wirkt beispielsweise um einiges leichter und agiler und spielt sich auch entsprechend. Durch die ansprechende Steuerung, passenden Sounds und Animationen wird bei diesem Javelin nun das Gefühl kreiert, als würde man eine „athletische“ Kampfmaschine steuern.

Mit jedem Javelin steuert man also einen spürbar anderen Kampfanzug mit allem, was dazugehört – Optik, Sound, Feeling. Das konnte ich an meinem letzten Abend auch noch im Vergleich zum Storm deutlich feststellen.

Und genau dieses Gefühl macht Anthem für mich so einmalig. So eine lebendige Umsetzung des „Spielcharakters“ habe ich in vergleichbaren Titeln noch nicht erlebt. An dieser spektakulären Inszenierung der Javelins werden sich bei mir fortan alle anderen Konkurrenz-Titel messen müssen.Anthem Crew Freunde

Deshalb freue ich mich schon auf die Open Demo: Zum ersten Mal in meinem Gamer-Leben hat es mit ein Third-Person-Shooter wirklich angetan.

Da ich persönlich bisher nur zwei Javelins intensiv antesten konnte, freue ich mich deshalb schon riesig auf die Open Demo von Anthem. Denn nach den ersten Stunden in dieser neuen Welt kann ich es kaum noch erwarten, die beiden anderen Kampfanzüge auf Herz und Nieren zu testen und mit unterschiedlicher Ausrüstung auszuprobieren.

Anthem hat noch einen weiten Weg vor sich und muss in zahlreichen ausschlaggebenden Aspekten wie Engame, Content-Fluss, Loot oder Langzeitmotivation überzeugen. Doch Potential hat das Spiel alle Mal.

Deshalb kann ich jedem, der ein Faible für Spiele wie Division, Destiny oder Waframe hat, nur raten, sich Anthem im Rahmen der anstehenden Open Demo anzuschauen und sich ein eigenes Bild zu machen. Es könnte sich durchaus für Euch lohnen.

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