Wie ist Anthem, wenn man alleine spielt? Trotz Fliegen ziemlich hart

Auch wenn unser Autor Robert nicht viel Zeit in der Demo von Anthem verbringen konnte, war er überrascht, wie schwer und dynamisch sich die Kämpfe gestalten, wenn man alleine unterwegs ist. Dabei sollte Anthem mit der Fliegerei doch viel leichter sein, oder? 

Meine ersten Erfahrungen mit Anthem waren eine Geduldsprobe: Über den kompletten Zeitraum der VIP-Demo hat mich der Ladescreen-Bug ganz besonders hartnäckig verfolgt. Um überhaupt spielen zu können, musste ich stets das Spiel starten, den Ladescreen-Bug abwarten, das Spiel neustarten und anschließend mit etwas Glück der vorherigen Expedition beitreten.

Das hat dazu geführt, dass ich den Großteil des verfügbaren Demo-Contents allein bewältigt habe, was eine wirklich knackige Herausforderung war. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.

Denn durch das Fliegen sollte das Spiel doch ziemlich einfach sein, da man aus sicherer Entfernung aus der Luft auf Gegner feuern kann.

Anthem Javelin wie Iron Man

Warum das in der Realität nicht funktioniert hat, ist einigen klugen Kniffen des Entwicklers zu verdanken.

Hinweis: Da mich die Bugs und Stolpersteine in der Demo hart getroffen haben, konnte ich lediglich den Ranger-Javelin spielen. Das Stronghold war für mich nicht spielbar. Ich habe hauptsächlich auf dem Schwierigkeitsgrad „Normal“ gespielt.

Das Fliegen in Anthem macht Spaß – aber nicht unverwundbar

Darin unterscheiden sich die Javelins in ihrem Flugverhalten: Wer die Flugsteuerung erst einmal drauf hat, kann allerhand taktische Manöver vollführen, wie Ausweichen oder in der Luft schweben. Je nach Javelin unterscheiden sich jedoch die Manöver, die man ausführen kann.

So ist der Colossus deutlich schwerfälliger als der Interceptor, hält aber dafür mehr aus.

Anthem Anspielbericht

Doch selbst wenn Ihr in der Luft seid, könnt Ihr von Feinden beschossen werden. Dabei kommen allerhand verschiedener Mittel zum Einsatz:

  • Fliegende Gegner nehmen Euch direkt aus der Luft aufs Korn
  • Zielsuchende Lasertürme treffen Euch, wenn Ihr nicht im richtigen Moment ausweicht
  • Gegner schicken kleine, zielsuchende Drohnen los, die sowohl am Boden als auch in der Luft detonieren können
  • Feinde zwingen Euch in Gebiete, in denen das Fliegen deutlich erschwert wird

Besonders spannend war der Kampf gegen drei Titanen (die zweite verfügbare Storymission), die ihre Attacken clever aufeinander abgestimmt haben, was dazu führte, das man sich je nach Situation auf dem Boden oder in der Luft befinden musste, wenn man nicht den Löffel abgeben wollte.

Unnötig zu erwähnen, dass sich der Kampf für mich als bockschweres Brett herausgestellt hat. Genau das hat mir jedoch Spaß bereitet. Es ist schlicht nicht möglich, sich einfach zu verstecken und die Gegner mit dem Eisbrecher zu bearbeiten. Um so befriedigender war der Triumph, als der dritte Titan am Boden lag.

Warum feuert man nicht einfach aus sicherer Entfernung auf die Gegner? Ich habe die Bewegungen und die Aktionen der Feinde als sehr dynamisch wahrgenommen. So könnt Ihr zwar Abstand zwischen Euch und die Gegner bringen, werdet aber nicht mehr so viel ausrichten können.

Anthem Ticker Server

Das liegt auch an den Waffen, die sich nicht unbedingt als besonders zielsicher auf Entfernung herausstellten. Mit einem Sturmgewehr oder einer Schnellfeuerpistole könnt Ihr auf größere Entfernungen nichts mehr ausrichten.

Ihr seid also gezwungen, Euch mehr oder weniger am Kampfgeschehen zu beteiligen. Waffen wie Schrotflinten belohnen eine offensivere Spielweise, da sie auf Nahdistanz absolut tödlich sind. Eine große Erleichterung war die Feststellung, dass man nicht mit Stampfattacken begrüßt wird, wenn man einem dicken Gegner zu nahe kommt.

anthem ursix

Endlose Gegnerwellen in Anthem? Bei einem meiner selten Ausflüge in das freie Spiel konnte ich ein Weltereignis absolvieren (ähnlich den öffentlichen Events in Destiny), in dem ich erst drei Geschütze und anschließend einen feindlichen Storm ausschalten musste.

Eine ziemlich knackige Aufgabe, da mir Unmengen kleiner Gegner entgegen geworfen wurden. Meine übliche Vorgehensweise (kleine Gegner erledigen, Boss bearbeiten) hat hier nicht mehr funktioniert, da die Gegner scheinbar unendlich erscheinen.

Es wird spannend sein zu sehen, welchen Einfluss dieses Gegnerverhalten im finalen Spiel haben wird.

Anthem Screenshot

Anthem könnte viel taktischer werden, als uns jetzt schon klar ist

Auch wenn wir noch längst nicht alles gesehen haben, der erste Einblick gibt einen Vorgeschmack auf die vielen Anpassungsmöglichkeiten und taktischen Kniffe. So

  • besitzen die Javelins verschiedene, aufeinander abgestimmte Fähigkeiten, mit denen sich Kombos erzielen lassen,
  • die Fähigkeiten können abgewandelt werden. So kann aus der Lenkrakete des Rangers im Handumdrehen ein Giftpfeil werden. Dies ermöglicht verschiedene Spiel-Varianten
  • eine große Waffenauswahl sorgt für weitere taktische Kniffe (Nahkampf / Fernkampf)

javelins-anthem

Speziell die drei höchsten Schwierigkeitsgrade dürften vielen Piloten alles abverlangen und eine sehr gute Vorbereitung und Koordination erfordern. Wer die Javelins und ihre Fähigkeiten perfekt aufeinander abstimmt, dürfte einen großen Vorteil im härtesten Content des Spiels haben.

Werden Solo-Spieler Probleme bekommen? Ich bin sicher kein Gradmesser für alle anderen Piloten da draußen, aber speziell auf den höheren Schwierigkeitsgraden dürfte Anthem für Solo-Spieler verdammt schwierig werden.

BioWare hat von Anfang an klar gemacht, dass Spieler mit Einsatztrupps mehr Spaß und mehr taktische Möglichkeiten bekommen. Auch Solo-Spieler sollen jedoch auf ihre Kosten kommen. Ich bin sehr gespannt, wie schwer das finale Spiel für Alleinspieler tatsächlich wird, hoffentlich dann ohne nervige Ladecreen-Bugs.

Wie hat Euch die Anthem-Demo gefallen? Fandet Ihr sie schwer? Oder zu leicht?

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