3 Gründe, warum genau jetzt die beste Zeit für ein MMORPG zu Warhammer wäre

Warhammer MMORPG wäre jetzt genau richtig bretonnia ritter und benedict titel

Aktuell sind so viele gute Spiele zu Warhammer auf dem Markt wie nie zuvor und das in allen möglichen Genres. Nur eines fehlt, ein handfestes MMORPG. MeinMMO-Redakteur und Warhammer-Experte Benedict Grothaus meint: Das ist eine riesige Verschwendung, denn Erfolg wäre quasi garantiert.

Jeden Tag bereue ich, dass ich Warhammer Online zu seiner Hochzeit nie gespielt habe. Damals war ich vermutlich aber auch noch etwas zu jung – heute fühlt sich das MMORPG an wie ein digitales Museum. Inoffiziell, denn der Betrieb wurde schon 2013 eingestellt.

Seitdem gab es kein MMORPG mehr zu Warhammer. Mehrmals war etwas in Planung, teilweise mit großen und vielversprechenden Ideen namhafter Entwickler. Zuletzt sollte der legendäre Jack Emmert ein Warhammer-MMORPG erschaffen, aber da wurde im Dezember 2025 der Stecker gezogen, bevor überhaupt irgendwas vorgestellt werden konnte.

Ein großer Fehler, wie ich finde. Für das Grindfests hier auf MeinMMO hat Kollege und MMORPG-Experte Karsten Scholz mit mehreren Ikonen des Genres gesprochen und oft kam dabei heraus: Warhammer wäre das perfekte Franchise für ein MMORPG. Und nicht nur das: es könnte kaum erfolgreicher sein als genau jetzt und das aus mehreren Gründen.

Warhammer Online erschien einfach 20 Jahre zu früh:

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Der Cinematic-Trailer zum uralten MMORPG Warhammer Online

1. Noch nie war Warhammer so sehr im Gaming verankert wie jetzt

Videospiele zu Warhammer gibt es schon seit Ewigkeiten, aber vor allem früher waren die qualitativ wirklich … einfach mies. Games Workshop hatte sogar den Ruf, die Lizenz einfach zu verschleudern. Zyniker meinten, da ging es nur um die schnelle Kohle.

Heute ist die Lage ganz anders. Wenn man sich mal anschaut, was Warhammer aktuell so alles raushaut und was in der Mache ist, könnte es für die grimmige Welt kaum besser aussehen:

  • Total War: Warhammer 3 war damals der Auftakt der „neuen Ära“, ein Strategiespiel, das perfekt zu Warhammer passt.
  • 2024 erschien dann Space Marine 2, der Nachfolger eines der wenigen „guten“ Spiele von früher und der endgültige Durchbruch des Franchise im Gaming.
  • Owlcat hat mit Rogue Trader ein Rollenspiel entwickelt, das erste im Videospiel-Bereich mit einem solch großen Umfang im Warhammer-Universum.
  • Mit Total War: Warhammer 40.000, Dark Heresy und Dawn of War 4 stehen schon neue Titel an, die in den kommenden Monaten erscheinen sollen.

Ich habe es letztes Jahr schon gesagt: 2026 ist DAS Jahr für Warhammer und Warhammer 40.000. Wer jemals auch nur daran gedacht hat, sich mit der Welt zu befassen oder einzusteigen, der kann keinen besseren Zeitpunkt finden als jetzt.

Passend zum wachsenden Interesse an Warhammer hat sich der Imperator zum ersten Mal seit Ewigkeiten bewegt:

2. Warhammer ist eine Marke, die wiedererkannt wird – Selbst bei Nicht-Fans

Nicht nur im Gaming, sondern allgemein drängt sich Warhammer immer mehr in die Mitte der Gesellschaft. Was mal als Nerd-Hobby mit Spielzeugsoldaten angefangen hat, ist mittlerweile ein Franchise mit Wiedererkennungswert.

Space Marines sind natürlich die Poster Boys von Warhammer, aber dass es irgendwie so ein irres Imperium mit faschistischen Zügen, Orks, die man mit „K“ schreibt und abgefahrene Space-Elfen und Chaos-Götter gibt, dürften heute deutlich mehr Leute wissen als noch vor 10 Jahren.

Das beste Beispiel dürfte die heiß ersehnte Amazon-Serie zu Warhammer 40.000 mit Henry Cavill sein. Games Workshop pusht die Marke offenbar mit wirksamen Mitteln und holt sich namhafte Partner an Bord – wie eben Amazon, aber auch Owlcat oder das deutsche Studio KING Art.

Wichtig dabei ist, dass Games Workshop selbst penibel darauf achtet, dass wirklich alles seine Richtigkeit hat. In Gesprächen mit verschiedenen Entwicklern war das immer wieder Thema und die Macher von Space Marine 2 haben schon darüber gesprochen, wie wichtig es ist, der Lore gerecht zu werden und wie Games Workshop da mit drin hängt.

Übrigens: Bis vor ein paar Monaten hieß der offizielle Partner für Farben von Warhammer noch Citadel Colour, die schon lange Teil von Games Workshop sind. Mittlerweile heißen die aber einfach nur Warhammer Colour – ein weiterer Schritt, der Warhammer als Marke festigt.

Warhammer ist mittlerweile ein Thema, das deutlich aus seiner Nische ausgebrochen ist, jedoch ohne dabei seine Identität zu verraten. Obwohl es düster, brutal und maßlos übertrieben ist, wird es von Fans geliebt und zieht immer wieder neue Interessenten an. Selbst bei bekannten Stars ist die grimdarkness im Trend.

Kollegin Caroline Fuller ist von Miniaturen begeistert und hat dieses Jahr ihr erstes Warhammer-Mini gebaut und bemalt:

3. MMORPG bedeutet nicht mehr, dass man seine ganze Freizeit opfern muss

Das Genre ist im Wandel. Nicht nur ich als WoW-Veteran merke das, im Gespräch mit MMORPG-Experte Entenburg fiel diese Aussage auch schon.

Früher galten MMORPGs als riesige Zeitfresser: Wer das Endgame sehen will, muss dafür grinden, teilweise mit dem Vielfachen an Zeitaufwand. Du willst einen vierstündigen Raid sehen? Dann viel Spaß dabei, vorher 20 Stunden lang Kräuter und Gold für Fläschchen und andere Verbrauchsgegenstände zu farmen.

Heute verhält sich das anders. MMORPGs verfolgen immer mehr einen saisonalen Ansatz:

  • Ein Update erscheint mit neuen Inhalten, die etwa 4-8 Wochen lang anhalten. Jeder, der viel spielt, ist dann „fertig.“
  • Danach ist Pause. Wer mehr machen will, findet immer noch Daily Grind und andere Aktivitäten, aber der „Plot“ ist durch.
  • Ein Viertel bis halbes Jahr später erscheint das nächste Update, alle paar Jahre eine neue Erweiterung, die das Grundspiel um neue Möglichkeiten wie Klassen und Co. ergänzt.

Genau das kenne ich schon von Action-RPGs wie Diablo und genau hier hat es eine ganze Zeit lang wundervoll geklappt, drei davon auf einmal zu spielen: Diablo 4, Path of Exile und Last Epoch. Alle drei haben sich passend abgewechselt. War man gerade durch mit dem neuen Content beim einen Spiel, hat das nächste gerade den frischen Patch aufgespielt.

Für MMORPGs sehe ich die gleiche Möglichkeit: Statt sich nur noch auf ein Spiel fokussieren zu müssen, um alles erleben zu können, sind auch locker 2-3 gleichzeitig möglich. Ein Warhammer-MMORPG müsste also kein WoW-Killer sein und den Platzhirschen alle Spieler abgraben, es müsste nur guten Content zu den Dürreperioden bieten – und das regelmäßig.

Warhammer hat schon das, was ein MMORPG braucht, um erfolgreich zu sein

Der Grund, warum WoW damals so beliebt war und heute noch das größte MMORPG ist, liegt zu einem großen Teil an der Welt, in der es stattfindet. Azeroth existierte schon vor WoW, es gibt Bücher, Spiele, Erzählungen … die Welt „existiert“, sie wurde nicht für das Spiel erschaffen.

Warhammer bringt das Gleiche mit und sogar in dreifacher Ausführung: Fantasy bzw. The Old World, Age of Sigmar und Warhammer 40.000. Damit wäre also sogar gegeben, mal aus der ewigen Fantasy-MMORPG-Trope auszubrechen. Aber das nur so am Rande.

Sicher kann man nun sagen: Game of Thrones und Herr der Ringe haben das aber doch auch! Stimmt. Aber die sind nicht so sehr gewachsen in den letzten Jahren, die waren vorher schon groß und schlicht nicht so nerdig wie Warhammer.

Ich behaupte: Leute, die sich für Warhammer interessieren, sind im Schnitt eher geneigt, ein MMORPG zu spielen, als es der Zuschauer von House of the Dragon wäre. Immerhin reden wir hier von einer Welt, die auf Plastiksoldaten basiert und deren Lore primär in Regelwerken erklärt wird. Das hat schon großen Nerd-Faktor und eine natürliche Verwandtschaft zu Rollenspielen.

Auch, wenn es ausgeschlossen ist, dass 2026 noch ein Warhammer-MMORPG erscheint, wäre gerade dieses Jahr ideal. Schließlich ist erst im Juni die 11. Edition von Warhammer 40.000 erschienen – aber es gibt ja immer noch die anderen beiden Welten, die sicherlich in den kommenden Jahren neue Editionen bekommen.

Würdet ihr ein Warhammer-MMORPG spielen? In welcher Welt sollte es spielen und warum? Welches Volk und welche Klasse würdet ihr spielen? Schreibt mir einen Kommentar!

Ein erfolgreiches MMORPG zu Warhammer ist längst überflüssig. Jeglicher Ruhm, den World of Warcraft – so sehr ich das Spiel auch liebe – heute abbekommt, hätte eigentlich Warhammer verdient. Denn ursprünglich war das Franchise für die Welt geplant … und ich war damals schon der Meinung, dass es die bessere Wahl gewesen wäre: In einer perfekten Welt wäre das größte MMORPG heute World of Warhammer

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