Sony schießt sich mit einer Ankündigung nach der anderen ins Knie und Microsoft muss kaum etwas tun, um mal so richtig gut dazustehen. Dabei ist Xbox eigentlich nicht wirklich besser als Sony.
Um es noch einmal zu rekapitulieren: Sony leistet sich gerade einen schlechten Move nach dem anderen. Erst haben sie das unsägliche Ende der physischen Spiele ab 2028 angekündigt und sich damit den Shitstorm des Jahrhunderts ins Haus geholt. Auch 2 Monate nach der Ankündigung werden die Kommentare unter jedem neuen PlayStation-Trailer auf YouTube mit Forderungen nach einer Disc geflutet.
Dann kam wieder auf, dass Sony PlayStation-Accounts, die länger als drei Jahre inaktiv sind, einfach schließt. Das bedeutet auch, dass die Spieler den Zugang zu allen mit dem Account gekauften Games, Filme oder Serien verlieren. Und Mitte August 2026 legten sie dann gleich noch einmal nach mit einer E-Mail, in der die Spieler explizit darauf hingewiesen werden, das ihnen gekaufte Games gar nicht gehören, sondern sie nur eine Lizenz zum Zocken haben.
Jetzt würzt man das noch mit Entscheidungen wie, dass PlayStation-Exklusives nicht mehr auf PC geportet werden sollen, der nicht so gut laufenden Life-Service-Initiative oder auch dem Ende der Kooperation mit Hideo Kojima und Sony steht richtig schlecht da.
Xbox und Microsoft hingegen konnten sich ins Fäustchen lachen, denn ihre eigenen Patzer geraten in Vergessenheit, während Sony sich aktuell eine Kugel nach der anderen ins Knie jagt.
Erinnert euch an Xbox
Während Sony gerade mit schlechten Entscheidungen und Kommunikation glänzt
, hat sich Xbox schon davor nicht mit Ruhm bekleckert. Zuletzt gab es zum Beispiel eine neue Entlassungswelle, unter der zum Beispiel Bethesda bzw. ZeniMax leiden musste, nach dem dort schon 2024 viele Mitarbeiter gehen mussten. Betroffen waren dieses Jahr viele Entwickler, die unter anderem an Elder Scrolls Online gearbeitet haben.
Dabei ist bzw. war ESO so erfolgreich, dass es angeblich sogar Project Blackbird mit finanziert habe – ein noch in der Entwicklung eingestelltes Sci-Fi-MMORPG.
Neben den Entlassungen mussten auch mehrere Entwicklerstudios Xbox verlassen: Undead Labs, Ninja Theory, Compulsion Games, Double Fine und Arkane. Die Studios werden zwar nicht geschlossen, sondern dürfen als unabhängige Firmen weiter agieren mit all ihren Lizenzen.
Aber vor allem für Ninja Theory muss das bitter gewesen sein: Während des Xbox Showcase zum Summer Game Fest 2026 wurde noch der neueste Titel zum Senua-Universum angepriesen (via GameStar). Zwischen dem neuen Trailer des Games und der Ankündigung der Entlassung des Studios liegt genau ein Monat.
Die letzten Preiserhöhungen beim Game Pass sind zwar schon etwas her, aber im Oktober 2025 löste vor allem der Sprung von 17,99 Euro auf 26,99 Euro im Ultimate-Abo Frust bei den Spielern aus. Mittlerweile sind die Preise wieder gesunken, beim großen Ultimate-Abo immerhin um 6 Euro runter auf 20,99 Euro. Aber eben nicht auf die vorherigen 17,99.
Erst am 4. September kündigte die Firma wiederum an Cloud-Gaming, das im Game-Pass enthalten ist, zukünftig limitieren zu wollen. Für Kunden des teuersten Abos wird es zukünftig nur noch 15 inkludierte Cloud-Gaming-Stunden geben. Das ist auf einen Monat Zocken gerechnet richtig wenig.
Xbox hat sich also in letzter Zeit also ebenfalls nicht wirklich mit Ruhm bekleckert.
Direkt betroffen sein hittet härter
Der große Unterschied zwischen den (groben) Schnitzern von Sony und Xbox ist, wie stark der normale Gamer am Ende des Tages betroffen ist.
Wenn Sony das Ende der physischen Discs für ihre Konsolen und den darauf laufenden Games ankündigt, dann spüren das die PlayStation-Spieler sofort. Ich will nach wie vor meine Games Zuhause stehen haben – sei es als Standard-, SteelBook- oder Collector’s-Edition.
Wenn grundsätzlich keine physischen Editionen mehr angeboten werden, löst das Frust aus – und damit stehe ich nicht alleine da, wie die anhaltende Diskussion in den sozialen Netzwerken zeigt. Von der Tatsache, dass man laut Sony beim Kauf digitaler Games nur noch Lizenzen zum Spielen erhält mal ganz abgesehen.
Wenn ich etwas kaufe, möchte ich es auch besitzen. Wenn ich an meine fast vollständig aus physischen Games bestehende PS4-Kollektion denke, habe ich auch das Gefühl – das sind meine Spiele. Die meisten davon kann ich auch rein mit dieser physischen Disc installieren und zocken. Ganz ohne PlayStation Account oder Online-Zugang. Vielleicht mit ein paar eigentlich per Patch gefixten Bugs, aber ich kann sie spielen.
Der Gedanke daran, 60 – nein 70 – äh 80 oder gar 100 Euro in ein Spiel zu stecken, das ich vielleicht in ein paar Jahren nicht mehr zocken kann, weil ich nicht aktiv genug im Account war oder weil mir die Lizenz entzogen wurde? Der bereitet mir Sorgen. Das fühlt sich an, als wäre mein Geld einfach verpufft.
Muss ich das Game dann neu kaufen? Für den gleichen Preis? Gedanken, die ich nicht zu Ende führen will.
Was Xbox hingegen macht – die Personalkürzungen, Studio-Freigaben – tangiert mich als Spieler nicht direkt.
So hart es klingt: Viele Spieler blenden Branchen-Entlassungen nach ein paar Minuten wieder aus, weil sie sie in ihrem Alltag nicht direkt betreffen. Das sieht man zum Beispiel daran, dass die Entlassungen bei Xbox damals fast zeitgleich mit dem Ende der physischen Disc angekündigt wurden. Aktuell diskutiert man nur noch über Sonys unsägliche Entscheidung.
Dann kommt vielleicht ein Game, von dem ich mal gehört habe, nicht. Wenn der Update-Zyklus in Elder Scrolls Online wegen der Entlassungen gestört ist, merke ich das wenn überhaupt erst in ein paar Monaten.
Und genau da liegt die Crux: Auch Xbox hat in den letzten Monaten und Jahren wirklich viele unschöne Dinge getan. Aber weil uns die Aktionen von Sony direkt in unserem Alltag treffen und die Aktionen von Xbox nicht, steht Xbox jetzt besser da.
Ein Schelm könnte meinen, ein schlaues Xbox würde nun Sonys Patzer nun nutzen, um die eigene Situation im wieder entfachten Konsolenkrieg für sich selbst zum Besseren zu wenden.
Natürlich ist es toll, wenn ich meine physisch gekaufte Lizenz in eine digitale mit umwandeln kann. Auch wenn zum Beispiel Ubisoft und Square Enix schon gesagt haben, dass sie da nicht mitmachen. Dass Hideo Kojima für sein nächstes Spiel bei Xbox ein neues Zuhause gefunden hat, ist auch mega.
Aber man darf dabei nicht vergessen, dass Xbox eben erst letztens mehrere Studios in die Freiheit entlassen hat
. Dass sie tausende von Angestellten entlassen haben. Dass sie mit ihren Game-Pass-Preisen experimentieren. Lass das mal sacken.
Wie geht es euch damit? Habt ihr grundsätzlich das Gefühl, ihr seid wenns ums Gaming geht bei Xbox besser aufgehoben? Oder steht ihr dem ganzen so wie ich etwas kritischer gegenüber? Schreibt es uns doch gerne einmal in die Kommentare. Sony hat übrigens auch letztens etwas getestet, was mich persönlich richtig nervt: Gerade wurde Sony wohl dabei erwischt, wie es erneut dynamische Preise auf der PS5 testen soll
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!
Kommentare
Ja, Asha Sharma macht grad alles richtig und Sony schießt ein Eigentor nach dem anderen. Concord ist hart gefloppt, der Kauf Bungies ist eine finanzielle Katastrophe, Kojima haben sie vor die Tür gesetzt, Soyverine wird wohl hart floppen bei 400+ Millionen Dollar Produktionskosten, der Verzicht auf physische Datenträger kommt absolut nicht gut an etc. Eventuell ist das sogar der Hauptgrund warum sie sich von Kojima getrennt haben. Sein neues Spiel heisst ja Physint und das erinnert das Sony Management vielleicht zu sehr an physische Datenträger ….
Vor zwei Jahren sah das noch anders aus und Xbox war massiv in der Defensive. Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so derbe dreht.
Ich glaube, mit Kojima wird Xbox auch nicht lange zufrieden sein. Konami und Sony sagen jetzt dasselbe (Deadlines verpasst und ständig überzogenes Budget), während Mastermind Kojima sich immer noch keiner Schuld bewusst ist. Finanziell gesehen war Death Stranding 2 auch ein Flop. Das Risiko wollte man mit Phsyint nicht eingehen. Dass Kojima ausserdem 3 Monate einen neuen Partner suchte, zeigt doch auch, dass Xbox sich das ganz genau überlegen musste. Er wird wohl wegen OD relativ schnell oder als Erstes Xbox angefragt haben, und trotzdem dauerte es 3 Monate, bis alles geklärt wurde.
Nein, ich fühle mich bei Xbox nicht besser aufgehoben, viele schlechte Entscheidungen betrafen mich auch als Spieler direkt, egal ob es um die damalige, massive Erhöhung des Gamepass ging oder ihr nie eingehaltenes Versprechen, mit der XSX, 4k mit 60fps abliefern zu können, dazu Preiserhöhungen der immer älter werdenden Konsolen und Studioschliessungen, die einhergingen mit deutlich weniger Exklusivtitel und neue IPs, wie noch unter der Xbox One und PS4.
Bei Sony wiegt für mich aber besonders schwer, das sie als Konzern, obwohl es logischerweise auch ums „Geld verdienen, Umsatz steigern geht“, einem immer das Gefühl vermitteln konnten, auch im Interesse der Spieler zu handeln. Diese Gefühl ist mit der Neubesetzung durch die zwei Excel Tabellen CEOs komplett verloren gegangen, ihre nach aussen ausstrahlende Gier, die Spieler durchmonetisieren zu wollen, wirkt auf mich so ekelhaft und widerlich, das ich von diesem Konzern nie wieder etwas kaufen werde. Die Crux ist vor allem, sie liefern nicht einmal ab, zerstören kontinuierlich ihr Portfolio, haben in 6 Jahren, mit der PS5, vier neue IPs (ua Concord) kreiert, während es auf der PS4 noch 21 waren. Dafür verpulvern sie Milliarden in Dinge, die kaum jemand möchte oder immer krachend gescheitert sind, kassieren am Ende des Jahres jedoch fette Bonies, weil sie die Zahlen mit Entlassungen und Studioschliessungen frisieren. Hulst und Nishino sind für mich die ekelhafteste Fratze des Kapitalismus, den ich perse nicht ablehne, in Sony‘s Ausführung jedoch verabscheue. Sony aka Playstation spiegelt in der jetzigen Form für mich das kundenfeindlichste und abscheulichste wider, was die Gamingbranche derzeit zu bieten hat.
“ihr nie eingehaltenes Versprechen, mit der XSX, 4k mit 60fps abliefern zu können”
Nichts gegen dich, aber jedem mit ein wenig Erfahrung und technischen Verständnis war damals schon klar, dass das eine PR-Blase war, die beim nächsten Next Gen-Spiel platzen wird.
Wenn du ein 2D-Spiel hast: klar, kein Problem: 4k 60 oder sogar 120 FPS.
Aber nehme doch mal ein Gears of War, was grafisch viel komplexer ist. Das ist gar nicht möglich. Naja, vielleicht im PVP. Davon haben aber die Kampagnen-Spieler nichts.
Vielleicht erinnerst du dich daran: 2001 haben sie behauptet, die Xbox Clasic wäre die erste Konsole ohne Ladezeiten. Das war bei ganz wenigen Spielen (u.a. Halo 2) so und da lief es mehr schlecht als recht.
Generell nehmen sich alle Konsolenhersteller nicht viel.
Nintendo, mit ihren überzogenen Preisen, den ständigen Remakes, dem Rechtsstreits gegen andere Entwickler (Pocketpair) oder Content Creatern.
Sony, mit ihrem GAAS-Trend, wo sie schon nach dem zweiten gescheiterten Titel draus hätten lernen müssen oder dem Ende der Disk.
Microsoft, mit ihrem “Wir kaufen jetzt alle Sudios, um sie dann dicht zu machen”. Sowas gehört verboten.
Ich habe alle Konsolen zuhause…
Ich bin so froh, dass ich vor 22 Jahren nicht in die die Gamingindustrie gegangen bin. Es war mal mein Traum Gamedesigner zu werden. Was da heute abgeht ist nur noch ein Albtraum.
Kein Problem. Nach 2 Jahren Destiny 2 war ich grafisch komplett versaut. Auch Cyberpunk, Diablo 4 und Forza Horizon 5 (wenn auch mit teils weniger Details) zeigten, das 4K (teilweise hochskaliert) mit 60fps möglich sind. Als dann etliche Games erschienen, die nicht einmal mehr 60fps konnten oder erste Monate später nachreichten, verlor ich komplett das Vertrauen in die XSX. Sicherlich bin ich kein purer Technik Nerd, doch in gewisser Weise konnte ich schon einschätzen, was möglich sein kann und was dann die Studios zum Teil auf der XSX ablieferten, war gelinde gesagt enttäuschend. Das obige PR Sprech war natürlich übertrieben, trotzdem schaffte es MS, mit der XSX, das Niveau noch zu unterbieten. Erst die Pro (auf der ich nur noch meine Pile of Shame runterspiele, bis sie abraucht, um dann gänzlich zum PC zu wechseln) und ihr PSSR 2.0 konnte mich wieder abholen und ein wenig milde über diese durchweg enttäuschende Konsolengeneration stimmen. Zumindest bis zum 1. Juli und 500 gelöschte Filme…
Du kannst aber auch nicht verlangen, das Third Party Entwickler sich an 4K 60FPS halten. Die Konsole kann 4K mit 60FPS das heißt aber nicht, das jedes Spiel das auch kann. Zumal die Entwickler ebenfalls abwiegen müssen ob es Finanziell sinnvoll ist 4K mit 60FPS zu Optimieren oder ob 40FPS genau so tun. Die PS6 Pro knickt bei GTA 6 ebenfalls ein. Wird die jetzt verkauft? Weil die PS6 Pro keine 4K mit 60FPS kann?
Ich verlange garnichts! Ich beschrieb lediglich, warum mich diese Generation enttäuschte, ich nach der Xbox One einen höheren Quantensprung und nur ansatzweise die Umsetzung der PR Versprechen erwartet hatte. Was einige Entwickler daraus machten und glaubten finanziell abwägen und deshalb nicht optimieren zu müssen, juckte mich ehrlich gesagt irgendwann nicht mehr – ich hörte einfach damit auf, deren Games zu kaufen und einige Zeit später auch, gänzlich auf der XSX zu zocken. Das einige Spiele es konnten, ein Cyberpunk durchaus ansehnlich aussah, wenn auch nicht allzuviele Passanten die Fusswege bevölkerten und sich gut spielte, erwähnte ich in meinen zweiten Kommentar. GTA 6 selbst juckt mich nicht, kein 60fps, kein Interesse 🤷🏻♂️