Die beste Gilde von WoW versucht sich am schwersten Raid in Final Fantasy XIV und es ist großartig

Die beste Gilde von WoW versucht sich am schwersten Raid in Final Fantasy XIV und es ist großartig

Vor knapp einem Monat erschien in Final Fantasy XIV der neue ultimative Raid, Drachenkrieg (Fatal), der als der bisher schwerste PvE-Inhalt des MMORPGs gilt. Die beste Gilde von WoW, Echo, die sich den letzten World First gesichert hat, versucht sich nun dran. Ihr erster Raid-Tag war großartig, findet die MeinMMO-Autorin Irina Moritz.

Der Release eines ultimativen Raids in FFXIV ist schon seit Jahren ein besonderes Ereignis. Die besten Spieler der Welt versammeln sich, um in einem Rennen um den ersten Kill dieser unglaublich schweren Inhalte anzutreten, von denen immer geschwärmt wird.

Während FFXIV auf Twitch normalerweise eher unbeliebt ist, wird es durch die Ultimate-Streams kurzzeitig in die Top 10 der Spiele mit den meisten Zuschauern katapultiert. Es macht Heidenspaß, den Raidern dabei zuzuschauen, wie sie sich an den teilweise völlig absurden Mechaniken und der halsbrecherischen Geschwindigkeit der Kämpfe die Köpfe einschlagen.

Besonders spaßig ist es aber, wenn die Raider eigentlich aus WoW kommen und nicht so viel Erfahrung in FFXIV haben. Wie die Gilde Echo, die bei dem letzten World-First-Rennen in WoW den Sieg abgeräumt hat.

Nun versucht sich die Gruppe um den Leiter Scripe (im Titelbild) an dem neuen schwersten Raid von FFXIV und zwar völlig blind.

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Der neue ultimative Raid in FFXIV hat insgesamt 7 Phasen und dauert fast 19 Minuten. Eine richtig harte Anstrengung, bei voller Konzentration so lange durchzuhalten.

„Das wird richtig schlimm“

Es ist nicht die erste Begegnung der Raider von Echo mit FFXIV. Am Ende des Addons Shadowbringers hat ein Team aus 8 Spielern die Raid-Serie von Eden (episch) blind durchgespielt. Auch den neuen Raid Pandaemonium (episch) haben die Leute mitgenommen.

Sie wissen also, wie die Jobs in FFXIV funktionieren und können ihre Rotas fahren. Sie kennen den „Tanz“, der die Mechaniken der epischen Raids ausmacht, also die spezifische Abfolge von Mechaniken, die mehrere Schritte haben, um erfolgreich aufgelöst zu werden. Der festgelegte Rhythmus und Bewegungen davon erinnert bei der Ausführung an einen Tanz.

Basiert auf diesem Wissen hat die Echo-Gruppe geschätzt, dass die Progression nicht besonders lange dauern wird. Innerhalb von 10 Tagen mit je 6 bis 8 Stunden Raid-Zeit wollten die Jungs mit dem Kampf fertig sein, wenn nicht gar schneller.

Problem ist nur, dass zwischen den epischen und den ultimativen Raids Welten liegen.

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Der FFXIV-Raider Sfia, der mit der Gruppe Thoughts Per Second den World First in Alexander geholt hat, hat den ersten Tag zusammen mit dem WoW-Content-Creator Alex von FatBossTV analysiert. Er schätzt Drachenkrieg (Fatal) als den bisher schwersten Raid in FFXIV ein und kommentierte das Vorhaben mit „Das wird richtig schlimm“. Er wird damit Recht behalten.

Zusätzlicher Nachteil für die Echo-Gruppe ist außerdem, dass sie wenig Erfahrung in FFXIV haben. Viele der Mechaniken, die in den ultimativen Kämpfen vorkommen, basieren auf Angriffen, die bereits in anderen Instanzen eingeführt wurden.

Das bedeutet, dass jemand, der schon unzählige Male Nidhogg (Ex), Thordan (Ex) oder Bahamut (fatal) gelaufen ist, einfach viel schneller durchblickt, was gerade auf dem Bildschirm los ist. Ein sehr simples Beispiel dafür ist eine der allerersten Mechaniken im Kampf:

  • In der ersten Phase kämpft man gegen 2 Ritter von Thordan, beide kamen schon in früheren Kämpfen vor.
  • Einer von ihnen macht gezielte Line-AoEs auf zufällige Spieler, die am Rande der Arena dunkle Portale erscheinen lassen.
  • Erfahrene FFXIV-Raider wissen an der Stelle sofort:
    • Die Portale dürfen nicht nah beieinander sein, sonst explodieren sie.
    • Man darf sich den Portalen nicht nähern, sonst stirbt man und nimmt mit Pech paar Gruppenmitglieder mit.

Beides waren Mechaniken, die das Team von Echo erst über mehrere Pulls hinweg erschließen musste. Selbes galt für die Knock-Back-Mechanik „Faith Unmoving“, die jedem, der schon mal im Dungeon Erzbasilika war, bekannt sein wird. Oder auch die Feuerketten-Mechanik, die jeder erfahrene FFXIV-Raider automatisch brechen wird.

Insgesamt hat Echo dadurch für die erste Phase des Kampfes knapp 8 Stunden gebraucht. Und die zählt nicht mal richtig zum Kampf dazu, sondern ist ein sogenannter „Door-Boss“.

Als „Door-Boss“ werden in Raids Kämpfe bezeichnet, die eigentlich nur eine Art Prüfung darstellen, die man bestehen muss, um zu dem „richtigen“ Kampf zugelassen zu werden. Diese Boss-Kämpfe sind normalerweise kürzer und leichter als der eigentliche Raid-Kampf. Sie müssen in den meisten Fällen auch nur einmalig pro Instanz gelegt werden, weil ihnen ein Check-Point folgt.

FFXIV-Raider sind nie richtig „blind“

Aber es ist gerade diese Ahnungslosigkeit von Echo, die den Stream ihrer Ultimate-Progression so wahnsinnig unterhaltsam macht. Es kommt zu vielen teilweise völlig absurden Situationen, die erfahrenen FFXIV-Raidern so niemals passieren würden, denn für sie ist die Prog nie „wirklich“ und zu 100 % blind.

Die Mechaniken in den epischen und ultimativen FFXIV-Kämpfen bestehen oft aus vielen zusammengelegten „Unter-Mechaniken“, die aber meistens nicht einzigartig sind. Wie oben beschrieben, kommen viele von ihnen in anderen Bereichen des MMORPGs vor.

Hässliche Microsoft-Paint-Diagramme dürfen beim Raiden natürlich nicht fehlen.

Es ist etwas, das ich aus eigenen blind Progressions in epischen Raids kenne. Diese bekannten Elemente aus den Kämpfen springen dir sofort ins Auge. Zu häufig kam es schon vor, dass meine Raid-Gruppe eine Mechanik gesehen hat und direkt wusste: „Ah, es sind Shiva-Circles“, „Das sind die Towers aus Bahamut Prime“ oder „Ok, es sind Dive-Bombs.“

Die Herausforderung besteht darin, die neuen Elemente zu entschlüsseln, in eine Strategie umzusetzen und sie in einer viel schnelleren und tödlicheren Raid-Umgebung durchzuführen, ohne dass dabei die Gruppe kollektiv ins Gras beißt.

Deswegen finde ich es großartig, Echo bei ihrer Progression im Drachenkrieg zuzuschauen, denn sie gehen wirklich blind rein. Das Vorwissen, was ihnen fehlt, sorgt dafür, dass sie sich teilweise völlig seltsame Strategien ausdenken, die ihnen das Überleben schwerer machen als es sein muss.

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Nicht nur führt es zu extrem witzigen Situationen, es zeigt außerdem, wie ein FFXIV-Raid verlaufen würde, wenn wirklich jede einzelne Mechanik davon völlig neu wäre. Strategien oder Auflösungen, die mir absurd erscheinen, ergeben für die Echo-Gruppe Sinn.

Bei so vielen verschiedenen Unter-Mechaniken, die alle übereinander gestapelt sind und gleichzeitig rausgehen, kommt es dazu, dass die WoW-Raider aus den Resultaten falsche Schlüsse ziehen. Zum Beispiel, dass die Eisflächen in der zweiten Phase von Thordan Soak-Damage sind, die man mit mehreren Spielern abfangen muss.

Es ist kein zu abwegiger Gedanke, aber nichts, was ein FFXIV-Raider als Erstes vermuten würde, weil diese Eisflächen normalerweise simplen Flächenschaden austeilen und dann zum Dot werden.

Deswegen werden die Channels von Echo, Scripe und anderen Mitgliedern der Gruppe für die nächsten Tage meine Hauptunterhaltung bei Twitch. Ich drück den Jungs die Daumen. Wie fies der Kampf ist, erfahre gerade ich zusammen mit meiner Static an eigener Haut.

Bei dem Rennen um den Drachenkrieg-Kill gab es allerdings Ärger:

Final Fantasy XIV: Chef des MMORPGs ist enttäuscht, weil die besten Spieler nicht nach seinen Regeln spielen

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T.M.P.

Das war für mich immer das coolste am Progress-Raiden.
Es gab noch keine Guides, und so durfte man selber knobeln und planen.
Ich wünsch denen viel Spass 🙂

Maxiklin

Ich habe da gestern auch reingeschaut, war sehr spassig 😅

Aber wie man eins der auf Twitch meistgestreamten Spiele als dort nicht besonders beliebt bezeichnen kann, ist mir dann schon ein Rätsel 🙂

Huehuehue

Weil es, normalerweise, eben nicht eines der meistgestreamten Spiele ist. Weder zuseher- noch channeltechnisch. In den letzten 365 Tagen ist es bei den gesamten Zuseherzahlen auf Rang 31, bei den gestreamten Channels auf Rang 27.

Sky

Eine reine Frage aus Neugier von jemandem, der noch nie nen Raid in nem MMORPG gezockt hat: Wie lange dauert so ein Fight denn, wenn man es halbwegs raus hat?

Azurael

Das kommt oft auf das Spiel an. In WoW kann ein Fight zwischen 3 und 15 Minuten dauern. Der aktuelle first kill des dragonsong reprise Ultimate in FF14 hat ca. 20 Minuten gedauert. Variert stark zwischen Spielen und auch Raids

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Azurael
Mellow Wollem

Was wäre wenn Sie was anspruchsvolles spielen würden, nicht den Abklatsch von Qadim Da splittet sich noch der Boden in Plattformen. Doch die Blösse werden Sie sich nicht geben wollen. Da werden Sie nochmal n Monat dranhängen müssen.

Azurael

Dann solltest du dir mal den FF14 Raid genauer anschauen oder den aktuellen Mythic Raid in WoW. Dagegen sind so ziemlich alle bosse aus GW2 Kindergarten 😂 GW2 ist jetzt nicht unbedingt für den super schweren Endgame-Content bekannt und du nicht für deine neutralen Aussagen.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Azurael
Nico

deswegen sollte man guides nicht nutzen, einfach um auch viel Spass an Bossen etc zu haben. Gerade wenn sie frisch draußen sind….

Christian

Das wollen Sie ja nicht, darum geht es ja in dem Artikel.

Nico

ähm ließ dir den Artikel nochmal durch, da steht explizit das die dort Blind Spielen, also ohne boss guides. Oder du hast mein post falsch gelesen, den ich sag ja das sie es richtig machen und das viel mehr so machen sollten ;P

Christian

Hups hab das nicht überlesen 🤣

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