WoW-Dämon Cortyn erreicht langsam Grenzen. Der neue Raid ist ziemlich schwer und verzeiht schon ab Boss 1 wenige Fehler.
Wer meine Artikel und mich ein wenig kennt, weiß, dass ich leidenschaftlich World of Warcraft spiele. Ich habe eigentlich Freude an allen möglichen Inhalten und Raids gehören auch dazu.
Ich weiß, dass ich nicht für mythische Raids gemacht bin. Ich glaube, dass ich die ersten Bosse sicher bewältigen könnte, wenn ich die dafür notwendige Zeit und Energie in das Spiel stecken würde – aber das will ich einfach nicht mehr. Nicht, weil Raiden mir keine Freude bereitet, sondern weil der notwendige Aufwand in keinem Verhältnis zur Freude über den Erfolg steht, den ich dabei empfinden würde. Dafür sind mir einfach Rollenspiel, Housing und auch das Spielen anderer Games zu wichtig.
Heroisch – die perfekte Schwierigkeit für alle, die eine Herausforderung wollen, aber noch andere Hobbys haben
Mein gewähltes Spiellevel ist bei Raids heroisch. Das ist, was meine Raidgruppe immer als Ziel für die Saison anstrebt und wo ich in aller Regel auch recht zufrieden mit bin, wenn wir das schaffen.
Schon in der letzten Saison hatte ich bemerkt: Das geht nicht mehr. Als wir recht früh in der Saison beim Endboss L’ura im Marsch auf Quel’danas standen, habe ich schnell gemerkt: Der Boss ist eine Stufe zu komplex für mich. Da ist einfach eine Mechanik zu viel, der ich gleichzeitig Aufmerksamkeit widmen muss, um nicht schon nach der Hälfte des Kampfes auf dem Boden zu liegen und Ballast zu sein.
Da habe ich eine Raid-Pause eingelegt, weil ich gemerkt habe: Mit der Schneckentempo-Klasse Priester den verschiedenen Effekten ausweichen, Effekte aufsaugen und gleichzeitig noch in Windeseile ein „Memory“-Spiel absolvieren – das war einfach zu viel. Kein Wunder, dass viele Gruppen an diesem Boss zerbrochen sind.
Jetzt, mit dem Giftigen Abgrund, hab ich wieder angefangen zu raiden. Während der normale Raid recht schnell durch war, sieht das beim heroischen Raid schon wieder anders aus.
Aber das mag ich. Ich habe Freude daran, mir gerade die späteren Boss Stück für Stück zu erarbeiten. Doch im Giftigen Abgrund kam dieses „Erarbeiten“ schon deutlich früher, nämlich bei Boss 1: Nek’zali.
Nek’zali ist für einen ersten Boss extrem hart
Normalerweise sind die ersten 1-3 Bosse auch in einem heroischen Raid nicht sonderlich anspruchsvoll. Wir bezeichnen sie zumeist als „Fallobst“, weil sie selbst dann noch gut zu bezwingen sind, wenn ein paar Charaktere früh ins Gras beißen. Eigentlich gibt es nur ein oder zwei Mechaniken, bei denen man wirklich aufpassen muss und die Intervalle zwischen diesen Mechaniken sind recht lang.
Klar, Nek’zali ist jetzt auch nicht der härteste Boss jemals – aber für einen „ersten“ Boss in einem heroischen Raid empfand ich es schon als unerwartet komplex.
Der Boss beschwört permanent zusätzliche Adds aus unterschiedlichen Richtungen, die man nicht nur alle im Blick behalten muss, sondern auch noch recht koordiniert besiegen muss. Die Adds haben nämlich einen Magieschild und erst wenn man diesen zerstört hat, kann man die Adds gezielt in eine Richtung bewegen und auf kleinen Haufen sammeln.
Das wiederum ist wichtig, denn die Überreste der Adds werden in einer späteren Phase wiederbelebt, wenn man sie nicht mit einem speziellen Feuer-Effekt dauerhaft vernichtet. Diesen Effekt bekommt man aber nur dann ab, wenn man bei einer anderen Fähigkeit konter-intuitiv handelt und in einer ausgewiesenen „Soak-Fläche“ (wo sich eigentlich der Raid versammelt) explizit nicht drin steht.
Es ist also ein Bosskampf, bei dem man permanent hin- und herrennt und natürlich auch noch tödlichen Effekten ausweicht. Da bin ich wirklich froh, diese Saison mal nicht mehr meine Priesterin zu spielen.
Sicher kommt hinzu, dass in meiner Gruppe nicht alle Mythisch+ spielen und auch die Tier-Sets noch nicht vollständig sind. Und dennoch hab ich mir beim ersten Besuch im heroischen Raid gedacht: Beim Nether, Cortyn, das wird aber anstrengend werden, wenn das schon so hart los geht.
Wenn wir heute Abend wieder losziehen, werde ich mir einen Eindruck von den anderen Bossen machen können – hoffentlich. Doch ich habe generell den Eindruck, dass die Raids immer schwieriger und anspruchsvoller werden. Das ist grundsätzlich nicht schlimm und für viele eine tolle Sache, aber ich frage mich zunehmend, ob ich dafür noch gemacht bin. Da bleibt nur die Frage: Werde ich einfach langsam zu alt für Raids oder zieht die Schwierigkeit wirklich langsam an? Wie empfindet ihr das?
Vielleicht schaue ich aber auch einfach den Profis beim mythischen Rennen zu – denn das geht gerade in die heiße Phase.
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Kommentare
Haben die Entwickler in einem der letzten Interviews was in die Richtung davon gesagt, dass sie versuchen normal und heroisch unterscheidbarer zu machen, weil die zuletzt für die meisten Spieler in so einem seltsamen “Schwebezustand” von “wenn du A schaffst, schaffst du B auch ziemlich unproblematisch”, was zumindest eine der beiden Schwierigkeiten auf eine Art “unsinnig” gemacht hat und, vor allem, dass sie, weil hetoisch jetzt Myth-Track Gear in der Vault gibt, sie Heroisch schwerer tunen können, um auch wieder eine Art Gleichgewicht von mittelhohen M+ und heroischen Raids herzustellen oder so?
Edit: Das Interview war das von Pysbearr mit Hazzikostas und Kubit (Zusamnebfassung von wowhead)
Hm ich verstehe wo das herkommt. Mystische Raids sind für mich auch aktuell ein NoGo da ich hier wenig lust drauf habe. Mein Ziel ist es HC Clear zu bekommen und bei M+ die 3K zu knacken. Das geht auch recht gut.
Das einem die Bosse schwerer vorkommen, liegt aber zum Großteil daran, das Blizzard viele Addons getötet hat. Weakauras als Beispiel, jeder hatte es drauf und man wusste daher meist genau was wo zu machen ist.
Das ist ja nicht mehr der Fall und man achtet daher mehr auf den Boss.
Ich persönlich finde die Bosse wesentlich angenehmer als noch vor dem Addon.
Wird allerdings jeder anders sehen. Das sie jetzt in Season 2 mehr angezogen haben, ist der sehr einfachen Season 1 geschuldet.