Der neuste Dungeon in World of Warcraft braucht schon vor dem Launch eine Anpassung. Schuld daran ist die lahmste Klasse im Spiel.
Wer WoW meistern will, braucht gutes Spielverständnis. Dazu gehört auch, die passenden Fähigkeiten im richtigen Moment zu nutzen, um aus Gefahrenzonen zu entkommen. Doch das ist manchmal gar nicht so leicht. Vor allem dann, wenn eine Mechanik so stark ist, dass eine Klasse gar nicht gewinnen kann – genau das war der Fall bei einem Boss im kommenden Patch 12.1: Fluch von Ula’tek.
Was ist das Problem? Der zweite Boss im Altar der Fänge, „The Writhing Coil“ hat eine Mechanik namens „Vine Grip“. Das ist eine ganz typische Fähigkeit für viele Bosse. Charaktere werden herangezogen und mit einer Ranke mit dem Boss verbunden. Die Ranke übt einen permanenten Sog aus, bis man es geschafft hat, die Verbindung zu brechen, indem man sich weit genug entfernt.
Das ist der perfekte Moment, um Bewegungsfähigkeiten zu benutzen. Das Blinzeln eines Magiers, das Sprinten eines Schurken oder der Sprung eines Kriegers – das beendet diese Mechanik sofort und bringt den Charakter in Sicherheit.
Doch es gibt eine Klasse, die konnte nicht entkommen. Es war schlicht unmöglich.
Priester brauchen Hilfe, kommen nicht vom Fleck
Welche Klasse braucht Hilfe? Die Rede ist vom Priester – und zwar in all seinen Ausführungen, also Heilig, Disziplin und Schatten. Egal ob man es mit Engelsfedern versucht, den Speed-Buff während der Dispersion mitnimmt oder sich mit dem „Körper und Geist“-Talent weitere Geschwindigkeit verleiht – es reichte schlicht nicht. Für Priester war es ohne externe Hilfe, wie der Rettung eines Rufers oder einem Hexenmeister-Portal, schlicht unmöglich, dieser Fähigkeit zu entkommen.
Dementsprechend wurde sich auch im Subreddit des Spiels darüber aufgeregt und kollektiv lustig gemacht:
Der Beitrag erreichte so viele Aufrufe, dass Blizzard direkt im nächsten Updates des PTR für Patch 12.1 Fluch von Ula’tek eine Änderung durchführte: Die Stärke der zurückziehenden Ranke wird um 50 % reduziert.
Cortyn meint: Als jahrelange Priesterin kenne ich dieses Problem aus Raids bereits zu genüge. Wann immer es „Lauf-Mechaniken“ gibt, muss ich im Grunde schon antizipieren, wann es losgeht und ein wenig früher starten als alle anderen. Zwar hat der Priester in der Theorie sehr viele Geschwindigkeitsbuffs, doch diese sind nicht stapelbar, ihre Auswirkung ist nur sehr gering und hält nur wenige Sekunden.
Dass jetzt ein Boss auf dem PTR auftauchte, der in seiner Form komplett unmöglich für Priester war, könnte vielleicht auch der Wink mit dem Zaunpfahl für Blizzard sein, dieser Klasse doch mal eine Bewegungsfähigkeit zu spendieren, die diesen Namen auch verdient hat. Das hätte auch den schönen Effekt, dass ich mir im Raid nicht immer anhören muss, ob denn „jemand Cortyn anschieben kann“ oder ich kluge Ratschläge bekomme, wie: „Wusstest du, dass Priester die einzige Klasse im Spiel ist, die schneller wird, wenn sie den RP-Walk anschaltet“?
Noch ertrage ich das – aber auch nur, weil unser Raidleiter wirklich mal die geniale Idee hatte, die Tastenkombination „Alt+F4“ mit Fähigkeiten zu belegen …
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