Im Rahmen des Final Fantasy XIV Fan Festivals 2026 wurde mit dem Thema der neuen Raid-Reihe eine Zusammenarbeit mit Final Fantasy VII angekündigt. Wir hatten die Gelegenheit, mit Director Naoki Hamaguchi darüber zu sprechen.
Während der Eröffnungsfeier des Fan-Festivals von Final Fantasy 14 am 25. Juli 2026 wurde das Thema der Raid-Reihe der neuen Erweiterung „Evercold“ enthüllt, die im Januar 2027 erscheint: Final Fantasy 7.
Unter dem Namen „Jenseits des Lebensstroms“ wird es demnach eine komplette, eigene Storyline und insgesamt 12 neue Raids geben, die im Gewand von Final Fantasy 7 in die Welt von Final Fantasy 14 einziehen werden.
Über die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Teams und darüber, was die neue Raid-Reihe besonders macht, konnten wir mit Naoki Hamaguchi, dem Director des Remakes von Final Fantasy 7, insbesondere der Teile Rebirth und Revelation, sprechen. Seine Antworten lest ihr hier in unserem Interview.
Eine ambitionierte Zusammenarbeit mit Leidenschaft
MeinMMO: Zunächst einmal vielen Dank für diese Gelegenheit. Es ist mir wirklich eine Ehre, Sie kennenzulernen. Ich muss zugeben, dass ich sehr begeistert war, als das neue Raid-Thema angekündigt wurde. Als jemand, der häufig Raids spielt und mit Final Fantasy 7 aufgewachsen ist, ist es ehrlich gesagt ein wahr gewordener Traum, dass diese beiden Spiele miteinander verbunden werden.
Was war Ihr erster Gedanke, als klar wurde, dass diese Zusammenarbeit zustande kommen würde? Was war für Sie und Ihr Team zu Beginn der Planung am wichtigsten?
Naoki Hamaguchi: Der Ausgangspunkt war eigentlich ein Gespräch zwischen Yoshida-san und mir über die Veröffentlichungszeiträume und -termine unserer verschiedenen Projekte. Evercold im Januar und Revelation im Frühjahr – das liegt zeitlich ziemlich nah beieinander.
Anstatt also einfach nur Evercold im Januar und Revelation im Frühjahr herauszubringen, könnten wir als „Final-Fantasy“-Spiele nicht etwas gemeinsam unternehmen, um der gesamten Serie neuen Schwung zu verleihen?

Es wäre ein bisschen seltsam, wenn plötzlich Dinge aus 14 am Ende von Revelation auftauchen würden oder etwas in der Art. Nach vielen Diskussionen haben wir also beschlossen, dass der beste Weg – auch für die Fans – eine große, allumfassende Kollaboration mit 7 in der Welt von 14 wäre, die wir auch von der Entwicklungsseite aus voll unterstützen.
Final Fantasy 7 ist eine gewaltige Marke in der Spieleindustrie. Wenn Entwickler also die Gelegenheit bekommen, mit 7 zu arbeiten, neigen sie dazu, zu denken: „Wir müssen alles geben.“ Als wir also den ersten Handlungsentwurf und Vorschlag vom 14-Team erhielten, war das ziemlich beeindruckend.
Wir haben diese Leidenschaft aufgenommen; wir sagten: „Wir sehen euch, wir lieben das“, aber es gibt natürlich bestimmte Dinge an der Welt und Lore von Final Fantasy 7, bei denen wir sicherstellen wollen, dass wir sie bewahren und ihnen treu bleiben. Wir hatten also wirklich eine Art kollaborativen Kommunikationsprozess, und der dauert auch noch an, während wir die Geschichte und das, was wir tun, weiter verfeinern.
Eine Raid-Reihe, bei der Geschichte und Charaktere im Fokus stehen
MeinMMO: Gab es Dinge, die für Sie und Ihr Team besonders wichtig waren und die Sie unbedingt in Final Fantasy 14 sehen wollten? Ich meine, abgesehen von Sephiroth natürlich.
Naoki Hamaguchi: Nun, ich kann nicht wirklich viel detaillierter auf die Charaktere, die Welt und die Lore eingehen. Besonders, da wir es nicht auf der Bühne gesagt haben, sollte ich es hier wohl auch besser nicht sagen. Obwohl ich nicht zu viel über die spezifischen Inhalte sprechen kann, kann ich sagen, dass die Bandbreite an Themen und Ideen aus dem Final Fantasy 7 Remake, die hier betrachtet werden, wirklich sehr breit und weitreichend ist. Ich hoffe also, Sie freuen sich auf das nächste Update, in dem wir weitere Informationen dazu geben können.
Als ich die Leute auf der Bühne fragte, wen sie sehen wollen, haben alle so viele verschiedene Antworten gerufen, dass ich wirklich keine einzige davon verstehen konnte.
MeinMMO: Wenn Sie den Spielern in einem Satz erklären müssten, worauf sie sich bei der neuen Raid-Serie am meisten freuen können, was es ist, was sie so besonders macht, was würden Sie sagen?
Naoki Hamaguchi: Ich denke, es ist die Tatsache, dass die Welt von 7 in die Welt von 14 kommt, wie all das miteinander verbunden ist und neu aufgebaut wird. Natürlich wollen wir, dass die Spieler auch die Kämpfe genießen, aber ich denke, es sind die Geschichte und die Lore, auf die die Leute wirklich achten sollten.
Hier könnt ihr euch den Trailer von Final Fantasy VII Revelation anschauen:
MeinMMO: Apropos Lore und Geschichte, welche Bedeutung werden die Bosse in der Handlung der Raid-Reihe haben?
Naoki Hamaguchi: Das ist ein Geheimnis! Ich sage am besten gar nichts, sonst kommt Yoshida-san und meint: „Hey, warum erzählst du denen da alles?!“ Also, ähm, es ist ein Geheimnis.
MeinMMO: Was würden Sie sagen, verbindet die beiden Spiele am meisten?
Naoki Hamaguchi: Persönlich denke ich – und ich bin mir sicher, Yoshida-san denkt darüber genauso – gibt es ja viele verschiedene Spielgenres, und ich denke, das Wichtigste für mich bei der Betrachtung ist, wie die Geschichte und das Gameplay-Erlebnis zusammenkommen, um genau das zu vermitteln.
Egal also, ob man ein Singleplayer-RPG hat, ob es ein MMORPG ist, wie das, welches Yoshida-sans Team entwickelt, oder eine andere Art von Live-Service-Spiel: Es läuft alles darauf hinaus, wie die Welt und die Lore integriert sind und wie fesselnd das ist. Ich denke, im Grunde gibt es diese Verbindung zwischen vielen verschiedenen Spielen.
Die Herausforderungen und das Potenzial der Teams
MeinMMO: Gab es Herausforderungen bei der Zusammenführung der beiden unterschiedlichen „Final Fantasy“-Titel? Gab es Punkte, an denen Sie größere Kompromisse eingehen mussten, an die Sie vorher nicht gedacht hatten?
Naoki Hamaguchi: Das ist weniger ein Kompromiss, aber natürlich hat Final Fantasy 14 seine eigene etablierte Geschichte und Welt, ebenso wie 7. Und dann geht es darum: „Wie bringen wir beide miteinander in Einklang?“ Das gilt natürlich nicht nur für 14 und 7, sondern immer dann, wenn man eine Zusammenarbeit mit einem anderen Spiel eingeht. Man muss herausfinden, wie das Ganze zusammenpassen soll.
Wenn zum Beispiel Cloud auftaucht und sagt: „Ich bin Cloud Strife aus Final Fantasy 7“, muss man herausfinden, wie das in 14 funktionieren würde. Und dann würden die Fans da sitzen und sich fragen: „Was passiert denn in der Welt von 7, während er hier ist? Was geht dort vor sich? Wo ist er hingegangen?“
Man muss sehr sorgfältig mit den Regeln umgehen und genau darauf achten, wie die Logik dieses Crossovers funktioniert – ganz gleich, um welches Crossover es sich handelt. Das ist also etwas, worauf wir sehr achten müssen.
Auch die Raids in Final Fantasy 14 haben ihre eigenen Regeln und Funktionsweisen. Wenn wir also sagen, dass wir diesen Charakter haben wollen, müssen wir darüber nachdenken, wie dieser Charakter aus 7 in das Raid-Format passen würde und wie das funktioniert. Wie können wir das erreichen, was wir uns vorgenommen haben? Wir führen viele solcher Gespräche.
MeinMMO: Wie ist es, gleichzeitig an Final Fantasy 7 und Final Fantasy 14 zu arbeiten? Gibt es dabei besondere Herausforderungen?
Naoki Hamaguchi: Im Wesentlichen wird die Entwicklungsarbeit im Rahmen dieser Zusammenarbeit größtenteils vom 14-Entwicklungsteam übernommen, während wir uns vor allem um die Geschichte, die Ideen und die Anfangsphase kümmern. Ein Punkt, den wir dabei unbedingt beachten müssen, ist der reguläre Patch-Zeitplan für 14.
Deshalb müssen wir realistische Ideen entwickeln und den Arbeitsaufwand realistisch einschätzen. Beide Teams sind äußerst leidenschaftlich und motiviert bei der Sache. Wir haben also schon eine ganze Menge Inhalte entwickelt, und ich bin mir sicher, dass wir das 14-Entwicklungsteam ziemlich stark beanspruchen – dafür möchte ich mich bei ihnen entschuldigen.
MeinMMO: Wenn Sie einen völlig neuen Job oder Inhaltstyp für Final Fantasy 14 entwickeln könnten, wie würde dieser aussehen und wäre er mit Ihrer Erfahrung aus der Entwicklung von Final Fantasy 7 verbunden?
Naoki Hamaguchi: Ich glaube nicht, dass ich hier sitzen und sagen sollte: „Oh, ich möchte diesen Job oder diesen Inhalt einbauen“, denn sobald ich das sage, werden Artikel geschrieben wie: „Hamaguchi-san hat gesagt, er werde diesen Job in 14 einbauen!“ Ich bin kein Entwickler von 14, daher werde ich darauf nicht antworten.
Was ich jedoch sagen möchte, ist, dass wir uns im 7-Remake-Team auf charakterbasiertes Storytelling konzentriert haben – etwas, das das 14-Team ebenfalls tut, wobei wir beide sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen. Hoffentlich ist das etwas, womit sich unsere Teams gegenseitig inspirieren können.
Gleichzeitig haben wir uns auf ein Einzelspieler-RPG-Erlebnis konzentriert, während Final Fantasy 14 über ein erstaunliches Know-how im Bereich Multiplayer-Spiele verfügt. Ich denke einfach, dass es eine riesige Menge an Wissen und Erfahrung bei beiden Teams gibt, auf die wir zurückgreifen und von der wir uns gegenseitig inspirieren lassen können. Und hoffentlich wird genau das aus dieser Zusammenarbeit entstehen.

Ein Gedankenspiel zum Schluss
MeinMMO: Zum Abschluss noch eine kreativere Frage: Wenn Cloud und Tifa in Eorzea geboren wären, wie würde ihr Leben dann aussehen? Welche Rolle würden sie in der Welt und der Geschichte von Final Fantasy 14 spielen – was meinen Sie?
Naoki Hamaguchi: Wenn eine Figur in einer völlig anderen Welt geboren wird, dann werden ihr gesamtes Schicksal und ihr ganzes Leben völlig anders verlaufen! Mir fällt dazu gerade keine Idee ein. Also, lassen Sie mich Sie fragen: Was glauben Sie, würden sie tun? Glauben Sie, sie wären auch Freunde aus Kindertagen?
MeinMMO: Oh, ehrlich gesagt würde ich sagen: Ja. Denn ich glaube, die Chemie zwischen den beiden und ihre gesamte Verbindung befinden sich auf einer ganz besonderen Ebene, die ihr Schicksal sogar in Eorzea bestimmen könnte.
Naoki Hamaguchi: Aber wen würde Cloud in der Welt von Final Fantasy 14 als Helden bewundern und sagen: „Ich verlasse mein Zuhause, um so zu werden wie er“? Wer wäre das dann?
MeinMMO: Na ja, vielleicht der Krieger des Lichts? Ich denke, auch er wäre selbst auch ein passabler Krieger des Lichts.
Naoki Hamaguchi: Das wäre möglich. Ich glaube, die Möglichkeiten sind einfach endlos. Wenn man von Cloud und Tifa spricht, die gemeinsam in Nibelheim aufgewachsen sind – was wäre, wenn sie diesen Hintergrund hätten und in die Welt von 14 versetzt würden? Man kann sich irgendwie vorstellen, wie sie sich daran anpassen würden. Aber wenn sie in der Welt von 14 geboren wären … nun, dann wären sie wahrscheinlich ganz andere Menschen.
Um das Thema ein wenig zu wechseln: Nach der Ankündigung von Revelation beim Summer Game Fest habe ich tatsächlich eine Fanveranstaltung in China besucht. Dort gab es ziemlich viele junge Fans der „Final Fantasy 7 Remake“-Reihe, vor allem Teenager und Fans in ihren Zwanzigern, und ich habe gesehen, wie leidenschaftlich sie sich für ihre selbst erstellten Werke begeisterten, in denen sie alternative Realitäten diskutieren. Und ich dachte: „Das ist eine großartige Idee.“ Die Unterhaltungsbranche ist etwas Wunderbares.
Und ich weiß, dass es dort auch eine große Fangemeinde von Final Fantasy 14 gibt. Wenn ich also das nächste Mal bei einer solchen Fan-Community-Veranstaltung bin und sie über ihre Ideen für alternative Realitäten sprechen, werde ich sie fragen: „Was glaubt ihr, wie würden Cloud und Tifa leben, wenn sie in Eorzea geboren worden wären?“
MeinMMO: Die Antworten würde ich auch gerne hören.
Final Fantasy XIV: Evercold und Final Fantasy VII: Revelation erscheinen beide im Frühjahr 2027. Beide Spiele warten mit epischen, emotionalen Geschichten auf. In einem anderen Interview mit dem brasilianischen Omelete verriet Director Naoki Hamaguchi, wie sehr ihn der neue Teil emotional berührt: Entwickler zockt sein eigenes Game 40-mal durch, weint bei jedem einzelnen Run
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Kommentare
Ich freue mich schon total, Sephiroth eins auf die Mütze zu geben, falls er bekämpft werden kann. Tolle Collab 🙂