In Total War: Warhammer 3 wollte ich zum König der Untoten werden, jetzt bin ich ihr Gott – Aber fast wäre die Welt vorher untergegangen

Total War Warhammer 3 Benedict Gott der Untoten mit Nagash Lords of the End Times Titel

Mir „Lords of the End Times“ bekommt Total War: Warhammer 3 seinen bislang größten DLC samt Update. Es kommen nicht nur vier neue Lords (und ein kostenloser dazu), die ganze Welt verändert sich – und das nicht einfach nur optisch. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus hat vorab gespielt und sich so sehr im Strategiespiel verloren wie lange nicht mehr.

Seit Lords of the End Times Ende 2025 angekündigt wurde, freue ich mich so sehr auf den DLC wie ein Inquisitor darüber, mal einen Exterminatus ausführen zu dürfen. Also … sehr. Schließlich sind die End Times DAS weltverändernde Erlebnis von Warhammer Fantasy.

Das Chaos vernichtet die Welt, so gut wie alle sterben und ein paar wenige können fliehen. Warhammer Fantasy endet und Age of Sigmar beginnt, so ist der Kanon und natürlich bin ich als Warhammer-Fan scharf drauf, diese Zeit selbst zu spielen.

Jetzt haben Entwickler Creative Assembly und Publisher SEGA MeinMMO eingeladen, den DLC (sowie das kostenlose Update) bereits vorab zu spielen und ich habe mich über 30 Stunden lang in den neuen Inhalten verloren, ohne bisher alles gesehen zu haben.

Mein erster Gang ging direkt zu Nagash, einem der neuen Lords und dem ersten Nekromanten überhaupt in der Welt von Warhammer Fantasy. Allein seine Kampagne hat mich gefesselt, aber das Highlight ist das Ende der Welt … ziemlich buchstäblich.

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Total War: Warhammer 3 zeigt im Trailer zum kommenden DLC einen neuen Kommandanten und dessen wahnsinnige Absichten

Das Ende der Welt ist da, aber ich will sie nicht vernichten, ich will sie töten

Nagash ist ein spannender Lord, weil er zwar eine komplett neue Fraktion ins Spiel bringt, die sich aber eigentlich nur aus allen untoten Fraktionen zusammensetzt, also: Gruftkönige, Vampirfürsten und Vampirküste.

Er hat Zugriff auf Einheiten von all diesen Fraktionen und kann sogar einige ihrer legendären Lords dazu zwingen, ihm zu dienen. Genau das fand ich super spannend, denn ich will schon lange der König der Untoten werden. Nagashs „Armee der Untoten“ kommt mit vielen neuen Mechaniken, etwa:

  • einem Skill-Tree statt eines Tech-Trees, in dem weit über 400 Nodes ausgewählt werden können, die Nagash selbst, seine Kommandanten, Magie, Siedlungen oder Einheiten stärken
  • Nekropolen, die Städte ersetzen, aber nur begrenzt gebaut werden können, was die Wirtschaft zu einer echten Herausforderung macht
  • einer neuen Rekrutierungs-Funktion über Nekromantie, der sich grob auch die Vampire nun bedienen
  • der Möglichkeit des Terraformings: über ein Ritual wird das Klima in „untotes Ödland“ verwandelt, das Untoten Boni gewährt und optisch verdammt cool aussieht

Das alles nährt die Fantasie von Nagash als absoluten Herrscher, jemand, der niemanden neben sich dulden will und mit Gewalt kontrolliert. Sein Ziel ist aber nicht nur absolute Herrschaft, sondern der Aufstieg zu etwas Höherem – und dabei helfe ich natürlich gerne!

Ich bin nicht nur ein König, ich bin ein Gott

Nagashs Kampagne (und das ist kein Spoiler, das ist einfach sein Ziel von Anfang an) besteht darin, ihn Rituale vollführen zu lassen, die ihn zum Gott aufsteigen lassen. Der Weg dorthin ist alleine schon episch und, was ich bisher nicht gewohnt war, narrativ erzählt.

Alle neuen Lords – neben Nagash also Thanquol, Boris Wüterich, die Glottkin-Brüder und Neferata – bekommen beim Abschluss bestimmter Meilensteine fast schon prosaische Erzählungen, die beschreiben, was gerade wirklich passiert ist, welche Reaktionen es gibt und wie es weiter geht.

Ich will euch nicht die gesamte Kampagne nacherzählen, aber die Kampagnen-Schlachten von Nagash sind absolut episch. Insbesondere seine End-Schlacht, in der er die letzten Überbleibsel des Widerstands bricht, um zum Gott aufzusteigen, fühlt sich wirklich an, als würde ich gerade einer unheiligen Präsenz zur Apotheose verhelfen. Auch wenn ich die Mission zweimal spielen musste.

SPOILER zur letzten Schlacht von Nagash

Snikch, die hinterhältige kleine Ratte, hat mich beim ersten Versuch kalt erwischt und mir eine Niederlage beschert. Beim zweiten Versuch war ich dann vorbereitet. Auch hier: Eine herrlich passende Narrative, bei der ich nicht mal sauer, sondern begeistert war darüber, wie passend sich das Ganze anfühlt.

Allerdings wäre es beinahe nicht dazu gekommen, überhaupt die End-Schlacht zu spielen. Denn etwa bei Runde 80 hat sich etwas im Norden geregt und dafür gesorgt, dass die Welt beinahe untergeht …

Plötzlich kommt ein Chaos-Boy und stiehlt mir die Show

Teil des kostenlosen Updates, das Lords of the End Times begleitet, ist die Überarbeitung der Endgame-Krisen. Kriege wie die der Chaoszwerge und Waldelfen sind nun „Midgame“-Krisen, die Endzeit wird von den drei wirklich großen Bedrohungen herbeigeführt:

Nebenbei: Die Endzeit-Szenarien kommen alle mit einer eigenen Cutscene bzw. einem Cinematic, das verdeutlicht, wie groß die nahende Gefahr wirklich ist.

Letzteres ist bei mir passiert. Archaon tauchte als Verkünder der Apokalypse auf und genau so hat es sich auch angefühlt. Sämtliche Chaos-Fraktionen sind unter ihm verbündet, ihre bisher kontrollierten Gebiete werden zerstört und alles, was vernichtet wurde, kann nicht wieder aufgebaut werden, bis Archaon besiegt ist.

Archaon selbst ist dabei aber erst einmal unantastbar. Bevor nicht seine Stützpunkte und Kommandanten besiegt worden sind, hat er 100 % Schutz gegen … alles, im Prinzip. Er kann nicht besiegt werden.

Alle anderen Fraktionen – selbst ich als der Untod in Person – hat derweil starke diplomatische Boni, sodass es am Ende auf „wir gegen die“ hinausläuft: zwei Lager, ein großer Krieg. Und was für ein Krieg das ist!

Die „End Times“ sind nicht nur ein Name, das Ende der Welt ist hier Programm

Während der Endzeit-Krise kommen immer wieder „Dilemmas“, also Prompts mit verschiedenen Informationen. Nach dem Besiegen eines Kommandanten etwa bekomme ich Buffs, die ausgleichen, dass die vernichtete Welt mich mit starken Mali belegt.

Bereits etwa 20 Runden nach Beginn der Krise benachrichtigt mich das Spiel aber: 50 % der Welt sind bereits vernichtet. Da wird mir klar, wie hart diese neuen Krisen wirklich sind (nebenbei: ich habe auf „schwer“ gespielt und es fast nicht geschafft). Mehrmals hatte ich den Gedanken: „Das war’s. Die Kampagne ist verloren.“

Erst mit viel Mühen und einem weiteren Krieg gegen einen störrischen Zwerg, der partout nicht kooperieren wollte, konnte ich Archaon zurückschlagen und endlich meine eigenen Ziele weiter verfolgen. Der Weg dorthin war absolut episch und ich wünsche mir, dass mehr Strategiespiele so eine dramatische Narrative hinbekommen würden.

Um euch vielleicht zu verdeutlichen, wie ernst die Lage war: Von den über 280 Fraktionen, die es in Immortal Empires zu Beginn gibt, waren nach der Invasion noch 33 über – und mehr als 20 davon waren „Aufwiegler-Armeen“, also Piraten und umherziehende Lager, die nur aus eine Armee bestehen. Neben mir waren noch ein paar Dunkelelfen übrig, ein Zwergen-Clan, die von Carsteins und Khalida, die ich bei meinem Kreuzzug des Untodes wohl übersehen habe.

Lords of the End Times ist so viel mehr als ich je erwartet hätte

Als ich angefangen habe, hatte ich mit einem DLC mit ein paar neuen Lords und neuen Geschichten gerechnet, einer Überarbeitung meiner Lieblings-Fraktion, den Vampiren, und etwas cooleren Endgame-Szenarien.

Was ich bekommen habe, war so viel mehr. Total War: Warhammer 3 fühlt sich mit Lords of the End Times anders an. Nicht einfach nur größer und auch nicht unbedingt „besser“ (auch wenn es das ist), sondern vor allem anders. Absoluter.

Das liegt dabei nicht nur daran, dass die Welt buchstäblich untergeht, sondern dass Creative Assembly das gesamte Setting neu in den Mittelpunkt rückt.

Alle Lords haben nun ein eigenes Intro, das kurz umreißt, wie es so in ihrem Reich aussieht (vertont, nebenbei) und alle Lords haben eigene Kampagnen-Ziele für den kurzen und langen Sieg. Das mag wie eine Kleinigkeit klingen, aber schärft das Profil nicht nur der Fraktionen, sondern der Lords. Besonders für Nerds wie mich ein Genuss.

Auf mein Highlight, die Überarbeitung der Vampire und vor allem Neferata als erste Vampirin und neuer Lord für die Vampirfürsten, bin ich dabei noch gar nicht eingegangen – aber das spare ich mir auch für einen zweiten Artikel auf. Den lest ihr hier dann am Sonntag auf MeinMMO.

Freut ihr euch auf Lords of the End Times? Welchen Lord werdet ihr zuerst spielen – und wie, denkt ihr, geht es danach noch weiter? Schreibt mir einen Kommentar!

Total War: Warhammer 3 hat mit Lords of the End Times so gut abgeliefert, dass mir die Wartezeit für Total War: Warhammer 40.000 nun deutlich kürzer vorkommen wird. Und Ende des Jahres kann ich mich sogar über noch ein Warhammer-Strategiespiel freuen: Warhammer 40.000: Dawn of War IV erscheint später, doch die Community ist fein damit: „Lasst den Imperator kochen!“

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