Creative Assembly will mit dem neusten Teil der Total-War-Reihe in die dystopische Welt von Warhammer 40.000 abtauchen. Genau das richtige Setting für Strategiespiel-Fan und Warhammer-Experte Benedict Grothaus, der schon zwei Stunden lang in die düsteren Schlachten eintauchen durfte und trotz Erfahrung in Total War vieles neu lernen musste.
Seit der Ankündigung verfolge ich die Entwicklung von Total War: Warhammer 40.000 genau, schließlich hat Creative Assembly hier Großes vor:
- Eine komplett neue Engine soll Warhammer 40.000 und alle zukünftigen Teile besser machen.
- Dadurch ist Total War sogar erstmals auf Konsolen spielbar und kommt für PS5 und Xbox.
- Zugleich krempeln die Entwickler einige Systeme, die Total War ausmachen, grundlegend um.
Nach weit über 1.000 Stunden in Total War: Warhammer 3 fiebere ich auf den neuen Teil hin. Jetzt haben die Macher MeinMMO zu einem Vorab-Einblick eingeladen und natürlich habe ich mir diese Gelegenheit direkt geschnappt.
Knapp zwei Stunden lang konnte ich ein kurzes Tutorial, einen kleinen Teil der Kampagne und eine etwas knackigere Schlacht spielen – wenn auch nur als Space Marines, eines der vier spielbaren Völker zum Start. Mein voriges Total-War-Wissen hat mir nur bedingt geholfen.
Andere Kampagne, völlig anderer Kampf, aber alles richtig gemacht
Direkt vorab: Die Einblicke, die ich beim Spielen bekommen haben, waren wirklich klein. Ich konnte weder eine Fraktion wählen, noch kannte ich den genauen Punkt in der Kampagne oder die Story, und viele Funktionen und Inhalte waren schlichtweg für die Demo gesperrt. Wenn das, was ich gesehen habe, aber repräsentativ ist, dann macht Total War: Warhammer 40.000 viele Dinge gänzlich anders, als ich sie vom Vorgänger gewohnt bin.
Allein die Bewegung in der Kampagne ist nicht mehr in Längeneinheiten gemessen, sondern in Feldern. Konkret: Eine Armee konnte sich in der Demo immer zwei Felder weit bewegen, ähnlich wie bei Risiko. Steht auf einem besuchten Feld eine feindliche Armee oder Siedlung, kommt es zum Kampf.
Zwar ist das erst einmal ungewohnt und fühlt sich weniger strategisch an, aber da Total War: Warhammer 40.000 nicht auf einer Welt, sondern auf unzähligen Planeten spielt, ist die Skalierung natürlich eine ganz andere. Entsprechend sind auch der Ausbau der Städte sowie die Rekrutierung etwas „abgespeckt“ und etwa abhängig von den „Provinzen“ der Siedlung.
Den größten Unterschied habe ich jedoch beim Kämpfen bemerkt. Eigentlich zählen Schlachten in Total War für mich zu den am wenigsten interessanten Inhalten. In Warhammer 40.000 fühlte ich mich aber so sehr wie ein Kommandeur, dass ich richtig mitfiebern konnte.
Ich muss viel aktiver spielen und genau das hat Total War gefehlt
Total War: Warhammer 40.000 wirft wirklich alles über den Haufen, was ich bis dahin für Echtzeit-Schlachten in Total War gelernt habe. Formationen und Doom Stacks? Nichts da: Strategems, Taktiken und Deckung sind angesagt!
Statt Nahkämpfer vor meinen Schützen und der Artillerie stehen zu haben, rücken meine Panzer vor, um die Gegner aufzuhalten, während die Infanterie sich hinter Barrikaden verschanzt und mit Boni angreift. Munition gibt es nicht mehr und alle Einheiten können in Bewegung schießen, was für völlig andere Dynamiken in der Schlacht sorgt.
Ich sitze nicht mehr vorm Bildschirm und schaue bei 8-facher Geschwindigkeit dabei zu, wie eine Armee in meinen Pfeilhagel rennt und schließlich Stahl auf Stahl trifft, ich muss ständig agieren, Flanken sichern oder Zangenangriffe starten. Ja, das war auch in früheren Teilen wichtig, aber nicht so sehr.
Um das zu verdeutlichen: Die Armeen haben besondere Fähigkeiten. Im Fall der Space Marines einen Lanzenschlag und eine Flächen-Bombardierung. Um zu gewährleisten, so viele Orks zu erledigen, wie es geht, habe ich kurzerhand meinen Captain und meine Terminatoren per „Deep Strike“ hinter ihre Linien geworfen und Feinde dort gebunden.
Meine Terminatoren habe ich mittels Teleport wieder aus dem geschehen geholt, als die Bomber kamen. Der Captain leistete den höchsten Dienst für den Imperator und hat mir so zum Sieg verholfen.
Klickt auf die Bilder, um sie zu vergrößern:







Kleine Details zeigen: Das hier ist echtes Warhammer
Allein die Tatsache, dass die Space Marines mit Einheiten irgendwo im Bereich der Hunderten antreten, während es bei den Orks tausende sind, zeigt, wie unterschiedlich und nah am Material die Fraktionen wirklich sind.
Das zeigt sich auch am … grafischen Teil. Warhammer 40.000 soll das „blutigste Total War bisher“ sein, meinten die Devs in der Präsentation. Und ja, das stimmt. Mehr sage ich aus Gründen des Jugendschutzes an dieser Stelle nicht, aber das Gefühl eines dystopischen Kriegsgebiets kam definitiv auf.
Was mich jedoch am meisten begeistert hat, sind die kleinen Details im Spiel. Truppen können mit Waffen ausgerüstet werden, die ihre Funktion ändern, haben teilweise aktive Fähigkeiten, und wechseln selbständig zur aktuell besten Waffenwahl. Der Scriptor etwa grillt die Grünhäute zwar meist mit seinen Warp-Blitzen, aber wenn sie zu nahe kommen, kämpft er mit seinem Psi-Schwert.
Dazu ist es – zumindest in der Demo – möglich, eigene Space-Marine-Orden zu erstellen oder bestehende nachzubauen. Natürlich habe ich meine geliebten Black Templar gespielt, die Fanatiker unter den Space Marines, die den Sororitas noch am nächsten kommen.
Ich als Warhammer-Fan musste aber mehrmals die Schlacht pausieren, einfach nur um meine Umgebung zu bewundern. Imperiale Städte und Stellungen im Hintergrund und die Ruinen des Schlachtfelds, Kriegswunden bei Einheiten und Fahrzeugen, all das weckt genau das Gefühl, das ich habe, wenn ich an Warhammer denke.
Ist Total War: Warhammer 40.000 überhaupt noch ein Total War?
Vieles davon klingt nun, als sei Total War: Warhammer 40.000 ein Spiel vor allem für Warhammer-Fans und nicht für Fans der Reihe. Ich will aber nicht sagen, dass jeder, der bei Warhammer 40.000 ein Total War erwartet, enttäuscht werden würde. Das ist mit Sicherheit nicht der Fall.
Trotz der vielen Änderungen bleibt das Spielprinzip das gleiche, auch wenn sich die Spielmechaniken deutlich unterscheiden. Das „Meta Game“ ist etwas vereinfacht, aber Armeen ausheben, Stützpunkte ausbauen und Regionen erobern sind nach wie vor Teil des Spiels und ein wichtiger, soweit ich das sehen konnte.
Mehr noch, ich würde sogar behaupten, dass sich Total War: Warhammer 40.000 vor allem für Neulinge eignet. Bei einigen Systemen braucht das Spiel noch Politur, aber sie sind so verständlich, dass man sie nach einigen Stunden im Blut haben sollte.
Auch was die Lore angeht haben die Devs hier ordentlich vorgelegt. Bekannte Helden aus dem Warhammer-Universum spielen eine wichtige Rolle und an den Details merkt man, dass die Macher Ahnung von der Materie haben. Viel Ahnung. Als Fan habe ich viele Details gesehen, die mir Freude bereiten, aber ich hätte dieses tiefe Wissen nicht gebraucht, um mich wohl zu fühlen.
Ein genaues Release-Datum für Total War: Warhammer 40.000 steht noch aus, aber vor allem durch den kurzen Einblick nun kann ich den Release kaum erwarten. Zusammen mit Dawn of War 4 und Dark Heresy stehen damit gleich drei Warhammer-Spiele an, auf die ich richtig Bock habe und die mich hunderte, vermutlich sogar tausende Stunden beschäftigen werden.
Wie seht ihr die Änderungen? Freut ihr euch auf das kommende Total War? Wisst ihr schon, welche Fraktion ihr in Total War: Warhammer 40.000 als Erstes spielen werdet? Schreibt einen Kommentar!
Die Wartezeit bis zum Release der Spiele wird anstrengend, aber glücklicherweise kommt in der Zwischenzeit noch ein DLC, der genau den richtigen Ton setzt: Lords of the End Times für Total War: Warhammer 3 am 24. September und ich weiß jetzt schon, worauf ich da am meisten Lust habe: Ich verdiene schon lange, der König der Untoten zu sein – Total War: Warhammer 3 macht das bald möglich
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Kommentare
Bei dem Bericht zucken meine Ohren voller Vorfreude.
Nein, das ist keine Mutation.