Ich liebe WoW Forever schon in der Beta, doch könnte mir eine Neuerung das Herz brechen

WoW Forever Meinung Karsten Beta

Unser WoW-Classic-Enthusiast Karsten hat sich mit großer Freude in die Beta von World of Warcraft: Forever gestürzt und ist begeistert. Tatsächlich sieht er bislang nur eine Neuerung, die sich als störender Spielspaßverderber entpuppen könnte.

Wisst ihr noch, mit welchen Spielen ihr eure besten Gaming-Phasen hattet? Ich zocke ja wirklich schon lange und konnte mit der Zeit zum Glück viele tolle Erinnerungen anhäufen … an LAN-Partys im Keller eines Freundes, an ein historisches FIFA-Turnier in einer Kaserne in Koblenz, an Abenden an einem Steinbruch, in denen wir nachts Goldeneye und Perfect Dark mit einem Beamer auf die Seitenwand eines Wohnmobiles projiziert haben …

Meine mit Abstand besten, weil spaßigsten, faszinierendsten und emotionalsten Gaming-Phasen hängen aber direkt mit dem klassischen WoW zusammen:

  • Der Start in WoW im Frühling 2005 bis zum Fall vom heroischen Lichkönig beim Finale von Wrath of the Lich King – das waren einfach traumhaft tolle Jahre mit meiner Gilde Godmode, die mein Leben bis heute geprägt haben.
  • Eine vergleichbar spaßige Zeit in WoW Classic mit einer ebenfalls tollen Gemeinschaft und der Möglichkeit, die eine oder andere offene Rechnung in AQ40 und Naxxramas zu begleichen.

Ich mag die klassische WoW-Spielerfahrung einfach sehr, mit ihrem Fokus auf die langwierige Level-Phase, die bedeutsame Charakterprogression und das soziale Mit- und Gegeneinander. All das geht in modernen MMORPGs gerne unter. Entsprechend groß war meine Freude über die Ankündigung von WoW: Forever und auf den Start der Beta.

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WoW: Forever – Das sind die Besonderheiten von Classic Plus im Trailer

Eine Beta, die Lust auf viel mehr macht

Mittlerweile habe ich die Beta mit mehreren Charakteren einige Stunden gespielt und bin … hin und weg! Den Blizzard-Entwicklern gelingt es in fast allen Bereichen ganz wunderbar, den Spagat zwischen der altbekannten, liebgewonnenen Classic-Erfahrung und den neuen Inhalten zu meistern.

Als Classic-Veteran stolpere ich vom Start weg regelmäßig über neue Quests und NPCs, die sich so passend nach Classic anfühlen, dass ich irgendwie aber doch oft unsicher bin: „Das ist neu, oder? Mhm, spielt sich wie damals. Muss aber neu sein. Oder ich bin alt (und sehr vergesslich).“

Ähnlich sieht das bei den neuen Dungeons aus. Wer schon immer mal „Old Ironforge“ unter der Allianzstadt im verschneiten Dun Morogh unsicher machen wollte, kann das jetzt tun. Die Instanz verspüht dabei ganz wunderbare Schwarzfelstiefen-Vibes. Mehr nach Scholomance fühlt sich indes der neue Dungeon im Eingangsbereich von Undercity an. Beide passen ganz wunderbar in die Classic-Erfahrung von WoW.

Auf unserem YouTube-Kanal von MeinMMO findet ihr ganz frisch ein neues Video, das sich nur um WoW: Forever und die bis dato bekannten Infos dreht. Schaut gern mal rein:

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Wie damals, aber vielleicht einen Hauch flotter

Viele Anpassungen erwarten euch bei den Klassen, Völkern, Werten und Items von WoW: Forever. Das Ziel der Entwickler ist eine bessere Balance zwischen den diversen Spezialisierungen aller Klassen. Außerdem scheinen sie es darauf anzulegen, Spieler frühzeitig mit starker (teils fast schon zu starker) Ausrüstung zu belohnen.

In den ersten 20 Level-Stufen wirkt sich das durchaus spürbar aus. Die Erfahrungspunkte-Jagd kommt mir etwas schneller vor als in WoW Classic, einfach weil in der Beta weniger Zeit fürs Regenerieren von Gesundheit oder Mana draufgeht, und weil man durch den Mix aus neuen respektive angepassten Quest-Belohnungen, Drops, Volksfertigkeiten und Talenten im Vergleich zu damals höheren Schaden verursacht und mehr aushält.

Alle müssen aber weiterhin aufpassen, dass sie vorsichtig pullen, weil zwei, drei Gegner im falschen Moment schnell das Ende bedeuten können. In Gruppenkämpfen ist die Bedrohung der gewohnt wichtige Faktor. Heiler müssen auf ihren Mana-Vorrat achten. Das hier ist die alte Classic-Spielerfahrung, leicht angepasst.

Untermalt wird all das übrigens durch leichte, aber ins Auge fallende Verbesserungen der Classic-Optik. Man mag es kaum glauben, doch schaffen die neuen Lichtstimmungen, Nebel- und Wasser-Effekte tatsächlich eine noch einmal spürbar dichtere Atmosphäre in Azeroth.

WoW Forever Lichtstimmung
Die neue Lichtstimmung in Azeroth aus WoW: Forever.

Also alles perfekt?

Von Details wie unfertigen UI-Elementen oder Bugs abgesehen, gibt es fürs Erste nur eine Sache, die mir bisher auf rein subjektiver Ebene missgefällt, und eine zweite Sache, die mich sorgenvoll auf den Launch im November blicken lässt.

Der erstgenannte Punkt dreht sich um die Himmelsgeborenen, die mit ihrem visuellen Stil, der Verfügbarkeit bei beiden Fraktionen und ihrem Startgebiet für mich nicht so recht zu WoW: Forever passen wollen, sondern eher zur Spielerfahrung von Burning Crusade oder später.

Immerhin sind die Volksfertigkeiten der Blauelfen nicht so stark, dass man alle Minmaxer zum Kauf eines eigentlich optionalen Forever-Bundles drängen würde. Und wenn das am Ende hilft, ein WoW: Forever zu einem langfristigen Erfolg zu machen, schlucke ich diese Pille gern.

Was mir indes tatsächlich Sorge macht, das ist das neue Realm-System von World of Warcraft. In der Theorie klingt es toll, weil Blizzard gleichermaßen die Stärken von Sprachen- und Mega-Servern bieten möchte, ohne dass wir bei der falschen Server-Wahl unter ewigen Warteschlangen, Spielermangel oder einem krassen Fraktionsungleichgewicht zu leiden haben.

In der Praxis muss sich das System aber noch beweisen. Die Beta hält nämlich noch nicht alle Versprechen, präsentiert dafür aber potenzielle Probleme:

  • Noch kann ich in den Optionen keine bevorzugte Sprache auswählen und treffe daher auf Spieler der ganzen Welt. Auch Charakteren, mit denen ich gemeinsam Quests gemacht habe, bin ich danach nur selten über den Weg gelaufen – aber das kann Zufall gewesen sein.
  • Es passiert leider sehr regelmäßig, dass das Spiel mit einer Warnung auf einen bevorstehenden Wechsel der Phase hinweist. Den kann man dann manuell auslösen oder man hat 5 Minuten Zeit, sich in Sicherheit zu bringen (da man im schlimmsten Fall mitten in einer Gruppe aus Gegnern auftaucht). Das holt mich durch seine Häufigkeit in der Beta zu oft aus dem Quest-Flow heraus.
  • Es scheint auch ohne diese Warnung immer wieder zu dynamischen Phasenwechsel in der Spielwelt zu kommen. Teils wechseln Charaktere sogar inmitten von PvP-Kämpfen die Phase, nur um nach ein paar Augenblicken wieder aufzutauchen. So etwas könnte Open-World-PvP in WoW: Forever komplett zerstören.

Klar ist, dass das neue Realm-System viele Faktoren und Wünsche der Spieler unter einen Hut bekommen möchte. Ich hoffe sehr, dass die Entwickler diese Mammutaufgabe meistern können. Wie entscheidend das Server-Fundament für die klassische Spielerfahrung ist, hat WoW Classic vor einigen Jahren eindrucksvoll gezeigt.

Unterm Strich freue ich mich aber sehr auf den Start von WoW: Forever. In den bisher gespielten Bereichen hat Blizzard erfreulich oft den Nagel auf den Kopf und die richtigen Entscheidungen getroffen.

Es ist wie nach Hause kommen, aber die Tapete wirkt etwas frischer, jemand hat gelüftet und es gibt ein paar neue Möbel, die gut zum alten Inventar passen. Und hier und da bauen wir an. Wie spannend! Habt ihr in die Beta von WoW: Forever reingespielt? Wie ist euer Ersteindruck? Verratet es mir gern in den Kommentaren! Mehr Meinung zum neuen World of Warcraft findet ihr hier: Nicht das moderne WoW wird an Forever zugrunde gehen, sondern Classic

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