WoW Forever lernt aus den Saisons und löst so das größte Problem von Classic

WoW Forever Klassen Design

Die Erfahrungen mit den verschiedenen Saisons von WoW Classic färben auf WoW: Forever ab! Blizzard nutzt die alternative Zeitlinie, um eine der größten Schwächen der Vanilla-Version anzugehen.

Was ist das für eine Schwäche? Das Klassen- und Item-Design vom originalen World of Warcraft war eine Katastrophe. Viele Spezialisierungen sind schlicht nicht spielbar, weil ihnen schnell das Mana ausgeht, ihnen konkurrenzfähige Werkzeuge fehlen oder weil es kaum Ausrüstung gibt, die das an Werten bietet, was sie brauchen.

Dafür gibt es in Classic einige wenige Spezialisierungen, die alles dominieren. Ein offensiver Krieger mit World Buffs und optimierter Ausrüstung zerlegt beispielsweise alles, weswegen Classic-Raids gern eine ganze Armee der Wutbürger einpacken. Dazu noch ein paar Schurken und Magier. Der Rest kommt eigentlich nur mit, um essenzielle Buffs und Debuffs zu liefern oder ein paar Heilungen rüberzuwerfen.

Selbst Blizzard-Entwickler von damals blicken auf Vanilla-WoW zurück und erklären, dass sie damals eigentlich gar nicht wussten, was sie getan haben.

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WoW: Forever – Das sind die Besonderheiten von Classic Plus im Trailer

Lektion getestet, Lektion verfeinert

Wie löst WoW: Forever das Problem? Genau darum ging es im Deep-Dive-Panel von der BlizzCon 2026. Und die Antwort ist im Prinzip vergleichbar mit den Experimenten aus den Classic-Saisons: umfassende Anpassungen für Talente, Ausrüstungsteile, Volksfertigkeiten und Klassen-Skills.

Das Ziel der Entwickler ist es, dass jede Spezialisierung wertvoll ist. Ein Paladin soll beispielsweise nicht zum Heiler gezwungen sein, wenn er in einer ambitionierten Gilde raiden möchte, sondern auch konkurrenzfähig tanken und Schaden verursachen können. Sogar ein Schockadin-Build soll spielbar sein.

Um beim Beispiel des Paladins zu bleiben: Damit er neben Kriegern und Druiden konkurrenzfähig tanken kann, wird er manaeffizienter, er erhält ein neues Tank-Siegel (die Siegel werden von Richturteil übrigens nicht mehr aufgebraucht) und einen richtigen Spottzauber. Seine Weihe soll aber nur an bis zu 4 Zielen maximalen Schaden beziehungsweise Bedrohung aufbauen.

Das ist eine Schwächung, hat aber einen Grund: Bedrohung soll in WoW: Forever nämlich weiterhin sehr wichtig sein. Kein Tank soll einfach ganze Räume pullen können, nur damit die Schadensverursacher dann alles kopflos wegbomben können – wie im modernen WoW.

Unterm Strich soll der Paladin der beste Singleplayer-Heiler in WoW: Forever sein, aber auch effektiv tanken und konkurrenzfähig Schaden verursachen können. In Kämpfen gegen Dämonen und Untote glänzt er besonders. Dafür ist seine Reichweite begrenzt und er besitzt keine Unterbrechungszauber und Verlangsamungen.

WoW Forever - Kampf Philosophie
Eine der Folien aus dem Deep-Dive-Panel zu WoW: Forever.

Was ist mit Werten und Ausrüstung? Auf Anpassungen dieser Art können sich alle Klassen freuen, damit jede Spezialisierung ihre Einsatzmöglichkeiten findet. Darüber hinaus gleichen die Entwickler die Werte und Volksfertigkeiten aus Classic an:

  • Es gibt nur noch eine Trefferchance, die gleichermaßen für Zauber und Nahkampfangriffe gilt
  • Auch kritischer Trefferwert unterscheidet nicht mehr zwischen Zaubern und Nahkampf
  • Bonusheilung gewährt auch Bonusschaden für Zauber, wodurch Charaktere mit Heil-Skillung wehrhafter werden
  • Willenskraft wird für Mana-Klassen deutlich wichtiger
  • Jedes Volk hat Zugriff auf je 2 passive sowie aktive Fertigkeiten, wobei es stets einen Vorteil gibt, der besonders ist, einen Vorteil, der sich auf Schaden oder Heilung direkt auswirkt, und einen Skill, der das Leben in Azeroth leichter macht
  • Blizzard passt für WoW: Forever unzählige Items an, darunter jeden Dungeon-Loot oder die epischen World-Drops – viele der Items haben spürbare Buffs erhalten, es gibt aber auch viele neue Gegenstände

Wenn man bedenkt, dass wir im besten Fall eine sehr lange Zeit in WoW: Forever verbringen könnten, sind diese grundlegenden Verbesserungen Gold wert. Wer hat schon Lust, für Monate und Jahre einen Schatten-Priester, Gleichgewicht-Druiden oder Elementar-Schamanen zu spielen, wenn das Klassen-Design festlegt: deine Wahl ist Schrott!

Zudem dürften sich viele Herausforderungen von damals spürbar lohnender anfühlen, wenn der Loot wertiger ausfällt. Denkt nur an die Bosse aus dem Geschmolzenen Kern und wie viel Schrott die in jedem Run fallen lassen können. Die Rüstungs-Sets vieler Klassen sind in WoW Classic beispielsweise nicht zu gebrauchen.

Doch feiern nur wir diese Änderungen oder freut ihr euch auch, dass Blizzard mit WoW: Forever das Klassen- und Item-Design von Classic auf Vordermann bringt? Verratet es uns gern in den Kommentaren! Im Deep-Dive-Panel ging es übrigens noch um ein anderes, nicht minder wichtiges Thema: WoW Forever verabschiedet sich nach 21 Jahren von Servern, denkt aber an alle, die eine deutsche Community suchen

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