Was bedeutet DKP und welche Rolle spielt das System in MMORPGs?

Jeder MMORPG-Veteran dürfte schon einmal von DKP gehört haben – mindestens dann, wenn er einmal einen Raid von innen gesehen hat. Das uralte System hat zwar weitgehend ausgedient, wird aber in Spielen wie WoW Classic noch immer genutzt. Nur was sind DKP eigentlich? MeinMMO erklärt.

Wofür steht DKP? Die Abkürzung steht für „Dragon Kill Points“ und sie zeigen einen numerischen Wert an, der Spielern in einer Raid-Gruppe zugeteilt wird. DKP entstanden erstmals im MMORPG Everquest im Jahr 1999.

Die damals einzigen Raid-Bosse waren die beiden Drachen Lady Vox und Lord Nagafen. Der Spieler Thott hat für seine Gilde Afterlife die Dragon Kill Points erfunden, um die Loot-Verteilung einigermaßen gerecht zu gestalten.

Trivia: Bill “Aftathott” Dyess hat die berühmte Website Thottbot gegründet, welche News für MMORPGs sammeln sollte. Der mehr oder weniger offizielle Nachfolger der Website ist die berühmte WoW-Fansite wowhead, welche 2007 vom Thottbot-Besitzer ZAM Network gekauft wurde. Die Classic-Version der Seite hat sogar seit 2019 ein Thottbot-Theme.

Wo werden sie verwendet? DKP sind eines von vielen verschiedenen Loot-Systemen und sie werden in ihrer eigentlichen Form vor allem von festen Gilden in Raids genutzt. Da das System recht aufwendig zu betreiben ist, greifen Random-Gruppen meist auf leichtere Methoden zurück.

Dementsprechend kommen DKP vor allem aus dem Core-Bereich der MMORPG-Gamer, die sich mit den härtesten Herausforderungen auseinandersetzen. Heute nutzen einige Gilden vor allem in Old-School-Games oder Remakes wie WoW Classic das System immer noch.

Wo kommt der Begriff MMORPG her? Die Geschichte des Genres in 2 Minuten

DKP als Loot-System für Gilden

Wie funktionieren DKP? DKP werden verwendet, um Beutestücke zu ersteigern. Für die Teilnahme an einem Raid oder einem Boss-Kill bekommen Spieler DKP, mit denen sie dann auf Items bieten können.

Dabei gibt es keine festen Regeln. Die Gilde bzw. der Gildenleiter bestimmt, wie viele Punkte ihr pro Teilnahme bekommt und wie viele Punkte ein Item kostet. Je nach Vorgehen gibt es hier zwei gängige Methoden:

  • Festpreis: Das Item kostet eine bestimmte Menge DKP und Interessenten können diese zahlen. Bei mehreren Interessenten wird gewürfelt oder geboten.
  • Gebot: Ein Item startet mit einem Grundwert und die Spieler bieten im Chat oder per stillem Gebot darauf. Der Höchstpreis gewinnt.

DKP können übrigens vom Raidleiter auch abgezogen werden, etwa bei übermäßigen Fehlern oder schlechtem Benehmen. So soll eine gewisse Disziplin gewährleistet werden.

Welche Arten von DKP gibt es? Das Standard-System wird oft als „eqDKP“ bezeichnet. Über die Jahre hat sich das DKP-System aber immer weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es Addons und Websites für viele MMORPGs, die sich mit genau solchen Loot-Systemen beschäftigen – etwa Warcraft DKP.

Im Kern bleiben diese Methoden immer gleich, erlauben aber Anpassungen wie separate Punkte für Anwesenheit, Kills oder Teilnahmen oder den Verlauf von Käufen und den aktuellen Ausrüstungs-Stand der Raider.

Eine relativ neue Variante sind die PerfectDKP oder auch Gold-DKP (oder GDKP). Bei diesem System wird quasi direkt mit Gold oder der entsprechenden Spiele-Währung geboten. Wer am meisten Gold bietet, bekommt das Item.

Die gebotene Summe wird dann gleichermaßen auf alle Teilnehmer aufgeteilt, teilweise mit einer kleinen „Steuer“ für die Gilde. So umgeht das System aber das übermäßige Horten von Punkten und sorgt dafür, dass jeder etwas von einem Kill hat – selbst ohne Loot. Dabei kann es zu äußerst absurden Summen kommen:

Ein Spieler in WoW Classic zahlt Gold im Wert von 9.570 Euro für ein Reittier

Ein unausgereiftes System mit vielen Alternativen

Was ist der Nachteil an DKP? Ohne Tool sind DKP umständlich zu verwalten. Die Offiziere der Gilde müssen Listen führen und diese manuell aktualisieren. Das Nachschlagen, wer welches Item bekommen hat oder das Nachsehen der eigenen DKP ist so oft umständlich.

Da DKP im Regelfall für Teilnahmen und Kills vergeben werden, haben Neueinsteiger in Gilden immer einen Nachteil. Zwar gibt es ab und an so etwas wie einen „Willkommensbonus“ für Neue, aber das ist nicht immer der Fall.

Zudem kann bei einem DKP-System standardmäßig jeder auf alles bieten. Wenn ihr also als Krieger seit Monaten auf eine Waffe wartet, der Jäger aber mehr DKP hat und sie auch will oder euch trollen möchte, habt ihr Pech.

Welche Systeme werden heute verwendet? DKP sind vor allem aus der Not heraus entstanden, kein besseres Loot-System zur Verfügung zu haben. Heute gibt es jedoch haufenweise anderer Methoden, die oft nutzerfreundlicher und einfacher sind:

  • Prio X: Vor dem Raid trägt jedes Mitglied X Items mit absteigender Priorität ein, die er gerne haben würde. Der Loot wird dann nach Prioritäten verteilt. Bei Gleichstand entscheiden Würfel oder Ähnliches.
  • Suicide Kings: Spieler haben Anspruch auf Loot nach einer hierarchischen Liste. Bekommt ihr ein Item, wandert ihr ans Ende der Liste.
  • Plündermeister/Loot Council: Ein einziger Spieler oder ein „Rat“ aus Offizieren bestimmt, welches Mitglied die Beute erhält. Das Ende des Plündermeisters in WoW führte zu einer großen Kontroverse.
  • Random 100: Es wird um die Beute gewürfelt. Der höchste Wurf gewinnt.
  • Bedarf vor Gier: Spieler, die ein Item dringend brauchen, haben Vorrang. Bei Gleichstand entscheiden Würfel.

Auch für die moderneren Methoden gibt es häufig Addons oder Websites, welche das Loot-System verwalten. Wenn ihr euch übrigens fragt, auf welche Items sich das Bieten oder Würfeln besonders lohnt, schaut einfach auf die Farbe des Namens:

Warum ist der Loot eigentlich immer Weiß, Grün, Blau, Lila und Gold?

Quelle(n): WoW Wiki (Archiv)
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Kekladin

In WoW Classic haben sich PrioX und SuicideKings weit verbreitet. Aber auch das klassische DKP findet immer noch in einigen Gilden Anwendung.

Prio X ist super für Random Raids.

In festen Gruppen/Gilden bevorzuge ich persönlich DKP (vor Suicide Kings).

Bei SuicideKings geht man quasi immer All-In. Möchte man ein Item haben, gibt man quasi alle “Punkte” auf und wandert ans Ende der Liste.
Das führt dazu, dass einige Spieler ihre Position “horten” weil sie auf einen bestimmten Drop hoffen und dann häufig sogar Items entzaubert werden, obwohl sie noch für einige Spieler sinnvolle Verbesserungen gewesen wären – eben nur keine, für die jemand seine Suicide Kings Position opfern wollte.

Daher finde ich das klassische DKP besser, hier kann man differenziert auf Items bieten und besser taktieren. Ein Spieler kann hier selbst entscheiden, wie viele Punkte ihm ein Item wert ist. Bewährt hat sich hier die Methode mit einem festen Basispreis und dann offenes bieten.

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