Es gibt in Dungeons & Dragons ein Treffen vor der ersten Runde, mit dem ihr euch viel Frust ersparen könnt

Es gibt in Dungeons & Dragons ein Treffen vor der ersten Runde, mit dem ihr euch viel Frust ersparen könnt

Wer bereits Erfahrungen in Dungeons & Dragons hat, mag womöglich die sogenannte Session 0 kennen. Was diese wichtige Session ist und wie sie sinnvoll genutzt wurde, zeigt das Beispiel eines Spielers, der seine Gruppe vor einem nervigen Spieler schützte.

Wovon berichtet der Spieler? Auf Reddit schreibt der Nutzer und Spieler Zestyclose-Sound9854, dass er seine D&D-Gruppe verlassen hat, nachdem er der sogenannten „Session 0“ zugestimmt hatte. Bei dieser Session stellte sich heraus, dass die geplante Kampagne seiner befreundeten Spielleiterin einfach nichts für ihn ist, jedoch alle anderen Spieler total begeistert waren.

Den Spieler störte die Größe der Gruppe, die (nicht ganz definierte) Vision für die Story, die Wahl der Völker der anderen Spieler und eine Menge Homebrew-Elemente (also selbst ausgedachte Elemente, außerhalb der offiziellen Regelwerke), die dem Spieler keinen Spaß machen würden. 

Der Spieler fügt hinzu, dass es keinen „richtigen“ Weg gibt, D&D zu spielen, doch dass er eine etwas klassischere Fantasy-Story bevorzuge, die die Kampagne seiner befreundeten Spielleiterin schlichtweg nicht bietet. Da alle anderen Spieler sich auf die geplante Kampagne freuen und er als einziger unzufrieden ist, verließ er die Gruppe, trotz der verständlichen Enttäuschung der Spielleiterin. 

Aber er selbst und auch viele andere Leute der Community betonen bei diesem Fall, dass genau das ein Beispiel einer „erfolgreichen Session 0“ ist (Proper-Bedroom4668 via Reddit).

Hier seht ihr die Vorstellung des Rollenspiels „Daggerheart“ von Critical Role:

Session 0 sorgt für Freude und vermeidet Frust

Was genau ist die Session 0? Als Session 0 bezeichnet man das Treffen und Besprechen vor der ersten, „richtigen“ Session 1, wo die Kampagne startet. Die Session 0 wird daher nicht zum Spielen benutzt, sondern zur gemeinsamen Planung und Verständigung zwischen Spielern und dem DM (Dungeon Master, Spielleiter in D&D).

Auch auf D&D Beyond erklärt der DM James Haeck, wie man eine Session 0 richtig nutzt und beschreibt sie als „den Unterschied zwischen einer lang andauernden Kampagne mit Freunden und einer stockenden Kampagne, die nach ein paar unangenehmen Wochen im Sande verläuft.“

Folgende Punkte sollten in einer Session 0 besprochen werden:

  • Welche Art von Kampagne wollen die Spieler?
  • Wie oft, wo und wie will und kann man sich treffen?
  • Welche Genres mögen die Spieler?
  • Zu wie viel Rollenspiel sind alle Beteiligten bereit?
  • Mit welchen Regeln wird gespielt?
  • Welche Charaktere, Völker und Klassen wollen die Spieler spielen?
  • Wie wird gelevelt?
  • Welche Limits müssen beachtet werden? 

Zusammengefasst ist eine Session 0 dafür da, um Erwartungen zu kommunizieren. Wenn die Erwartungen jedes einzelnen Spielers klar kommuniziert werden und ein gemeinsamer Plan festgelegt werden kann, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand von der D&D-Erfahrung enttäuscht wird.

Wie kann man mit Meinungsverschiedenheiten umgehen? Es ist eher unwahrscheinlich, dass alle Spieler am Tisch genau die gleichen Vorstellungen mitbringen. Mit der Session 0 kann dann geschaut werden, ob Kompromisse gefunden werden können oder die Vorstellungen einer Gruppe zu weit auseinandergehen. Natürlich ist es schade, wenn es nicht klappt, allerdings erspart man sich mehrere Wochen, Monate oder Jahre einer enttäuschenden Kampagne.

Auch der Redditnutzer musste erkennen, dass es keinen Sinn ergibt einen Kompromiss zu finden, wenn er der einzige Spieler der Gruppe ist, der unzufrieden ist. 

„Alle anderen am Tisch fanden es toll – ich war hier eindeutig in der Minderheit“, muss der Spieler auf Reddit zugeben, „Ich würde [der Spielleiterin] ehrlich sagen, dass, selbst wenn man Kompromisse eingeht, D&D/TTRPGs einer der wenigen Bereiche sind, in denen Kompromisse nicht immer eine gute Sache sein müssen. Es erfordert so viel Zeit, Energie und Engagement, und wenn dieses Engagement bei einer Person nachlässt, hat das auch Auswirkungen auf all die anderen.“

Der Spieler konnte durch die Session 0 frühzeitig erkennen, dass er in der Gruppe als einziger Spieler eine schlechte Zeit gehabt hätte und dass sie ohne ihn eine bessere Zeit haben würden. Auch wenn die Spielleiterin enttäuscht ist, kann sie mit dem Rest der Gruppe weiterspielen, die alle eher unkonventionelle Völker ausgewählt haben, die dem Verfasser des Posts nicht klassisch genug waren. Wenn auch ihr eher untypische oder unterschätzte Völker in D&D bevorzugt, könnte euch diese Liste hier auf MeinMMO interessieren: Hier sind 7 unterschätzte Völker aus Dungeons & Dragons, wenn ihr keine langweiligen Menschen oder Elfen spielen wollt

Quelle(n): Reddit, D&D Beyond
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Yoma

Den Spieler störte die Größe der Gruppe, die (nicht ganz definierte) Vision für die Story, die Wahl der Völker der anderen Spieler und eine Menge Homebrew-Elemente (also selbst ausgedachte Elemente, außerhalb der offiziellen Regelwerke), die dem Spieler keinen Spaß machen würden. 

Spiel schon eine ganze Weile aber sowas habe ich noch nie gehört, kopfschüttel hoch 3.

Viele Sachen ergeben sich erst während Spiels, wie oft man spielt ändert sich gelegentlich je nachdem wieviel Zeit die Spieler haben, wie spannend ist die Geschichte usw, neue Regeln kommen während des Spiels dazu, die Geschichte ändert sich während des Spiels, manchmal ist mehr Kampf manchmal weniger. Das kann man unmöglich vorherdefinieren und macht für mich auch keinen Sinn, da man dann jedwede Überraschung aus dem Spiel nimmt. Wenn ich als DM bestimmte Regeln ändere (Homebrew) dann nur damits für die Spieler interessanter wird. Grad DnD 5 hat hier mit seiner Anlehnung an Computer MMOs sich einige schlechte Regeln eingefangen die aus meiner Sicht nicht zu P&P passen.

“Der Spieler konnte durch die Session 0 frühzeitig erkennen, dass er in der Gruppe als einziger Spieler eine schlechte Zeit gehabt hätte” man kanns schlicht nicht überblicken wie sich das Gameplay entwickelt. Wichtig ist das die Geschichte interessant bleibt. Das ist leider manchmal nicht der Fall, dann zerfällt die Gruppe von selbst. Auf der anderen Seite möchte man keine Dauernörgler in der Gruppe, von daher ists manchmal auch gut wenn sich manche Leute verabschieden.

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