Rainbow Six zeigt, wie Langzeitentwicklung aussehen muss – Reift wie guter Wein

Ubisoft hat kürzlich die Quartalszahlen für das erste Quartal 2020 verkündet. Dort ist ein starkes Wachstum für den Taktik-Shooter Rainbow Six Siege zu sehen und das über Jahre hinweg. Das zeigt: Der Umgang mit dem Spiel als Service-Game funktioniert.

Wie steht es gerade um Rainbow Six? In den neusten Quartalszahlen von Ubisoft steht Rainbow Six: Siege als einer der großen Gewinner dar. Der Shooter hat seine Einnahmen laut den Angaben des Unternehmens im Vergleichs-Zeitraum des letzten Jahres um satte 30 % gesteigert. Es soll „trotz ansteigender Konkurrenz“ immer weiter gewachsen sein.

Siege ist damit neben Assassin’s Creed (60 % beim gesamten Franchise) und Just Dance (500 % beim gesamten Franchise) offenbar einer der größten Gewinner bei Ubisoft. Zugleich kann das Unternehmen einen Rekord beim Spieler-Engagement und der Anzahl der Spieler im Quartal verzeichnen.

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Die Enthüllung von Assassin’s Creed Valhalla soll laut Ubisoft dabei geholfen haben, das Franchise zu stärken.

Die Gesamteinnahmen des Unternehmens im ersten Quartal liegen bei 410 Millionen Euro. Die wichtigste Plattform ist dabei die PlayStation 4 (34 % des Umsatzes) und hat damit den PC zur gleichen Zeit im letzten Jahr von Platz 1 abgelöst.

Wie kommt es zum Wachstum? Dass Rainbow Six aktuell so erfolgreich ist, könnte mehrere Gründe haben. Zum einen spielt die aktuelle Corona-Krise sicherlich eine Rolle. Viele, die zu Hause bleiben müssen, wollen einfach zocken.

Dazu kommt, dass Rainbow Six eine erfolgreiche E-Sports-Szene aufgebaut hat, die zu vielen Turnieren tausende Zuschauer anlockt. Aktuell läuft etwa die GSA League für den deutschsprachigen Raum, die Fans aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterhält.

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Die GSA League ist die neue nationale Liga für den DACH-Bereich.

Der größte Punkt dürfte allerdings sein, dass Rainbow Six einen starken Service erfährt. Seit seinem Release im Dezember 2015 wird es immer wieder poliert und erweitert.

Rainbow Six zeigt: Service zahlt sich aus

So wird Rainbow Six begleitet: Ubisoft begleitet Rainbow Six seit mittlerweile fast 5 Jahren dauerhaft, versorgt es mit neuen Inhalten und merzt Fehler aus. Es wird durchgehend verbessert, um den Spielern ein tolles Erlebnis zu liefern.

Aus den ehemals 21 Operators zum Start sind mittlerweile 57 geworden – die neusten beiden sind Ace und Melusi aus der Season 2 von Jahr 5. Die nächsten beiden Operators stehen ebenfalls schon in den Startlöchern und scheinen Skills mitzubringen, die aus Action-Filmen stammen könnten.

Dazu kommen neue Maps und immer wieder Events und Battle Passes, die die Spieler mit neuen, frischen Inhalten versorgen und dazu bringen, wieder etwas mehr Zeit in Rainbow Six zu verbringen. Selbst an bestehenden Inhalten wird dabei immer wieder gefeilt:

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Tachankas Werte sind im Keller. Das soll sich mit einem Rework ändern.

Für die Zukunft gibt es ebenfalls schon einige Ideen. So soll Rainbow Six das häufig gelobte Ping-System aus Apex Legends bekommen, sodass Kommunikation im Spiel leichter wird.

Welche Probleme gibt es noch? Trotz der Politur am Spiel über die Jahre gibt es noch etliche Baustellen, die Spieler schon lange Zeit beschäftigen. Das Treffer-Feedback etwa sei nicht so zuverlässig, wie es bei einem Shooter sein sollte. Treffer werden ab und an einfach nicht gewertet.

Zudem gibt es immer wieder Berichte über eine starke Toxizität in der Community. Die scheint sich zwar nicht unbedingt stärker niederzuschlagen, als in anderen Shootern, sorgt aber immer wieder für Unmut. Ein Spieler wurde etwa aus der Runde gekickt, obwohl er sein Team gerettet hat. Für einige ist das ein Zeichen des schlechten Verhaltens der Spieler im Allgemeinen.

Sexismus als Schatten über den Zahlen

Mitten im Bericht zu den Quartalszahlen tritt eine Stellungnahme des Unternehmens zum Thema sexuelle Belästigung auf. Ubisoft will offenbar nun härter dagegen vorgehen und hat wegen bestehender Probleme schon einige Maßnahmen ergriffen, die im Bericht ausgeführt werden:

  • es finden im Moment etliche Ermittlungen zu diesem Problem statt
  • die Zusammensetzung und Organisation bestimmter Abteilungen wurde überarbeitet, damit die Teams besser zusammenarbeiten
  • einige Umstrukturierungen sollen dafür sorgen, dass unangemessenes Verhalten besser verhindert, entdeckt oder sanktioniert wird
  • die Stelle „Head of Worklplace Culture“ wurde besetzt und es gibt eine neue Stelle, den „Head of Diversity and Inclusion“

Damit reagiert Ubisoft auf die kürzlich aufgetretenen, heftigen Sexismus-Vorwürfe, die durch einen Insider-Bericht verhärtet wurden.

Quelle(n): Ubisoft
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