Egal, ob Actionfiguren einer Serie, D&D-Miniaturen oder Repliken eines Videospiels. Jeder Gamer will Nachbildungen von seinen Lieblingscharakteren haben und möglichst viele in seine Sammlung aufnehmen. Nur sind die meisten erwerbbaren Exemplare kostspielig. Unser Tech-Experte Jan Hartmayer hat dafür aber eine Lösung.
Früher habe ich selbst immer wieder online nach Deko oder Ausstellungsstücken von meinen Lieblingsgeschichten geshoppt. Das Problem dabei ist: Eine schöne, etwa 20 cm große Figur von einem beliebten Franchise wie Star Wars kostet schnell jenseits der 200-Euro-Marke (via actionfiguren24). Es gibt zwar billigere, aber selbst die können schnell teuer werden.
Als stolzer Schwabe und leidenschaftlicher Nerd wollte ich deshalb eine Alternative finden, mit der ich langfristig meine Deko-Ausgaben senken kann. Meine Lösung: die Anschaffung eines 3D-Druckers. Der Gedankengang war simpel: „Figuren sind doch meistens nur bemaltes Plastik. Das kann doch ein 3D-Drucker auch? Damit kann ich bestimmt eine Menge Geld sparen.“
Einmal den Entschluss gefasst, habe ich kurzerhand für damals 399 Euro einen Bambulap P1S gekauft – die beste Kaufentscheidung, die ich seit Langem getroffen habe.
Selbst meine Nintendo Switch 2 profitierte von dem Kauf, indem ich kurzerhand ein Staubcover für die Konsole selbst druckte. Wer mehr zu Nintendos neuster Konsole erfahren will, schaut sich folgenden Trailer an:
Easy to learn, hard to master
Ehrlich gesagt hatte ich etwas Angst vor der Nutzung eines 3D-Druckers. Online habe ich vorab etliche Horrorgeschichten gelesen: Zerstörte Düsen, nicht funktionierende Software, mangelnde Druckqualität und vieles mehr. Aber ich wurde zum Glück eines Besseren belehrt.
3D-Druck ist längst nicht mehr das nischige Hobby, das es vor 10-15 Jahren war. Einmal den Drucker ausgepackt, benötigte er nur 15 Minuten für eine Kalibrierung und schon 30 Minuten später hielt ich bereits meinen ersten Testdruck in den Händen.
Das veranlasste mich, mit der Zeit immer komplexere Figuren zu drucken, sie zu bemalen und Stück für Stück den Herstellungsprozess zu verfeinern. Von Mal- und Schleiftechniken bis hin zur Optimierung des Drucks – sogar die Recherche der Themen bereitete mir extrem viel Freude.
Das Hobby hat mich im Sturm erobert und somit hatte ich innerhalb der ersten beiden Monate seit dem Drucker-Kauf knapp 30 Figuren mit meiner Partnerin gedruckt und gemeinsam bemalt. Wir mussten sogar schon nach Plätzen suchen, denn unser Schrank war in kürzester Zeit mit den selbstgemachten Actionfiguren vollgestellt.
Das Endresultat hängt natürlich ebenso von den vorhandenen Mitteln und Fähigkeiten des Malers ab. Aber selbst ich, der malerisch unbegabt ist, konnte zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Aber auch unsere Redakteurin Caro versank einst im Dschungel der Miniaturbemalung und berichtet, wie das Hobby sie schlagartig erfasste.
Zwar ist bei meiner Maltechnik noch viel Luft nach oben, aber allein das Gefühl, sie selbst bemalt zu haben, ist großartig!
Meine beste Investition
Nach den ersten beiden Monaten rechnete ich die entstandenen Kosten zusammen:
- 400 Euro für den Drucker
- 3 kg Filament für 15 Euro pro 1-kg-Rolle, die insgesamt für etwa 25 – 30 Figuren + Tests reichten.
- 40 Euro für billiges Acrylfarbenset und Pinsel von Amazon.
- 10 Euro für ein Zangenset, um Figuren von Supportstrukturen zu befreien.
Das sind insgesamt 495 Euro für 30 Actionfiguren. Hierbei fehlt aber der Stromverbrauch des 3D-Druckers, den ich nicht mit eingerechnet habe. Zum Vergleich: Das Modell des P1S von Bambulap verbraucht ca. 0,1 kWh im Betrieb (via call-3d). Das sind je nach Stromtarif in Deutschland zwischen 20 – 30 Cent pro Kilowatt, also 2 – 3 Cent die Stunde zum heutigen Stand am 29.04.2026 (via stromauskunft).
Eine kleinere, 15 Zentimeter große Figur wird in etwa 3,5 – 5,5 Stunden gedruckt, je nach Detailgrad, Druckgeschwindigkeit, Größe und Füllung.
Auch meine Partnerin war wie besessen von dem 3D-Druck-Hobby und hat viele schöne Figuren zustande gebracht.
500 Euro sind natürlich viel Geld auf einen Schlag, und es wurde im Laufe der Zeit auch immer mehr, da ich Upgrades wie Multidrucksysteme, mehr Farben, Lack und vieles mehr gekauft habe. Aber mit dem initialen Kostenpunkt von knapp 500 Euro war ich mehr als zufrieden und kann das Hobby bedenkenlos weiterempfehlen.
Für dasselbe Geld hätte ich maximal fünf fertige Figuren offiziell kaufen können. Seit dem Drucker habe ich aber keine einzige Figur mehr gekauft. Denn… Warum sollte ich?
Ich kann jetzt mit meiner Ausrüstung nahezu jede Figur kostengünstig drucken und selbst individualisieren. Das Ganze hat sogar so gut funktioniert, dass mehrere Freunde und Verwandte sich ebenfalls einen 3D-Drucker zugelegt haben, da sie von den Ergebnissen beeindruckt waren.
Der Drucker ist zudem nicht nur für Figuren geeignet, sondern hat mir schon das ein oder andere nützliche Gadget wie einen Kopfhörerhalter gedruckt, das ich heute noch benutze. Für mich gibt es somit nur ein Fazit: Der 3D-Drucker war der beste Kauf, den ich je getätigt habe! Ganz im Gegenteil dazu steht: Ich habe mir freiwillig ein Maulkorb-Mikrofon für 150 Euro gekauft und wusste schon vorher, dass es ein Fehler ist
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