Ich habe mir freiwillig ein Maulkorb-Mikrofon für 150 Euro gekauft und wusste schon vorher, dass es ein Fehler ist

Der Drang, neue technische Spielereien selbst auszuprobieren, ist bei Technik-Nerds oft groß. Genauso war es bei unserem MeinMMO-Tech-Autor Jan Hartmayer und einem skurrilen Mikrofon. Dabei lernte er schmerzhaft, was es heißt, Geld zu verbrennen. 

Jeder Gamer weiß: Ein ordentlicher Nerd braucht Platz für seine Hardware und genau den habe ich nicht. Ca. 10 m² für zwei Schreibtische samt Rechnern für zwei Leute. Da wird’s schnell eng.

Wenn sich meine Partnerin und ich gleichzeitig über Teamspeak (ja, das gibt es noch) mit Freunden unterhalten, ist man zu laut, wird doppelt gehört oder eines der beiden Mikrofone ist zu leise. Man versteht uns oft nicht richtig. Ich habe bereits dutzende Setups, Einstellungen und Mikrofone durchprobiert, keine Lösung war wirklich zufriedenstellend. 

Deswegen freute ich mich umso mehr, als ich das Mutalk 2 erblickte, ein Gerät, das mein Problem auf einen Schlag lösen könnte. Es ist eine Art Maulkorb-Mic, das man sich über den Mund spannt. So soll kein Ton nach außen dringen, die Stimme aber trotzdem klar aufgenommen werden. Ich war jedoch skeptisch, was den Ton und das Aussehen anging, und hatte deswegen bereits ein mulmiges Gespür vor dem Kauf.

Hätte ich doch lieber auf mein Bauchgefühl gehört…    

Während ich diese Zeilen schreibe, warte ich bereits sehnsüchtig auf die Veröffentlichung des GabeCube- äh, der Steam Machine. Was der Konsolen-PC mit sich bringt, seht ihr in folgendem Trailer:

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Valve stellt die Steam Machine im neuen Trailer vor

Um das Mic zum Laufen zu bringen, brauchte es ein Wunder

Das Mutalk 2 wird in Deutschland offiziell gar nicht verkauft. Nur über eBay für etwa 150 – 200 Euro und verbunden mit dickem Aufpreis für Zoll und Import habe ich überhaupt so ein Maulkorb-Mikro ergattern können – und musste dann nochmal mehrere Wochen auf die Lieferung warten. Hier begann ich langsam, aber sicher, den Kauf des Gerätes zu bereuen.

Als wäre das nicht genug, funktionierte das Gerät nicht sofort mit meiner Hardware. Keine Bluetooth-Verbindung und rein kabellos, also keine andere Anschlussmöglichkeit. Das legte sich nach mehreren Versuchen, störte aber trotzdem. Warum es auf einmal geklappt hat? Keine Ahnung, selbst ich als Experte habe keinen Schimmer und kann es nur als Wunder bezeichnen, dass es doch noch funktioniert hat. 

Doch einmal verbunden, war der Spuk noch nicht vorbei. Windows erkannte das Gerät anfangs nicht als Mikrofon, sondern nur als Lautsprecher. Das Problem blieb auch nach mehreren Neustarts bestehen. 

Ich ließ mich nicht unterkriegen und probierte es am nächsten Tag erneut. Wieder war das Problem nach einigen Neustarts behoben. Warum? Ich habe erneut keinen Dunst. Langsam glaubte ich aber, das Gerät sei verflucht.

Wer sich selbst ein Bild vom Aussehen des Mutalk 2 machen willl.

Überraschung: Es lohnt sich nicht! 

Meine ersten Tests waren ernüchternd, und ich stellte schnell fest: Die Soundqualität ist mies. Der Ton klingt dumpf und selbst die meisten billigen Gaming-Headsets klangen für mich besser. Kein gutes Zeichen für ein so teures Produkt.

Na ja, wenn es aber wenigstens mein ursprüngliches Problem gelöst hätte, wäre das für mich okay gewesen. Aber nein, Fehlanzeige. Die Audio war zu schlecht, als dass ich den Maulkorb tatsächlich nutzen wollte. Außerdem gab es dazu noch weitere Probleme, die mich störten: 

  • Der Tragekomfort ist eine Katastrophe. Der Gurt übt permanent Druck auf das Gesicht/Kopf aus und man schwitzt wirklich ganz schrecklich, wenn man das Mikrofon trägt. Vor allem bei längeren Gaming-Sessions. 
  • Das Aussehen ist ebenfalls schrecklich. Mit dem Mikrofon auf dem Mund/Kopf würde ich mich niemals in ein Meeting, geschweige denn in die Öffentlichkeit trauen. Ein absolutes No-Go. 
  • Nasale Töne werden ohne ein zusätzliches Stück Gummi nicht mit aufgenommen, was wiederum die Tonqualität nochmals verschlechtert oder den Tragekomfort beim Nutzen des Nasenadapters mindert. 

Selbst nach etlichen weiteren Tests musste ich der bitteren Wahrheit ins Auge sehen. Das Mutalk 2 ist absolut nichts für mich, egal wie ich es drehe und wende. Ich probiere zwar wirklich gerne und mit einer Leidenschaft Technik-Gadgets aus und bin nahezu immer zufrieden nach einem Kauf. Aber das Mutalk 2 ist hierbei eine der wenigen Ausnahmen, die es nicht wert war.

Leider war ebenfalls die Zeit für eine Rücksendung verstrichen und mir wurde langsam klar, dass ich sowohl mein Geld als auch meine Freizeit verschwendet habe. Bis heute bereue ich den Kauf und könnte mich dafür selbst ohrfeigen. Ein anderer Nutzer hingegen hatte genau den richtigen Riecher, was seine Hardware anging: Spieler plante Gaming-PC mit 32 GB RAM, kauft dann aber das Doppelte: 8 Monate später bereut er die Entscheidung kein bisschen

Quelle(n):
  1. shiftall

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