Durch NES und PlayStation habe ich mich in Gaming verliebt, diese Magie der Konsolen zerstören Sony und Co. gerade

Konsolen Magie weg

Steigende Preise, umfassende Entlassungen, ersatzlose Streichung der physischen Datenträger – Sony, Microsoft und Nintendo zerstören gerade all das, was Konsolen-Gaming für MeinMMO-Redakteur Karsten Scholz über viele Jahre ausgemacht hat.

Ich kann mich noch sehr gut an das vorfreudige Kribbeln erinnern, als ich eines Weihnachtsabends bei Oma ein großes Geschenk auspackte und dort ein neues Nintendo Entertainment System fand. Dazu gab’s natürlich das erste Super Mario. Den restlichen Tag musterte ich mit großer Faszination all die kurzen Gameplay-Eindrücke, die auf den Rückseiten der Verpackungen zu sehen waren. Eine neue Welt wartete nur darauf, dass ich eintrete.

Mit vergleichbar herzerwärmender Nostalgie denke ich an mein erstes Upgrade zurück: Ich tauschte mein NES gegen ein Super Nintendo Entertainment System ein. Ein Deal, auf den ich noch heute stolz bin. Oder an die erste Konsole, für die ich extra mein Taschengeld gespart hatte: die PlayStation.

Meine Begeisterung fürs Gaming wurde in den ersten Jahren stark von diesen Daddelkisten geprägt. Sie waren nicht nur günstiger als die PCs meiner Kumpels, ich hatte mit ihnen auch nie Ärger, was beispielsweise Abstürze oder Installationen angeht. Einlegen, losspielen, Spaß haben.

Super Mario Bros.
Karstens erstes Videospiel: Super Mario Bros.

Ebenfalls ein starker Vorteil: Wir konnten in der Nachbarschaft unsere Konsolen und Spiele wild untereinander ausleihen und tauschen. Einen Sommer lang hatte ich beispielsweise den Nintendo 64 eines Freundes und brach all seine Rekorde in Wave Race 64. Dafür hatte er wochenlang viel Spaß mit meiner PSOne. Das war der Himmel auf Erden für uns.

Mit zunehmendem Alter kam dann natürlich irgendwann doch ein PC dazu – sonst würde ich nicht seit 17 Jahren über MMORPGs schreiben. Flankiert wurde der Rechenknecht aber stets von mindestens einer aktuellen Konsole. Zugegeben: Einige der Vorteile von damals sind heute nicht mehr so relevant.

Doch schätze ich meine Nintendo Switch oder die PS5 weiterhin für ein Detail sehr: Ich kann mir die Spiele auf Datenträgern kaufen und sie nach dem Durchspielen dadurch sehr einfach verleihen, verschenken oder verkaufen. Zumindest noch …

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Alle bekannten Features der PS5 im offiziellen Trailer von Sony

Die Konsolen verlieren ihre Magie

Was mich gerade richtig traurig macht: Kommende Generationen von Gamern werden mit den Konsolen der Zukunft nie so viel Spaß haben wie wir damals in den 90ern und 2000ern. Die großen Hersteller Sony, Microsoft und Nintendo legen derzeit nämlich die Weichen, um sich selbst als Konsolen-Hersteller abzuschaffen respektive um Konsolen in reine Luxus-Güter für zahlungskräftige Kunden zu verwandeln.

Halten wir fest, dass sich viele Leute die aktuellen Konsolen trotz ihres bereits betagten Alters (also das Alter der Konsolen, nicht der Leute) nicht leisten können. Mit der kommenden Generation von Daddelkisten dürfte sich das noch einmal verschärfen.

Der Wegfall von Datenträgern killt zudem nicht nur den Tausch- und Gebrauchtmarkt, er benachteiligt auch alle Gamer, die in einer Gegend mit langsamer Internetleitung wohnen. Und alle Sammler, die grundsätzlich bei Filmen, Spielen und Co. auf physische Datenträger setzen. Kollege Benedikt hat daher jetzt mit der PlayStation 6 abgeschlossen.

Titel PlayStation Stars Kritik
Crash versteht die Konsolen-Welt nicht mehr. MeinMMO-Redakteur Karsten auch nicht.

Verloren geht aber auch ein großer Teil der emotionalen Faszination, die ich in meiner Jugend mit den Konsolen verbunden habe: Die Möglichkeit, Games super einfach mit meinen Freunden zu teilen. Das Auspacken eines neuen Spiels neben dem Weihnachtsbaum und dann tatsächlich etwas in den Händen zu halten, das ich von allen Seiten mit leuchtenden Augen anschmachten kann.

Einige der Gründe, warum ich mich ins Gaming vor all den Jahren verliebt habe, werden kommende Generationen schlicht nicht mehr nachvollziehen können. Das finde ich einfach nur traurig und bitter.

Ebenfalls traurig: Mein Interesse an der nächsten Konsolen-Generation steht derzeit bei null. Dabei gehörte ich in den vergangenen Dekaden immer zu den Gaming-Begeisterten, die sich riesig auf die nächste Duell-Runde zwischen Xbox und PlayStation gefreut haben, und die gespannt waren, mit welchem innovativen Kniff Nintendo in Zukunft die eigentlich leistungsstärkere Konkurrenz hinter sich lassen möchte.

PS6 und Xbox „wie auch immer sie heißen mag“ können mir – aus Sicht von Privat-Karsten – gestohlen bleiben. Mit der Nintendo Switch 2 habe ich eh schon abgeschlossen. Wenn eine neue Konsole hier im Wohnzimmer landen wird, dann nur, weil es der Job erfordert … meine Begeisterung für Konsolen-Gaming haben Sony, Microsoft und Nintendo in den vergangenen Monaten gemeinschaftlich torpediert.

Könnt ihr das nachvollziehen? Erinnert ihr euch noch an eure erste Konsole? Das erste selbst gekaufte Spiel? Verratet mir eure Erfahrungen und Meinungen gern in den Kommentaren! Kritik an den Großen kommt derzeit von allen Seiten. Auch von einem ehemaligen Branchen-Verantwortlichen: Ex-Chef von PlayStation glaubt, Xbox mache alles falsch, wirft ihnen „grundlegendes Missverständnis“ vor

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Gummipuppe

Anno Anfang der 90iger, ich hielt gerade, stolz wie Bolle, meinen ersten Videothek-Ausweis in den Händen und sah etwas blaues, wahnsinnig schnell, über die ausgestellten Bildschirme rasen. Da erfuhr ich das erste Mal vom Mega Drive Magnum-Set und war ähnliche schell, wie der blaue Igel, in ein Kaufhaus gespurtet. Ich werde nie den Geruch der Gaming-Hülle vergessen, nachdem ich die Plastikfolie aufgerissen hatte.

Seitdem war mein Weg, als Konsolero vorgezeichnet, erst kam das Mega CD, next Station PS 1, ein kleiner Phantasy Star Online Zwischenstopp auf der Dreamcast, PS2, Xbox 360, PS 3 (360 und PS3 sind ultimativ die beste Generation, auch wenn ich die PS 1 für ihre, ins englisch übersetzte, JRPG Schwemme wirklich liebte), Xbox One und PS4, PS4 Pro und eine Verschnaufpause von 1-2 Jahren, weil ich den technischen Rückstand zum PC nicht mehr ertrug, mit einem Gaming Laptop. Die leider, wie sich später herausstellte, haltlosen Versprechen der schlechtesten Konsolen-Generation (4K/60fps) führten mich zuerst zur XSX und dann zur PS5. Doch erst die Pro überzeugte mich, der Gen noch ein wenig Vertrauen zu schenken. Mit der PS6 werde ich dann das erste Mal, vollumfänglich, auf den PC wechseln und den Konsolen den Rücken kehren, sofern Sony keine Anstalten macht, ihre aktuellen AGBs und Lizenzen umfassend zu ändern und verbraucherfreundlicher zu gestalten.

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