Moderne Spiele fallen heute teilweise riesig aus. Aber warum ist das so? Und was hat das mit Lara Croft zu tun? Eine ganze Menge, denn hübsche Grafiken benötigen auch einiges an Platz.
Erinnert ihr euch noch, wie Spiele vor vielen, vielen Jahren auf eine CD oder eine DVD passten? Im Jahr 2026 ladet ihr fast alle Spiele mittlerweile digital herunter. Und heute passen viele moderne Spiele ohnehin auf keine einzelne Disc mehr. Bereits 2020 hättet ihr Call of Duty von 24 DVDs installieren müssen.
Und ja, Tatsache ist: Viele moderne Titel werden immer größer. 150, 200 GB oder mehr sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Und die Anforderungen an die Hardware steigen ebenfalls. Doch warum benötigen viele Spiele so viel Platz und obendrein so leistungsstarke Hardware? Dahinter stecken gleich verschiedene Gründe.
Hochauflösende Grafiken und tausende Objekte
Spieler erwarten heute immer schönere, hübschere und größere Spielwelten, die wochen- oder sogar monatelang beschäftigen. Das macht sich aber auch bei der Spielgröße bemerkbar. Denn eine hübsche Spielwelt braucht auch Platz.
Texturen: 4K- und teils 8K-Texturen benötigen ein Vielfaches an Speicherplatz als frühere Spiele, die maximal in Full-HD gerendert wurden. Und Texturen findet ihr an vielen Orten: Hauswände, Bäume oder auch bei Kleidung von Charakteren. Und die wenigsten wollen heute noch mit matschigen oder verwaschenen Strukturen spielen müssen. Viele Spiele setzen daher mittlerweile auf den Trick
, dass ihr Texturen als HD-Paket nachträglich herunterladen könnt. Das spart ein paar Gigabyte, die sonst alle herunterladen und installieren müssten. Texturen benötigen in der Regel auch am meisten Platz.
Polygone und 3D-Grafiken: Je komplexer und detailreicher eine Figur oder ein Gegenstand sein soll, desto mehr Polygone werden benötigt. Ein Polygon ist die kleinste Einheit im dreidimensionalen Raum einer 3D-Grafik. Daneben gibt es mittlerweile aber auch andere Optionen, etwa Voxel-Grafiken, die auf winzige Würfel anstatt auf Dreiecke setzen.
Detailarme Grafiken wirken deswegen auch immer etwas eckig. Denn in der 3D-Computergrafik gibt es keine echten, mathematisch perfekt runden Oberflächen. Jede Rundung muss durch flache, gerade Flächen angenähert werden. Nimmt man tausende Polygone, dann wirken selbst die Ecken für das menschliche Auge rund.
Das bekannteste Beispiel ist vermutlich Lara Croft mit ihren eckigen Brüsten. Früher bestand so eine Figur aus hunderten Polygonen, bei einer modernen Figur kommen schnell Millionen Polygone zusammen, die alle ihren Platz benötigen. Die steigenden Polygonzahlen fordern aber auch die Hardware deutlich mehr heraus als Grafiken von vor 15 Jahren. Ein anderes bekanntes Beispiel für zu viele Polygone stellen die Blumentöpfe aus Final Fantasy XIV dar.
Redundante Daten für Ladezeiten: Entwickler verteilen gerne Daten doppelt und dreifach in einem Spielordner, damit das Laden der Daten deutlich schneller geht. Helldivers 2 beispielsweise löschte bei einem Update alle doppelten Daten und reduzierte damit seine Größe von 130 GB auf gerade einmal 20 GB.
Spielwelten, Objekte, Ton und Video: Riesige Spielwelten benötigen ebenfalls viel Platz: Detaillierte Landschaften, tausende einzigartige Objekte, NPC-Routinen und physikalische Berechnungen vergrößern die Weltdateien massiv. Dazu kommen noch Audio- und Videoressourcen, die ebenfalls irgendwo abgelegt werden müssen, damit der PC oder die Konsole darauf Zugriff hat. Um Platz zu sparen, werden dann einige Objekte schlicht recycelt: den meisten Spielern dürfte ohnehin nicht auffallen, dass ein bestimmter Baum in einem Wald gleich ein Dutzend Mal vorkommt.
Nicht zu vergessen: Raytracing und Global Illumination. Spiele sehen damit fantastisch aus, eure Hardware wird aber extrem gefordert. Für die schönsten und besten Detailstufen wird da schnell eine Highend-Grafikkarte gefordert.
Spiele stärker zu komprimieren ist ebenfalls nicht immer eine Lösung
Warum komprimiert man nicht stärker? In der Regel werden Daten komprimiert, das heißt, verkleinert und stark zusammengepackt. Das spart Platz. Oft wird das beim ersten Download gemacht: Ihr ladet euch das Spiel stark komprimiert herunter, Steam entpackt das Spiel dann auf die richtige Größe.
Für installierte Spiele wird Komprimierung teilweise ebenfalls genutzt, insbesondere für die Texturen der installierten Spiele, da diese ansonsten enorm viel Speicherplatz fressen würden. Viele andere Dateien werden aber nicht zusätzlich noch komprimiert und auf diese Weise verkleinert.
Eine zusätzliche Komprimierung wäre oftmals auch gar nicht zielführend. Denn viele Spieldaten, darunter die Texturen, liegen bereits in speziellen GPU-freundlichen Formaten vor. Diese Formate sind so aufgebaut, dass die Grafikkarte sie direkt lesen kann, ohne sie vorher aufwendig umwandeln zu müssen. Eine zusätzliche Komprimierung würde in vielen Fällen kaum noch einen Gewinn bieten, außer zusätzliche Rechenzeit für eure CPU zu bedeuten.
Es gibt aber tatsächlich Tools, wie CompactGU (kostenlos) oder Game Compressor (kostenpflichtig)I, mit denen ihr Spiele nachträglich komprimieren könnt. Das funktioniert aber bei weitem nicht bei jedem Spiel und nicht jeder Titel profitiert davon. Die perfekte Lösung ist das daher nicht. Einen Erfahrungsbericht dazu lest ihr in Kürze auf MeinMMO.

Mangelnde Optimierung: Ein Dauerthema unter Spielern
Da Spiele oft unter hohem Termindruck erscheinen, bleibt den Studios weniger Zeit, den Code für schwächere Hardware zu optimieren.
Stattdessen wird dann teilweise erwartet, dass die Spieler das Problem über stärkere Hardware oder KI-Upscaling, wie DLSS oder FSR, lösen. Viele kritisieren, dass Entwickler Upscaling als Ausrede benutzen, um Spiele nicht optimieren zu müssen. Und für viele Spieler ist es mittlerweile ein Unding, wenn sie Highend-Hardware verbaut haben und trotzdem nur mit 30 oder 40 FPS spielen können.
Und die Optimierung sollte man nicht unterschätzen: Ein Entwickler von No Man’s Sky erklärte damals, dass sie bei ihrer PC-Version mehr als 150 verschiedene Konfigurationen berücksichtigen müssen – die verschiedenen Konsolen noch nicht mitgerechnet.
Optimierung ist auf jeden Fall derzeit ein Dauerthema, welches uns Spieler in den kommenden Monaten noch länger beschäftigen werden dürfte.
Ein bekannter Entwickler zeigt, was alles möglich ist, wenn man ein Spiel ordentlich optimiert. Die Verbesserung der FPS-Rate ist beachtlich. Und das zeigt, dass es sich lohnt, ein Spiel optimiert auf den Markt zu bringen. Denn fehlende Optimierung ist ein Problem, welches viele moderne Spiele mit sich bringen: Ein Entwickler zeigt, was das Geheimnis eines guten PC-Spiels auf Steam ist: Optimierung
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