Verrät die Kickstarter-Kampagne von Divinity: Original Sin 2 etwas über MMORPGs?

Gestern starteten die Larian Studios die Kickstarter-Kampagne zum RPG Divinity: Original Sin 2. Obwohl es sich dabei um ein Single-Player-RPG handelt, könnte diese Crowdfunding-Kampagne auch etwas über MMORPGs aussagen.

Nach nicht einmal 12 Stunden wurde der gewünschte Finanzierungsbetrag von Divinity: Original Sin 2 überschritten. 500.000 Dollar wollte das Team haben, inzwischen sind über 600.000 Dollar zusammengekommen. Und die Kampagne läuft noch bis zum 30. September! Schaut man sich viele der letzten Projekte an, die Spielestudios über Kickstarter finanzieren wollten, so zeichnet sich ein eher ernüchterndes Bild. Manche Spiele konnten überhaupt nicht finanziert werden, andere nur sehr knapp.

Experten gehen davon aus, dass sich eine Art Ernüchterungsphase eingestellt hat, was Kickstarter angeht. Einige Spiele enttäuschten, andere lassen trotz erfolgreicher Finanzierung noch immer auf sich warten, ein kleiner Teil erschien sogar gar nicht und die „Backer“ erhielten nichts für ihr Geld. Man ist vorsichtiger geworden, ob und welche Spiele man bei einer Crowdfunding-Kampagne unterstützt.

Interessant: Mein-MMO fragt: Macht Ihr beim Crowdfunding mit?

Haben es MMORPGs auf Kickstarter schwerer?

Besonders MMORPGs scheinen es schwer zu haben, über Kickstarter oder andere Crowdfunding-Plattformen finanziert zu werden. Während Single-Player-RPGs wie Pillars of Eternity oder Torment: Tides of Numenera bei der Finanzierung geradezu durch die Decke gingen, haben es MMOs wie Camelot Unchained oder The Repopulation nicht geschafft, derartige Erfolge zu erzielen und so weit über das eigentliche Finanzierungsziel hinaus zu schießen.

Oft wurde das Ziel nur „gerade so“ erreicht. Kleinere Projekte wie Project Gorgon, die ein geringes Budget haben, kommen dabei noch besser weg, da sie sich an eine Nische richten und dafür keine horrenden Summen benötigen. Wobei man dazu sagen muss, dass Kickstarter vor einigen Jahren noch deutlich mehr Gamer angelockt hat, als heute. Heute ist es für Spiele generell schwerer geworden, erfolgreich finanziert zu werden oder sogar das Ziel deutlich zu überschreiten. Andere Beispiele wie Pantheon: Rise of the Fallen, die erste Kickstarter-Kampagne von Shards Online oder auch Trials of Ascension zeigen, dass – selbst wenn Entwickler wirklich gute Ideen für ein MMO haben – es nicht einfach ist, das Spiel per Crowdfunding finanziert zu bekommen.

Shards Online Quarry
Bei Shards Online klappte erst der zweite Kickstarter-Versuch.

Auf der anderen Seite sieht dies mit Single-Player-RPGs offenbar besser aus. Wie man am Beispiel Divinity: Original Sin 2 sieht, kann man mit einem Single-Player-RPG auch auf Kickstarter noch sehr erfolgreich sein. Zum einen zieht das Genre noch immer die Spieler an, zum anderen traut man den Entwicklern eher zu, für „geringere“ Beträge auch gute Spiele abzuliefern. Im Fall von Divinity: Original Sin 2 muss fairerweise auch gesagt werden, dass der Vorgänger sehr erfolgreich war und man durch die sehr gute Qualität des Spiels eine große Fangemeinde erschaffen konnte, die natürlich auch für den Nachfolger Feuer und Flamme ist und sich gerne wieder an der Finanzierung beteiligt.

Auch für Multiplayer-Fans geeignet

Divinity 2
Nach kürzerster Zeit sehr erfolgreich über Kickstarter: Divinity: Original Sin 2.

Wer sich an der Finanzierung von Divinity: Original Sin 2 beteiligen will, der kann dies noch bis zum 30. September über die Kickstarter-Seite tun. Auch Online-RPG-Fans kommen bei dem Spiel auf ihre Kosten, denn es wird einen 4-Spieler-Modus geben, indem man nicht nur kooperativ agieren muss. Spieler können beispielsweise unterschiedliche Quests erhalten, die gegensätzliche Ziele zu den Missionen der anderen Mitspieler haben. Das führt dann zu Konflikten und einem kompetitiven Spielgeschehen. Daneben bietet das RPG wieder taktische Rundenkämpfe und eine isometrische 3D-Ansicht. Die Larian Studios wollen dieses Mal aber viel mehr Wert auf eine tiefgründige Story und komplexe NPC-Gefährten legen. Hört sich doch gut an.

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Andreas meint: Ist es wirklich so, dass es MMORPGs schwerer haben, per Crowdfunding finanziert zu werden? Wenn ja, woran könnte das liegen? Zum einen traut man es Indie-Entwicklerstudios wohl eher weniger zu, für eher „geringe“ Beträge ein komplexes MMO zu entwickeln, dass auch Jahre motivieren kann. Zum anderen hat sich in diesem Genre offenbar über die Jahre auch eine Art Umdenken eingestellt. Auf der Spielemesse Gamescom etwa waren MMORPGs so gut wie gar kein Thema.

Crowfall Kickstarter
Kann Crowfall den großen Erwartungen gerecht werden? Unter den MMORPGs ist es noch das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt in diesem Jahr

Es gibt nicht viele Entwicklerstudios, die sich noch an MMOs wagen. Die Risiken sind allem Anschein nach sehr hoch. Es müsste viel Geld für die Entwicklung investiert werden und ob man dann wirklich eine große Spielergemeinde langfristig binden kann, ist nicht sicher. Auch ist der Markt – vor allem im Free2Play-Bereich – einfach übersättigt und auch die Spielgewohnheiten der Gamer ändern sich. Der Hang geht immer mehr zu Spielen, die kürzere Spielsessions, dafür aber schnellere Erfolgserlebnisse bieten wie etwa MOBAs. Ein neues, komplexes MMORPG auf dem Markt zu etablieren, ist schwierig geworden. Und ein solches per Crowdfunding zu finanzieren noch viel mehr. Es scheint so, als hätten es Single-Player-Titel hier einfacher. Ist dies nur ein subjektiver Eindruck? Diskutiert doch mit!

Interessant: Das westliche MMORPG ist tot und Ihr seid schuld.

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Balmung

Jo, das Problem ist es gab zu lange nur noch MMO Versager, die nach kurzer Zeit auf F2P umgestellt wurden. Zu viele sind inzwischen auf F2P eingestellt und der Rest hat den Glauben längst verloren noch mal so viel Qualität zu bekommen wie die die man damals hatte bevor WoW alles kaputt gemacht hat (wobei ich hier vor allem das immer mehr casualisieren von WoW meine). P2P kann heute nicht mehr die Qualität liefern, die P2P Spieler von ihnen erwartet und aus ihrer Erfahrung wissen sie auch, dass es F2P Spiele schon 10x nicht können. Dazu dann noch die heutige Community, die sich das Genre angelacht hat, da vergeht jedem leidenschaftlichen MMORPG Spieler alter Schule die Lust.

Das MMORPG Genre ist schlicht tot, man hat es tot geritten und zerfleddert. Damit lässt sich keinen Blumentopf mehr gewinnen. Andere wollen das natürlich nicht hören und nennen es einfach, dass sich die Spieler verändert haben und etwas anderes wollen und von dem Glauben werden sie sich auch nicht abbringen lassen, Selbstschutz vor der Realität? Weil man sich sonst selbst eine Teilschuld daran geben muss? Wer weiß… denn die Spieler sind mit ihrem ständigen Komfort Gewünsche nicht ganz unschuldig.

Von SotA bin ich als Backer leider auch enttäuscht, aber da war einfach von Anfang an zu wenig Geld da.

Bumblebee

SotA will einfach zu viel. Es will ein Sandbox MMORPG wie Ultima Online sein aber auch ein Single Player RPG. Im Prinzip sind es zwei Spiele in einem und schon für eines wäre das eingenommene Geld zu wenig… Aber jetzt können sie auch keinen Rückzieher mehr machen und z.B. sagen, dass sie den Single Player Modus streichen, denn es haben sehr viele nur wegen diesem Modus Geld gegeben…

Michael

Bei einem SP Spiel hat man, wenn es dann fertig ist, seinen Spaß. Bei MMORPGs ist man vor allem auf den Erfolg des Spiels angewiesen, damit man seinen Spaß hat. Daher spende ich nichts bei MMO(RPG)s. Das Risiko ist einfach zu hoch, dass es ein Flop wird.

F2P-Nerd

Gerade im MMORPG-Bereich gibt es genug F2P- und B2P-Titel auf dem Markt und obendrein kommen auch genug in der nächsten Zeit raus. Warum soll man dann also Geld für etwas bezahlen, was es sowieso schon so oder anders gibt? Star Citizen schlägt zum Beispiel in eine Kerbe, da warten die spieler schon seit Äonen drauf.

Außerdem hat Divinity in der Tat schon abgeliefert, man traut den Entwicklern einiges zu. Bei Pillars of Eternity habe ich auch die Börse gezückt und wurde nicht enttäuscht. Für gute Singleplayer-Qualität kann man schon mal was hinblättern.

N811 Rouge

Man hat halt seine Erfahrungen mit MMO(RPG)s gesammelt in den letzten Jahren. Dadurch ist bei vielen Ernüchterung eingetreten, denke ich. Es gibt zwar mal ein Feature hier, und ein Merkmal dort, aber am Ende hat man das Gefühl, alles irgendwie schon einmal gesehen zu haben. Been there, done that. So geht es zumindest mir.

Zwar erfinden die CRPGs das Rad auch nicht neu, aber manchmal erhält man dafür wenigstens eine gute Geschichte, bei der man selber wirklich Einfluß auf sein Vorgehen, die Handlung und das Ende haben kann. Ich persönlich habe dazu schon ein paar gute Kickstarter Titel für mich gefunden, die mir soweit wirklich gefallen haben (ok, eine Außnahme gibt’s).

Und falls jetzt jemand die Grafik der Kickstarter CRPGs bashen möchte, ich bin mit der „Infinity Engine“ groß geworden, meine Ansprüche liegen woanders 😉

Balmung

Also für mich war das alles schon mal gesehen haben nie ein Problem. Was ein Problem allerdings ist, ist schlicht wie neuere MMORPGs umgesetzt werden. Diese sind so mit Komfort Features vollgepackt um ja eine große breite Masse anzusprechen, dass sie einfach nach kurzer Zeit langweilig werden weil sich wirklich alles nur noch völlig bedeutungslos anfühlt.

Man wird von Quest Hub zu Quest Hub durch die Spielwelt so im Eiltempo durchgeleitet, dass die Spielwelt wirklich jegliche Bedeutung verliert und völlig austauschbar wird. Genau die Spielwelt und die Lore des Spieles ist es aber, was die Spieler eigentlich bei einem MMORPG hält. Wenn die Spielwelt aber völlig egal wird, was hält einen noch groß dort?

Nemmt doch einfach mal RPGs. The Witcher 3, warum ist es so erfolgreich? Wegen dem Kampfsystem, weil es lauter neue Gameplay Features hat die noch nie da waren? Nein, weil die Spielwelt und die Story so großartig ist und man merkt, dass diese mit viel liebe der Entwickler gemacht wurde (vor allem auch für Details) und nicht bei einer Drittfirma billig in Asien in Fließbandarbeit erstellt wurde.

Warum wohl erinnere ich mich noch so gut an alte Spielwelten von vor 10 Jahren, während ich die Spielwelten in den MMOs der letzten 5 Jahre fast alle größtenteils vergessen habe?

Und das ist jetzt nur ein Punkt. Gilt genauso für andere Dinge wie auch den Charakter selbst, zu dem es immer schwerer fiel eine Verbindung aufzubauen, so das einem die Figur auch etwas bedeutete und nicht völlig austauschbar wurde.

Oben drauf dann die klassische „Du bist der Held auf den die gesamte Spielwelt gewartet hat“ 08/15 Story, die wirklich gefühlt 99% aller MMOs hat und damit aus allen Spielern Helden macht… was ist wenn eine Spielwelt nur aus Helden besteht? Dann ist im Grunde keiner wirklich ein Held, weil der Begriff völlig jegliche Bedeutung verliert, wenn da zig tausend andere Helden rumlaufen.

Das ist der Grund wieso MMORPGs keinen Spaß mehr machen, weil alles um das Gameplay darum völlig belanglos geworden ist, nur noch Mittel zum Zweck.

Das es durchaus auch anders geht zeigt das einzige neuere Fantasy MMORPG, das noch P2P ist und auch nicht wirklich so aussieht, dass es irgendwann F2P wird: Final Fantasy XIV. Dessen Story hat Qualität, genauso wie die Spielwelt, man mag die Spielwelt und hält sich gerne speziell in dieser auf und schon sind Spieler auch genug Spieler bereit ein monatliches Abo zu bezahlen. Obwohl auch das MMO nicht wirklich perfekt ist, macht es in vielen Bereichen viel richtig, was alle Anderen falsch machen.

Das MMORPG Genre hat schlicht ein Qualitäts und Image Problem.

Chris Utirons

Divintiy Origin Sin hat halt schonmal geliefert und das wissen viele Baker, somit ist das Vertrauen schon mal da, bei Camelot Unchained, wo sogar ein Abo Modell existieren soll, sind dann wohl manche vorsichtig.

N811 Rouge

Genau. Deshalb war Shadowrun: Hong Kong eben so erfolgreich, auch wenn es eigentlich nur Detailveränderungen zum Vorgänger gibt (+ eine neue Geschichte natürlich): Mit Dragonfall hat man geliefert. Das hilft ungemein.

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