Mein-MMO fragt: Macht Ihr beim Crowdfunding mit?

Es ist Freitag und Ihr alle wisst, was das bedeutet: Wir wollen Eure Meinung hören und mit Euch ein wenig in den Kommentaren diskutieren! Heute widmen wir uns dabei einem Thema, das nur indirekt etwas mit MMOs zu tun hat, aber in den letzten Jahren immer stärker an Bedeutung gewonnen hat: Crowdfunding.

Wohl jeder hat in den vergangenen Monaten schon mal die Begriffe “Kickstarter”, “Startnext” oder “Patreon” gehört. Beim Crowdfunding geht es darum, dass die Finanzierung eines geplanten Projektes von der Masse (=Crowd) getragen wird. Das gibt allen, die irgendetwas verwirklichen wollen, die Möglichkeit, dies auch in die Realität umzusetzen. Natürlich nur, wenn sie genug Leute finden, die dieses Projekt mit Geld unterstützen (das sind die “Backer”). Oft bekommen die Backer kleine “Goodies” als Dankeschön, wie etwa eine Widmung oder bei besonders hohen Summen können sie sogar Einfluss auf das Projekt nehmen.

Cortyn meint: Auch ich habe mit Crowdfunding schon einige Erfahrung gesammelt. Im Grunde wird die Arbeit an meinem Buch auch ein bisschen damit entlohnt (wobei es eher ein kleines “Crowdchen” ist, als eine große Masse). Aber auch als “Backer” habe ich mich schon an der Finanzierung eines Projekts beteiligt. Dem ein oder anderen ist das Hörspiel “Allimania” vielleicht noch ein Begriff und dort wurde die 20. Folge über Spenden auf “Startnext” finanziert. Das ist nun zwei Jahre her und die Folge ist immer noch nicht erschienen. Das ist zwar auf der einen Seite etwas traurig, aber der Verantwortliche hält seine Fans zumindest immer mal wieder mit Hörproben und Wasserstandsmeldungen auf dem Laufenden.

Star Citizen Chris Roberts
Star Citizen, mit über 80 Millionen Dollar das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt. So is es Chris Roberts möglich, seine Vision einer modernen SciFi-Weltraumsimulation, die offensichtlich viele teilen, zu verwirklichen.

[pullquote]Für mich ist Crowdfunding einer der wenigen Beweise, dass Menschen ihre Visionen in der heutigen Zeit noch verwirklichen können, wenn sie es nur schaffen, genug andere Leute dafür zu begeistern.[/pullquote]Obwohl Crowdfunding viele Gefahren für die Backer birgt, da es kaum gesetzliche Reglungen zur Einhaltung des Plans gibt, wie etwa einen Zeitraum oder die Qualität des Produkts, so überwiegen für mich klar die Vorteile. Menschen mit einem Traum können ihn erfüllen und mit einer Stange Geld lässt sich so manches bewerkstelligen.

Als “Backer” muss man sich nur eines klar machen: Man hat keine Besitzansprüche zu stellen, denn man spendet, und das freiwillig, weil man an die Kreativität und Leistung einer Person oder Gruppe glaubt. Man “kauft” nichts im Voraus. Man hofft nur, dass das gewünschte Projekt Erfolg hat und am Ende auch gefällt. Für mich ist Crowdfunding einer der wenigen Beweise, dass Menschen ihre Visionen in der heutigen Zeit noch verwirklichen können, wenn sie es nur schaffen, genug andere Leute dafür zu begeistern.

Bei welchen Crowdfunding-Projekten ist die Mein MMO Community unterwegs?

  • Michel unterstützt z.B. das Sci-Fi-MMO “The Repopulation” und allen voran Star Citizen, das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt aller Zeiten.
  • Chris Utirons hat nach anfänglicher Skepsis, Gefallen an das Sandbox-MMORPG Albion Online gefunden.
  • Zunjin freut sich auf den PvP-Nachfolger im Geiste von Dark Age of Camelot: Camelot Unchained.
  • Dann scheinen mehrere, unter anderem m-coaster, die neue MMO-Hoffnung Crowfall für sich entdeckt zu haben.
  • Shroud of the Avatar oder H1Z1 sind hier auch schon einige Male in den Kommentaren aufgetaucht.
  • …viele schätzen dabei vor allem die Transparenz der Entwickler und das Gefühl, ein Teil von dem Projekt zu sein. Skepsis dringt aber auch durch.
Crowfall Kickstarter
Zuletzt machte Crowfall auf sich aufmerksam. Das Spiel, dass das Genre umkrempeln möchte.

Und jetzt zu Euch: Habt Ihr Erfahrungen mit Crowdfunding gemacht? Wenn ja, was habt Ihr unterstützt und warum? Wenn ihr es sagen mögt, verratet uns auch gerne, wie stark ihr etwas unterstützt und was ihr Euch davon versprochen habt! Wurden Eure Erwartungen erfüllt oder habt Ihr es gar bereut? Oder lehnt Ihr diese Art der Projektförderung generell ab? Lasst es uns wissen und diskutiert mit!

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Nirraven

Bis jetzt habe ich Star Citizen mit einem kleinen Paket unterstützt. Mir gefällt das Setting einfach sehr gut und bin vom bis jetzt Gezeigten sehr positiver Dinge 🙂

Bin auch grad am überlegen ob ich Crowfall unterstütze die Ideen hören sich einfach toll an.

echterman

Beim Crowdfunding wird mir zuviel Schindluder betrieben. Crowdfunding ist an sich ne coole Idee aber sehr unsicher für die Spender. Ich habe in meiner gesamten Spielzeit(24 Jahre bisher), nur einmal Geld ausgegeben um in ein Spiel rein zu schauen welches noch nicht erschienen ist. Ich hab mir das kleinste Gründerpaket von SkyForge gekauft, weil das Spiel sehr gut in mein Spielverhalten passt.

Ich überlege mir 20 mal bevor ich Geld für Spiele ausgebe. Meist lass ich es bleiben.

m_coaster

Huh…es ist bekannt mit Crowfall und mir? 😀 Ja da bin ich in der Tat heiß drauf. Ich denke es könnte echt das Ding werden. Wirkt einfach anders vom Konzept und passt vielleicht auch eher in die Spielgewohnheiten vieler MMOGler. Also eher Kampagnen spielen, zeitlich begrenzt, dazu dynamische Welten.

Allgemein finde ich Crowdfunding interessant. Bisher sind meine Projekte die ich unterstützt habe ziemlich erfolgreich gewesen und ich hatte immer großen Spaß mit den Spielen. Oft mehr als mit dem nächsten aufgeblasenen AAA Projekt. Das liegt finde ich oft daran das diese Kickstarter Spiele das umsetzen, was sich AAA oft gar nicht traut. Glaubt oder teilt man die Vision des Konzepts, ist man hier und da für Abstriche bereit und hat am Ende mehr Spaß, vielleicht auch aufgrund der niedrigeren Erwartungshaltung, als beim von PR Trailern angehypen AAA Produkt.

Star Citizen, Camelot Unchained und The Repopulation habe ich auch auf dem Radar.

Nookiezilla

Early Access über Steam, ja doch schon einige Male gemacht. Aber Kickstarter oä noch nie und noch habe ich nicht das verlangen danach 😀 ist bei mir so eine psychische Sache. Wenn ich da Geld beisteuer muss ich x Wochen / Monate warten ehe ich zocken kann ( soweit ich weiß jedenfalls), über Steam per Early Access kann ich halt direkt loslegen.

Jellyhorn

Ich spende lieber an Streamer, mit Crouwdfundig hab ich noch überhaupt keine Erfahrung.

Florian K.

Bin da zwiegespalten, auf der einen Sache ist es klasse Entwickler mit tollen Ideen, aber ohne das nötige Kleingeld unterstützen zu können. Allerdings sind die Risiken, halt ernorm. Im Grunde kann man das Geld dann gleich abschreiben.. viele dieser Spiele kann man zudem nicht spielen oder erst spät oder in einem sehr unfertigen Zustand, was auch nicht viel Freude aufkommen lässt.
Auf Kickstarter untersütze ich auf Grund einer fehlenden Kreditkarte gar nichts. Wenn dann nur auf europäischen Seiten der Art (so geschehen bei Stronghold Crusader II) oder via Steam – Early Access.
Am Dienstag werde ich Killing Floor 2 unterstützen. 🙂

m_coaster

Also man sollte sich etwas mit den Entwicklern und dem Spiel beschäftigen, vielleicht mal in das entsprechende Forum gucken. Oft ist ja eine gewisse Substanz da. Am Ende ist der Aufwand, mit ca. 20 bis 35 Dollar, was in Euro noch wesentlich weniger ist, gering und du hast für später ein Spiel in der “Tasche” für das du dann nichts mehr ausgeben musst. So fern du richtig lagst, gibt es so Spiele, die du sonst nicht bekommen hättest.

Pillars of Eternity zum Beispiel. Die Referenzen der Entwickler waren ja enorm. Das Konzept klang sehr gut und professionell. Ich habe glaube ich 30 Dollar “gespendet” und habe nun vor ein paar Wochen das aus meiner Sicht beste Rollenspiel seit Jahren bekommen. In einer Machart wo jeder Publisher oder BWLer gesagt hätte, das kommt nicht an, zack in den papierkorb damit.

Star Citizen – ich denke da muss man keine großen Worte verlieren. Auch der Erfolg war abzusehen, die Vision wächst immer noch und das Ding wird sicher nicht scheiße. Das war damals zu einer Zeit wo jeder Publisher gesagt hätte, für solche Spiele gibt es keinen Markt. Nun gibts massenhaft Trittbrettfahrer!

Shadowrun… auch dieses Spiel für wirklich wenig Geld unterstützt und richtig Spaß gehabt. Bei der Kickstartervorstellung hat man schon gemerkt das das Fans des Universum sind. Das letzte Shadowrun Spiel, war von EA und ein schlechter Arena Shooter! Das treibt jedem Fan vor Trauer Wasser in die Augen. Ich liebe Kickstarter dafür das ich seit Jahrzehnten endlich mal wieder ein gutes Shadowrunspiel spielen konnte.

Was ich übrigens nicht so gut finde ist sind die Sachen über Early Acces. Da ist es vom gefühl nämlich so wie du es beschreibst, unfertiger Zustand, evtl. gibt nie nen richtigen release und Co. Da sind viele Schwarze Schafe unterwegs. Und gerade dieses Spielen in der Alpha und Beta Phase halte ich bei solchen kleinen Projekten für gefährlich. Darum finde ich Kickstarter besser – da kriegt man es wenn etwas, wenn es fertig ist.

Bodicore

Ich frage mich ob ich vielleicht meine nächste Freundin über Crowdfoundig Finanzieren sollte.
Wenn wir dann heiraten sind alle eingeladen.

Cortyn

Die Idee finde ich sogar lustig. Ist fast so toll, wie der Nudelsalat (oder wars Kartoffelsalat?) der über 20.000$ eingenommen hat 😡

Dawid

Jetzt wisst ihr, wie ihr Cortyn heiraten könnt. 😀

Haui

Wenn ich später zum Release prozentual am Gewinn beteilig werden würde, ja dann würde ich da vielleicht Geld “investieren”.

Ich muss aber zugeben, dass ich die, mir selbst unerklärliche, Naivität anderer schätzen gelernt habe. Das ermöglicht mir einige sehr wenige Lichtblicke darunter anspielen zu können. Noch bekloppter finde ich die “Spenden” an Streamer.
Geld ist für mich MEINE investierte/verbrauchte Lebenszeit und die setzte ich mit Bedacht ein.

Vielleicht bin ich auch langsam zu alt, um das alles noch zu verstehen.

Cortyn

Darf ich fragen, was du an Spenden für Streamer schlecht findest? Immerhin unterhalten sie dich doch und du konsumierst ihre Sendung. Die Streamer investieren/verbrauchen (wie du es nennst) auch ihre Lebenszeit, warum also nicht ab und an ein paar Euro dafür bezahlen?

Haui

Wer sagte denn, dass ich mir Streamer anschaue?
Ich zocke lieber selber, als dass ich anderen dabei zuschauen muss.
Und mich persönlich unterhalten sie auch nicht… ich brauche keinen, in Monologen quatschenden virtuellen “Freund” ;-p
Dass muss ja auch nichts Schlechtes sein, ich finds halt nur, wie gesagt, bekloppt.

Bodicore

Ich denke eher das die meisten Streamer das mehr für ihr Ego machen als für den Zuschauer desshalb hat auch jeder 2te eine Facecam rumstehen als würde sich jemand für seinen glasigen Blick interessieren. so ein bisschen Berühmtheit ist doch was tolles…

Cortyn

Als Stream-Konsument muss ich sagen… ja, ich sehe die Gesichter der Streamerinnen und Streamer gerne. Die Gesichtsregungen machen für mich oft einen großen Teil der Unterhaltung aus oder sind zumindest fester Bestandteil davon. Und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die ganzen “Vollzeitstreamer” das für ihr Ego machen. Den ganzen Tag zu zocken, während einem andere Menschen pausenlos zuschauen ist sicher kein leichter Job.
Du musst immer ein bisschen auf den Chat achten, musst dich selbst im Griff haben (anstößige Witze, die man mit Freunden im TS machen würde muss man sich sparen) und trotzdem noch unterhaltsam sein.
Klar, ein wenig Berühmtheit kann auch mit reinspielen – aber letztlich müssen sie dem Zuschauer etwas liefern, was er sehen will.

Bodicore

Nun ja es kann auch sein das die Streams welche du als regelmässiger Konsument schaust qualitativ besser sind als die welche ich erwische wenn ich nur mal so nebenbei reinzappe um zu schauen wie sich ein Spiel so anfühlt…

Ich decke die Facecams sogar ab weil mich das Bild im Bild so sehr stört 🙂

Coreleon

Ich sehe Crowdfounding eher skeptisch (early Access ebenso) da man 0 Sicherheiten hat , dass sich der Initiator des ganzen nicht einfach mit dem Geld absetzt. Was da gerade im Spiele Bereich für ein Schrott dar geboten wird ist unglaublich, zudem auffallend wenn “der Entwickler” dann noch für 3+ andere Projekte Geld sammelt.
Grad jüngere lassen sich von solchen Leuten über den Tisch ziehen und da sollte sich zeitnah der Gesetzgeber mal was zur Regulierung des ganzen ausdenken.
Das Problem ist das bei digitalen Gütern,in welcher form auch immer, der Beschiss immer mehr zunimmt, da das ganze gesetzlich kaum reglementiert ist.
Man sollte sich die Leute daher vorher genau ansehen , denen man sein Geld SCHENKT (!) und nun nicht unbedingt gleich ein paar hundert Euro oder mehr überweisen, nur weil sich das alles ganz toll anhört.

MfG

Michel

Welche Sicherheiten hast du bei normalen Spielen? Hatte man die Sicherheit für Spielspaß bei Sim City? Oder bei X Rebirth? Hier haben die Publisher/Entwickler große Versprechen gegeben und im Vorfeld das Produkt in Videos in seiner schönsten Form gezeigt (oder das Beispiel Watch Dogs). Dann werden die unerfahrenen jungen Menschen mit Vorbestellerboni gelockt, damit möglichst viele vor Release das Spiel haben… Nee, was das angeht, haben die großen Spieleunternehmen kein Vertrauen mehr bei mir.

Coreleon

Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun,das eine ist evtl auch eine frage der Vorlieben und im Zweifel versetzt du das spiel halt wieder.
Bei Crowdfounding bekommst DU ersteinmal … nichts . Da hat einer ne Idee und Du gibst ohm dafür Geld weil Du HOFFST das er z.B. ein Spiel Programmiert. Müssen muss er aber nix und kann nach 2wochen sagen…mhm projekt gescheitert, schade hau rein.
Würdest du sowas mit reellen gütern abziehen , wäre das betrug und du würdest umgehend mit dem Strafrecht Bekanntschaft machen.
Das ist mein KritikPunkt, weil sich immer mehr dubiose Leute anfangen in dem bereich zu tummeln um , gerade junge ,Spieler abzuzocken und hier haben sie 0 Risiko ^^

Michel

Die Spiele kann ich nicht versetzen, weil sie an meinen Account gebunden sind.
Übrigens gab es Crowdfunding lange bevor es im Spielebereich bekannt wurde und es funktioniert auch in der “realen” Welt sehr gut. Es gibt massig Produkte, Dienstleistungen und kreative Werke, die über Crowdfunding entstanden sind. Und an meiner Auflistung weiter unten siehst du ja, dass zumindest in meinem Fall die Zahl der Enttäuschungen gering ist.

Mir gefällt die Idee des Crowdfunding jedenfalls sehr, weil im Idealfall ist der Produzent dem Kunden und nicht einem anonymen Investor verpflichtet. Und für die schwarze Schafe benötigt es bessere Kontrollinstanzen.

Coreleon

Es fing ja mit “Asylum” (?) an das angefangen wurde im Gaming Bereich die Leute über den Tisch zu ziehen und sich Gerichte anfingen mit sowas zu beschäftigen und greift halt um sich. Das kann man sich schön reden oder auch versuchen weg zu diskutieren, das Problem verschwindet dadurch trotzdem nicht.
Daher sage ich lediglich, dass man sich das gut überlegen sollte sein Geld da zu investieren, Vertrauensvorschuss und Internet passt nämlich meistens nicht zusammen. :/

MfG

Michel

Leute werden überall über den Tisch gezogen. Mich hat z.B. vor kurzem eine Werbeagentur über den Tisch gezogen, weil sie so getan hat mit mir zusammenarbeiten zu wollen, aber eigentlich nur sehr günstig bis teilweise umsonst an mein Wissen rankommen wollte. Aber so ist das halt. In 9 von 10 Fällen hab ich dafür mit Werbeagenturen gute Erfahrungen gemacht. Daraus lernt man, vor allem, wie man sich in Zukunft verhält. Trotz Godus werde ich weiterhin in aussichtsreiche Projekte investieren, aber ich schaue genauer auf die Leute, die dahinter stehen. Was haben sie davor gemacht? Wie ist ihr Kommunikationsverhalten? usw…

Und mal ganz ehrlich: 20 Euro für ein Spiel sind nun wirklich nicht die Welt. Wenn ich dagegen rechne, dass ich bei 9 von 10 Spielen 20-30 Euro gespart hab, kann ruhig mal ein Spiel in den Sand gesetzt werden und ich hab im Gesamten immer noch Geld gespart (was natürlich nicht die Enttäuschung ausgleicht).

Coreleon

Ich bezog mich da eher auf Crowdfounding/early Access Paketen im Bereich von 200,300…500€ .
Das is noch nicht mal selten, sondern wird immer populärer.
Ich persönlich bin bei EC (Eternal Crusade) dabei ,dahinter steht aber ein Konzern der eigentlich nicht auf das Geld angewiesen ist und die Com hatte sich sowas gewünscht.
Dazu sei aber gesagt das BeHavior zb auch bei der Umstellung der Pakete an die Leute den Differenz Betrag zurück gezahlt hat.Hab ich so in der Form bisher auch noch nicht gesehen.
Daher schrieb ich das man sich Projekte genau ansehen sollte bevor man da ein paar hundert € reinpumpt.
peter molyneux zb würde ich kein cent für irgendwas geben,der hatte zwar ne menge nette ideen aber hat immer wieder den mund zu voll genommen. Daher sollte man sich die Leute vorher mal genau ansehen,wenn die nun bei ihrem 12. Start up dabei sind bzw bei 3 Konzernen gefeuert wurden könnte man sich denken das da nur mist rauskommen wird.

MfG

Gerd Schuhmann

Hm, ich seh’s zwiespältig. Normalerweise sollten Künstler oder Kreative in der Lage sein, auf dem freien Markt ihr Geld zu verdienen. Dann regelt das Angebot und Nachfrage. Gibt es einen Markt für das, was ich anbiete? Kann ich davon mein Leben finanzieren.

Die meisten können das nicht. Die meisten sind aber auch einfach nicht sehr gut oder ihre Zielgruppe ist so speziell, dass sie davon nicht leben können.

Und da ist eigentlich die Antwort: dann arbeitet man an sich, bis man besser wird. Oder man versucht, eine breitere Zielgruppe zu erreichen.

Es gibt diesen Trend zurzeit, dass man sagt: Der “Markt”, die “Mechanismen des Marktes” hindern den Kreativen daran, sein Potential zu entfalten. Sie hindern ihn daran, gut zu werden. Und er muss andere Wege finden, sich zu verwirklichen und freier zu werden.

Das entspricht nicht meiner Lebenserfahrung. Meiner Lebenserfahrung nach setzt sich Qualität durch.

Ich glaube, ein hungriger Bauch motiviert sehr gut und Ehrgeiz und Erfolgshunger sind starke Antriebe. Und dem “Ich will von meiner Arbeit leben können, auch gut leben können”-Gedanken sind schon viele sehr starke Werke im Laufe der Jahrhunderte geschuldet. Im Prinzip ist das Crowdfunding so der Versuch, sich ein “finanzielles Netz” aufzubauen. Aus einer relativ kleinen Zielgruppe relativ viel Geld herauszubekommen.

Und da setzt man eben nicht nur auf “künstlerische Qualität”, sondern auch auf psychologische Tricks. Man ist der Kumpel, man ist ganz menschlich und transparent, die Fans sind so nahe dran. Und wer mehr Geld ausgibt, der darf noch näher ran. Und der darf zu einer Party fliegen und kriegt ein Interview und wird gewürdigt.

Als “Kunde” fühlt man sich da z.T. sicher auch gut bei. Wer einer Streamerin oder einer Community-Seite oder einem kleinen Entwickler-Team Geld spendet und sich dadurch zugehörig fühlt – da ist an und für sich auch nichts Schlechtes dran. Und wenn man als Studio sagt: Wir wissen das alles, wir wollen nur eine kleine Zielgruppe erreichen, für die es sich nicht lohnen würde, ein großes Game zu machen: Und spielt so mit offenen Karten … ja.

Es nimmt halt immer leicht so absurde Züge an. Dieses Verhältnis “Künstler, der von seiner Community” lebt und Geld mit Nähe belohnt … ich finde das hat z.T. eklige Auswüchse.

https://www.youtube.com/wat

Gerd Schuhmann

Kurz: Ich seh das Problem, dass es dazu verleitet, dass nicht das Produkt im Vordergrund steht. Das, was man herstellt. Und das sollte in meinen Augen im Sinne von uns allen im Vordergrund stehen.

Sondern in den Vordergrund rückt der Hersteller und seine “Persönlichkeit.” Und die Auswüchse, was passiert, wenn man sich selbst und seine Art verkauft, finde ich aktuell bedenklich.

Michel

Das stimmt, ich unterstütze z.B. keine Selbstdarsteller (mehr), seit ich bei Monlyneux auf die Schnauze gefallen bin.

Michel

Meiner Erfahrung nach regelt der Markt eben nicht perfekt. Spieleentwicklung von mittelmäßig aufwändigen Spielen kosten sehr viel Geld, mehr Geld, als ein einzelner Mensch bzw. eine kleine Gruppe aufbringen kann. Also müssen sie das Projekt extern finanzieren und da gibt es nicht viele Möglichkeiten: Banken, Publisher, Investoren etc., die aber ausschließlich den finanziellen Erfolg im Auge haben. Was dann passiert, kann man sehr gut an ehemals erfolgreichen Kultspielen sehen, die bei einem großen Publisher untergekommen sind: Sie werden nur noch für den maximalen Profit verwurstet (Syndicate ist ein tragisches Beispiel und Satellite Reign das positive Crowdfunding Gegenstück).

Spielelemente dagegen, die den Profit schmälern, aber die Kernzielgruppe ansprechen wie z.B. Modbarkeit, Schwierigkeitsgrad, Simulationsanspruch, textbasierte Geschichten statt Vollvertonung, ausgefallenes Setting (Zombies vs. realistisches Mittelalter ohne Fantasy) usw. bleiben dann auf der Strecke. Was wir dadurch für Spiele bekommen, haben die letzten ca. 10 Jahre AAA Titel gezeigt. Teilweise seelenlose anspruchslose Weichspielkost mit toller Konsolengrafik, viel Inszenierung und Vollvertonung. Wann gab es z.B. vor E:D oder SC die letzte gute Spacesim? X Rebirth? Auch eine totale Verwurstung hinsichtlich viel BlingBling und maximalen Profit.

Meine Erfahrung mit Crowdfunding (dazu zähle ich auch Early Access) ist überwiegend sehr gut:

Star Citizen, Elite Dangerous, The Dead Linger, Divinity, Planet Explorers, Starpoint Gemini 2, 7 Days to die, Prison Architect, Project Zombied, The Repopulation, Minecraft, Rimworld usw…

Alle aufgeührten Spiele bringen regelmäßig Updates, sind bereits in einem sehr guten Zustand oder gar fertig und gute Spiele geworden.

Nicht ganz zufrieden bin ich mit der Entwicklung der DayZ Standalone und dem Ergebnis von Shadowrun Returns, das war mMn zu wenig gutes Rollenspiel und viel zu kurz.

Eine Enttäuschung ist Godus. Da hab ich viel zu sehr dem Schwätzer Molyneux getraut 🙁

Ich werde auch in Zukunft weiterhin Crowdfundingprojekte unterstützen, allerdings werde ich vorsichtiger sein. Inzwischen gibt es unter den Crowdfundingprojekten viel zu viele Projekte die mir unseriös erscheinen oder eigentlich in die Hände eines Publishers gehören, weil sie eben dem Massenmarkt entsprechen und ohne Probleme einen “normalen” Investor finden können wenn sie entsprechende Qualitäten vorzeigen können.

Cortyn

Ein sehr schöner Kommentar, auch wenn ich deine Meinung nicht teile. Ich bin vielleicht ein wenig zu romantisch verklärt, aber der “freie Markt” bietet eben nicht genug Möglichkeit für Künstler, um sich im Regelfall über Wasser zu halten. Genau deswegen gibt es ja z.B. Dinge wie die Künstler-Sozialkasse, die “Künstlern” (in welcher Form auch immer) eine leichtere Absicherung im System ermöglichen.
Außerdem finde ich den Gedanken absolut schrecklich, dass jemand seine Werke massentauglicher machen muss, nur weil sie sonst nicht überleben können.

Die heutige Zeit ermöglicht es einfach, auch Leuten ein Leben zu ermöglichen, die nur für eine kleiner Zielgruppe irgendetwas erstellen. Und wenn diese kleinere Zielgruppe bereit ist, diese Personen zu tragen und zu unterstützen, ohne dass der Künstler sich dafür verbiegen muss, dann ist das aus meiner Sicht eines der schönsten Dingen dieser Welt. Wenn ich glaube jeder Kreativschaffende blutet innerlich, wenn er seine Werke verändern muss, nur um eine größere Masse anzusprechen.

Ich finde Jack Conte hat ein recht schönes Video gemacht und diesen Mann bewundere ich sehr und teile seine Ansichten fast zu 100%. In der heutigen Zeit sollten auch Nischenkünstler (egal ob bei Spielen oder sonstwas) von ihrer Arbeit leben können. Nicht jeder muss den “großen Durchbruch” schaffen. Zwar auf Englisch, aber ich mag den Typen einfach:

https://www.youtube.com/wat

Die Beispiele mit Tom Beck, Unge und wie sie alle heißen finde ich ebenfalls schrecklich. Wenn man seine Fans nur noch aus reiner Gier ausnutzt, dann hat das wenig mit dem ursprünglichen Sinn von “Crowdfunding” zu tun. Deswegen sollte man aber nicht alle wieder in einen Sack werfen – viele Youtubestars oder Streamer sind wie sie sind. Nicht alle haben so eine Maske auf.

Dass sich Qualität durchsetzt, empfinde ich in der heutigen Zeit des Internets leider auch nicht mehr so. Als Beispiel finde ich den HearthStone-Stream von Steve Krömer (“Stevinho” oder “Stevicules”) als einen der unterhaltsamsten und oft lehrreichsten im deutschen Raum, weil er echt oft kompetente Gäste hat. Er selbst ist zwar kein überragender Spieler, aber er hat oft Leute aus dem Top100-Europa-Legendbereich dabei, die ihn trainieren und alles genau erklären. Trotzdem dümpelt der zwischen 500 und 1000 Views herum. Er hat, wenn ich mich recht entsinne, mal gesagt “Die Leute stehen heute auf alberne Scheiße, nicht auf Qualität” – und damit solche Leute nicht aussterben, die für eine Nischengruppe noch Qualität liefern, dafür bin ich absolut.

Liebe Grüße,

Cortyn

Gerd Schuhmann

Kunst ist romantisch. Kunst zu erschaffen ist sentimental. Aber man darf als Künstler nicht diese bequemen Dinge glauben, die sagen: Es liegt nicht an dir, es liegt an der Welt. Das hilft ja nix.

Ich halte das für hochgefährlich als Künstler zu sagen: Ich bin wie ich bin. Wenn ich mich ändere, dann verbiege ich mich und bin nicht mehr authentisch. So kriegt man überhaupt nix gebacken. Als Künstler geht’s darum, besser zu werden, das nächste Werk besser zu machen, man verändert, man verbessert sich, man arbeitet an sich. So entsteht gutes Zeug.

Dieses “Ich bin, wer ich bin. Und das, was ich mache, verleiht meiner Persönlichkeit Ausdruck: Das führt zu nix.

Also ja: Natürlich leiden Kreative, wenn sie gegen ihren Willen ein Happy-End schreiben sollen. Aber wenn man gut genug ist, kommt man in eine Position, wo man das eben nicht mehr machen muss.

Ich denke: Diese Crowdfunding-Sachen, dieses “von der Nische leben”, ist echt verständlich. Es nimmt Leidensdruck vom Künstler, aber grade den braucht er, aus meiner Sicht, um wirklich was Relevantes hinzukriegen.

Wenn man sich mal mit der Biographie von Leuten beschäftigt, die heute – in meinen Augen – zu den dominanten Künstlerfiguren unserer Zeit zählen: George R.R. Martin (Autor von Game of Thrones) oder Louis C.K. (Komiker).

Martin fing Game of Thrones an, als er eigentlich in Hollywood “gescheitert” war, da war er maximal ein Autor so aus der 2. oder 3. Reihe mit spleenigen Projekten und Ideen. Und dann fängt er ein Fantasy-Epos an, das auf 25 Jahre ausgelegt ist. Völlig irre.

Louis C.K. hat ewig rumgegammelt als Komiker, nix gebacken bekommen, bis er irgendwann mal … ja, auch einfach Kohle verdienen musste, bis mal ein Schalter umgelegt wurde und bis er jedes Jahr das alte Programm weggeworfen und ein neues gemacht hat.

Das sind doch beides Typen, wenn man die sich anguckt. Die hätten beide vor 20 Jahren sagen können: Ja, ich gefall halt nicht jedem. Ich hab halt meine Nische. Ich geh keine Kompromisse ein, ich mach weiter mein Ding. Die haben sich beide neu erfunden, sind aus ihrer Comfort Zone raus und haben es einfach gemacht.

Und wem das zu sehr Popkultur ist: Dürrenmatt genauso. Nix gebacken bekommen, bis die Frau im Krankenhaus lag. Und dann hat er erst angefangen, sein Potential zu verwirklichen, weil er Angst um das Leben seiner Frau hatte und einfach Geld brauchte. So geht zumindest die Legende.

Übrigens: Auch eine gefährliche Idee “Nur die Nische will noch Qualität, der Rest gibt sich mit Scheiß zufrieden” … da macht man sich als Künstler einfach kaputt mit. Und es gibt viele Gegenbeispiele.

Cortyn

“Also ja: Natürlich leiden Kreative, wenn sie gegen ihren Willen ein
Happy-End schreiben sollen. Aber wenn man gut genug ist, kommt man in
eine Position, wo man das eben nicht mehr machen muss.”
Brr, da kräuselt sich bei mir alles, was sich kräuseln kann! Demnach müsste man sich erst verbiegen, um dann als “gut genug” zu gelten, um es am Ende nicht mehr tun zu müssen, was dann der Masse nicht mehr gefällt, die man mit dem “Verbiegen” befriedigt hat? Das widerstrebt mir komplett.

Du hast natürlich recht, wenn du sagst: Aktuell muss man das so machen. Wer Erfolg haben will, der muss sich verbiegen. Aber um genau das zu ändern (was ich absolut fantastisch finde) sind Methoden wie Crowd-Funding doch super.

Es ist übrigens auch nur ein Mythos, dass “Druck” zu besserer Leistung führt. Das mag im Einzelfall so sein, nicht aber in der Masse. Das wird zB auch gerne als Argument gegen ein Grundeinkommen benutzt. Und jetzt widerlegen die Feldversuche: Glückliche Menschen ohne Ängste und mit Absicherung sind produktiver und kreativer.

Vielleicht spricht aus mir auch einfach viel die Soziale Arbeit, aber ich glaube an eine Welt, in der Menschen mit und von dem leben können, was sie gerne tun. Nicht in 5 Jahren. Auch nicht in 10. Aber irgendwann kann man das erreichen. Wenn nicht, leite ich halt die Apokalypse ein. Als Dämon habe ich da ein paar Connections…

Gerd Schuhmann

Mein Punkt ist nicht “Wer als Künstler Erfolg haben will, muss sich verbiegen”, sondern mein Punkt ist “Wer als Künstler Erfolg haben will, muss sich verbessern, sich hinterfragen, an sich arbeiten.”

Und das macht keinen Spaß, das verletzt das Ego, das nagt an einem und darum wollen sich viele drücken und “ihre Nische” und “Crowdfunding” helfen ihnen dabei.

Das ist mein Punkt. Ich bezweifele, dass man als Autor Erfolg haben kann, wenn man auf die Unverletzlichkeit des eigenen Egos besteht und dass man sich bei allem wohlfühlt.

Scheitern und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, die einen Vorwärts bringen, gehören unbedingt dazu.

Cortyn

Wer als Künstler keine Kritik vertragen kann und nicht mehr an sich arbeitet, ist kein Künstler in meinen Augen. Das steht aber einer “abgesicherten” Arbeit nicht im Wege, finde ich.

Michel

Warum schließt es sich aus, dass man mit Crowdfunding nicht mehr daran interessiert ist, sich zu verbessern? Im Prinzip ist es doch auch bei der regulären Finanzierung so. Du hast (grob gesagt) eine Idee, einen Businessplan und Referenzen. Mit denen gehst du bei Investoren hausieren und bekommst, wenn du Vertrauen erzeugst, dein Projekt finanziert. Du könntest dich auch danach auf die faule Haut legen, weil die nächsten 2-3 Jahre sind abgesichert, wenn du ein paar Meilensteine einhälst.

Im Grunde unterscheidet sich Crowdfunding und reguläre Finanzierung nur durch die Kontrolle und die Einhaltung der Meilensteine. Aber auch bei regulärer Finanzierung geht sehr viel nur über Vertrauen und natürlich spielt vor allem die Rendite eine sehr wichtige Rolle (die bei Crowdfunding seitens der Investoren komplett fehlt).
Meiner Meinung nach müssten, um Crowdfunding aus meiner Sicht perfekt zu machen, Plattformen wie Kickstarter stärker kontrollieren. Projektleiter müssten der Community bessere Businesspläne vorlegen, bei denen ganz konkret Erfolgskennzahlen stehen. Die Ausgabe des Geldes erfolgt nur bei der Einhaltung dieser Kennzahlen.
So kann sich z.B. jemand nicht aus dem Staub machen, nachdem er von der Community einen riesen Batzen Geld bekommen hat, sondern er muss Erfolge nachweisen um auch den Rest zu bekommen. Und dafür benötigt es vor allem Transparenz aber auch eine Instanz, die dafür zuständig ist. Und da sehe ich vor allem Anbieter wie Kickstarter oder Steam mit Early Access in der Verantwortung. Bisher sacken die nämlich nur die Kohle ein und überlassen das Risiko dem Kunden.

m_coaster

Pillars of Eternity. Gespielt? Mal Reviews gelesen? Dafür gab es auch keinen Markt. Keine Zielgruppe…

Star Citizen… vor der erfolgreichen Kampagne war das Genre so gut wie ausgestorben!

Gerade in der heutigen Zeit wo Kapital für die riesigen Spieleschmieden alles ist, finde ich deine Einstellung etwas komisch, ja irgendwie Schade.

Kunst ist erstmal nur für sich. An sich arbeiten müssen alle. Und ich glaube ein Entwickler der einen Traum hat, den Traum eines isometrischen Rollenspiels, der seine Vision umsetzen möchte, und soviel positives Feedback bekommt wie bei der Kickstarterkamapgne zu Pillars of Eternity, der reißt sich den Arsch auf. Ich denke mehr, als in irgendeiner AAA Schmiede, im Großraumberü mit 350 Angestellten, mit einpeitschenden Teamleitern, unbezahlte Überstunden und ein Art Director der dem BWL unterstellt ist. Die Ameise die dort an etwas arbeitet, die wird ganz sicher nicht unbedingt mehr motiviert sein.

Es gibt in der Vergangenheit unzählige Spiele die durch ehrgeizige kleine Studios entwickelt wurden. Weil Sie eine Vision hatten. Und nicht weil Sie einen Markt bedienen wollten. Minecarft, FEZ… oder Braid..es gibt viele Beispiele die deiner Theorie irgendwie widersprechen.

Gibt auch viele andere Bereiche, wo Branchenriesen sogar Entwicklungen bewusst vermeiden, weil es Gewinne gefährden könnte.

Der Markt regelt nämlich leider nicht alles, darum ist die Welt so am Abgrund wie sie gerade ist 😉

Zum Schluss…

In deinen obigen Absatz hast du einen Fehler. Ein Künstler, dem geht es nicht um Erfolg. Ein wahrer Künstler will sich erstmal nur ausdrücken!

Gerd Schuhmann

Wir waren grade bei Louis C.K. und George R.R. Martin, nicht bei Pillars of Eternity.

Also das sind 2 verschiedene Gespräche, die hier laufen. Und du springst grade auf Gespräch 2 “Muss ein Künstler aus seiner Nische raus” und behandelst es wie Gespräch 1 “Können Crowdfunding-Projekte bei Computerspielen Erfolg haben”, um eine Gegenmeinung zu konstruieren, gegen die du wettern kannst.

Ich nehm die nicht ein. Ich hab kein Problem mit Crowdfunding in dem Maße. Mir ging’s um was ganz anderes grade.

m_coaster

Huch, bin ich verrutscht? Ich wollte auf deinen ersten Post eingehen 😀 Mein Post passt recht gut dazu.

Und das mit der Kunst war nur eingeschoben 😉 George R.R. Martin habe ich gelesen, da waren die Cover häßlich und keine Sau kannte es. Dann hat irgendwer das entdeckt der dachte, damit kann man Geld verdienen und es kam groß raus. PR und Connections gehören genau so dazu.

Wie gesagt, ich glaube an Visionen und nicht an deinen mein Bauch muss gesättigt werden. Ich will auch nicht wettern, ich habe nur da eine völlig andere Sichtweise. Kann da eher mit Cortyn komform gehen.

Viele Künstler waren zu ihren Zeiten sehr arm – sie haben trotzdem Kunst gemacht. Ich selber bin zwar kein Künstler, habe mich aber immer dafür interessiert, wollte sogar ganz früher das mal nach dem Abi studieren. Da geht es nicht um Geld. Da geht es Verwirklichung.

Gerd Schuhmann

Das mit “Bauch muss gesättigt werden”, wo hab ich das denn gesagt? Ich hab gesagt: Ein Künstler muss den Ehrgeiz haben, sich zu verbessern und darf es sich nicht in seiner Comfort-Zone bequem machen. Sondern er muss sich immer wieder neuerfinden, an sich arbeiten und sich verbessern.

Ich beschäftige mich seit langer Zeit damit und ich kenn einige, die sich selbst in die Sackgasse manövriert haben mit so einer Einstellung, “Ich mache, was ich mache und wenn’s den Leuten nicht gefällt, ist das nicht mein Problem, meine Zeit wird schon kommen.” Das kann nämlich mit Verlaub auch wer sagen, der sich für ein verkanntes Genie hält. Die Welt der Kunst ist voller verkannter Genies, die denken, ihr ausbleibender Erfolg liege an jedem, nur nicht an ihnen selbst. Und die sich weigern, sich selbst in Frage zu stellen, weil sie sagen, sie sind ja Künstler und sie ändern sich nicht. Das ist so ein deutscher Genieglaube: Als Künstler wird man geboren. In den USA gibt es für alles Schulen, Kurse, da wird das viel eher als Handwerk gesehen und bei uns heult man rum, dass wir keine Drehbuchautoren für gescheite Fernsehserien haben, na ja.

Dieser deutsche Genieglaube ist halt ziemlich Quatsch, denn “Wenn man sich selbst treu bleibt”, schließt das in gewisser Weise “Verbesserung” aus. Und das ist eben ein wichtiger Punkt. Wenn man sagt: Ich hab halt nur meine Zielgruppe. Die glaubt an mich. Mehr erreiche ich nicht, meine Arbeit kommt bei den anderen nicht an, ich bin Nische. Dann ist Endstation. Das ist wahrscheinlich die größte Falle, in die man tappen kann, weil die so bequem für einen ist.

Meiner Erfahrung nach verbessern sich die Künstler, die mit sowas nicht anfangen, sondern die hart an sich arbeiten und den Erfolg wollen. Wenn das in deinen Augen irgendwie banal ist und nicht zum edlen Bild des wahren Künstlers passt, der als Genie geboren ist und irgendwie nur ausdrücken muss, dann ist das halt so. 🙂

Aber das hat mit dem Thema Crowdfunding eigentlich nichts zu tun, außer eben dieser Ansatz “Ich mach nur was für eine sehr kleine Zielgruppe.”

m_coaster

Du bringst doch das Thema Crowdfunding selbst mit rein?! In deinem Ausgangspost ist aus meinem Verständis die These folgende:

Ein Künstler der will sich evtl. nicht verbiegen, oder verbessern, hat deshalb weniger Erfolg und versucht z.B. a) durch Personenkult oder b) Crowdfunding, seine kleine Zielgruppe bestmöglich finaziell zu belasten. Er passt sich nicht dem Markt an oder arbeitet so hart das sein “Produkt” auf dem Markt bestehen kann, sondern schafft sich z.B. über Kickstarter seinen eigenen Markt. Die Gefahr ist aus deiner Sicht, das so ein Mensch, seine Finazierung vorher bekommt, und sein “Bauch” ihn jetzt nicht mehr zu Höchstleistungen anstacheln kann.

Das ist die These die ich aus deinem ersten Absatz und folgenden Erklärungen ziehe. Da wir hier eine Gamingseite haben und es um Crowdfunding für Games geht, ziehe ich als Künstler den Entwickler mit ein.

Habe ich deine These richtig zusammengefasst?

Zu dem Bauch, dein originaler Text:

“Ich glaube, ein hungriger Bauch motiviert sehr gut und Ehrgeiz und Erfolgshunger sind starke Antriebe.”

Chris Utirons

hatte damals bei Divinity: Original Sin unterstützt und es hat sich gelohnt 😀

Larira

Ja, ich mache mit. Habe Star Citizen, Elite:Dangerous und Pillars of Eternity unterstützt. Sind gottseidank erfolgreich gewesen.

Grüße

Cedric Biester

Star Citizen ist erfolgreich gewesen ? Hab ich was verpasst ? Das Spiel ist noch nicht mal ansatzweise fertig. Elite:Dangerous ist bis jetzt auch nur ein Gerüst (Habe selbst beide Unterstützt).

Alastor Lakiska Lines

Ich habe “Mighty No. 9”, “Shantae: Half-Genie Hero” & “Delver’s Drop” unterstützt.

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