Kann man ein komplexes MMORPG wie ESO auf dem Tablet spielen? Wir machen den Test

The Elder Scrolls Online ist einer der Launch-Titel für das brandneue Game-Streaming Feature von Microsoft namens Cloud Gaming. Doch taugt ein hochklassiges und komplexes MMORPG wie ESO für das Spielen auf Tablet oder Smartphone und wie ist die Performance? MeinMMO-Autor und Game-Streaming-Enthusiast Jürgen Horn hat’s getestet.

Was ist Xbox Cloud Gaming? Xbox Cloud Gaming hieß früher Project xCloud und bezeichnet das nagelneue Game-Streaming-Feature von Microsoft.

Bei Game-Streaming werden Spiele nicht mehr lokal auf eurem Endgerät installiert und ausgeführt. Vielmehr holt ihr euch die Daten von Serverfarmen, auf denen die Spiele laufen. Lediglich eure Eingaben und die Ausgaben von den Servern werden lokal ausgegeben.

Daher braucht ihr keine große Hardware mehr, um erstklassige Spiele zu zocken. Nachdem Google mit Stadia der Vorreiter von Game-Streaming war, hat jetzt Microsoft mit Xbox Cloud Gaming nachgezogen. Wer einen Game Pass in der Ultimaten-Edition abonniert, kann an die 170 Games kostenlos spielen und zusätzlich zur lokalen Installation auch noch als Stream auf vielen Android-Mobilgeräten zocken.

xbox game pass titel
Über 170 Spiele werden im Game Pass auch als Cloud-Gaming-Spiel verfügbar sein.

Der ganze Spaß ging am 15. September los und auch das MMORPG ESO war Teil des Cloud Gaming-Lineup. Daher habe ich mir das ganze Mal angesehen und getestet, so wie damals bei Stadia:

ESO ist auf Stadia und ich kann endlich auf dem Klo meine Geschäfte verrichten

ESO Auf dem Tablet – Hardware, App und Spiel-Version

Was war die Hardware? Um ESO in der Cloud zu testen, habe ich die folgende Hardware und Technologie genutzt:

  • Tablet der Marke Samsung Galaxy-Tab S6
  • Controller von Google Stadia, verbinden via USB-C-Kabel
  • Internet mit 50mb/s via 5 Ghz W-LAN

Gerade beim Controller musste ich mangels vorhandenen Bluetooth-Controller kreativ werden und habe den Stadia-Controller physisch angeschlossen. Das ging einwandfrei und ohne weitere Einstellungen.

Außerdem hatte ich mich absichtlich nicht direkt neben den Router gesetzt, sondern mich in einem Raum aufgehalten, der nicht die volle Signalstärke hatte. Denn Cloud-Gaming sollte auch funktionieren, wenn nicht alles optimal ist.

eso tablet cloud gaming
So sah mein Setup aus.

So startete alles: Los ging’s denkbar einfach. Ich schloss das Abo für den Game Pass ab – so geht’s übrigens extra günstig – und installierte die App fürs Cloud-Gaming via Play-Store auf dem Tablet. Das war Ruckzuck erledigt und ich musste nur noch mein Microsoft-Konto verlinken.

Danach konnte ich aus der Unzahl an Games ESO heraussuchen und starten. Es folgte ein kurzer Ladeschirm vom Cloud Gaming, dann startete auch schon ESO.

Welche ESO-Version wurde gespielt? Wichtig für alle ESO-Spieler mit bestehendem Account ist freilich, welche Version denn da auf der Microsoft-Cloud läuft. Bei Stadia war’s die PC-Version, zu der volle Kompatibilität herrschte. Daher hoffte ich, dass es hier bei Cloud Gaming ebenfalls so sein würde.

eso tablet cloud gaming - menü
Da xBox Cloud Gaming anscheinend die Xbox-Version von ESO nutzt, konnte ich meinen PC-Progress nicht übernehmen.

Doch leider hatte ich hier kein Glück, denn auf der Microsoft Cloud läuft wohl die Xbox-Version von ESO. Da ich auf dem PC spiele, konnte ich auch nach der Verknüpfung meines ESO-Kontos keinen Progress übernehmen und startete mit einer komplett blanken Vanilla-Version von ESO im wehklagenden Kerker in Kalthafen.

Die Anfangs-Szenen habe ich zuletzt 2014 zum Launch des Spiels gesehen.

So spielt sich ESO auf dem Tablet

So sieht ESO aus: Kaum war das Spiel gestartet, war ich schon schwer beeindruckt. Auch auf dem Tablet-Display sieht ESO herrlich aus. Satte, leuchtende Farben und eindrucksvolle Effekte sahen wirklich gut aus.

Allerdings gab es keine Optionen, die Grafik zu verändern. Lediglich ein Helligkeits- und Kontrastregler war vorhanden. Wer also die Vielfalt der Anpassungen am PC vermisst, wird hier keine Freude haben. ESO im Cloud-Gaming ist halt ähnlich wie Konsolen-ESO und ihr müsst die Darstellung nutzen, die der Entwickler vorgibt.

eso tablet cloud gaming - aussicht
Grafisch muss sich ESO auf dem Tablet nicht verstecken.

So flüssig läuft es: Da die Grafik schonmal gut lief, war ich etwas skeptisch, ob die Performance da mithält. Und eins vorweg, es lief weitgehend flüssig. Ich prügelte mich durch die ersten Gebiete und erledigte Quests und Erkundungen.

Dabei ging alles glatt. Nur selten einmal flimmerte ein Streifen durchs Bild, was aber vielleicht an der schwankenden Verbindung lag. Wie gesagt, ich hatte absichtlich nicht den Top-Spot fürs W-LAN gewählt. Flüssig spielbar war ESO aber durchgehend und machte entsprechend Spaß.

So funktioniert die Steuerung: ESO müsst ihr zwangsweise mit dem Controller spielen. Wie aber schon erwähnt muss der nicht via Bluetooth verbunden sein, es genügt auch eine physische Verbindung via USB-Kabel. Daher dürfte auch der neue Razer-Kishi-Controller hier optimal funktionieren.

Die Steuerung lief jedenfalls angenehm sanft und ich konnte keine Eingabeverzögerung feststellen. Das ist wichtig, da Xbox Cloud Gaming rein auf lokale Eingabe setzt und die Signale des Controllers erst an das Gerät und dann an die Cloud gehen. Bei Stadia habt ihr die Möglichkeit, direkt den Controller mit der Cloud zu verbinden, doch bei ESO habe ich keine Unterschiede bei der Verzögerung festgestellt.

eso tablet cloud gaming - kampf
Die Kämpfe laufen flüssig.

Macht das Spaß? In der Tat. Denn trotz des kleineren Displays konnte man stets alles gut erkennen und war ähnlich intensiv im Spielgeschehen wie auf dem PC. Nachdem ich mit der erst ungewohnte Steuerung via Gamepad warm geworden bin, gingen die Kämpfe leicht und locker von der Hand.

Die gut vertonten Quests und der epische Soundtrack klangen auch auf dem Tablet gut und sorgten für die richtige Stimmung. Dazu kam noch, dass ich ESO halt so auf der Couch, im Bett, im Garten oder unterwegs (bei guter Mobildaten-Verbindung) zocken kann und nicht mehr nur auf den PC zu Hause fixiert bin.

Sieht so aus, als wenn Microsoft alles richtig macht

Ich hatte schon mit Stadia gute Erfahrungen bei ESO als Game-Stream gemacht und war gespannt, wie Microsoft das löst. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es weniger flüssig laufen würde.

Aber in Wahrheit stehen sich beide Dienste bisher in nichts nach. ESO lief sowohl im Xbox Cloud Gaming als auch via Stadia einwandfrei und bis auf ein paar kleine Ruckler war alles super.

Microsoft scheint also alles richtig gemacht zu haben und ich bin schon gespannt, wie sich andere Top-Games in der Cloud Spielen. Doch bei ESO werde ich wohl weiter bei Stadia bleiben. Das liegt aber lediglich daran, dass ich hier mein PC-Konto weiter nutzen kann und nicht wieder komplett von vorne anfangen müsste, wie bei der Microsoft-Version.

Doch insgesamt gefällt mir Xbox Cloud Gaming sehr gut und ich werde mein Abo für den Ultimate-Game-Pass sicher behalten.

fragt meinmmo jürgen

Jürgen Horn
Redakteur bei MeinMMO

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Alex

Wäre interesant gewesen wenn hier nicht NUR die Wlan leistung getestet werden würde sondern die Reale bedingung in Mobiler Umgebung, also mit Schwankenden 4g Netz.
Vielleicht kommt da ja noch was. 😉

Zuletzt bearbeitet vor 5 Tagen von Alex
Xhnnas

Da hast du aber nicht mehr viel von deinem Datenvolumen wenn du Cloudgaming über 4G machst.

Alex

kommt drauf an wie viel man hat, gibt ja auch unbegrenzt angebote wenn auch in Deutschland zu Mondpreisen.

Hugo

<Lacht in MagentaXL>.
Wie „jeder“ davon ausgeht dass „jeder“ Aldi Talk & Co hätte 😂

Zuletzt bearbeitet vor 5 Tagen von Hugo
VA771

Das funktioniert auch bei 4G ordentlich.
Wenn es darunter fällt kann es unschön werden.
Bei ESO selbst fand ich das nicht so störend, es muss ja z.B. 2G und ‚im Kampf‘ zusammen kommen. Bei einen MMORPG macht man aber eben auch viel anderes und deshalb würde ich es nicht als ‚Dauerstörung‘ bezeichnen.

Bei Forza zum Beispiel würde ich bei weniger als 4G zusammenpacken.

Datenverbrauch lag bei mir zwischen 1,5 und 1,8 GB pro Stunde.
War für mich nicht so überraschend.

Gibt noch keine Meldungen zu StreamOn u.ä.
Ich glaube auch nicht das das unbedingt im Interesse der Telekom ist.

Azarashi

Das juckt die Telekom kaum zumal ja die Anbieter hierfür ja zahlen. Zusätzlich wird Stream On für Games dem Kunden berechnet (je nach Tarif, Stream On für musik und FIlm ist bei den meisten Tarifen kostenlos zubuchbar).

Das bisschen Bandbreite durch xCloud ist immernoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein verglichen mit dem Was Netflox, Youtube und co durchs Netz schicken. Die Zielgruppe ist auch bedeutend kleiner.

VA771

es ging hier nicht um das Volumen oder die Bandbreite.
Die Telekom versucht aber immer noch ihren eigenen CloudGaming-Dienst – ok zum Großteil nur Handyspiele aber irgendwo halt auch Gaming – zu launchen.

Zuletzt bearbeitet vor 5 Tagen von VA771
Azarashi

Auch das ist denen am Ende eher wurscht, die haben ja auch ihre eigenen Pay-TV Sender, bieten trotzdem Sky an, haben eigenes VideoStreaming, kooperieren aber mit Netflix und co.

Alex

Danke für die Info der Verbrauch geht ja sogar noch, hätte ich Tatsache höher eingeschätzt.

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