MMO-Studio war 2015 kurz vorm Aus – Jetzt suchen sie 40 neue Leute

Eine Zeit lang musste man um das norwegische Spielestudio Funcom bangen. Inzwischen hat sich das MMO-Studio erholt und stellt sogar neue Mitarbeiter für weitere Projekte ein. Wie haben sie das geschafft?

Es braucht nur eine richtig gute Idee, die bei den Spielern hervorragend ankommt und schon kann ein Spielestudio wie Funcom die Sorgen vergessen, die sich durch alternde MMORPGs und Spiele-Flops aufgetürmt hatten.

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Von der drohenden Insolvenz zum Erfolgsstudio

Warum stand Funcom vor dem Aus? Noch 2015 stand es sehr schlecht um das Spielestudio Funcom. Die schwachen Umsätze der Onlinespiele Lego Minifigures Online, Age of Conan, The Secret World und Anarchy Online brachten das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten:

  • Die MMORPGs waren in die Jahre gekommen.
  • Titel wie The Secret World liefen ohnehin nie richtig erfolgreich
  • Dazu hatte man einem Skandal die Finanzbehörden am Hals
  • Vor allem aber Lego Minifigures Online riss ein großes Loch in die Finanzen von Funcom, da der Titel die angepeilte Zielgruppe, vor allem Kinder, nicht ansprechen konnte.

Dem Studio drohte die Insolvenz.

Funcom in finanziellen Schwierigkeiten: Konkurs ist ein mögliches Szenario

Plan gefasst – Plan umgesetzt

So wurde Funcom gerettet: Fast ein Jahr lang suchte das Unternehmen nach Strategien, wie man das drohende Aus noch abwenden könnte.

Schließlich entschied man sich, den Markt der „Open-World-Survival“-Spiele anzugreifen, den damals Titel wie Rust, H1Z1 oder ARK: Survival Evolved aufgemacht hatten. Die hielt man für „kleine bis mittlere Titel“ – im Genre war noch kein dominanter Titel zu erkennen.

Was steckt hinter Fallout 76? Die Antwort könnte „Conan Exiles“ liefern

Funcom analysierte Anfang 2016: Da ist Platz für uns.

Wenn Funcom voll auf Streamer setzen und ihre MMO-Erfahrung als Stärke einbringen würde, könnte man hier erfolgreich sein. Und Fucom hatte noch die Conan-Lizenz aus alten „Age of Conan“-Tagen – die würde doch super zu einer „Open World Survival“-Welt passen.

Funcom-Plan

Im Mai 2016 gab das Unternehmen dann bekannt, ein privates Investment über 6,3 Millionen US-Dollar erhalten und die Verbindlichkeiten um 7,7 Millionen US-Dollar reduziert zu haben. Damit konnte das schon geplante Survival-Spiel Conan Exiles in Ruhe entwickelt werden.

Und dieses schlug Anfang 2017 ein wie eine Bombe. Das Survival-Spielprinzip, das düstere Setting und auch die Ausrichtung auf erwachsene Spieler kamen sehr gut an.

So gut, dass Funcom im Finanzbericht des ersten Quartals 2018 erklärte, dass mehr als 1,4 Millionen Exemplare im Early Access verkauft werden konnten, was Conan Exiles zum Bestseller für das Studio machte.

Auch kam die Neuausrichtung von The Secret World ganz gut bei den Spielern an.

The Secret World Machine Tyrant

Funcom hat eine rosige Zukunft vor sich

Was bedeutet das für die Fans? Durch diesen Erfolg ist es dem Unternehmen jetzt möglich, in den Studios in Oslo, Norwegen und North Carolina 40 weitere Mitarbeiter einzustellen. Diese kümmern sich nicht nur um den Ausbau der bereits erhältlichen Spiele, sondern auch um zukünftige Titel.

Für einen Release im Oktober ist beispielsweise das Taktik-Spiel Mutant Year Zero: Road to Eden geplant und ein weiteres Spiel zu Conan sowie ein Koop-Shooter befinden sich ebenfalls in Planung. Einige hoffen darüber hinaus auf Anarchy Online 2.

Fans von Funcom können sich also auf eine interessante Zukunft einstellen.

Funcom: Ex-MMO-Spezialist will in Trend-Genre Survival – neben Conan Exiles 3 weitere Spiele geplant
Quelle(n): MassivelyOP
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1 Jahr zuvor

R-Rating Games die mal nicht auf so kleinkindertauglich wie mögliche knuddelwuddel Grafik setzen werden sowieso immer mehr zur Marktlücke. Leider.

Wäre Funcom nicht so absolut unterirdisch im bugfixen, und hätten sie das PvE in CE besser ausgebaut, würde ich es wahrscheinlich immernoch zocken.

Sascha Schulte
Sascha Schulte
1 Jahr zuvor

Mir wäre es ja lieber wenn man ggfs. mal an den Abogebühren von Anarchy Online schrauben würde.
Ganz klar das Spiel ist in die Jahre gekommen aber es hat immer noch einen gewissen Charme und auch nach über 15 Jahren komme ich nie ganz davon weg.
Kurz gesagt, als Froob ist es ganz ok aber man möchte auch gerne mal ab und an Heckler hauen oder doch ma ne City AI mitmachen….dafür aber im einfachen Monatsabo 17Euro hinzulegen empfinde ich als etwas zu viel.

Oldskool
Oldskool
1 Jahr zuvor

Das war auch mit der Knackpunkt an AoC, das System war scheiße! Deshalb haben viele Leute aufgehört, zB. wenn man sich RotG gekauft hat es aber ohne Abo nicht spielen konnte und auch allgemein viel zu extreme Einschränkungen ohne Abo hatte. Ich weiß noch dass deshalb einige Leute genervt dem Spiel den Rücken gekehrt haben. Mittlerweile hat man ja das System etwas geändert und vieles besser gelöst…das kam aber alles leider viel zu spät!

Jetzt plant man fast nur noch für die Zukunft und man kann froh sein wenn sie die alten Spiele überhaupt weiterlaufen lassen (ja das ist halt der große Nachteil an Onlinespielen, wenn die Server abgeschaltet werden sind sie TOT), passieren wird bei Anarchy, AoC oder SW wohl nicht mehr viel.

Joss
1 Jahr zuvor

Bei SW-L dürfte das von der Serie abhängen. Wenn die wirklich kommt, man die Vermarktung damit koppelt und bis dahin mehr verbessert als nur die Inhalte leichter absolvierbar zu machen und hohles Gerede a la „mit Mikotransaktionen wird alles besser“ zu drechseln, dann wird da auch noch was passieren. Im Grunde genommen, was ich so lese, ist der Revamp gescheitert, denn es spielen immer noch dieselben Leute das Spiel wie schon TSW. Dabei hat der Titel so viele Assets, dass ich mich frage, wie man das eigentlich hinbekommt, dafür die Leute nicht zu begeistern. Gerade in einem Themenpark-Rollenspiel hat man alle Möglichkeiten verschiedene Nutzergruppen zu integrieren. Aber dann passiert jahrelang nichts im PvP, Content so schleppend wie ein hinkender Esel, Forum nur widerwillig und auf Druck wiedereröffnet, nur noch auf englisch natürlich, um der deutschen Com ein herzliches Uns-doch-wumpe entgegenzuschmettern. Also Funcom ist und bleibt ein Abenteuer.

fx
fx
1 Jahr zuvor

FunCom patchen leider häufig mangelhaft und fehlerbehaftet und in Zeiten von toxischen und ungeduldigen Communitys ist das pures Gift. So war Conan Exiles zwar mal kurrzeitig erfolgreich hat aber nach wenigen Wochen massives Spielersterben verbuchen müssen. So ist man von fast 40 000 auf knapp 4-5000 Spieler abendlich gerutscht und mehr werden das auch nicht mehr. Die 40 Leute sucht man wohl eher für die Abwicklung ^^

Oldskool
Oldskool
1 Jahr zuvor

AoC ist ein cooles MMORPG, ABER wenn man jahrelang keinen neuen Content bringt und das Spiel vor sich hin dümpeln lässt ist es kein Wunder dass kaum noch Geld reinkommt. Dafür ist sogar noch viel los wenn man bedenkt dass seit 2012 fast nichts neues dazu gekommen ist. Die erfolgreichsten MMORPGs (WoW, GW, ESO) laufen gerade deshalb so gut weil sie ständig erweitert und gut gepflegt werden! Aus AoC hätte Funcom definitiv mehr machen können wenn sie dran geblieben wären, Es war wohl eher der Flop von Secret World der Funcom fast das Genick gebrochen hätte.

Joss
1 Jahr zuvor

„Aus AoC hätte Funcom definitiv mehr machen können wenn sie dran geblieben wären“

Gab schon ne Menge Shit- & Hatestorm drumherum. Aber dennoch stimmt das, nach Rise of the Godslayer klaffte da ein dickes Loch. Die Erweiterung kam gut an, dann aber haben sie es endgültig vermasselt und das Spiel quasi ausgehungert. Und das bei dem Brand. Nicht nachvollziehbar und für alle Supporter des Studios sehr frustrierend.

Joss
1 Jahr zuvor

Ein Online-Rollenspiel von Funcom wäre genial. Aber ich vermute, dass sie da Schiss vor haben. Es ist eben die Königsdisziplin. Erfahrungen, zumal schlechte, hätten sie genug gesammelt, um sie zu meistern.

Thorim
Thorim
1 Jahr zuvor

Das sehe ich auch so… ich würde mir ein Online-Rollenspiel von Funcom wünschen (oder besser: ein MMORPG; Conan Exiles könnte man ja auch als Online-Rollenspiel ansehen).

Aber ob sie ein solch riskantes Unternehmen angehen wollen, da sie sich ja gerade erst wieder einigermaßen aus dem Dreck gezogen haben – in den sie durch ihre MMORPGs erst gekommen waren – das darf bezweifelt werden.

Schade, denn sie hatten in ihren Online-Titeln echt gute Ideen und vor allem richtig starke Welten erschaffen.

Joss
1 Jahr zuvor

Immer erfreut, andere Funcom Online-Rollenspiel-Liebhaber kennenzulernen. Bin ein Liebhaber von TSW und AoC. Trotz aller Schwächen. SW-L spiele ich immer noch und AoC kann ich nicht von der Platte fegen. Als würde es sich irgendwann noch wie Dornröschen aus langem Schlafe erheben.

Ich schreibe immer Online-Rollenspiel, weil ich das lieber mag als den Abkürzungskauderwelsch. Als Marker für eine Zeit, wie man in dem Genre noch träumte, von den unendlichen Weiten und Möglichkeiten. Sortierungstechnisch geb ich dir gern recht.

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