LoL: Koreaner fällt vernichtendes Urteil über den besten Spieler Europas

In League of Legends dominiert Südkorea die LoL Worlds 2021: Alle Teams aus Europa und den USA sind bereits ausgeschieden. Der Koreaner Gwak „Bdd“ Bo-seong (22) fällt jetzt ein hartes Urteil über den besten Spieler in Europa, den Kroaten Luka „Perkz“ Perković (23): Er sagt, westliche Spieler interessierten sich nicht wirklich für die Laning-Phase und seien auch nicht gut darin.

Das ist die Situation:

  • Bei den LoL Worlds 2021 traten 3 Teams aus den USA und 3 Teams aus Europa an. 4 schieden in der Gruppenphase aus, die anderen beiden zerriss es im Viertelfinale chancenlos gegen südkoreanische Teams.
  • Der Kroate Perkz gilt als bester Spieler Europas, wechselte vor der Saison aber in die USA: Cloud9 war die letzte Hoffnung eines Teams im Westen, überhaupt noch was bei den Worlds zu reißen.
  • Doch Cloud9 zerschellte im Viertelfinale chancenlos an Gen G., einem südkoreanischen Team, das als eher bieder und langweilig gilt. Denen fehlen die Stars von T1 (Faker) oder DWG KIA (Showmaker). Der Midlaner der Südkoreaner, Bdd, fällt jetzt ein hartes Urtel über Perkz.
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„Westliche Spieler interessieren sich nicht wirklich für die Laning-Phase“

Das sagt Bdd zu Perkz: Im Gespräch mit der koreanischen Seiten Inven wird Bdd gefragt, was er zum Match-Up gegen Perkz sagen kann:

Eine Sache, die ich bei den LoL Worlds 2021 gelernt habe, ist: Westliche Midlaner interessieren sich nicht wirklich fürs Laning und sie sind auch nicht sehr gut darin. Also liefen die Dinge genauso, wie ich sie erwartet habe.

BDD

Wie liefen die Dinge denn? In dem Match-Up gegen Perkz spielte Bdd die Champions Aatrox (2 Kills 2 Tode 4 Assists), Syndra (1-1-15) und Zoe (1-3-13). Es fällt auf, dass er als Midlaner vor allem Assists für sein Team gesammelt hat. Die Kills erzielten dann, je nach Match, der Jungler, Top-Laner oder Botlaner.

Perkz spielte in der Serie Yasuo (5-4-2), Sylas (4-6-0), und Syndra (0-2-5). Der konnte keinen wirklichen Einfluss auf das Match nehmen.

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Vor dem Match hatte Perkz sich noch auf Faker berufen: Er könne BDD schlagen. War aber nicht so.

Sehen das andere auch so? Ja, es scheint unter den Koreanern eine verbreitete Meinung zu sein, dass westliche Spieler einfach nicht gut in der Laning-Phase sind.

So sagte der Top-Laner von DWG KIA, Khan, dass westliche Spieler nicht wirklich stark in der Lane sind, daher konnte sein Midlaner Showmaker sogar die „Predator“-Rune nutzen, welche die Laning-Phase schwerer macht, aber das Gruppenspiel erleichtert.

Khan sagt, Showmaker war sich sicher, dass er seine Lane im Kampf gegen die MAD Lions im Viertelfinale ohnehin gewinnen würde.

Auf reddit glaubt man, das Urteil von Bdd komme daher, weil westliche Teams in der Laning-Phase bereits das Team-Play und Roamen betonen und dafür die Dominanz in der Lane aufgeben.

lol-showmaker
Showmaker gilt aktuell als bester Spieler der Welt, er ist Midlaner.

Was ist denn die Laning-Phase? Die „Laning-Phase“ sind die ersten ungefähr 15 Minuten eines LoL-Spiels, in denen die Spieler relativ fest auf ihren Positionen bleiben und versuchen, möglichst viele Minions auszuschalten und so Erfahrungs-Punkte und Gold sammeln.

In dieser Phase kommt es vor allem auf Disziplin und mechanische Skills an – in späteren Phasen des Matches werden Taktik, Strategie und Gruppenkämpfe wichtiger.

Korea dominiert die LoL Worlds 2021 deutlich

Was hat sich da geändert?  Früher waren die West-Team wie G2 bekannt dafür, in der Laning-Phase relativ chaotisch und aggressiv zu spielen, damit aber Gegner aus dem Konzept zu bringen. In der Gruppenkampf-Phase zeichnete sich dann das starke und kreative Team-Play des Teams aus. Nachteile aus der Laning-Phase konnten durch überragende Aktionen und gute Nerven ausgeglichen werden.

Teams aus China galten hingegen als stark und bissig in der Laning-Phase: Sie suchten kleine Vorteile, um die zu „snowballen“, also weiter auszubauen. Das chinesische LoL wirkte häufig wie eine wilde Prügelei in der Laning-Phase.

Die Teams aus Südkorea galten „in ihrer schwachen Phase“ als „zu passiv“ und „zu bieder“. Ihr methodisches Spiel fruchtete in früheren Metas nicht so richtig, sondern hatte Schwierigkeiten gegen die „Aufs Maul“-Taktik aus China oder das chaotisch-kreative Spiel des westlichen Top-Teams G2. Wenn ihr Spiel mal funktionierte, sprach man davon, dass sie ihre Gegner “langsam erwürgen”.

Bei der aktuellen Lol Worlds 2021 sind die Koreaner mit ihrem Spielstil aber überlegen. Aktuell sind 3 der verbliebenen 4 Teams aus Südkorea.

Was könnten die Gründe sein? Auf reddit herrscht grade Katzenjammer. Die europäischen Fans nennen mehrere Gründe, warum der Westen grade so schwach dasteht:

  • Einer sagt, die guten Spieler aus Europa seien jetzt auf 2 Kontinente verstreut.
  • Ein anderer sagt, wer in China oder Korea zu oft seine Lane verliere, werde gegen einen jüngeren Profi ausgetauscht – dieser Druck fehle im Westen.
  • Ein dritter erwähnt den „SoloQ“-Gap: Koreaner und Chinesen könnten in ihrer heimischen SoloQ gegen starke Gegner die Laning-Phase üben – im Westen könnte man das nicht. Dafür sei das Niveau zu schwach. Westliche Spieler müssten schon in ein Bootcamp nach Südkorea, um starke Trainingspartner zu finden.

Der Weltmeister erklärt, warum die USA so schlecht in LoL sind

Quelle(n): Inven (BDD), reddit, Inven (Khan)
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DDuck

So sagte der Top-Laner von DWG KIA, Khan, dass westliche Spieler nicht wirklich stark in der Lane sind, daher konnte sein Midlaner Showmaker sogar die „Predator“-Rune nutzen, welche die Laning-Phase schwerer macht, aber das Gruppenspiel erleichtert.

Wenn man Predator als Keystone in der Mitte spielt, will man die Laning-Phase ja auch gar nicht klar gewinnen. Man spielt ja dafür immer wieder nur Waves zu pushen und spätestens ab Level 6 immer wieder auf die Sidelanes zu roamen. Man spielt ja aktiv dafür, immer wieder CS auf der Lane liegen zu lassen und dafür die anderen Lanes voranzubringen. Das hat Cryin ja auch zuletzt erst bei den Worlds mit seiner Predator-Annie gegen RNG gezeigt.

Das kann man aber eben halt auch nur wirklich zuverlässig und erfolgreich spielen, wenn man mit ShowMaker den aktuell besten Midlaner der Welt in seinen Reihen hat, der genau weiß, wann er seine Lane verlassen kann und wann es worth ist auf die Bot- oder Toplane zu roamen.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von DDuck
Jinokun

Das muss so stimmen. Mir ist besonders dieses Jahr aufgefallen, dass westliche Teams bei ausgeglichener Map oft schon automatisch im Goldnachteil waren und sich manchmal selbst mit Kill/Turm-Vorteilen trotzdem kein Goldvorteil erarbeiten konnten.
Und so entstand viel zu selten der Snowball-Effekt, und sie wurden im Lategame dann trotzdem besiegt. Bestes Spontanbeispiel wird wohl Spiel 2 DWG vs. MAD sein.

DDuck

Das ist die mangelnde Disziplin der Europäer. Das liest sich erstmal recht negativ, ist es aber eigentlich nicht. Die Europäer legen halt seit Jahren schon weniger Wert auf die Laning-Phase, als es die Koreaner tun. Vor allem auf den Solo-Lanes. Das ist nun mal der Playstyle in der LEC.

Der Spielstil ist in den verschiedenen Regionen, obwohl alles dasselbe Spiel auf demselben Patch spielen, ja auch einfach sehr unterschiedlich:

  • LCK: sehr bedacht, kontrolliert, langsam, diszipliniert, fast schon wie Schach
  • LPL: sehr aggressiv, blutig, viele Fistfights, viele early Fights
  • LEC: irgendwo dazwischen…kontrolliert, aber immer mal wieder mit chaotischen, überfallartig initiierten Fights, was von Team zu Team auch recht stark variiert

Das Spiel war jahrelang in einem Zustand, in dem sich der koreanische Stil bezahlt gemacht hat. 2018 kippte das Ganze dann langsam für mind. zwei Jahre in die Richtung, dass riskante Plays und das aggressive Suchen von Fights mehr belohnt wurden, als das geduldige, langsame Farmen und Ausspielen der Laning-Phase. Das spiegelt sich ja auch in den Resultaten der internationalen Turniere recht deutlich wieder:

2018 hat es DRX zwar ins Finale des MSI geschafft, ist aber recht deutlich gegen RNG untergegangen. Bei den Worlds 2018 stand kein einziges koreanisches Team im Halbfinale. 2019 hat es T1 bei der MSI gerade mal in’s Halbfinale geschafft, gewonnen hat am Ende G2. Bei den Worlds schied man ebenfalls im Halbfinale sehr deutlich gegen G2 aus. Im Finale standen bei den Worlds 2018 & 2019 mit Fnatic & G2 jeweils ein europäisches Team und mit Invictus & FPX jeweils ein chinesisches Team und der Cup ging beide Jahre in die LPL.

2020 waren die LPL-Teams immer noch stark, sind allesamt recht stark aus der Group-Stage gekommen und standen mit zwei Teams im Halbfinale. Damwon hatte aber einfach verstanden, diesen Playstyle der Chinesen zu adaptieren und mit dem eigenen zu vereinen, was sie im Endeffekt auch zum Weltmeister gemacht hat.

Das haben sie sich auch beibehalten, allerdings ist es schon spürbar, dass der aktuelle Meta-Playstyle 2021 wieder stark zu Gunsten der Koreaner geshifted ist. Das wird vor allem deutlich, wenn man sieht, wie dominant T1 und vor allem aber Damwon ihre Gruppen gespielt haben.

DDuck

Klar, vollkommen richtig. Damwon ist eine absolute Ausnahmeerscheinung. Die waren 2019 schon eine absolute Sensation, als sie aus der Challenger Series kamen und die LCK auf links gedreht haben und dann bei den Worlds direkt mal eine Gruppe mit iG (die immerhin amtierender Weltmeister waren) und TL so deutlich gewinnen und in’s Viertelfinale einziehen.

Ich denke auch, dass das Damwon von 2020 die Worlds 2019 & 2018 hätte gewinnen können…das Damwon von heute sowieso. Dazu muss man aber auch sagen, dass Khan ein echter Glücksgriff als Nuguri-Ersatz war. Ich mein der war ja vorher schon echt stark, als er für T1, DRX, FPX gespielt hat. Aber das er da nochmal einen draufsetzen kann und “auf seine alten Tage” nochmal zum, mit Abstand, besten Toplaner der Worlds 2021 avanciert, damit hätte ich persönlich nicht gerechnet…und in einem so starken Team, vor allem neben ShowMaker und Canyon, noch zu scheinen und nicht einfach nur auf der Erfolgswelle mit zu schwimmen, ist echt schwer. Aber das ist die individuelle Klasse, die du ansprichst, die bei DWG neben der großartigen Team-Chemie einfach auf allen Positionen stimmt (wie sie eben bei G2 2019/2020 auch gestimmt hat).

Der Entwicklungssprung, den DWG von 2019 auf 2020 gemacht hat, war schon immens…Das was sie aber von 2020 auf 2021 nochmal draufgepackt haben, ist schon fast unmenschlich. ShowMaker spielt so dominant und dabei so unfassbar clean, dass er mich immer wieder an die richtig dominanten Tage von Faker erinnert und allgemein erinnert das ganz Team stark an das SKT von 2016, als man Back2Back die Worlds gewonnen hat.

Für Europa wird die nächste Offseason echt wegweisend. So sehr ich auch die aktuelle Situation und den frische Wind in der LEC begrüße: Für den internationalen Erfolg, brauch es einfach mindestens ein, besser noch zwei, Super-Teams…und das sind G2 und FNC nicht mehr und MAD und RGE sind es noch nicht (und werden es in dieser Konstellation auch wahrscheinlich nicht). Tatsächlich glaube ich, dass Rekkles in Europa bleiben würde, wenn er Aussichten hat international spielen zu können und ein Team die Tasche entsprechend weit öffnet. Ich glaube der Junge ist ehrgeizig genug dafür noch so lukrative Angebote aus NA auszuschlagen. Ich würde ihn wahnsinnig gern im Tausch gegen Carzzy bei MAD sehen. Könnte mir das Zusammenspiel mit Kaiser und Elyoya echt gut vorstellen. Ich könnte mir vorstellen, dass Fnatic wieder nach oben hin aufschließen kann: Die Botlane funktioniert super, Bwipo im Jungle überzeugt auch, Adam ist jetzt schon gut und hat noch wahnsinnig viel Potential nach oben und Nisqy hat sich über die Splits auch stark gemacht und konnte sogar als Carry überzeugen. Dazu muss man allerdings die internen und externen Probleme aus der Welt schaffen können und man muss das Team so wie es ist beisammen halten.

Wie gesagt: Ich habe aktuell echt viel Spaß an der LEC, international reicht das aber lange nicht. Entweder hapert es an irgendeiner Stelle an der individuellen Klasse eines oder mehrerer, einzelner Spieler (RGE & MAD), an der Team-Chemie (G2) oder aber man steckt mitten in einer Sinnkrise und Selbstfindungsphase (FNC). Es müssen einfach wieder Super-Teams her. So wie Damwon, so wie T1, so wie es G2 und Fnatic waren, ansonsten wird es schwer in den nächsten Jahren ein konkurenzfähiges Team im Viertelfinale zu sehen.

Der Super-GAU wäre meiner Meinung nach der Ausverkauf der europäischen Szene in die USA. Da schau ich mir die nächsten 5 Jahre lieber Worlds mit Viertelfinals an, die zu 75% aus asiatischen Teams bestehen, als das sich auch nur ein NA-Team wegen teurer, europäischer Imports in die Konkurrenz mogelt.

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