Jahresrückblick: MMO Highlights in 2013

Ein Jahr neigt sich mal wieder dem Ende zu und diesen Anlass möchten wir nutzen, um noch mal Revue passieren zu lassen. Die großen MMO Veröffentlichungen blieben dieses Jahr wohl aus, die Ruhe vor dem Sturm quasi, aber dennoch erschienen in 2013 ein paar Titel, denen wir in diesem Beitrag Credit zollen werden.

2012 war ein starker Jahrgang, mit so einigen Hochkarätern wie zum Beispiel Guild Wars 2, The Secret World und Tera. Diese MMOs haben in dem einen oder anderen Online-Spiel höchstwahrscheinlich für Kopfschmerzen und sinkende Spielerzahlen gesorgt. 2013 sollte noch größer werden, zumal ursprünglich nicht wenige schon in diesem Jahr langersehnte Titel wie WildStar, The Elder Scrolls Online, ArcheAge oder Blade&Soul erwartet haben. Pustekuchen! Diese kommen aller Voraussicht nach erst 2014.

Schaut man aber genauer hin, so muss man sagen, dass in den letzten knapp 365 Tagen 2 Spiele die Gunst der Stunde nutzten und so auf sich aufmerksam machen konnten.

Final Fantasy XIV: A Realm Reborn – wiedererwacht von den Toten.

FF XIV ARR Highlight 2013

Wenn wir Awards vergeben würden, dann wäre hier der Preis „Die größte Überraschung in 2013“ sowas von angebracht gewesen. Wer hätte gedacht, dass das MMO zu Final Fantasy mit solch einer Wucht zurückkommt, vor allem in Hinblick auf die große Wunde, die es vor etwa mehr als 2 Jahren hinterließ? So gut wie keiner!

Einige werden sich noch erinnern: Final Fantasy XIV ist streng genommen kein neues Spiel. Da es den Erwartungen der Spieler und auch des Entwicklers nicht gerecht wurde, entschieden die Macher, das Final Fantasy MMORPG vom Markt zu nehmen, um es folglich von Grund auf zu verbessern.

Ein sehr mutiger Schritt – welcher Spielehersteller hat schon jemals ein bereits veröffentlichtes Spiel komplett zurückgezogen und die Server für ca. 1 Jahr abgeschaltet? Diese radikale Entscheidung, das Spiel unter neuer Leitung akribisch auf ein höheres Niveau bringen zu wollen, brachte Square Enix viel Respekt ein.

Das Risiko hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn FF XIV: ARR ist seit dessen Reinkarnation extrem erfolgreich. Der Ansturm brachte die Server wochenlang zum Glühen und bis heute gibt es teilweise noch Warteschlangen. Und das bei über 60 Servern. Wir berichteten damals auch kurz nach dem Release, der Ende August erfolgte, über den Erfolg der Neuauflage.

Das Besondere hierbei: Square Enix setzt hier auf das Pay-to-Play Modell, das vor diesem Erfolg eigentlich als abgeschrieben galt. Viele Spieler haben erkannt, dass die Vorzüge dessen doch nicht zu vernachlässigen sind – auch zukünftige AAA-MMOs werden diesen Weg gehen. Es kann also in zweierlei Hinsicht von einem „Wiedererwachen“ gesprochen werden.

Doch was macht Final Fantasy XIV: A Realm Reborn eigentlich aus, schließlich strotzt das Spiel nicht gerade vor Innovationen. Ganz einfach: Man setzt hier auf bewährte Inhalte, denen man allerdings in jedem Punkt viel Beachtung schenkt. Die Spieler wollen nicht unbedingt immer nur Innovationen, es kann schon reichen, bereits geschätzte Inhalte mit viel Liebe zum Detail zu füllen – anstatt es nur so „halb“ einzupflegen, wie es in letzter Zeit bei so manchen Spielen der Fall war.

Wer genug von klassischen MMORPGs hat, wozu ein halb-rundenbasiertes Kampfsystem oder die Holy Trinity gehört, wird hier aber aller Voraussicht nach auch nicht glücklich werden. Für die anderen gilt, dass sie sich auf eine stimmungsvolle Welt, ein ausgesprochen gutes Klassen- und Craftingsystem, spektakuläre Dungeons sowie auf eine spannende Geschichte und Housing freuen dürfen. Vor 2 Wochen ist übrigens das Update 2.1 erschienen, das viele Neuerungen nach Eorza brachte.

Neverwinter – dem einen gefällts, dem anderen nicht.

Neverwinter Highlight 2013

Das Free-to-Play MMORPG Neverwinter öffnete Ende April die Pforten und fährt seither recht erfolgreich. Das auf Dungeons&Dragons basierende Online-Rollenspiel verzeichnete insbesondere in der deutschen Presse gute Bewertungen, trotz einiger Kritikpunkte, die hier und da zur Aussprache kamen.

Da wäre unter anderem die zu Anfang geringe Abwechslung im Endgame, das Fehlen des Waldläufers, diverse Probleme mit Exploits, eintönige PvP-Modi und so weiter. Das alles ist aber weitestgehend Geschichte, denn mittlerweile gibt es mehr als genug zu tun und der Waldläufer steht den Spielern seit kurzer Zeit auch endlich bei der Klassenwahl zur Verfügung.

Die Jungs und Mädels von Cryptic und Perfect World können auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Auch wenn dieses Spiel die Community immer noch spaltet, so muss anerkannt werden, dass es vielen Spielern gefällt und einem in der Welt von Toril nicht gerade wenig Mitstreiter entgegen kommen.

Das actionbetonte Kampfsystem macht in den düsteren Dungeons von Neverwinter unheimlich Laune und geht flüssig von der Hand, in der Foundry, dem Questeditor, erscheinen täglich von Spielern neu geschaffene Geschichten und die Module, im Volksmund auch Erweiterungen genannt, bringen regelmäßig von der Community geforderte Inhalte ins Spiel.

Neverwinter hat sich defintiv einen Platz in den oberen Plätzen verdient und ist einen Blick wert, selbst wenn hinter der Langzeitmotivation zuweilen noch ein Fragezeichen steht und die Gebiete zwar sehr ansehnlich gestaltet, aber für den einen oder anderen ein wenig zu instanziert sind. Zur Abwechslung oder für einen kurzen Spaß reicht es jedoch mindestens. Vielleicht sogar für mehr?

Fazit zu den besten MMOs in 2013

Neverwinter und Final Fantasy sind wohl die großen Nutznießer eines Zeitraums, in dem es ruhiger nicht sein könnte. Wer weiß, wie erfolgreich sie geworden wären, wenn die großen Konkurrenten schon in diesem Jahr das Licht des Marktes erblickt hätten. Nichtsdestotrotz ist wichtig zu sagen, dass es trotzdem sehr empfehlenswerte Spiele sind, die einem bei der Konkurrenz vielleicht entgangen wären.

Dragon’s Prophet hat es auf ‚Mein MMO‘ leider nicht geschafft, bei den besten Online-Spielen in 2013 mit aufgeführt zu werden. Das kostenlose Drachen-MMO von Runewaker ist einfach viel zu früh erschienen, was sehr schade ist, zumal Potenzial durchaus vorhanden ist. Bei Neverwinter war es zunächst ähnlich, aber immer noch auf einem ganz anderen Niveau.

Wer weiß, möglicherweise kann daraus noch ein sehr gutes Spiel werden, aber aktuell gibt es noch zu viel Luft nach oben – in mehreren Bereichen. Man darf schon enttäuscht sein, da Runes of Magic damals der Überraschungstitel schlechthin war und das kommt bekanntermaßen vom gleichen Entwickler. Die Erwartungen waren dementsprechend auch ziemlich groß. So bleibt Dragon’s Prophet erstmal nur ein Geheimtipp für jene, die Begleiterfeatures schätzen und auf Drachen stehen.

Noch ein Geheimtipp: Defiance

Defiance musste viel Kritik einstecken, denn der in der Zukunft spielende MMO-Shooter, der mit der gleichnamigen TV-Serie verknüpft ist, blieb ebenfalls hinter den Erwartungen.

Wir haben es ca. ein halbes Jahr später angetestet und finden im Gegensatz zu einigen anderen Meinungen, dass Defiance Spaß macht und die Verknüpfung mit der Serie durchaus gelungen ist.

Über die Langzeitmotivation lässt sich streiten, die mag wirklich nicht so gegeben sein; mittlerweile ist jedoch ein großer Abschnitt kostenlos spielbar und auch sonst ist die unbeschränkte Version mit ca. 10€ nicht gerade teuer. Wer zum Beispiel eine Alternative zu Planetside 2 sucht, kann hier bei einem Intermezzo glücklich werden!

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