Ihr spielt Highguard alle falsch, aber dafür könnt ihr nicht mal was

Ihr spielt Highguard alle falsch, aber dafür könnt ihr nicht mal was

Mit Highguard ist am 26. Januar 2026 ein neuer Free2Play-Shooter auf Steam gestartet – und hat direkt grauenhafte Bewertungen. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus hat selbst gezockt und ist der Meinung: die Kritik vieler negativer Rezensionen liegt an der falschen Herangehensweise ans Spiel.

Ja, Highguard hatte einen ziemlich seltsamen Release: kein Marketing außer einem kurze Shoutout bei den Game Awards, kein Vorab-Test und kaum Infos vor Release. Niemand wusste so wirklich, was Highguard eigentlich sein soll.

Es wirkte etwas so, als wollten die Entwickler den Überraschungs-Erfolg von Apex Legends kopieren, das damals ebenfalls einfach erschienen ist. Kein Wunder: hinter Highguard steckt Wildlight Entertainment, ein Studio aus Veteranen, die schon Apex Legends und Titanfall gemacht haben.

Geklappt hat das nicht. Anders als Apex Legends ist der Start von Highguard eine Katastrophe. Mit nicht einmal 100.000 Spielern am Release-Abend (laut SteamDB) und einer Bewertung von 30 % positiven Reviews von insgesamt über 18.800 Bewertungen auf Steam stehen die Zeichen nicht gut.

Ich selbst fand die ersten zwei Runden unterhaltsam, war dann aber genervt vom Balancing. Irgendwie schien es so, als hätte ich nie eine Chance nach dem Respawn. Es hat nochmal einige Runden gedauert, bis ich verstanden habe, wie das Spiel funktioniert. Jetzt habe ich knapp 6 Stunden am ersten Abend investiert und finde Highguard richtig gut.

Gleiche Entwickler, ähnliche Steuerung, aber Highguard ist NICHT Apex Legends

Mein Fehler war der gleiche, den viele andere auch machen, wenn man sich die Reviews auf Steam und Co. ansieht. Die Spieler vergleichen Highguard mit Overwatch, Apex Legends und Valorant. Und ja, ich verstehe, wieso:

  • Es gibt Helden mit Fähigkeiten.
  • Die Map erinnert rein optisch und von den Mechaniken an Apex Legends.
  • Ziel ist es, Bomben zu platzieren – oder die Basis zu verteidigen.
  • Das Gameplay kann wirken, als sei es ein Battle Royale.

Auch Kollege Cedric Holmeier hat nach seiner ersten Runde den Vergleich gezogen und meint sogar, Highguard macht jeweilige Elemente besser als seine Vorgänger.

Dass gewisse Parallelen existieren, lässt sich nicht leugnen, aber genau das ist der Fehlschluss, der zu einer falschen Herangehensweise führt. Denn Highguard ist genau nicht Overwatch oder Valorant und vor allem nicht Apex Legends.

Ein besonders wichtiger Unterschied, der bei uns später über Sieg und Niederlage entschieden hat: ihr braucht mehrere Rüstungen. Beim Respawn verbraucht ihr eine vollständige Rüstung. Spawnt ihr ohne, sterbt ihr direkt wieder, vor allem im späteren Verlauf des Spiels. Apex Legends kennt eine solche Regel nicht, da könnt ihr nur eine Rüstung tragen. Heißt: Rüstung nicht pingen und liegenlassen, sondern mitnehmen. Immer.

Der Loot ist eine fiese Falle, die man kennen muss

Beim Spielen habe ich immer wieder bemerkt, dass meine Mitspieler in aller Seelenruhe die Map looten, während gerade eigentlich etwas Wichtiges passiert. Klar: wenn ich Apex Legends oder ein anderes Battle Royale spiele, jage ich die ganze Zeit über Beute für einen Vorteil.

In Highguard darf ich das aber auf keinen Fall tun, denn der Loot ist hier ohnehin in seiner Qualität begrenzt. Jeder Abschnitt einer Runde bietet nur eine bestimmte Seltenheit:

  • Blau im ersten Abschnitt,
  • Lila im zweiten
  • und orange (Legendär) ab dem dritten und aufwärts.

Jeder Abschnitt wird durch eine Belagerung beendet. Ein Team muss die gegnerische Basis angreifen und früher oder später wird diese Situation vom Spiel erzwungen. Nach der Belagerung geht es in die nächste Loot-Phase, falls nicht schon eine Seite gewonnen hat.

Vielleicht ist es möglich, schon früh besseren Loot zu finden, aber selbst wenn: es lohnt sich nicht, dafür sein Team im Stich zu lassen. Die einzelnen Teile einer Runde von Highguard sind genau das, worauf es ankommt und hier kommt etwas zum Tragen, das viele übersehen.

Der Shooter ist viel taktischer, als es einen glauben lässt

So, wie sich eine Runde in verschiedene Abschnitte unterteilt ist, hat jeder dieser Abschnitte noch einmal einzelne Phasen:

  • Vorbereitung: Hier lauft ihr über die Map und sammelt Loot, vor allem aber Währung. Diese Phase dauert etwa zwei Minuten.
  • Ziel („Objective“): Der Schildbrecher (oder in späteren Runden der Airdrop) erscheinen und bringen die Teams an einen Punkt auf der Map. Hier geht’s ins Gefecht. Wer früher ankommt, kann Fallen vorbereiten.
  • Angriff und Verteidigung: Ist der Schildbrecher aufgenommen, kämpfen beide Teams weiter um die Vorherrschaft. Erfahrungsgemäß geht das bis zu einem Deathmatch nach einer gewissen Zeit. Das überlebende Team leitet die Belagerung ein.
  • Belagerung: Die Angreifer versuchen, Bomben zu platzieren und haben begrenzte Leben. Die Verteidiger wollen das verhindern (und haben sogar die Chance, dabei der gegnerischen Basis Schaden zuzufügen).

Jede dieser Phasen benötigt viel mehr Team-Koordination, als man glauben mag, weil es eben nur zwei Teams gibt. Es kann nicht plötzlich eine dritte Partei kommen, die die Feinde ablenkt, während man seinen gefallenen Mate wiederbelebt. Ihr müsst als Team spielen für den Sieg.

Mit der richtigen Herangehensweise könnt ihr Gegner leicht überwinden und Siege einfahren. Ich selbst musste etliche Male verlieren, um das zu lernen – aber genau das ist ja von den Entwicklern so geplant. Sobald man verstanden hat, zu welcher Situation welches Vorgehen das richtige ist, bekommt Highguard plötzlich viel mehr Tiefe.

Highguard ist besser als sein Ruf, aber sicherlich nicht perfekt

Trotzdem kann ich einen Teil der Kritik definitiv nicht einfach abweisen. Highguard hat einige Probleme, die Playtests definitiv beseitigt hätten, allem voran die Größe der Map. Die Karten fühlen sich viel zu groß an für nur zwei Teams.

Es kommt kaum zu Reibereien außerhalb der geplanten Aufeinandertreffen zu den Map-Events. Das wurde mit späterem Verständnis des Spiels zwar etwas angenehmer, aber mehr Action wäre trotzdem schön. Ein Modus mit vier Teams und vielleicht eher „Capture the Flag“ statt Belagerung – nach Vorbild von Halo, das sich ähnlich spielt – hätte vielleicht besser funktioniert.

Auch die offensichtliche KI-Übersetzung, die nie geprüft wurde, finde ich fragwürdig. Das Spiel bezeichnet sich selbst auf Deutsch überall als Hohe Haltung (die direkte Übersetzung, aber ein Begriff aus dem Schwertkampf) und selbst Waffen-Namen wie Langhorn und Dynastie sind übersetzt. Aber naja… A for effort, schätze ich.

Dazu kommen Probleme mit der Performance und schlechten Servern, an denen offenbar bereits gearbeitet wird, und der grauenhafte Battle Pass, der von Helldivers 2 kopiert wurde. Das ist eine persönliche Sache, aber ich finde das System, erst Cosmetics kaufen zu müssen, um die nächste Stufe für Cosmetics zu bekommen, nicht ansprechend.

Das größte Problem: Niemand weiß, wie man Highguard spielen soll

Am Schlimmsten ist aber, dass Highguard keinen guten Job dabei macht, die ganzen Dinge von oben ordentlich zu erklären. Das Tutorial dauert ewig, aber die fürs Spiel wirklich relevanten Features werden dabei nicht angeprochen. Wenn ihr Highguard also falsch spielt, ist das nicht mal wirklich eure Schuld.

Highguard sieht zwar aus wie ein absolutes Casual-Spiel, macht aber nach meiner Erfahrung nur Spaß, wenn man sich richtig hineinkniet und bereit ist, erst mal hart auf die Fresse zu kriegen, um zu lernen. Das ist nicht jedermanns Sache.

Wie lange mich Highguard deswegen halten wird, kann ich noch nicht sagen – für den Augenblick aber finde ich den Shooter super und werde sicherlich noch etliche Abende darin versenken. Und auf die zukünftigen Erweiterungen freue ich mich auch: Highguard: Roadmap zeigt Pläne bis Ende des Jahres 2026, will jeden Monat neue Updates bringen

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Harrierdubois

nach eurer Umfrage zu urteilen spielen es die Leute hier nicht falsch sondern eher gar nicht.

schlafkatze

Ein Spiel das im Tutorial, also genau dort wo ich die Grundprinzipien und das Gefühl für das Gameplay mal bekommen soll, nichtmal die V-Achse invertieren kann ist … naja kann man sich vorstellen welches Niveau das ganze Spiel dann hat. Hab 2026 echt kein Verständnis für derartige Unzulänglichkeiten insbesonders sind ja kein Ein-Mann Indie Studio bei dem vlt. noch mal ein Auge zudrücken könnte.
Alle Entwickler müssten den Weg der Schande abschreiten lol
Und weg mit dem Dreck.

Sumi

Das Problem ist halt das es ein PVP Shooter ist. Ich persönlich spiele sowas nicht aber kann mir gut vorstellen das es Leute gibt dort reinschnuppern und gehen mit völlig falschen Vorstellungen in das Spiel.Es wird immer wieder so eine Art von shooter erstellt von den Herstellern obwohl die Leute die wirklich PVP Spielen gerade mal bei ca. 5% der Spielerschaft liegt die ernsthaft einen solchen Shooter spielen laut einer Statistik die mal gesehen habe.

Aber egal ich denke es liegt einfach auch das die Leute sich nicht im Vorfeld auseinander gesetzt haben was für eine Art von Shooter sie dort haben.

thoxx

Wo kommt denn das mit den 5% her? Battlefield, CoD, Fortnite, Valorant, Counter-Strike, PUBG, Apex Legends…man könnte die Liste noch mit reichlich Titeln weiterführen. Der Bedarf an PvP Shootern ist ja ganz klar da.

Toranes

Aha, na klar PvP Shooter haben schließlich nie Erfolg…. Sorry aber ist das ragebait? Das kann doch nicht ernst gemeint sein.

EsmaraldV

Wie kommst du auf 5%??? Das ist doch einfach nur erfunden und aus den Fingern gezogen. PvP-basierte Spiele führen mit Abstand „die meist-gespielten Spiele“ an.

Sumi

Hier gibt es Beitrag mit ein paar Fakten aber ich hatte vor einigen Jahren auch mal eine gesehen mit 5%.
Anscheinend aber leider immer noch ziemlich irrelevant gegenüber PVE Spielen.

https://www.reddit.com/r/insurgency/comments/1pnfutb/where_players_spend_their_time_pve_857_vs_pvp_143/?tl=de

Ist nicht so das man sich das aus den Fingern saugt.
Aber leider ist es halt Fakt das in den Shootern oft auch PVE Inhalte verbaut sind wodurch viele Spieler dann diese auch spielen und warum diese dann in den Spielen bleiben. eine art Zombie Modus etc. pp.

Fakt ist auf jeden Fall das reine PVP Games es halt schwer haben.

thoxx

Du nimmst hier Infos zu einem einzelnen nieschigem Spiel, welches mehrere Spielmodi bietet und willst mit diesen “Fakten” ganze Spiele vergleichen, die komplett auf PvP ausgelegt sind. Der Vergleich haut hinten und vorne nicht hin.

Schau dir Steamcharts an. Die ersten 3 Spiele in der Liste mit den aktuell meisten gleichzeitigen Spielen sind PvP Spiele. Dazu führt CS mit 1,6 Mio Spielern im 30 Tage Peak nicht nur so bisschen mehr, sondern mit weitem Abstand. An deiner Aussage “Fakt ist auf jeden Fall das reine PVP Games es halt schwer haben” ist nix Fakt, sondern nur deine Meinung.

Zuletzt bearbeitet vor 2 Monaten von thoxx
skelli

Hmm, vielleicht verstehe die Entwickler nicht was die Spieler wollen? Kann doch auch sein. Und wenn der Autor meint es spielen alle falsch, gehört er eventuell zu einer kleinen Gruppe die solche Spiele wollen. Kann doch auch sein.

Es hat pvp , ich spiele es gar nicht

EsmaraldV

Wie bei arc Raiders??🤔🤣🤣

Direwolf

Eigentlich ne dreiste Aussage mit dem falsch spielen. Dann spielt es der Großteil der Spieler falsch.
Das Ding zündet einfach nicht, es ist ein Genre auf das keiner mehr Bock hat.
Die generischen Charaktere, die schlechte, verwaschene Grafik, Waffenfeeling einfach nicht gut.

Und die Umfrage spricht Bände: Der Großteil spielt es gar nicht und die zweitmeisten Stimmen sagen, dass es ihnen nicht gefällt.

Und was diesem Spiel letztendlich das Genick schon vor Release gebrochen hat: Das Wo und Wann der Ankündigung. Als letztes Spiel bei den Game Awards und dann sowas?

Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
thoxx

Highguard startet mies auf Steam, aber ihr spielt es einfach nur falsch

Also ich verstehe den Punkt, dass die Leute voreingenommen durch andere Spiele sind. Ist ja auch irgendwie normal, man kennt X Spiele über Y Jahre und neue Spiele versucht man irgendwie einzuordnen. Wenn allerdings JEDER das Spiel falsch spielt oder es falsch versteht, dann schafft es ja ganz offensichtlich das Spiel nicht den Spielern zu vermitteln was es ist, was die Core Mechaniken sind und worauf es ankommt? Da den Fehler bei den Spielern zu sehen, ist meiner Meinung nach schon bisschen…. komisch.

thoxx

Super dass darauf eingegangen wurde und danke für die Antwort! 🙂

Visterface

Naja ich weiß ja nicht. Ich denke am Wochenende schau ich mal rein, bis dahin sind die Server vlt am laufen. Im Moment bin ich mit Eldergarde beschäftigt, das hat mich sehr abgeholt.

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