Wie mir einmal eine Holzlatte den perfekten Gaming-Abend versaut hat

MeinMMO-Autor Jürgen Horn spielt gerne Battle-Royale und hat normalerweise kein Problem damit, wenn er mal verliert. Außer es passiert durch akute Blödheit im Umgang mit Holzlatten, was ihm die perfekte Runde in Apex Legends ruiniert hat.

Ich spiele für mein Leben gerne Battle-Royale-Spiele und der rasante Shooter Apex Legends hat es mir hier besonders angetan. Das Spiel hat für mich die perfekte Mischung aus Tempo, Gunplay, Helden-Fähigkeiten, nützlichen Gameplay-Features und Story.

Daher kehre ich auch nach längerer Abwesenheit immer wieder zu Apex zurück und spiele es dann für einige Wochen intensiv jeden Abend. Doch ein Abend lehrte mich, in solchen Fällen vielleicht doch nochmal das Tutorial zu zocken …

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Apex Legend ist für mich einfach geil!

So gut fing alles an!

Wie war der Start der Runde? Da meine Freunde alle keine Battle-Royale-Games zocken, war ich wie immer mit einer Random-Gruppe unterwegs. Ich spielte den Aufklärer Bloodhound (Für den Allvater!), meine Mitspieler waren mit Wattson und Wraith am Start.

Ich war Jump-Master und wählte den in Season 5 neu hinzugekommenen Überwachungshorchposten von Crypto auf der Map King’s Canyon aus. Denn ich liebe es, wenn es gleich zum Spielstart ordentlich knallt und man erste Kills und guten Loot sammeln kann.

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Bloodhound gehört zu meinen liebsten Apex-Legneds.

Außerdem kann man am Horchposten gleich mal für kurze Zeit sämtliche Gegner auf der Map offenbaren und das gibt einen entscheidenden Vorteil in der folgenden Spielphase.

Der erste Sieg am Hochposten: Nach der Landung geht es schon fett los und da wir den damals aktiven Spielmodus „Armed and Dangerous“ spielen, gibt es schon zum Start Rüstung und eine Mozambique-Pistole.

Diese nutzlose Mistknarre tausche ich schnell gegen ein mächtiges Charge-Rifle und eine fette Mastiff-Shotgun aus (es gibt nur Shotguns und Snipers in dem Modus) und damit fallen schnell erste Kills ab. Denn wir haben unseren Gegner die Waffen weggeschnappt und sie rennen quasi unbewaffnet – die Mozambique zählt in Apex nicht wirklich als „Waffe“ – in unser Feuer und verrecken elendig!

Solch ein Erfolgserlebnis zum Start macht schonmal Laune auf mehr!

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Die Mozambique mag kaum jemand.

Vorteil dank Wissen: Da wir nach unserem ersten Sieg den Horchposten aktivieren, wissen wir, das sich die Gegner schon im Norden bei den Ruinen des Repulsors tummeln. Doch die wissen nicht, dass wir das wissen.

Wir rennen also schnell hoch und dank meiner Bloodhound-Aufklärung kann ich sie schnell aufspüren und kalt beim Looten überraschen. Sieg Nummer 2 auf unserem Konto! Wir haben einen Lauf!

Dabei kann ich nur betonen, wie geil sich das fixe Gameplay von Apex mit Bloodhound anfühlt. Vor allem das Feature, das man klar die Spuren der Gegner sieht und wie frisch diese sind, gibt einem das ultimative Jäger-Feeling.

Der Sieg ist in greifbarer Nähe

So lief das Mid-Game: Unsere Erfolgssträhne hält auch im Midgame an. Methodisch erkunden wir die Map und folgen immer dem Verlauf der sicheren Zone. Denn wie in jedem Battle-Royale wird auch in Apex das Spielfeld mit fortschreitender Zeit immer kleiner. Wer zu langsam ist, wird von der immer tödlicher werdenden Todeszone via Kraftfeld gegrillt.

In einem wirklich wilden Vorstoß können wir uns selbst auf weiter Ebene noch behaupten. Auch hier merke ich wieder, wie geil sich Bloodhound spielt. Seien Ultimate lässt ihn sauschnell herumrennen und dabei alle Gegner sehen. Man fühlt sich wirklich wie der unaufhaltsame Jäger, dem seine Feinde als Beute dienen!

Ich hatte in dem Moment alles vergessen, was um mich rum passiert, und war total in dieser Macht Phantasie drin, ein mächtiger Jäger in Apex Legends zu sein.

Wattsons Elektro-Festung des Todes: Die Zeit schreitet voran und wir haben echt unverschämtes Glück. Denn gleich zwei sichere Zonen liegen auf einem gut befestigten Außenposten, der auch noch auf einem Berg steht. Zur Erinnerung: Der Spielmodus enthält nur Sniper und Shotguns.

Wenn uns der Gegner also angreifen will, muss er über freies Feld den Berg hoch und hat dabei keine Deckung, während wir mit unseren inzwischen hochgerüsteten Snipers blutige Ernte halten.

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Wattson ist nett und hilfreich.

Hier taugt mir vor allem die Charge-Rifle gut, denn sie trifft bequem via Hitscan und man muss nicht den Bullet-Drop berücksichtigen. Dieser Geschossabfall auf Distanz ist in Apex nämlich echt krass! Sollte ein Gegner doch mal unsere Festung erreichen, dann hat unsere Wattson eine fiese Überraschung am Start.

Denn das ganze Areal ist mit ihren Elektrozäunen abgeriegelt und die hilfreiche Ingenieurin hat noch überall ihre Kondensator-Türme aufgestellt. Die schützen vor Granaten und stellen Schilde wieder her.

So überstehen wir auch das vereinzelt erfolgreiche Feindfeuer ohne Probleme. Im Sniper Duell und vereinzelten Nahkämpfen – manchmal kommt doch jemand bis zum Zaun – knuspern wir den Rest weg. Hier kommt Mitspielerin Wraith ins Spiel, die ab und zu einfach unsichtbar im Rücken der Angreifer auftaucht oder ungesehen die Position verändert. Habe ich schon gesagt, das ich echt ein geiles Random-Team am Start habe?

Am Ende ist nur noch ein feindliches Team übrig und es sieht verdammt gut für uns aus! Das könnte echt klappen!

Die grausame Rache der Holzlatte!

So fing das Unheil an: Es gibt nur noch ein Feindteam, aber die tun uns nicht den Gefallen, todesmutig unsere mächtige Wattson-Festung des Todes zu stürmen. Vielmehr verschanzen sich die frechen Lümmel auf dem benachbarten, noch höheren Berg.

Unser Glück hat uns ebenfalls verlassen, denn nachdem die sichere Zone jetzt mehrfach bei unserer Festung gelegen hatte, verschiebt sie sich in der finalen Phase des Spiels leider genau auf den Berg, wo unsere letzten Gegner eine Camping-Party feiern.

Wir müssen also los. Doch zum Glück ist eine nützliche Zip-Line zum Nachbarberg aufgespannt. Nur ein letzter, entscheidender Vorstoß, dann ist der Sieg unser! Das muss einfach klappen!

Apex Legends Pathfinder mit Haken
Zip-Lines sind praktisch.

Das Schicksal ist ein Mistviech: Es gibt unter pessimistischen Menschen den Aberglauben, dass man für jedes genossene Glück vom Schicksal eine entsprechende Ladung Pech und Unglück zum Ausgleich kassiert. Je besser es also gerade läuft, desto härter fällt die Klatsche des Schicksals am Ende aus.

Sozusagen ein sadistisches karmisches Gummiband, dass einem mit voller Wucht ins Gesicht watscht, wenn es einem zu gut geht. Ich glaube an solchen Schwurbel-Quatsch eigentlich nicht, aber hier war das wohl mal die Wahrheit.

Verdammt, warum komme ich hier nicht hoch: Denn wie von einer unsichtbaren Troll-Hand geleitet schaffe ich es, von dem Podest am Ende der Zip-Line runterzufallen. Ich lande unten am Fuß des Berges, während meine Kumpels weiterstürmen.

„Verdammt“, denke ich. „Zu zweit wird das nix, wir müssen als Team angreifen!“ Zum Glück gibt es einen praktische Holzlatten-Verhau, der am Rand der Plattform angebracht ist. Da kann man in Apex Legends hochklettern, das weiß ich noch von früheren Session vor einigen Monaten.

Ich springe also hoch und drücke nochmal den Jump-Button, um hochzukommen. Mist, das klappt nicht, meine Spielfigur schlittert wieder runter.

„Verdammt, wie ging das mit dem Hochklettern nochmal?“ Rast es mir durch den Kopf. Vielleicht muss man ja statt Jump den Use-Button drücken? Auch das klappt nicht. Erneut rutsche ich wie ein totaler Holzdepp den Abhang runter.

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Ja, das Klettern ist eigentlich ganz einfach … Quelle: reddit

Mein mächtiger Jäger Bloodhound hüpft wie ein totaler Trottel an dem Berg herum und mein adrenalinüberschwemmtes Hirn rafft ums Verrecken nicht, wie ich da hochkomme.

Meinen Mitspielern entgeht das nicht und sie wollen sehen, was da los ist. Dabei springen sie blöderweise ebenfalls runter und suchen nach dem Problem. Das Problem ist, das ich zu blöd zum Klettern bin! Meine Kameraden hingegen nicht, sie klettern immer wieder hoch und ich raff einfach nicht, wie das geht!

Diese elende Holzlatte weigert sich, mir als Kletterhilfe zu dienen! Und jetzt kommt das große Unheil, denn während ich verzweifelt herumhüpfe, beschießen uns die Gegner und selbst wenn einer von uns hochkäme, wäre er da oben eine Zielscheibe!

Das unrühmliche Ende: Doch die Entscheidung, ob wir uns todesmutig in den Kugelhagel werfen und zumindest einen ehrenhaften Tod in den Augen des Allvaters finden, wird uns abgenommen. Denn die Todeszone ist mittlerweile angekommen und überrollt uns wie eine unbarmherzige Lawine aus 1,21 grausamen Gigawatt! In Sekunden verglühen wir und unsere ambitionierten Pläne vom großen Battle-Royale-Sieg im Kraftfeld der Todeszone.

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Selbst seelenlose Roboter weinen, wenn eine Runde so episch in die Binsen geht!

Was für eine Enttäuschung! Nach dem dauerhaften Adrenalins-High des vergangene 30 Minuten ist dieses abrupte Ende einfach nur ein fieser Tritt in die metaphorischen Eier! Fassungslos sitze ich vor dem Bildschirm, während das Spiel die feixenden Champions des verbleibenden Teams kürt! Dabei haben die gar nix gemacht, außer uns beim Verglühen zuzusehen! Das ist einfach nicht richtig!

Nächstes Mal, wenn ich nach einer Pause wieder in Apex Legends einsteige, schau ich mir noch mal das Tutorial an. Erst wenn man weiß, wie man klettert, ist man ein unbarmherziger, gnadenloser Jäger. Das hab ich an dem Abend gelernt. Verdammt.

Fazit – Lernt die Basics!

Ich bin eher ein Casual-Gamer und habe normalerweise kein Problem damit, wenn eine Runde trotz anfänglichen Erfolgen am Ende schief geht. Dann war der Gegner halt besser. Aber wenn man durch lauter Dummheit verreckt, weil man vergessen hat, das man in Apex Legends nicht durch einfaches Drücken, sondern halten der Sprung-Taste klettert, hat mich echt fuchsig gemacht!

Daher nehme ich mir seitdem immer erst die Zeit, die Basics eines Spiels wieder zu erlernen und sogar das Tutorial nochmal zu spielen, bevor ich nach längerer Abwesenheit wieder loslege. Nochmal will ich solch eine Schmach wie mit der Holzlatte nicht erleben!

fragt meinmmo jürgen

Jürgen Horn
Redakteur bei Mein-MMO

Wenn ihr lieber eine positive Erfahrung von mir lesen wollt: Hier gibt’s einen Artikel, in dem ich den perfekten Apex-Legens-Run beschreibe.

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Gina

Brudi, geil!

Joker#22737

Wenn „plötzlich“ der Knusperer zum Verknusperten wird 😉

Sehr unterhaltsam geschrieben, Danke dafür 🙂

csonni

die Holzlatte des Todes…bruh…you made my day…Danke 😀

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