Garten- und Farmarbeit wird vor allem in Survival-Games gerne belächelt als Tätigkeit, die nur zur Entspannung dient, nicht dem harten Gameplay. In Enshrouded ist das etwas anders, zumindest wenn man spielt wie MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus. Der ist im Survival-Spiel aus Deutschland kein Freizeit-Gärtner, sondern ein kompetitiver Bauer.
Survival-Games sind bekannt für ihre oft harschen Welten und ihr wenig verzeihendes Gameplay. Nicht genug gegessen, getrunken oder im Kampf einen Fehler gemacht? Kopf ab, zur Leiche laufen und nochmal versuchen. Genau dafür liebe ich das Genre: es ist rau.
Trotzdem war eines der ersten Dinge, die ich bei unserem aktuellen Run in Enshrouded geplant habe, ein Stall für Ziegen. Während Kollege Dariusz fleißig an seiner Höhle gearbeitet hat wie ein waschechter Zwerg, ging mein Weg möglichst direkt zur Bäuerin, um bei ihr Köder und Setzkästen freizuschalten.
Dabei will ich nicht mein Bedürfnis nach entspannter Gartenarbeit befriedigen. Für viele ist Pflanzen anbauen und Tiere züchten ein netter Zusatz, wenn man ohnehin zu Hause bleibt und sein Häuschen baut. Für mich ist es eiskaltes Kalkül.
Denn mir geht nur um eines: möglichst effizient mit meinem Build zu sein, erkunden zu können und dabei jeden Gegner platt zu machen, der sich vor meine Dolche plagt. Und dazu brauche ich einen Acker.
Von wegen Blümchen pflücken: Gartenarbeit als Grundlage meiner Builds
Viele moderne Survival-Games verzichten mittlerweile auf eine strikte Pflicht für Nahrung und Getränke. Statt zu verhungern oder zu verdursten, ist man ohne eine Mahlzeit nur einfach schwächer. Gerichte und Drinks geben dagegen mächtige Buffs. So ist es auch in Enshrouded.
Während am Anfang noch simpel gegrilltes Fleisch oder Gemüse auf dem Speiseplan steht, sind recht schnell bessere Möglichkeiten verfügbar: gemischte Spieße, Suppen, Tees und Eintöpfe. Die brauchen aber natürlich Zutaten, die sich in der offenen Welt finden lassen.
Mir dauert das aber zu lange, vor allem bei der Menge, die ich an Buff-Food verbrauche. Statt mich stundenlang durch den Wald oder die Ebenen zu quälen für Salbei oder Kamille, sammle ich diese Pflanzen beim ersten Erkunden – und züchte sie dann selbst.
Aus einer Pflanze lassen sich in der Regel 5 Setzlinge ziehen. Schon nach ein paar Durchgängen ist damit ein Feld mit hunderten Zuchtpflanzen möglich. Mit dieser Methode habe ich innerhalb weniger Stunden im Spiel genügend Mahlzeiten nicht nur für mich, sondern für die gesamte Truppe hergestellt, was wir jedoch auch brauchen, wenn wir uns stundenlang durch wirklich anstrengende Dungeons quälen müssen.
Hier hört mein Minmaxing aber noch nicht auf, denn der wahre „Hack“ liegt in der Tierzucht.
Haus- und Nutztiere sind nicht einfach nur süß, sie sind die Quelle für mächtige Buffs
Mittlerweile haben wir zwei Ställe in unserer ersten Base stehen, bald kommt noch ein dritter dazu. Dort tummeln sich Ziegen, Feenwild, Hoppelhasen und deren niedlicher Nachwuchs. Für einige sind das einfach nur niedliche Tiere, die unser Heim bereichern – für mich sind sie die Quelle von Buffs.
Gerade Milch ist durch die Ziegen früh verfügbar und deutlich stärker als Wasser, was Ausdauer und Regeneration angeht. Besonders mit meinem auf Agilität und Geschwindigkeit ausgelegten Build, setze ich besonders stark auf Kondition und Geschicklichkeit, brauche entsprechend viel Ausdauer. Später ist Milch notwendig für neue Rezepte: Butter für Kuchen, Getränke und Co. All das floss von Anfang an in meine landwirtschaftliche Planung ein.
Und hier hört mein Minmaxing nicht auf: selbst unsere Haustiere, eine Katze und einen Hund, versorge ich hauptsächlich, weil sie einen nützlichen Buff gewähren, wenn man sie streichelt. Quasi umsonst mehr Lebenspunkte für 30 Minuten? Dafür reise ich nach einem Tod sogar kurz zurück nach Hause!










Knallharte Kalkulation für die besten Ergebnisse – Merz wäre stolz auf mich
Nun wäre aber einfach irgendwo Pflanzen in die Base setzen und Tiere züchten kein echtes Minmaxing. Um wirklich die höchste Effizienz rauszuholen, habe immer wieder experimentiert, denn verschiedene Setzlinge bevorzugen unterschiedlichen Boden oder Feuchtigkeit. Entsprechend habe ich unsere Felder so angelegt, dass sie in verschiedene Bereiche aufgeteilt sind:
- Ein Feld mit fruchtbarer Farmerde ist dazu da, die Pflanzen anzubauen, die ich (oder wir) aktuell am meisten brauchen. In der Regel sind das die „neusten“ Funde für die gerade beste Nahrung.
- Blumenerde ist noch etwas besser, aber teuer in der Herstellung. Die belegt einen kleinen Platz für Pflanzen, die gerade akut benötigt werden und das schnell.
- Mit der Erde aus anderen Biomen sind ein paar Felder bestellt, die entsprechende Pflanzen aus eben diesen Biomen versorgen sollen, wenn ich sie nicht direkt, sondern irgendwann später brauche.
- Andere Pflanzen – etwa Mais, Beeren und Tomaten – stehen dagegen einfach so in der Gegend herum, dafür in rauen Mengen. Die ernte ich, wenn ich sie brauche und pflanze sie direkt nach, so spare ich wertvollen Lagerplatz in den Kisten.
Das gleiche gilt für Bäume und Büsche: Wir haben mehrere kleine Wälder (alle natürlich so dicht gepflanzt, wie es geht) und Sträucher um die Base verteilt. Holz braucht man schließlich immer wieder und da ist es angenehmer, das direkt vor der Tür zu haben.
In der näheren Zukunft plane ich einen weiteren Stall für Vögel, sobald ich entsprechende Köder herstellen kann, sowie einen kleinen Teich für Fische und vor allem Bienenstöcke! Honig ist seit Wochen Mangelware, aber wichtig für Heiltränke. Mein kompetitives Herz kann gar nicht früh genug an einen summenden Schwarm kommen.
Wenn euch also das nächste Mal jemand für euren grünen Daumen belächelt, starrt einfach grimmig zurück und erklärt, dass Gartenarbeit kein Spaß, sondern eine absolut ernsthafte, auf Höchstleistung ausgelegte Tätigkeit ist! Spaß macht’s aber natürlich trotzdem … ein bisschen.
Spielt ihr Enshrouded auch in der Gruppe? Was ist eure „Aufgabe“ im Team? Oder spielt ihr alleine? In dem Fall: Was ist euer liebster Content in Enshrouded? Schreibt einen Kommentar!
Mit Version 1.0 hat mich Enshrouded erneut komplett gefesselt – und nicht nur mich, hunderttausende andere Spieler sind ebenfalls (wieder) in die Welt eingetaucht. Wundern tut mich das nicht wirklich, schon bei der Vorstellung war ich baff: Enshrouded bekommt so viele Neuerungen für den Release, dass ich sie nicht alle in einen Titel packen kann
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