Zweieinhalb Stunden reine Qual: Ein deutsches Survival-Game hat mich gebrochen und das nicht zum ersten Mal

Enshrouded Benedict verzweifelt an Hallen der Erloschenen Titel

Enshrouded hat mit dem 1.0-Release über 100.000 Spieler zurück in das vom Miasma verseuchte Survvial-Game gelockt. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus und einige der Kollegen hier sind Teil davon. Ihr letzter Ausflug war jedoch … unangenehm.

Ich liebe Enshrouded wirklich und habe mittlerweile weit über 180 Stunden in das Survival-Spiel versenkt. Mehrmals angefangen, immer mit Freude weitergemacht, oft gewartet, bis neue Updates kommen. Jetzt ist das Spiel endlich fertig und wird mich nochmal locker 50 Stunden kosten.

Angefangen habe ich schon und fühle mich wirklich pudelwohl. Nicht nur die größeren Skill-Bäume, mit denen nun richtig starke Builds möglich sind, sondern auch Details wie optische Anpassungen an Charakteren oder eine volle Vertonung sorgen für ein Spielgefühl, das ich so in keinem anderen Spiel des Genres habe.

Nachdem die Entwickler aus Frankfurt endlich fertig waren, haben wir uns einen dedizierten Server gemietet, damit wir jederzeit weiterspielen können, auch wenn nicht alle da sind. Wir, das sind neben mir die Kollegen Dariusz, der eigentlich einen fleißigen Zwerg spielt, Lydia, Benedikt, Alex und einige Freunde.

Gestern habe ich Dariusz und Lydia dazu überredet, mit mir einen Dungeon zu erforschen. Jetzt sage ich ganz öffentlich: Es tut mir Leid.

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Enshrouded geht in den 1.0-Release, zeigt im Video alle Highlights

Ein Dungeon, der viel zu lange dauert, um noch Spaß zu machen

Wir haben auf dem Server mehr oder weniger verteilte Rollen. Ich als Vielspieler bin die meiste Zeit unterwegs, erledige Quests und sammle Ressourcen und Ausrüstung. Entsprechend ist mein persönlicher Fortschritt etwas weiter als der der meisten.

Bestimmte Aufgaben in der Story gehen wir aber gemeinsam an, wie etwa der Kampf gegen krasse Bosse oder eben Dungeons – wie hier die Hallen der Erloschenen im Düsterdickicht. Den kenne ich schon von meinen früheren Solo-Reisen und wollte genau deswegen Hilfe.

Alleine habe ich über 3 Stunden dafür gebraucht und wollte die Hallen nie wieder sehen. Die Crux: Hier versteckt sich ein wichtiges Bauteil für den Fortschritt von Werkstätten. Wir müssen also früher oder später rein.

In der Hoffnung, dass es zusammen schneller geht, sind wir also zu dritt los, etwa um 23 Uhr. Erst nach zweieinhalb Stunden, über 40 Heiltränken und Bandagen und mehr als 300 Pfeilen verschiedener Coloeur kamen wir wieder raus. Es war schlimm.

Leider habe ich nicht daran gedacht, Screenshots zu machen – ich war meist zu sehr damit beschäftigt, mich der Horden an Skeletten zu erwehren. Und ich weigere mich, nur dafür nochmal einen Fuß in diese Hallen zu setzen. Darum gibt’s nur ein Bild unseres hart erkämpften Loots:

Ätzende Mechaniken, ätzende Gegner und ätzender Boden – Buchstäblich

Was die Hallen der Erloschenen so unfassbar lästig macht, ist … eigentlich alles, wenn ich so darüber nachdenke. Nichts in diesem Dungeon macht irgendwie so richtig Spaß, höchstens die eher spärlich gesäten Rätsel. Aber selbst die sind hier schlechter als überall anders im Spiel:

  • Bestimmte Türen benötigen Runen, damit sie geöffnet werden können. Die sind oft aber so gut versteckt, dass ich sie – trotz vorigem Besuch – ohne Video-Guide nicht finden konnte.
  • Die Gegner hier sind absolute Schadens-Schwämme. Abgesehen davon, dass sie nur von bestimmten Waffen vollen Schaden nehmen, halten sie viel aus, blocken ständig und schieben einen durch die Gegend, teilweise in Gefahren in der Umgebung hinein.
  • Dazu ist der Weg nicht eindeutig. Ständig gibt es Abzweigungen und selbst mit guter Orientierung ist es zuweilen schwierig, sich zurechtzufinden. Nur Leichen sind ein Indikator dafür, dass man schon an einem bestimmten Ort war.
  • Als wäre das nicht genug, wartet am Ende ein dicker Boss mit Mechaniken, die selbst Spieler mit starker Ausrüstung mit einem Schlag aus dem Leben klatschen können. Und natürlich beschwört er zusätzliche Gegner in den Kampf …

Das vielleicht Schlimmste am ganzen Dungeon ist jedoch „giftiger Schleim“, eine Substanz auf dem Boden, die man abbauen kann. Berührt man sie, verliert man sofort seine Ausdauer. Die ganze Ausdauer. Gerade im Kampf gegen so an die 20 Skelette macht es besonders viel Spaß, wenn man nicht mehr blocken, ausweichen oder springen kann. Nicht.

Ein paar Bilder meiner Skillung und Ausrüstung findet ihr hier:

Ich bin unser stärkster Spieler, aber im Dungeon absolut nutzlos

Kurz zur Einordnung: Gegner in den Hallen sind auf Level 15. Dariusz und Lydia waren auf Stufe 10 bzw. 13, ich bin mit Level 22 rein und mit Ausrüstung, die das Düsterdickicht um fast zwei Biome bzw. Tiers übersteigt. Dass ich – normalerweise – den größten Anteil an Schaden in Kämpfen mache, ist also meistens der Fall. Hier nicht.

Die Hallen der Erloschenen werden, wie der Name schon sagt, von Erloschenen „bewohnt.“ So heißen die Untoten in Enshrouded: Skelette, die etwa in Form von niederen Dienern, Hunden, Kriegern und Magiern kommen.

Mein Build ist auf hohen Schaden gegen einzelne Ziele ausgelegt: Dolche, Gift und hinterhältige Angriffe. Alleinstehende Gegner und sogar Elite-Mobs kann ich durch Anschleichen sofort töten. In den Hallen klappt das nicht:

  • Skelette sind, wie in den meisten Spielen, resistent gegen Stichschaden. Und Dolche machen natürlich Stichschaden.
  • Gift ist die größte Stärke meines Builds. Untote sind aber selbstverständlich immun gegen jegliches Gift und Blutungen.
  • Feinde stehen natürlich auch nicht alleine herum, sondern immer in riesigen Gruppen und oft um Ecken. Anschleichen geht also nicht, selbst wenn man weiß wo die Gegner stehen. Sie sehen mich sofort und es rennen direkt 5 oder mehr Skelette auf mich zu. Meucheln ist nicht.

Selbst im Fernkampf mit Pfeilen ließ sich nur wenig ausrichten, ich habe mehr Pfeile verbraucht als sonst irgendwo. Selbst Dariusz mit seinem Bogenschützen-Build war nur mäßig effizienter. Ich verstehe, dass nicht jeder Build überall stark sein kann. Aber für einen ganzen Dungeon ausschließlich Keulen und vielleicht noch Magie zu erlauben, um ihn vernünftig zu schaffen, nervt.

Die Hallen der Erloschenen sind mein vielleicht einziger echter Kritikpunkt an Enshrouded

Seit Enshrouded damals in den Early Access gestartet ist, spiele ich immer wieder gerne und verliere meist direkt viele Stunden pro Sitzung und noch weit mehr pro Woche in der Welt. Keen Games hat hier ein Spiel erschaffen, das Erkundung, RPG und Survival mischt wie kein anderes und die Kombination drückt bei mir wirklich alle Knöpfe.

Nur dieser eine Dungeon ist etwas, das ich nie, nie wiedersehen will. Die Untoten sind ohnehin meine Nemesis, egal mit welchem Build: sie nerven einfach. Im Regelfall kann ich damit umgehen, aber bei so einer Masse wie in den Hallen, verliere ich komplett den Mut.

Als krönender Abschluss sind wir übrigens ganz am Ende noch vor den wieder aufgetauchten Skeletten ganz am Eingang geflohen, nachdem wir den harten Endboss im mühseligen Kampf über mehrere Minuten hinweg bezwungen haben. Ein ziemlich unwürdiges Ende, aber ein Ende.

Trotzdem bin ich optimistisch: Da wir diesen Dungeon nun endlich hinter uns haben, wird das Spiel endlich wieder angenehmer. Wir können neue Items herstellen, ich kann die Quests vorantreiben und der nächste Boss in den Nomaden-Anhöhen wartet ebenfalls schon. Auf den freue ich mich richtig. Nur muss ich mir noch ein kleines Präsent einfallen lassen, um meine Kollegen für das Trauma gestern Abend zu entschädigen.

Hättet ihr so lange durchgehalten, oder wäre bei euch die Luft schon früher raus gewesen? Was ist euer Endgegner in Enshrouded – oder einem anderen Spiel? Schreibt einen Kommentar!

Trotz des erschöpfenden Ausflugs habe ich noch immer richtig Lust auf Enshrouded, weil es vor allem jetzt in Version 1.0 so richtig gut geworden ist. Allerdings hat das Survival-Spiel akutell starke Konkurrenz und das sogar im eigenen Genre: 2 der besten Survival-Games der letzten Jahre erscheinen vollständig – Was passt zu mir, Valheim oder Enshrouded?

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