MeinMMO-Redakteur Dariusz ist ein Zwerg aus Leidenschaft und gräbt seit 30 Stunden in dem Survival-Game Enshrouded ein riesiges Loch.
Eine malerische Fantasy-Welt mit Magie und mittelalterlichen Waffen, ein ausgeprägter Skilltree für verschiedene Spielstile, Zelda-artiges Gleiter-Gameplay … Enshrouded, das erfolgreiche Survival-Game aus Frankfurt am Main, hat vieles zu bieten. Am 15. Oktober war es dann nach über 2,5 Jahren so weit: das Ende der Early-Access-Phase und der vollwertige Release der 1.0-Version standen an.
Bereits Monate vor dem Launch der Vollversion stand für einen großen Teil der MeinMMO-Redaktion fest: Wenn das Update kommt, mieten wir uns einen eigenen Server und zocken alle zusammen Enshrouded. Einige von uns, etwa unser Survival-Experte Benedict Grothaus, wagen sich dabei zum wiederholten Mal in den gefährlichen blauen Nebel des Miasmas. Andere, darunter meine Wenigkeit, spielen den Survival-Hit zum ersten Mal.
Doch es waren nicht die tolle, handgecraftete Fantasy-Welt, die Quests mit vollständig vertonten NPCs oder das vielseitige Kampfsystem, die mich an Enshrouded interessierten. Als leidenschaftlicher Zwerg und Ruhrpottler hatte ich nur eines im Sinn: Bergbau.
Das … war so nicht geplant
Der Abend des 15. Oktobers lief in vollen Zügen, als sich die MeinMMO-Redaktion in den Hochweiden des Gluttals eine erste Bleibe errichtete. Die einen sammelten Ressourcen wie Holz, Stein und Pflanzenfasern, die anderen bauten Kisten, Werkzeuge, Waffen und das erste Haus. Kurz darauf wurden die ersten Quests angegangen.
Und dann war da ich.
Ich griff mir meine Spitzhacke und schlug auf einen Hügel ein. Es entstand ein kleines Loch, dann ein Tunnel. Kurz darauf erreichte ich unterirdisch einen Abhang und formte den Plan, einen Weg von oben nach ganz unten zu graben. So hätten wir permanenten Zugang zu dem am Fuße liegenden Miasma-Bereich. Ich machte auch gut Fortschritt, doch am nächsten Tag folgte die Ernüchterung.
Ich habe die Info verpasst, dass sich gegrabene Tunnel und Höhlen außerhalb des Basis-Bereiches mit der Zeit wieder zuschütten, und so blickte ich am Folgetag nicht auf einen halbfertigen Tunnel, sondern erneut auf einen stinknormalen Hügel.
“Verdammt”, grummelte mein Zwergen-Alterego. “Dann muss ich wohl unterhalb der Basis graben”. Und ein kleiner, hölzerner Unterstand war der perfekte Ausgangspunkt!

Rock and Stone!
Ich liebe es, in Survival-Spielen viel zu große und unnötig aufwendige Basen zu bauen. In Enshrouded wollte ich zunächst darauf verzichten, weil unsere erste Bleibe nie dafür gedacht war, dort das ganze Spiel über zu verweilen. Wir hatten das Ziel, später zu besseren Standorten weiterzuziehen. Aber ich hatte durchaus von Anfang an den Plan, beim Bauen wieder völlig zu übertreiben.
Schon an Tag zwei, nachdem mein erster Tunnel zugeschüttet war, konnte ich dann nicht mehr widerstehen. Ich griff erneut zur Spitzhacke und grub einen Tunnel. Immer tiefer und tiefer drang ich ins Erdreich vor, bis ich fast genau unter unserem Haupthaus war – allerdings mit einer Meterdicken Erdschicht dazwischen. Dann wurde aus dem Tunnel ein Loch.
Ich grub immer tiefer und tiefer, der Tunnel wurde immer breiter und breiter. Es vergingen Stunden um Stunden und in unseren Kisten sammelten sich tausende Steine an.
Nachdem ich anfangs noch Healer-Skills auswählte, setzte ich zwischenzeitlich meine investierten Fähigkeitspunkte zurück, um noch effizienter an meiner Höhle zu arbeiten. Ich verbesserte den Umgang mit meinen Spitzhaken und erlernte einen Skill, der mich zum Bauen innerhalb der Basis als eine Art leuchtenden Funken fliegen lässt.

Ein unterirdisches Häuschen mit Geheimnis
Irgendwann war das Stein-Lager allerdings genug gefüllt und das originale Zwergen-Feeling ausreichend befriedigt, sodass ich fortan vermehrt zum Bauhammer griff. Mit diesem kann ich zwar nicht authentisch buddeln, aber dafür optisch deutlich ansprechender mittels Terraforming das Aussehen meiner Höhle gestalten.
Im nächsten Arbeitsschritt glättete ich die Wände, den Boden und die Decke und hübschte mein Erdloch mit Hochweidenerde auf. Wo das fleißige Zwergenauge vorher nur Gestein erblickte, zierte nun saftiggrünes Gras den Untergrund.
Jetzt fehlte nur noch ein Haus. Ausreichend Stein hatte ich ja, also zog ich im Handumdrehen meine eigenen vier Wände hoch – 2 Etagen, eine handgebaute Treppe, ein paar kleine Räume und … “Hmm, was mache ich mit dem ungenutzten Platz unter der Treppe? Ich … ich könnte noch tiefer buddeln.”
Ich griff also erneut zu meiner Spitzhacke und schaufelte unter meiner Treppe einen kleinen Geheimgang, der meine ursprüngliche Höhle untergrub. Da unsere Stein-Vorräte weiterhin aus allen Nähten platzen, griff ich zeitnah erneut zum Bauhammer, um direkt mittels Terraforming zu “graben”, da es auf diese Weise einfach effizienter ist – schließlich geht es merklich schneller und erzeugt direkt glattere Ebenen.
Schon bald mündete der kleine Geheimgang in einer neuen Höhle, die das Ausmaß des ursprünglichen Loches bei weitem übertraf. Während ich immer tiefer und tiefer ins Erdreich vordrang, kamen Treppen, Böden, Wände und Decken aus Stein hinzu.
Von der tieferen, neuen Höhle grub ich dann mit der Spitzhacke wieder zur Erdoberfläche, aber etwas abgelegen am Rand des Basis-Bereiches. Hierzu führte ein schmaler Tunnel zu einem senkrechten Leiter-Aufstieg, dessen Zugang ich mit einer runden, platt auf dem Boden platzierten Tür versperrte.






Erst der Anfang
Ihr habt es bereits am Titel des Artikels gesehen: Ich habe jetzt rund 35 Stunden in Enshrouded und davon etwa 30 mit dem Graben und Ausbauen der Höhle verbracht. Vereinzelt habe ich auch Quests abgeschlossen, mich an Kämpfen beteiligt oder die Map erkundet, aber das hat den Spielzeit-Zähler nun minimal hochgetrieben. Ich habe wirklich den Großteil der Zeit gebuddelt.
Trotzdem ist es nicht schwierig zu erkennen, dass mein Zwergenreich noch lange nicht fertig ist. Mein kleines Haus unten ist nur sporadisch errichtet und noch lange nicht schön oder geräumig. Es hat nicht mal Möbel. Die große Höhle ist noch komplett leer. Von einem glorreichen Palast ist da nicht viel zu sehen. Dieser gesamte Bereich soll noch ausgebaut werden, inklusive Dekoration.
Wie genau das finale Produkt aussehen wird, weiß ich noch nicht, aber es werden noch einige Stunden ins Bauen fließen. Hier hat Enshrouded wirklich ein starkes System. Irgendwann werde ich bestimmt auch die Quests beenden, aber erstmal werde ich ausgiebig bauen.
Wie spielt ihr Survival-Games wie Enshrouded? Baut ihr auch so gerne oder absolviert ihr Quests, bekämpft Bosse etc? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
Ein anderes Survival-Game, das kürzlich einen neuen DLC bekommen hat, ist Once Human. MeinMMO-Autorin Nicole hat das Update bereits angespielt und euch in einem Artikel ihre Spielerfahrung festgehalten. Mehr dazu hier: Nach 700 Stunden muss ich ein Survival-Spiel neu lernen, weil der DLC alles über den Haufen wirft
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