Nach 700 Stunden muss ich ein Survival-Spiel neu lernen, weil der DLC alles über den Haufen wirft

isles of abyss once human dlc anspielbericht titelbild

Der neue DLC für das Survival-Spiel Once Human bringt frische Features, neue Gefahren und wirft alte Systeme buchstäblich über Bord. MeinMMO-Autorin Nicole hat sich vorab in die Fluten gestürzt und Isles of Abyss angespielt.

Das Survival-Spiel Once Human und ich hatten einen schwierigen Start. Beim Release 2024 habe ich reingeschaut und um die 100 Stunden versenkt, aber irgendwann hat es mich verloren. Ich hatte schlichtweg keine Lust auf zeitlich begrenzte Szenarien, in denen ich immer wieder von vorne anfangen muss.

Im Sommer 2026 habe ich dann gesehen, dass Once Human einen First-Person-Modus erhält und es zudem endlich permanente Server gibt. Das bedeutet: Ich kann ein Szenario spielen, ohne meinen Fortschritt zu verlieren, und habe dort gewissermaßen mein festes Zuhause.

Damit war mein Neustart in dem Survival-Spiel also gesichert und seitdem habe ich rund 700 Stunden in dem Game verbracht. Als ich die Möglichkeit bekam, vorab in den neuen DLC „Isles of Abyss“ reinzuschauen, war ich natürlich Feuer und Flamme. Diese Flamme blieb auch nach dem Anspielen bestehen – obwohl ich ziemlich viel Zeit im Wasser verbracht habe.

Der neue DLC bringt nämlich nicht nur frische Inhalte und eine neue Map mit sich, sondern sorgt auch dafür, dass ich fast alles neu lernen muss. Zwar kenne ich die Basics, aber manche davon spielen hier gar keine Rolle mehr. Obendrein kann ich nicht mehr entspannt durch die Welt rennen, in der ich schon alles kannte.

Isles of Abyss ist fordernd, und das macht richtig viel Spaß.

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Once Human bringt kostenlosen Ozean-DLC, zeigt Gameplay von „Isles of Abyss“ im Trailer

Das Szenario startet ganz passend mitten auf dem offenen Meer. Dort erhalte ich direkt den Auftrag, an Land zu schwimmen und ganz Survival-typisch erst einmal Materialien zu sammeln. Dabei fällt mir sofort das schöne Strand-Setting auf:

Überall stehen Palmen, es gibt feinen Sandstrand, Kokosnüsse und viele verstreute Schiffsteile. Das schaue ich mir natürlich direkt genauer an.

Schrittweise leitet mich das Tutorial durch den Beginn der Story. Ich lerne die Grundlagen wie das Recyceln und Nutzen von Geräten, das Craften von Items sowie das Stillen von Durst und Hunger. So weit, so gut – das kennt man ja bereits aus anderen Szenarien und Genre-Vertretern.

Wer schreibt hier? Nicole verbringt ihre Freizeit überwiegend mit den Händen an Tastatur und Maus, um verschiedenste Spiele zu erkunden. Dazu gehören MMORPGs, Shooter und Survival-Games. Weil Once Human mittlerweile auch in First-Person spielbar ist und Shooter-Elemente mit viel Survival verbindet, hat Nicole in diesem Sommer rund 700 Stunden dort verbracht. Ein Großteil davon ging für das Erkunden der offenen Welt verschiedener Szenarien drauf, ein kleinerer für den Hausbau – und hier wurde natürlich nichts verdreht. Umso mehr freut sie sich nun darauf, die Inseln nach dem Anzocken in aller Ruhe zu entdecken (und ein schickes Haus zu errichten).

Ey Mann, wo is’ mein Boot?

Relativ flott geht es an den Bau meines ersten Boots. Das besteht zunächst nur aus einer einfachen Plattform und einem Segel, das ich irgendwo aufgesammelt habe. Aber wofür brauche ich in Once Human plötzlich ein Boot? Wieso sollte ich nicht wie gewohnt zuerst ein schickes Haus bauen – und die nächsten 15 Stunden nur damit verbringen, Holz und Stein abzubauen, um eine eigentlich viel zu große Bleibe zu errichten?

Ganz einfach: Der DLC dreht sich komplett um das Überleben in einem Ozean-Archipel, den Isles of Abyss. Das Boot ist also ziemlich wichtig, schließlich möchte ich meine Spielzeit nicht nur auf der Startinsel verbringen.

Das Wasserfahrzeug bringt euch aber nicht nur von A nach B, sondern bietet auch große Vorteile beim Farmen:

  • Mit einem Schleppnetz sammelt ihr unterwegs automatisch Treibgut und Fische ein.
  • Ein Bohrbrunnen ermöglicht es euch, wertvolles Tiefsee-Öl zu gewinnen.
  • Mit dem Gezeitenkäfig befördert ihr Fische an die Oberfläche.

Euer Boot ist das zentrale Element in Isles of Abyss. Mit ihm erkundet ihr die offene Welt und stellt euch kleinen wie großen Gefahren. Im Rahmen der Kampagne rüstet ihr es schrittweise auf und stattet es neben funktionalen Geräten auch mit Kanonen aus. Und falls es mal verloren geht, könnt ihr es mit der „Fahrzeug rufen“-Taste spawnen lassen – praktisch.

Denn jedes neue Gebiet, das ihr ansteuert, bringt seine ganz eigenen Bedrohungen mit sich.

5 Zonen, 4 spezifische Gefahren und viel Vorbereitung

In dem Szenario erkundet ihr verschiedenste Biome – von tropischen Kokoshainen bis hin zur kalten Tundra. Jedes Inselgebiet besitzt seine ganz eigene Ökologie sowie spezifische Bedrohungen, inklusive gefährlicher Störzonen.

In diesen Störzonen machen euch verschiedene Phänomene das Leben schwer. Die Anomalien nehmen direkten Einfluss auf eure Ressourcen, eure geistige Gesundheit, die Temperatur und die Sichtweite.

  • Duftender Umhang: Der Startpunkt für alle Spieler. Keine Störzone und abgesehen von wenigen Feinden ein relativ sicheres Gebiet.
  • Riffschatten-Bucht: Kalte Tundra trifft auf Bergbau-Ruinen. Hier herrscht ein Nebel der Täuschung, der die Umgebungs-Temperatur senkt und die Sicht stark einschränkt.
  • Nebelsumpf: Riesige Bäume und tückische Sümpfe. Die dortige Schwarze Flut bringt eine hohe Verseuchung und gefährliche Verschmutzungszonen mit sich.
  • Frühlingstal: Mangroven und malerische Wasserfälle. Der Zeitregen beschleunigt euren Durst und Hunger, setzt aber auch der Haltbarkeit eurer Rucksack-Items zu.
  • Fallende Glut: Ein aktiver Vulkan im Herzen des Ozeans. Wenn Himmelsfeuer herabstürzt, heizt sich das gesamte Gebiet kontinuierlich auf.

Ihr müsst euch also nicht mehr nur auf die gewohnten Gefahren aus Once Human vorbereiten, sondern euch zusätzlich auf die jeweilige Störzone einstellen. Dafür steht euch ein ganzes Repertoire an freischaltbaren Gerichten und Crafting-Items zur Verfügung. Gleichzeitig birgt jede Zone wertvolle Ressourcen, wodurch sich die gefährliche Erkundung definitiv lohnt.

Ein kleiner Spoiler am Rande: Ihr trefft in den Gebieten nicht nur auf feindselige Monster, sondern auch auf Kreaturen, die extrem nützlich für euch sind. Es lohnt sich also, sie anzugreifen, selbst wenn sie erstmal gar keine Bedrohung darstellen.

Im Rahmen der Hauptkampagne von Isles of Abyss durchlauft ihr Quests, die euch schrittweise in die verschiedenen Störzonen führen und euch mit dem Schiffskampf vertraut machen. Ihr lernt die Bosse kennen, entdeckt die spezifischen Gefahren aller Regionen und erfahrt, wie euch die neuen Items das Überleben in der Ozean-Welt erleichtern.

Das Leveln eures Charakters spielt hier übrigens keine Rolle, denn: Der Fokus liegt ganz auf eurem Progress.

Isles of Abyss rückt den echten Fortschritt in den Mittelpunkt

Als ich das Szenario gestartet habe, war mein erster Gedanke: Schade, dass mein voreingestellter Charakter bereits auf Level 50 ist, ich hätte den Level-Fortschritt gerne von Grund auf miterlebt. Das lag jedoch tatsächlich gar nicht an der Vorab-Version des DLCs, sondern ist eine feste Kernmechanik des neuen Szenarios.

Das verzichtet komplett auf das klassische Charakter-Leveln und startet direkt auf Stufe 50. Dementsprechend erhaltet ihr auch keine Technologie-Punkte für Geräte, Bau-Elemente und andere Items durch Level-Aufstiege. Diese müsst ihr euch stattdessen beim Erkunden erarbeiten, etwa indem ihr Maschinen abbaut.

Außerdem ist das Verbessern der Ausrüstung deutlich knackiger und strikt an euren tatsächlichen Spielfortschritt gebunden. Mit Isles of Abyss wirft Once Human sein altes System nämlich über den Haufen: Ihr müsst die neuen Inhalte aktiv spielen und entsprechenden Loot farmen, um bessere Ausrüstungsgegenstände craften zu können.

Während man im normalen Manibus-Szenario einfach Autos in hochstufigen Gebieten abklappern kann, um wichtige Materialien zu sammeln, müsst ihr hier buchstäblich abtauchen: Ihr lootet Unterwasser-Kisten oder besiegt feindliche Voyager-Schiffe, um an deren Schätze zu gelangen.

Es ist in diesem Szenario also nicht möglich, entspannt Materialien zu farmen, um sich schon früh Tier-5-Gear zu basteln und völlig übermächtig in höhere Gebiete zu rennen. Isles of Abyss verlangt stattdessen, dass ihr euch Schritt für Schritt vorwagt. Nur wer für die jeweilige Zone gut vorbereitet ist und sich der Gefahr stellt, schaltet die nächste Gear-Stufe frei.

Das reine Leveln ist also nicht entscheidend für den Fortschritt im Spiel. In Isles of Abyss sind die Gear-Stufen nun fest an den Fortschritt der Kampagne gekoppelt.

Eine Frage, die ich mir stelle: Was bedeutet das für Zweitcharaktere? Ob diese ebenfalls den gesamten Prozess durchlaufen müssen, um starke Ausrüstung nutzen zu können, war in der Testversion noch unklar, da wir nur Zugriff auf einen vorgefertigten Charakter hatten.

Wofür braucht man Zweitcharaktere in Once Human?

Viele Spielerinnen und Spieler erstellen sich mehrere Charaktere, um vor allem von den verschiedenen Klassen-Boni zu profitieren. In Once Human gibt es drei Spezialisierungen, die alle unterschiedliche Features mitbringen:

  • Koch: Mein Hauptcharakter ist immer Köchin, da sie vier statt zwei Nahrungs-Buffs gleichzeitig nutzen kann. Das ist in Kämpfen und sicherlich auch in den Störzonen extrem hilfreich.
  • Gärtner: Versorgt andere Charaktere mit wichtigen Ressourcen.
  • Bestienmeister: Kann ein Tier mit auf die Erkundung nehmen und in der Basis bis zu 10 statt nur 6 Tiere halten. Diese droppen wiederum wertvolle Ressourcen wie Milch und Eier.

Zwar verfügen alle Charaktere innerhalb eines Szenarios über dieselben Gear-Mods und Baupläne, allerdings muss sich jeder Charakter seine Waffen und Rüstungen selbst herstellen. Bisher ging das ganz einfach, da alle auf die Materialien in der Basis zugreifen konnten.

Um die Klassen-Boni in der Basis zu nutzen, ist zum Glück kein starkes Gear erforderlich. Dafür reicht es völlig aus, wenn die Charaktere in der Basis verweilen und ihren Aufgaben nachkommen.

Wunderschöne offene Welt mit kleinen Haken

Nachdem ich mir die Welt und die Karte genauer angesehen hatte, schoss mir sofort ein Gedanke durch den Kopf: Zum Glück gibt es keine (geschlossenen) Silos und Boss-Dungeons.

Im Manibus-Szenario, das für viele als Hauptanlaufstelle gilt, durchläuft man ständig Dungeons und Silos, um an Mods, Baupläne und Mutationen zu kommen. Das ist mir in Isles of Abyss nicht begegnet – und darüber bin ich persönlich sehr froh. Die Bosse, etwa die Katastrophentürme, befinden sich auf dem offenen Meer oder in den Städten der einzelnen Zonen, in Form der Katastropheneulen.

Sämtliche wichtigen Anlaufstellen liegen im Freien oder spawnen dynamisch in eurer Nähe.

Daraus ergibt sich jedoch auch eine gewisse Gefahr, die beim Questen und Erkunden manchmal frustrieren kann: Auf dem Meer könnt ihr praktisch jederzeit von feindlichen Schiffen überrascht werden. In der Vorab-Version sollten wir etwa ein Voyager-Schiff aufspüren und bekämpfen, während wir selbst nur mit Stufe-1- bis Stufe-2-Ausrüstung ausgestattet waren. Plötzlich spawnte direkt neben unserem Ziel ein feindliches Schiff auf Stufe 70. Uns blieb nichts anderes übrig, als fluchtartig das Weite zu suchen.

Wie sich das Endgame auf einem dicht bevölkerten Server spielt, wird sich zudem erst nach dem offiziellen Release am 22. Oktober 2026 zeigen. In der Testversion waren wir solo unterwegs. Gruppen-Events haben wir dementsprechend gemieden, da diese alleine schlichtweg unmachbar oder viel zu stressig sind – selbst mit starker Ausrüstung.

Wer sich bezüglich der Bosse bereits vorab spoilern lassen möchte, findet im offiziellen Entwickler-Blogpost zu Isles of Abyss weitere Details und Bilder.

Fazit: Kein Entspannungsurlaub am Meer, aber ein gewaltiges Plus an Spielspaß

Isles of Abyss bringt nicht nur eine wunderschöne neue Region mit sich, sondern punktet vor allem mit frischen Mechaniken und etlichen neuen Gefahren. Wer Lust auf ein unverbrauchtes Ozean-Setting hat, kommt hier voll auf seine Kosten und kann sich stundenlang mit dem Schiffsbau austoben, statt nur eine schicke Basis an Land zu errichten.

Das Fehlen von Level-Belohnungen und die abwechslungsreichen Störzonen sorgen für eine gelungene Herausforderung. Man muss sich stets aufs Neue vorbereiten und anpassen, was sich spürbar auf das gesamte Gameplay auswirkt.Um in den einzelnen Zonen zu überleben, craftet ihr spezifische Items und Gerichte, was gezieltes Farmen erfordert. Dafür belohnt euch jedes Gebiet im Gegenzug mit einzigartigen Vorteilen und wertvollem Loot.

Der Ozean-Ausflug ist somit zwar kein entspannter Urlaub, dafür aber fordernd, abwechslungsreich und extrem unterhaltsam. Und ich hab’ richtig Bock drauf, im DLC nochmal einige Stunden zu versenken!


Stürzt ihr euch mit Isles of Abyss auch mal wieder in die Fluten von Once Human oder habt ihr das Survival-Game schon lange hinter euch gelassen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! Für alle, die lieber festen Boden unter den Füßen haben: Kürzlich hat ein deutsches Survival-Spiel den Early Access auf Steam verlassen und vor dem Release nochmal ordentlich Hype geschürt

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