Destiny: Im Bann des Eisenbanners – ein Feierabendhüter erliegt dem Lockruf des ätherischen Lichts
Geh ins Eisenbanner, haben sie gesagt. Hol dir ein ätherisches Licht, haben sie gesagt.

Das Eisenbanner ist in Destiny die Chance auf ätherisches Licht. Aber daran ranzukommen, ist gar nicht so leicht. Vor allem, wenn man PvP überhaupt nicht mag. Ein Feierabendhüter berichtet.

Jawoll, ich habe es getan. Ich, der Voll-Noob im PvP, habe mich ins Eisenbanner gewagt. Irgendwo im Internet (wo mag das nur gewesen sein?) hab ich gelesen, dass das Eisenbanner die einfachste Art und Weise sei, an ein ätherisches Licht zu kommen. Was würde Gandalf jetzt sagen? „Flieht, ihr Narren!“ Aber nein. Da es mir immer noch schwer fällt, auf ältere, weisere Menschen zu hören, wage ich es. Bewaffnet mit Falkenmond, irgendeiner halbgaren Schrotflinte und Ir Yûts Lied fliege ich los.

Destiny-Hawkmoon

Greatness awaits haben sie gesagt! Geh ins Eisenbanner haben sie gesagt!

Alles lief klasse! Dann kam das erste Match …

Ich bin ja schon ganz stolz auf mich, dass ich vor dem ersten Spiel daran gedacht habe, die Eisenbanner-Beutezüge und dieses Härtungs-Dingsbums mitzunehmen. Da kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen. Oh doch. Es kann.

Ich muss es zugeben: Bislang habe ich das PvP gescheut wie der Teufel das Weihwasser und als ich es im Party-Chat mal wagte, von den Trials of Osiris zu reden, wurde ich nur ausgelacht. Ich habe schon einige exotische Beutezüge gemacht und auch alle die beendet, bei denen man nicht ins PvP muss. Die anderen belegen (genau wie Urzok) seit Ewigkeiten Beutezug-Slots bei meinem Warlock – und das mehr aus Sentimentalitätsgründen als in der begründeten Hoffnung, diese Beutezüge doch noch irgendwann erfolgreich abzuschließen.

So geht es halt ohne Dorn in den Dämmerbruch. Tolle Map. Da kann man richtig schön springen. Vor allem am Ziel vorbei. Genau… Hü-Hüpf!

Destiny-Rot

Bumm, Bumm, Bumm! Warum stirbt der nicht? Oh, ist ja einer von uns

Völlig frei von allen taktischen Zwängen renne ich durch die Map und schieße auf alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Ha, da kommt einer um die Ecke. Bumm, bumm, bumm. Drei Headshots mit der Falkenmond. WARUM STIRBT DER DENN NICHT, DER DOOFE LAGGER???

Nach reiflicher Überlegung komme ich zu dem Schluss, dass es möglicherweise auch daran liegen könnte, dass „der doofe Lagger“ ja eigentlich in meinem Team ist. Zeit, um zu überlegen, habe ich in der Tat genug, denn während ich meinen eigenen Teamkameraden erschossen habe, wurde ich von irgendeinem miesen, unsichtbaren Jäger mit seiner Arkus-Klinge geschnetzelt.

Destiny-Bladedancer-Dunkelheit-lauert

Mir geht das hier alles zu schnell. Während ich endlich einen Gegner ins Visier nehme und abdrücke, meuchelt mich mal wieder einer mit der Dorn (wahlweise auch mit Partycrasher, Efrideets Speer oder allen anderen nur denkbaren Waffen) von links, rechts, hinten oder oben.

Die Faust drauf! Was?! Wo kommt die Bubble her?

Aber endlich ist auch mein Super voll. Nahkampfangriff mit dem Titan – die CHAOSFAUST. Ich renne durch die Map. Ha, da stehen sie. Drei Rote auf einem Fleck. Euch fiste ich weg. Ich nehme Anlauf, springe ab, lande punktgenau und zünde meinen Super. Und es entsteht eine wunderschöne, blau schimmernde „Bubble“. Oh Mist, falscher Fokus. Da aber die Gegner über diese Aktion zum Glück noch mehr verwirrt sind als ich selbst, lande ich noch einen Nahkampftreffer – bevor ich sterbe.

Destiny-Chaosfaust

Und so geht es grad weiter. Ein weiteres schönes Beispiel ist die Geschichte mit der schweren Munition. „Schwere Munition kommt“, ertönt es aus meinen Lautsprechern. Äh, wie denn? Wo denn? Was denn? Bis ich dann an der Stelle bin, gibt es entweder keine mehr oder ich bin natürlich da, wo mindestens drei Gegner auf mich warten. Das Ergebnis dürfte bekannt sein …

Naja, irgendwann ist das Spiel geschafft und zu meinem allergrößten Erstaunen hat mein Team sogar gewonnen. Ob meiner grandiosen Leistung hoch motiviert starte ich gleich das nächste Spiel. Nach einigen Spielen merke ich langsam, dass ich mich nicht mehr ganz so blöd anstelle. Mag vielleicht auch daran liegen, dass die Gegner nicht immer gleich gut sind.

Lustigerweise verliere ich die meisten Spiele, in denen ich einigermaßen treffe und umgekehrt. Aber mir soll’s recht sein. Am Ende des Abends bin ich für meine Verhältnisse recht zufrieden mit mir.

Destiny Eisbrecher Waffen Turm

Jetzt wird taktisch gespielt!

Ich bin noch immer nicht auf Rang 3. Wenigstens ein ätherisches Licht sollte es aber für den ganzen Aufwand doch geben. Also gehen wir am letzten Tag als Dreier-Team ins Eisenbanner. Dann wird’s vogelwild. Jetzt soll ich nämlich auch noch taktisch spielen. Dabei muss ich doch noch den „15-Zonen-erobern-Beutezug“ voll machen. „NICHT ZONE C EROBERN!!!“ Hä, wieso das denn? „Weil die Gegner dann woanders spawnen!“ Ach so? Das machen die?

Irgendwie ist das alles zu viel für mich. Ich bin einfach zu statisch und stehe zu viel auf einem Fleck. Außer ich hü-hüpfe grad mal wieder in die falsche Richtung. Aber trotzdem. Am Montagabend (Dienstagmorgen), irgendwann in der Nacht ist es geschafft. Nochmal zwei Beutezüge voll und ich fliege zum Abgeben in den Turm. Mit dem ganzen „Letzter-Tag-Bonus“ muss das doch jetzt locker für die 3700 Punkte und Rang 3 reichen. Natürlich reicht es nicht. Es fehlen 13 Punkte …

Destiny PvP

Der Lockruf des ätherischen Lichts

Dafür reicht’s jetzt mir. Ich hab keinen Bock mehr. Ich bin müde und ich will ins Bett. Und ich will dieses doofe ätherische Licht. Ich will! Ich will! Ich will!!! Also, ein Spiel noch. Und da läuft es dann so richtig. Ich schaffe in der Viertelstunde Eisenbanner ganze zwei Kills auf irgendeiner Mistmap, von der ich mir mal wieder den Namen nicht merken konnte. Aber ich habe ja gelernt: Wenn ich schlecht bin, gewinnt mein Team. Und so ist es auch dieses Mal.

Endlich: Ich bin auf Rang 3. Mein Jäger auf 34. Und ich bin müde.


Der Feierabendhüter ist Bernd Mutschler. Schon in zwei Kolumnen hat er auf unserer Seite von seinen Abenteuern in Destiny berichtet:

Aus dem Leben eines Feierabend-Hüters

Aus dem Leben eines Feierabendhüters: Da ist das Ding

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