Destiny 2: Die neue Ära begann mit einem Spruch gegen den Epic Store

Letzte Woche gab es die neue Ära von Destiny 2 zu sehen. Aber viel auffälliger war die neue Ära von Bungie. Man brach mit alten Strukturen und begann erstmal mit einem kleinen Troll der Community, auf Kosten von Epic.

So dachte man, dass es wird: Als der Live-Stream zu Destiny 2 Shadowkeep am Donnerstag begann, erwarteten Fans eigentlich, dass der Community-Manager DeeJ auftauchen und dann zwei Entwickler aus der 2. Reihe auf der Couch im Studio begrüßen würde.

Immerhin war Shadowkeep „nur“ eine neue Erweiterung, vielleicht von der Größe eines Rise of Iron aus 2016, eine Notlösung, weil man ein Jahr überbrücken muss, bis Destiny 3 mit den neuen Konsolen PlayStation 5 und XBox Scarlett kommt.

Mit den zwei Entwicklern würde DeeJ etwas verkrampft plaudern und ein paar Filme zeigen. So waren es Fans seit 2014 gewohnt.

Die Streams von Bungie waren professionell gemacht, in einem Studio, und folgten einem so strengen Ablauf, dass man vorher wusste, was kommen würde.

So kennt man Destiny-Streams seit Jahren.

So war es wirklich: Aber diesmal tauchten gut gelaunt die zwei Top-Leute von Bungie auf, Luke Smith und Mark Noseworthy. Die beiden gelten seit „The Taken King“ als A-Team von Destiny, obwohl sie mit Destiny 2 nicht so ins Schwarze trafen und seit anderthalb Jahren kaum noch gesichtet wurden.

Die beide improvisierten einen Dialog im Stehen, während man im Hintergrund andere Leute sah. Irgendwie wirkte alles fremd, improvisiert, anders. Gar nicht so wie Bungie.

Der Spickzettel von Luke Smith, der zwischen beiden lag, fiel vielen auf.

Das war der Spruch mit Epic: An einer Stelle machten beide klar, dass sie einen neuen Partner für den PC brauchen würden, jetzt wo der Deal mit Activision vom Tisch ist und sie aus dem Battle.net rausmüssen.

Luke Smith sagte dann: „Jemand sagte, wir brauchen einen epischen Partner.“ Damit spielte er klar auf den Epic Games Store an, der bei vielen Fans nicht gerade beliebt ist.

Noseworthy ließ sich davon nicht groß unterbrechen und kündigte den Launch von Destiny 2 PC auf Steam an, während Smith offenbar ziemlich zufrieden mit sich war und grinste.

Das ist sicher nur eine Kleinigkeit, dennoch hat der Clip mittlerweile über 115.000 Views und kommt bei den Fans offenbar richtig gut an.

Vieles ändert sich, manches bleibt

Das war noch anders: Es scheint, als hätte sich Bungie die Kritik der letzten Jahre zu Herzen genommen und vieles an der Präsentation des Streams geändert, einiges ist aber auch gleich geblieben.

Anders ist:

  • die Location – vom sterilen Studio in ein „improvisiertes Außen“, wo man das Gefühl hat: Da arbeiten die wirklich
  • die allgemeine Stimmung: Deutlich lockerer und gelöster, auch etwas frecher und selbstironischer
  • dass man sich mit Datto einen „Moderator von außen“ einlädt, der auch unangenehme Fragen zu Destiny 2 stellt
  • dass man „mehr Mitarbeiter“ zeigt und klar macht, wie viele da an Destiny 2 mitarbeiten
  • der Sprachcode, statt „Hobby“ sagt man nun offen „MMO“ – das, was die ganze Zeit gemeint war
Destiny-2-Datto
Datto (rechts) ist wahrscheinlich der bekannteste Destiny-YouTuber. Er war als Gast-Moderator da und hat die Entwickler bei Bungie interviewt.

Das ist gleichgeblieben:

  • Bungie geht noch immer sehr sparsam mit Infos um und rückt nur scheibchenweise raus, was man zu sagen hat – die Fragen von Datto liefen ins Leere
  • die Floskeln sind gleichgeblieben, man hat sein „Schicksal“ in der eigenen Hand – und „das ist ein Gespräch, das wir an einem anderen Tag führen“
  • Die ViDoc hat sich kaum geändert, hier zeigt sich alles weiterhin awesome – wobei es auch da diesmal eher an die Arbeitsplätze der Entwickler ging. Offenbar will man insgesamt mehr das Bild vermitteln, wie viel Arbeit hinter dem Spiel steckt

Aber die „neue Ära“ von Destiny 2 war im Stream deutlich zu erkennen. Deutlicher als viele Spieler und auch wir bei MeinMMO vorher erwartet hatten.

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