Die Jötunn in Destiny 2 – Übermächtig oder eine reine Fun-Waffe?

Bei Destiny 2 wurde das vierte Waffen-Exotic aus dem „Schwarze Waffenkammer“-DLC entdeckt – das Fusionsgewehr Jötunn. Wir schauen uns an, wie sich die Waffe in der Praxis schlägt und sagen Euch, ob sie tatsächlich so übermächtig ist, wie von manchen behauptet.

So sorgte die Jötunn für Wirbel: Als die Jötunn kurz nach dem Öffnen der vierten Schmiede entdeckt wurde, überschlugen sich die Hüter vor Begeisterung. Nach den ersten Runden im Schmelztiegel waren viele schnell der Meinung, dass es sich um eine übermächtige Waffe handelt.

Zahlreiche Spieler aber auch bekannte YouTuber und Streamer wie beispielsweise nKuch lobten das Fusionsgewehr in den höchsten Tönen und erklärten die Jötunn zu ihrem neuen Lieblings-Exotic.

Doch nun hat sich die anfängliche Aufregung um die Waffe gelegt und das Schießeisen wurde von vielen Experten auf Herz und Nieren geprüft. Ist die Jötunn wirklich overpowered oder handelt es sich eher um eine Fun-Waffe?d2 jötunn trailer

Das macht die Jötunn aus: Die Jötunn ist ein exotisches Fusionsgewehr mit Solar-Schaden, das im Energie-Slot geführt wird. Es handelt sich also um eine Enerige-Waffe.

Was die Jötunn so besonders macht, ist ihr exotischer Perk Ladungsschuss. Wird die Schuss-Taste gedrückt gehalten, lädt die Waffen einen Peilschuss auf. Dadurch wird ein einziges Projektil abgefeuert, das beim Aufprall explodiert und in einem bestimmten Radius den Boden für einige Sekunden verbrennt. Die Projektile verfolgen zudem ihre Ziele.

Die Waffe funktioniert also nicht wie ein traditionelles Fusionsgewehr, sondern eher wie eine Mischung aus Fusionsgewehr und Raketenwerfer.

Das kann die Jötunn im PvE: Im PvE haben Fusionsgewehre keinen wirklich guten Stand. Sie verursachen einfach nicht genug Schaden, der ihre lange Auflade-Zeit rechtfertigen könnte. Zudem haben sie einen deutlichen Schadensabfall und Streuung jenseits ihrer optimalen Reichweite.d2 Jötunn big

Jötunn ignoriert jedoch all diese Faktoren und ist nicht durch Reichweite oder Streuung eingeschränkt. Die Waffe verschießt ein einziges Projektil, welches entweder trifft oder nicht. Wenn man trifft, sind die meisten regulären Gegner sofort tot oder sterben beim folgenden AoE-Schaden des Brandflecks.

Die meisten Majors, also Gegner mit gelbem Lebensbalken, brauchen meistens 2-3 Schuss, bis sie umfallen. Das ist gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass man mit der Jötunn auf sehr weite Entfernungen treffen kann.

Auch der Schaden auf Bosse kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn er nicht die Dimensionen einer Whisper, Sleeper oder Donnerlord erreicht. Nichtsdestotrotz kann man beispielsweise Schmiede-Bossen mit jedem Treffer ein ordentliches Stück Leben abziehen, der Brandschaden über Zeit trägt dazu ebenfalls mit bei.

Generell ist die Jötunn im PvE eine solide Waffe und ein guter Allrounder, mit dem Ihr im Prinzip auf alle Entfernungen kämpfen könnt. Gegner und Mob-Gruppen lassen sich auf Nah-Distanz mühelos ausschalten, Ihr könnt aber auch problemlos auf Entfernungen kämpfen, die normalerweise den Scout- oder gar Scharfschützengewehren vorbehalten sind.D2_Black_Armory_Press_Kit_Gear_01

Mit entsprechenden Perks sollte die Munition zudem nur selten knapp werden.

Wenn Ihr also einen guten legendären Raketenwerfer oder ein MG für den Power-Slot habt, ist die Jötunn mit Ausnahme des Raids durchaus eine gute Alternative für den exotischen Waffen-Slot.

Das kann die Jötunn im PvP: Im PvP macht die Waffe viel Spaß, besonders im Schnellspiel mit vielen Gegnern.

Der Peilschuss der Jötunn tötet einen komplett gesunden Widersacher bereits mit einem direkten Treffer. Die Entfernung spielt dabei keine Rolle. Ein Peilschuss quer über die gesamte Karte ist genauso tödlich wie auf 10 Meter Entfernung. Stehen mehrere Feinde eng beieinander, kann man auch mal die gesamte Gruppe mit nur einem Schuss sprengen.

Doch gegen gute Spieler, die sich viel bewegen und rutschen, tut man es sich mit der Jötunn eher schwer. Besonders in der kompetitiven Playlist wird das schnell deutlich. Sitzt dank der Zielverfolgung im Schnellspiel so gut wie jeder Treffer, wenn das Ziel Euch oder den Schuss nicht rechtzeitig bemerkt, so hat man in kompetitiven Modi oft Schwierigkeiten, die Gegner zu treffen.D2_Black_Armory_Press_Kit_Forge1_04

Dem Schuss kann man gerade auf weite Distanzen problemlos ausweichen, auf Nahdistanz zieht man dann durch die hohe Auflade-Zeit gegen Schrotflinten oder Handfeuerwaffen wie Lunas Geheul oftmals den kürzeren. Zudem ist man gerade mit diesen Waffengattungen aufgrund der hohen Ladezeit der Jötunn in kompetitiven Modi auch selbst effektiver. Dort ist die Waffe trotz all ihrer Vorzüge also eher weniger effektiv.

Das kann die Jötunn in Gambit: In Gambit erweist sie die Jötunn als durchaus vielseitig. Ihr könnt damit auf weite Entfernungen kämpfen, um, wenn nötig, in sicherer Entfernung zu den Gegnern zu bleiben. Aber auch im Nahkampf kann sich die Waffe sehen lassen.

Die meisten regulären Adds sind mit einem Schuss weg, selbst Blocker brauchen mit der Waffe nur 1-2 Schüsse. Beim Urzeitler macht die Jötunn zwar auch ordentlichen Schaden, kann jedoch nicht mit der IKELOS-Schrotflinte mit ihrem Röhrenlauf-Perk konkurrieren. Habt Ihr jedoch beispielsweise das Hammerhead-MG, kommt dieser Faktor weniger spürbar zum Tragen.D2_Black_Armory_Press_Kit_Gear_02

Ein weiterer Faktor kann die Munitionsknappheit werden, auch wenn sie nicht ganz so merklich ist, wie bei anderen Spezialwaffen. Denn die Jötunn richtet vergleichsweise viel Schaden mit einem einzigen Schuss an, was die Munitionswirtschaft etwas erleichtert. Habt Ihr entsprechende Perks auf der Rüstung, wird Euch nur selten die Munition ausgehen.

In Duellen gegen menschliche Feinde kann die Jötunn ebenfalls wertvoll sein, sofern Ihr den Gegner überrascht. Dann sind Kills selbst aus weiter Entfernung so gut wie sicher. Ist sich der Gegner jedoch bewusst, woher Ihr angreift, kann er oftmals ohne weiteres ausweichen oder sich in Sicherheit bringen.

Lohnt sich die Jötunn im wertvollen Exo-Slot? Generell lässt sich sagen, dass die Jötunn viel Spaß macht, da sind sich die meisten Besitzer der Waffe einig. Doch Spaß bedeutet nicht zugleich Effektivität. Zwar kann man mit der Jötunn nicht nur Spaß haben, sondern auch oftmals ordentlich austeilen, doch der Spaßfaktor steht bei dieser Waffe definitiv im Vordergrund.destiny 2 donnerlord ornament

An Spitzen-Damage-Dealer wie die Wispern-Sniper, die Donnerlord oder die Sleeper Simulant kommt die Jötunn mit ihrem Schaden nicht heran. Wenn es also um reine Effektivität geht, zieht die Jötunn gegen einige legendäre Waffen im Spezial-Slot und zahlreiche andere Anwärter auf den Exo-Slot den Kürzeren – gerade gegen die exotische Konkurrenz im Power-Waffen-Slot.

Wenn Euch jedoch maximale Schadenszahlen nicht immer und überall wichtig sind und Ihr mit einem grundsoliden Exotic einfach nur Spaß haben wollt, dann macht Ihr mit der Jötunn nichts verkehrt. Gerade abseits von Endgame-Aktivitäten, also in Strikes, den Schmieden, oder auf Patrouille, ist die Waffe eine gute Alternative für den Exo-Slot.

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Was haltet Ihr von der Jötunn? Habt Ihr bereits eigene Erfahrungen mit der Waffe sammeln können? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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