Streamerin erklärt, welche Nachteile sie als Frau im Twitch-Business hat

Die Streamerin Kaitlyn „Amouranth“ Siragusa (27) ist die mit Abstand größte Streamerin auf Twitch. Häufig muss sie sich anhören, sie sei nur wegen ihres Aussehens so erfolgreich. Aber es bringt auch Nachteile bei Geschäftsbeziehungen, eine Frau zu sein, wie sie jetzt erklärt.

Das ist Amouranth:

  • Die geschäftstüchtige Streamerin bezeichnet ihre Online-Persönlichkeit selbst als „schamloses E-Girl“: Amouranth tritt im Twitch-Stream knapp bekleidet auf und nimmt jeden Trend mit. Sie hat das „Hot Tub“-Meta geprägt, saß da im Badeanzug im Zimmerpool, leckte bei ASMR-Streams Mikrofone ab und machte einmal, mit einem Pferdeschädel über den Kopf, sehr seltsame Dinge, die unausgesprochen bleiben sollten (via youtube).
  • Mit ihren Streams ist sie enorm erfolgreich, sie nimmt Spenden, schreibt sich die Namen der Spender auf der Körper und spricht mit ihren Fans. Immer wieder bewirbt sie die Plattform Onlyfans, wo sie auch nicht-jugendfreie Inhalte anbietet. Hier verdient sie offenbar noch mehr Geld als über Twitch.
  • Neben ihrer Online-Persona ist Amouranth aber auch eine Geschäftsfrau, baut ein Netzwerk auf, investiert ihr Geld und bereitet ihren Ruhestand vor, in dem sie sich ganz dem Tierwohl widmen möchte.
Twitch bannt seine größte Streamerin: Multi-Millionärin schleckt gern Mikrofone ab

Plötzlich kam vom Geschäfts-Partner die Einladung zum Essen

Was sind die Probleme als Frau im Business? Amouranth erzählt auf Twitter von einer Geschäftsbeziehung zum Vertreter einer großen Marke, die sie über Monate pflegte. Man arbeitete zusammen an einem Werbe-Deal, Amouranth sollte als Influencerin offenbar als Werbemodell dienen und ihre Reichweite nutzen, um ein Produkt bekannter zu machen. Die Zusammenarbeit lief über Monate konstruktiv, Amouranth hatte auch nie etwas Negatives über den Partner gehört, der sei immer korrekt gewesen.

Eines Tages bekam Amouranth aber eine Nachricht, der Partner sei jetzt in ihrer Stadt und wolle sie gerne persönlich zu einem Essen treffen. Die Frage sei in einem ganz normalen Geschäftsgespräch gekommen.

Amouranth sagte: Sie zögerte, darauf zu antworten und ging darüber hinweg. Denn in Corona-Zeiten sei sie vorsichtig, irgendwen zu treffen, außerdem fühle sie sich als Frau unwohl, wenn sie sich mit Männer treffe, die sie nur geschäftlich kenne. Daher habe sie die Anfrage einfach übergangen und nicht gleich geantwortet.

Der Geschäftspartner wurde daraufhin aber sofort aggressiv, drohte die Geschäftsbeziehung zu beenden, wenn sie auf seine Einladung nicht eingehen würde. Er forderte ein sofortiges „Ja“ oder „Nein“ auf seine spontane Einladung zum Essen, sonst würde er die Geschäftsbeziehung beenden. Amouranth sagt, der Geschäftgspartner warf ihr vor, sich “unprofessionell” zu verhalten.

“Eklig, wenn man von mir erwartet, mich in potentiell gefährliche Situation zu begeben”

So sieht Amouranth das: Laut Amouranth sei das typisch für das Leben als Frau im Business. Sowas würde einem männlichen Influencer nie passieren. Dem gegenüber sei eine Einladung zum Essen völlig unverfänglich. Wenn man sie aber zu einem privaten Dinner einladen und dann derart vehement reagiere, wenn nicht gleich eine Antwort komme, sei sie unsicher, wie sie damit umgehen solle.

Amouranth sagt: Sie weiß nicht, ob die Person irgendwas mit ihr beim Essen vorhatte. Wäre sie ein Mann hätte das auch ein völlig logisches und vernünftiges Treffen sein können. Aber der Geschäftspartner reagierte so seltsam auf ihre Nicht-Reaktion zur Einladung, ließ nicht locker, drängte nach einer Antwort, dass es sie beschäftigt.

Die Streamerin sagt, sie war schon häufiger in so einer Situation und weiß, dass es Kolleginnen auch so ging: Situationen, in denen man bei Deals plötzlich zweideutige Angebote erhält oder dass jemand so handelt, dass es jede Grenze einer professionellen Zusammenarbeit sprengt.

Streamerin beschwert sich, dass selbst Geschäftspartner sie als ihre “Online-Persona” wahrnehmen

Laut Amouranth ekle es sie an, dass man von ihr erwartet, sich in möglicherweise gefährliche Situationen zu begeben, nur wegen der Art wie Leute sie online wahrnehmen.

Amouranth sagt:

„Ich hab hart gearbeitet, um dahin zu kommen, wo ich heute bin: Ich will keine Sonderbehandlung, aber ich will genauso behandelt werden wie die Leute, mit denen ich arbeite. Es ist inakzeptabel für Frauen, das man ihnen beibringen muss, eine Anfrage höflich abzulehnen, die ihnen unangenehm ist, oder – noch schlimmer, dass sie sich dazu zwingen müssen sie anzunehmen, nur um Geschäftsbeziehung aufrechtzuerhalten.“

Amouranth

Amouranth sagt, das sei ein Problem, das Frauen überall in der Arbeitswelt begegnet, nicht nur Influnecerinnen. Man müsse sich selbst und die Menschen im Umfeld anhalten, höhere Standards an die eigene Professionalität anzulegen, wenn man mit Frauen zusammenarbeit und ein sicheres Arbeitsumfeld für Frauen schaffen, damit sie erfolgreich im Berufsleben sein können.

Die Streamerin Amouranth beschäftigte sich schon mal mit dem Vorwurf, auf Stream reiche es ja als Frau, gut auszusehen:

Streamerin antwortet auf „Als Mädchen auf Twitch reicht es, hübsch zu sein“

Quelle(n): twitter
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