Aion 2 verliert mich nach knapp 100 Stunden, aber das ist okay

Aion 2 Bericht nach 100 Stunden

Unser MMORPG-Enthusiast Karsten Scholz verliert nach etwa 100 Stunden die Lust an Aion 2. Das hat mit dem Aufbau vom Endgame und der Community zu tun. Spieler und Spiel trennen sich aber nicht im Streit.

Ich halte Aion 2 für das beste neue MMORPG seit vielen Jahren. Das liegt an den auf jeden Fall vorhandenen Qualitäten als Asia-Grinder mit PvE-Fokus, aber eben auch an der schwachen Genre-Konkurrenz der jüngeren Vergangenheit.

Seine koreanischen Wurzeln kann und will der Nachfolger von Aion zu keiner Zeit verleugnen. Dazu gehören Eigenheiten, die den Spielspaß vieler westlicher Spieler allein durch ihre Anwesenheit ganz automatisch und sehr deutlich trüben – egal in welchem Spiel aus Asien.

Bei mir sind es nach 100 Stunden aber gar nicht die immersionsbrechenden Skins, das durch Funktionen wie Auto-Run omnipräsente Mobile-Gefühl oder die Monetarisierung, mit ihren klaren Pay2Win-Elementen, die mich auf den Deinstallieren-Knopf drücken lassen. Ich höre auf, weil das Endgame ein kooperatives Miteinander aus meiner Sicht zu wenig unterstützt und gleichzeitig meine investierte Zeit nicht ausreichend wertschätzt.

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Mit diesen 3 Tipps seid ihr am ersten Tag in Aion 2 bestens vorbereitet

Der K(r)ampf mit der Community und dem Grind

Das Endgame von Aion 2 setzt stark darauf, bestimmte Dungeon-Erfahrungen immer und immer wieder zu laufen, bis Itemlevel und Kampfkraft für den nächsten Meilenstein ausreichen. Wer Pech hat, läuft Instanzen wie Vakrons Luftinsel viele dutzend Male. Alternative Möglichkeiten, um Lücken in der Ausrüstung zu stopfen, gibt es kaum – und die sind ähnlich oder noch glücksabhängiger respektive zeitaufwendiger (wie Crafting oder Weltbosse).

Verschlimmert wird der Endgame-Grind, weil Teile der Community ihren Beitrag zu einer toxischen oder zumindest frustrierend Spielerfahrung beitragen. Durch viel zu hohe Anforderungen für die verschiedenen Dungeon-Herausforderungen, beispielsweise. Oder weil sie Bosse pullen, bevor alle da sind, abhauen, sobald es einen Wipe gibt, und auf jede Art konstruktive Kommunikation verzichten.

Nach ersten, wenig erfolgreichen Versuchen wollte ich vergangenes Wochenende beispielsweise endlich erfolgreich den Transzendenz-Dungeon Zersplitterter Arkanis meistern. Dort winken als Belohnung Arkana-Karten, die essenziell sind, wenn man sein Itemlevel auf ein Niveau bringen will, mit dem man Zugang zum wichtigen Feuertempel erhält. Spoiler: Hat nicht geklappt. Meine letzten beiden Runs am Sonntag liefen etwa so ab:

  • In der Gruppe waren mehrere Spieler, die offenbar die Mechaniken noch nicht genau kannten. Toll war, dass es für jeden Boss nützliche Tipps gab und man sofort beim jeweils zweiten Pull Fortschritte sehen konnte. Nur waren wir zu langsam. Am Ende fehlten etwa drei, vier Sekunden Kampfzeit, um den Endboss vor Ablauf des Timers auf die Bretter zu schicken. Bitter.
  • Die nächste Gruppe war deutlich erfahrener. Die beiden ersten Fiesinge fielen problemlos. Beim Endboss gab es dann aber kurz vor dem Sieg einen Wipe. Der engelhafte Fiesling hatte vielleicht noch 5 Prozent Leben. Obwohl noch mehr als genug Zeit für einen weiteren Pull auf der Uhr war, verschwanden meine Mitstreiter schneller als meine Söhne, wenn sie ihr Zimmer aufräumen sollen.

Das waren nicht die einzigen Versuche am Wochenende, aber sicherlich die bittersten. Dazu die Zeit, die es jedes Mal braucht, um eine Gruppe zu finden … irgendwann dachte ich mir: Warum quäle ich mich eigentlich gerade an meinem freien Wochenende stundenlang? Ein Moment später war Aion 2 aus.

Könnt ihr das nachvollziehen? Verratet es mir gern in den Kommentaren!

Mehr zu Aion 2 findet ihr auch auf unserem YouTube-Kanal von MeinMMO – schaut gern vorbei!

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Fast 100 Stunden Spaß für ein paar Euro

Natürlich finde ich es schade, dass ich jetzt doch nicht den gesamten Endgame-Content von Aion 2 sehen werde. Aber mir war von Anfang an klar, dass ich nicht die Kern-Zielgruppe des MMORPGs bin. Dafür hat mir das neue Spiel von NCSoft in den vergangenen Wochen aber letztlich doch erfreulich viel Spaß gemacht.

Wer sich das Gründerpaket gekauft und wie ich fast 100 Stunden investiert hat, kann sagen: Das ist ein richtig guter Deal, und dem stimme ich zu! Zumal ich mir die beiden Battle Pässe recht leicht erspielen konnte und Interessierte auch Free2Play in Aion 2 reinstarten dürfen.

Ich möchte aber noch einmal betonen, dass ich das theoretisch optionale Abo, das durch das Gründerpaket einen Monat lang aktiv ist, für gar nicht optional halte – aufgrund der damit verbundenen Freischaltung von Spielerhandel und Währungsumtausch. Die etwa 15 Euro für das Abo solltet ihr also einplanen, wenn ihr in Aion 2 nicht nur kurz reinschauen wollt.

Meine Enttäuschung hält sich übrigens auch in Grenzen, weil die kommenden Wochen sehr spannend für jeden MMO-Fan aussehen. Spätestens der Start von WoW: Forever im November dürfte einen großen Teil meiner Freizeit für Monate binden. Und schon heute, am 19. Oktober 2026, darf ich erstmals ein koreanisches Online-Rollenspiel anzocken, das sich ganz anders gibt als Aion 2 – und ihr könnt auch reinschauen: ArcheAge Chronicles: Demo – Alles, was ihr zur Open Beta auf Steam wissen müsst

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