Was als provisorische Lösung für eine Formatierungssoftware gedacht war, begleitet Windows bis heute: Das kleine Detail aus dem Jahr 1994 sorgt noch immer für Einschränkungen auf vielen Windows-Computern.
Worum geht es? Im Jahr 1994 arbeitete der Entwickler Dave Plummer bei Microsoft an einem Problem, das eigentlich schnell gelöst werden sollte: Ein Tool zum Formatieren von Datenträgern brauchte eine einfache Benutzeroberfläche.
Die Lösung war dabei bewusst simpel und zugänglich gehalten. Doch genau dieser „provisorische“ Ansatz wurde sehr lange nur teilweise überarbeitet (gry-online).
Das Ergebnis: Ein Limit, das bis heute in vielen Computern mit Windows 10 oder älter weiterexistiert – die maximale Größe von 32-GB-Partitionen beim Formatieren.
FAT … was?
Warum spielt FAT32 dabei so eine große Rolle? FAT32 ist eines der bekanntesten Dateisysteme überhaupt. Es wurde entwickelt, um möglichst viele Geräte zu unterstützen. FAT ist die Abkürzung für File Allocation Table, zu Deutsch Dateizuordnungstabelle.
USB-Sticks, Konsolen, Kameras oder Fernseher setzen weiterhin auf FAT32, weil es nahezu überall funktioniert. Gerade diese breite Kompatibilität sorgt dafür, dass das System trotz seines Alters noch lange nicht verschwunden ist.
Das Problem ist jedoch nicht das Dateisystem selbst, sondern das Tool, das Dave Plummer damals entwickelte. Denn FAT32 bringt diese Einschränkung eigentlich gar nicht mit (RPTU).
Die Grenze von 32 GB entsteht erst durch das Windows-Formatierungstool. Dieses setzt beim Erstellen von FAT32-Laufwerken eine künstliche Beschränkung, die auf die ursprüngliche, provisorische Lösung aus den 90ern zurückgeht.

Warum erlaubt Windows nur 32 GB bei FAT32? Bereits 2021 veröffentlichte der ehemalige Softwareentwickler Plummer auf seinem YouTube-Channel eine Erklärung auf die Frage, wie es denn überhaupt zu dieser Limitierung gekommen ist.
Wie Plummer erklärt, entschied er sich bewusst für dieses Limit. Größere Partitionen hätten damals Performance-Probleme verursachen können, außerdem wollte man Nutzer langfristig zu moderneren Dateisystemen bewegen.
Laut dem polnischen Online-Medium Gry-Online blieb das Tool daher praktisch unverändert bestehen.
Erste Änderung mit Windows 11
Was veränderte sich mit dem großen Update? Mit Windows 11 hat Microsoft die jahrzehntealte Grenze inzwischen deutlich angehoben. Während früher bei 32 GB Schluss war, erlaubt Windows in neueren Versionen nun offiziell das Formatieren von FAT32-Partitionen bis zu 2 TB. Dies entspricht der tatsächlichen technischen Obergrenze des Dateisystems (The Verge).
Allerdings ist die Änderung nicht überall konsequent umgesetzt: Im klassischen Formatierungsdialog kann das alte Limit teilweise noch auftauchen (Microsoft-Blogpost).
Selbst kleine Entscheidungen, wie die von Dave Plummer vor mehr als 30 Jahren, können in der täglichen Nutzung jahrzehntelang nachwirken. Heute kommen die meisten Computer mit dem vorinstallierten Betriebssystem Windows auf den Markt. Aber viele Unternehmen packen noch zusätzliche Applikationen obendrauf, die eurer PC-Leistung schaden
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