Der Betrug in World of Warcraft soll ein Einzelfall gewesen sein. Die Folge: Ein Blizzard-Mitarbeiter hat sofort seinen Job verloren.
Die Integrität der kompetitiven Spielinhalte bei World of Warcraft ist gefährdet. Ein Blizzard-Mitarbeiter hat Spielerinnen und Spielern dabei geholfen, sich eine hohe Dungeon-Wertung zu erschummeln. Jetzt gab es Konsequenzen, die entsprechende Person wurde gefeuert. Doch Blizzard stellt klar: Das ist ein Einzelfall, das passiert nicht öfter.
Wieso sollte das nicht öfter passieren? Blizzard erklärt, dass einige Mitarbeiter schon immer die Möglichkeit gehabt hätten, auf die Live-Spielumgebung einzuwirken. Das sei notwendig, um Hotfixes zu erarbeiten oder Dinge zu testen. Diese Mitarbeiter haben auch Zugriff auf „interne Zauber“, wie eben den Tötungszauber, der hier zum Einsatz kam. Allerdings gehe der Einsatz dieser Zauber niemals unbemerkt an Blizzard vorbei, denn:
Jede Benutzung dieser internen Zauber und Befehle auf dem Live-Realms wird gespeichert und auf unseren Plattformen mit dem Sicherheitsteam geteilt, um sicherzustellen, dass die gelegentliche Nutzung begründet war. Wegen dieses Prozesses, den wir für die Nutzung dieser Tools haben, sind wir davon überzeugt, dass es sich hierbei um ein einzelnes Individuum handelt.
Blizzard-Mitarbeiter wird sofort gefeuert, verliert seinen Job
Was war die Folge für den Mitarbeiter? Für den Blizzard-Mitarbeiter, der an den Betrügereien beteiligt war, hatte das harsche Konsequenzen. Es wurde wohl eine sofortige Kündigung ausgesprochen. Von Blizzard heißt es im US-Forum des Spiels dazu:
Unsere Tools haben das bestätigt, was wir in den Diskussionen der Community bereits gesehen haben, und wir haben den Vorfall genau untersucht. Wir können bestätigen, dass dies die Tat eines einzelnen Blizzard-Mitarbeiters war, der gegen unsere Leitlinien verstoßen hat. Dieser Mitarbeiter ist ab sofort nicht mehr Teil des Unternehmens.
Das dürfte wohl als eine der unnötigsten Methoden in Erinnerung bleiben, wie man den Job verliert. Oder was denkt ihr zu dieser Strafe? Zu harsch? Oder gerechtfertigt?
Was passiert mit den Spielern? Blizzard hat auch Sanktionen gegen die Spieler ausgesprochen, die sich „mitschuldig“ gemacht haben. Das dürften alle bis auf den Tank sein – denn der kam als „Random“ in die Gruppe dazu und war am Ende sogar dafür verantwortlich, dass das Ganze aufgeflogen ist, weil er die Informationen auf Warcraftlogs hochgeladen hatte. Erst dort konnte man die Benutzung des GM-Zaubers und damit die Schummelei genau erkennen.
Fraglich ist allerdings, ob das ausreicht, um die Integrität der PvE-Inhalte von World of Warcraft wieder sicherzustellen. Blizzard beteuert zwar, dass es sich um einen Einzelfall handele, aber in der Community gibt es den Wunsch, dass sämtliche Dungeon-Runs künftig einsehbar mitgeloggt werden, damit jeder Durchlauf überprüft werden kann, sobald es Zweifel gibt.
Leider schon der zweite große Misserfolg für Blizzard bei World of Warcraft diese Woche: Denn es gab auch einen massiven Leak zum Ende von Midnight.
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Kommentare
Ist halt die Frage ob er tatsächlich gefeuert wurde oder das nur die “offizielle” Version der Geschichte ist….
Ich hab sowas ähnliches schon mal miterlebt:
War zwar nicht in WoW und auch kein Ingame-GM, aber ein Community Manager der sich daneben benommen hat.
Aus offizieller Sicht wurde er aus dem Team geschmissen, in Wirklichkeit kam er aber ein paar Tage später als “neuer” CM wieder dazu. Und das war auch nicht bloß eine Vermutung, denn ich war selber Teil des Teams und das wurde dementsprechend intern so kommuniziert…
Ebenso fraglich wieso es nicht sofort aufgeflogen ist, wenn solche Aktionen eh schon an ein gesondertes Team zum Prüfen weiter geleitet wird…
Weil solche Prüfungen normalerweise nicht in Echtzeit, sondern in bestimmten Prüf-Intervallen stattfinden. Und eben zusätzlich bei “Anlassfällen”.
Und zum anderen Teil: ein einzelner GM (unter “vielen”) ist für so einen Unternehmenskoloss jetzt normalerweise nicht so wichtig und schwer zu finden/ersetzen, dass man ein solches “Risiko” einer Scheinkündigung eingehen müsste. Noch dazu ist das hier ja kein eunfaches “daneben benehmen”, sondern ein Bruch des Arbeitsvertrags (der “Code of Conduct” oder, auf Deutsch, “Verhaltenskodex”, ist ja quasi Teil von diesem – sowas wäre vermutlich sogar in Europa, trotz deutlich stärkerem Arbeitnehmerschutz, ein Grund, eine fristlose Entlassung zu rechtfertigen)
Ich hatte ja die Befürchtung, dass das eben kein Einzelfall ist, wenn Blizzard jetzt sagt, dass sie für die Nutzugn solcher Zauber Logs haben und diese regelmäßig überprüfen ist es ja gut.
Nur müsste man diese Aussage jetzt vielleicht auch mal gegenprüfen, weil am Ende war es ja so, dass die Community das zuerst gesehen hat und dann erst die Entwickler reagiert haben.
Ich hoffe einfach, dass die nicht lügen weil das wirklich eine Sache ist die im Speedrunning nicht geht.
Na, wenigstens wurde da firmenseitig Verantwortung übernommen und entsprechende Konsequenzen durchgesetzt. Kann man Blizzard mal etwas Integrität zuschreiben, war in den letzten Jahren ja eher das Gegenteil.
Wat? Gerade in den letzten Jahren wurden eine MENGE, auch durchaus sehr hochrangige und wichtige Mitarbeiter, wegen Verfehlungen gegangen. Mitarbeiter, die seit der grauen Vorzeit beim Unternehmen waren und über deren Verhalten in früheren Jahren hinweggesehen wurde.
Das mag sein, aber wie du ja selbst anmerkst, ist es nicht unmittelbar nach Offenlegung der Umstände passiert. Und das von Kottick reihenweise interne Beschwerden ignoriert wurden, ist auch hinlänglich bekannt. Dementsprechend seh ich die Rauswürfe nicht unter dem Gesichtspunkt Integrität laufen.