Das Vertrauen in WoW ist gebrochen und es gibt nur eine Lösung

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Ein einzelner Game Master in World of Warcraft hat das Vertrauen in ein ganzes System zerstört. Der Schaden ist kaum zu beheben.

Höher, schneller, weiter. Immer besser werden. Das ist für viele eine Motivation, um World of Warcraft zu spielen. Man will den eigenen Charakter gut ausrüsten, den Spielstil perfektionieren und eine gute Wertung in „Mythisch+“ ergattern, um sich an anderen zu messen. Doch weil ein Game Master geschummelt hat, steht nun das ganze System auf Messers Schneide.

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Was ist vorgefallen? Gestern stellte sich heraus, dass mindestens ein Game Master sich in die „Mythisch+“-Besuche eingemischt hatte. Ein paar der Spieler waren offenbar mit einem Game Master befreundet, der die ganze Zeit über „unsichtbar“ im Dungeon zugeschaut hat. Als ersichtlich wurde, dass die Gruppe den Dungeon nicht innerhalb des Zeitlimits abschließen würde, hat der Game Master dann eingegriffen, indem er einen Todes-Zauber benutzte, der erst einen Boss und später noch einen Trash-Mob bezwang. So konnte der Dungeon auf der Stufe +23 noch innerhalb des Zeitlimits absolviert werden.

Aufgeflogen ist das nur, weil einer der Spieler der Gruppe, der Tank, den man über die Gruppensuche gefunden hat, die Log-Dateien des Dungeons aufgezeichnet und hochgeladen hat. Darin war die verdächtige Fähigkeit zu sehen.

Der Vorwurf lautet nun: Game Master könnten immer mal wieder Freunden, Bekannten oder Streamerinnen und Streamern helfen, weil viele Dungeons „im Verborgenen“ abgeschlossen werden – also ohne, dass der genaue Ablauf des Dungeons protokolliert wird.

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Nur offene Log-Dateien können Gewissheit bringen

Warum ist das wichtig? Mythisch+ ist ein kompetitiver Spielinhalt, in dem es um erbrachte Leistung geht. Es gibt Ranglisten und die besten Spielerinnen und Spieler werden mit besonderen Belohnungen zum Ende einer Saison geehrt. Wenn Game Master in dieses System eingreifen und jemandem einen unfairen Vorteil verschaffen, dann ist das nicht einfach nur „ein bisschen Wertung erschummelt, die keinen stört“ – sondern ein starker Eingriff in die Integrität eines Wettbewerbs. Das ist fast so absurd, als würde ein Präsident eines Landes eine rote Karte beim Fußball zurücknehmen lassen.

Denn jetzt ist die Saat des Zweifels gesät. Nachdem einmal ein solcher Vorfall auf frischer Tat ertappt wurde, denken sich viele: Ist das bei anderen Streamern und Profis auch so? Kennen die auch einen Game Master, der ihnen einfach hilft? Passiert das vielleicht Dutzend- oder gar Hundertfach in jeder Saison?

Wie kann Blizzard die Situation retten? Im Grunde gibt es nur eine einzige Möglichkeit: Sämtliche Dungeons müssen künftig mitgeloggt werden oder zumindest alle Dungeons in den obersten 10 %. Ob Blizzard dafür eine eigene Seite zur Verfügung stellt oder sich mit Seiten wie Warcraft-Logs zusammentut, ist dabei egal – doch im Endgame muss für alle klar nachvollziehbar sein, ob ein Durchlauf auf faire Weise beendet wurde oder ob ein Game Master hier eingegriffen und geholfen hat.

Das einzige Positive, was man aus dieser Sache wohl mitnehmen kann: Wir haben nun einen handfesten Beweis, dass es noch reale Game Master gibt. Nur hätten wir uns diese Erkenntnis vielleicht auf anderem Wege gewünscht.

Cortyn meint: Egal, ob das ein Einzelfall ist oder nicht, das Vertrauen in das System ist in der Community erschüttert. Vor allem wissen viele, dass gerade Streamer und Mitglieder aus Profi-Gilden häufig jemanden kennen, der jemanden kennt, der bei Blizzard arbeitet – was in vielen Fällen eben kein blöder Spruch, sondern die Wahrheit ist. Dass es dabei ein paar schwarze Schafe geben wird, liegt in der Natur der Sachen selbst, die gibt es eben überall. Doch um genau diese Vorwürfe zu vermeiden, ist eine Offenlegung der Log-Dateien für alle hochstufigen Mythisch-Besuche wohl Pflicht.

Wie steht ihr zu dieser Sache? Muss Blizzard hier eine dauerhafte Lösung finden, damit es in Zukunft wieder Vertrauen in das System gibt? Oder seid ihr der Ansicht, dass das alles ja gar nicht so schlimm ist und eben nur ein Einzelfall, den man nicht übertrieben behandeln sollte?
Gerade gibt es ohnehin ein paar ärgerliche Meldungen für Blizzard und WoW – denn man hat aus Versehen das Ende von Midnight geleakt.


Kommentare

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12 Kommentare
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Thragor

Aus einem Vorfall gleich eine Serie zu konstruieren, finde ich sehr gewagt.

pineapple-express

Ist der Ruf (von WoW) erst ruiniert, betrügt es sich ganz ungeniert. So dachte es sich vielleicht besagter GM. Denn einen “guten Ruf” hat Blizzard ganz sicher nicht mehr zu verlieren. Natürlich ist es ärgerlich und Konsequenzen gehören gezogen. Die Auswirkungen dürften jedoch überschaubar sein, da WoW kurz vor Torschluss steht.

sheridan
fyrann

Ich vermisse die Zeiten in denen es in WoW nicht um schneller, höher, weiter, besser ging. Sondern darum ein schönes Abenteuer zu erleben. Die Welt zu erkunden und mit Freunden einen Dungeon kennenzulernen und auch notfalls nach Stunden vergeblicher Versuche abzubrechen und am nächsten Tag einen neuen Versuch zu starten. Hach ja, das waren noch epische MMO Zeiten.

huehuehue

Das tut es immer noch. Und dazu gibt es Inhalte, die für die gedacht sind, die sich gerne mit anderen messen ubd ihre eigenen Grenzen austesten. Was es auch auch schon immer gab. “World Firsts” sind nämlich genauso in dieser Kategorie zu subsummieren.
Weil es eben seit jeher ein Spiel für eine große Zahl an unterschiedlichen Spielertypen ist. Das ist einer seiner Erfolgsfaktoren.

Zuletzt bearbeitet vor 20 Tagen von Huehuehue
Caliino

Von einem Einzelfall kann da definitiv nicht gesprochen werden, die Dunkelziffer ist um ein x-faches höher….

War zwar nicht WoW, aber ich weiß von anderen MMO’s wo GM’s “ausgeholfen” haben: Mal war es ein leichter Buff damit es nicht sofort auffällt, mal Wiederbelebungen um Wipes zu verhindern und manchmal Boss-Respawns um mehr Loot zu kriegen.

In einem Fall wurde sogar richtig gefailt und gedroppte BiS-Items landeten im Auktionshaus obwohl die noch gar nicht Ingame verfügbar waren. Dazu kam sogar noch dass es dazu Videomaterial gab weshalb es der GM sogar im Forum zugegeben hat.
Jedoch war der Post ein paar Minuten später schon wieder weg – der GM war trotzdem noch einer 😀

Zuletzt bearbeitet vor 20 Tagen von Caliino
Spanier

Ich weiß ich nerve damit.
Entschuldige mich auch gleich vorweg.

Deswegen finde ich zeitbasierte Instanzen nicht “so prickelend”.
Sich daran zu messen, wie schnell man einen Dungeon gemacht hat,
ist so dermaßen …. nennen wir es mal: unzivilisiert.
Es sollte total egal sein in welcher Zeit. Dafür dann begrenzte Leben.
Hauptsache M+23 geschafft.

So hätte die Gruppe den Einsatz eines GM’s nicht benötigt,
wenn sie noch genug Freitode gehabt hätte.

Zuletzt bearbeitet vor 20 Tagen von Spanier
Caliino

Also empfindest du auch sehr viele Sportarten unzivilisiert?

Sorry, aber das ist einfach dämlich und wenn dich die Zeit nicht interessiert, ignorier die doch einfach. Denn sehr vielen Spielern macht genau dieser “Zeitdruck” enorm viel Spaß…

Don77

Find die Reaktionen vollkommen übertrieben, ich lese den shitstorm in US Forum, aber find es nicht Verhältnismäßig. Natürlich ist das nicht gut, aber ich glaube das dass nur ein Einzelfall ist. Viel schlimmer ist das immer mehr werdende boosting, den das kann man ganz gut vergleichen. Wenn ein GM 5 andere durch eine Instanz Cheatet oder ob 4 andere einen durch eine Instanz Boostet macht am Ende kein Unterschied, beides ist schlimm nur das boosting 100000000000000% mal öfters passiert als boost cheating durch ein gm.

Das Leute sich jetzt so krass in die Sache reinsteigern ist einfach der Grund das die Grund Stimmung absolut negativ ist und sowas halt die Leute noch mehr anheizt, wo der Funke sowieso schon glühend hoch lodert, das ist der Grund.

Caliino

Mit dem Boosting gebe ich dir grundsätzlich Recht. ABER daran sind rein die Spieler selbst schuld die meinen, alles erreichen zu müssen obwohl sie es nicht schaffen/schaffen wollen…

sheridan

Ich glaube, du unterschätzt das. So ein GM-Eingreifen ist ein massiver Angriff auf die Integrität von WoW. Denn einer der Spieler hat 20 Millionen Gold gezahlt damit ihn die Gruppe durch die Instanz zieht. Und jetzt sieht es so aus als ob Blizzard-Mitarbeiter mit Goldverkäufern unter einer Decke stecken. Und da das in den Logs steht, haben sie es nichteinmal versucht zu verstecken. Und wenn sie es schon hier so blatant öffentlich machen, wo machen sie es sonst noch wo man es nicht so sieht? Wie sieht es mit den Botfarmen aus, die Gold 24/7 aus? Werden die von Blizzard-Mitarbeitern auch gedeckt? Denn es sind so viele, man muss schon aktiv wegschauen um diese zu übersehen … Und wo gibt es da noch einen Unterschied zu P-Servern? Ja, die P-Server-Betreiber sind auch korrupt, wie die Vergangenheit zeigt. Aber wenn Blizzard genauso korrupt ist und irgendwelchen VIP-Spielern M+ Keys “schenkt”, wo ist da noch der Unterschied zu P-Servern?

Das könnten sich sehr sehr viele Spieler nach diesem Vorfall denken.

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