Es gibt noch Game Master in World of Warcraft. Aber die betrügen für ihre Freunde. Unangenehm, wenn es auffällt.
Wenn WoW-Fans an die Vergangenheit zurückdenken, dann sehnen sie sich eine Zeit zurück, in der man Game Master in der offenen Spielwelt treffen kann. Heute gibt es keine Game Master mehr, sondern nur noch KI-Antworten – das ist zumindest die Behauptung, die man oft liest.
Dass es GMs durchaus noch gibt, dürfte jetzt ein Vorfall gezeigt haben. Allerdings war er dabei nicht der Community zu Diensten, sondern nur seinen Freunden: Er tötete einen Boss mit einem GM-Zauber, damit das Team eine besonders gute Wertung bekommt.
Todes-Skill kann nur von Game Master genutzt werden – fliegt sofort auf
Was ist vorgefallen? Die Streamerin YaraByte war mit einer Gruppe in einem mythischen Schlüsselstein-Dungeon in World of Warcraft auf der Stufe +23. Das ist schon extrem hoch und im Grunde nur für die besten Profis zugänglich. Für gewöhnlich streamt sie ihre Dungeon-Runs, doch bei diesem Durchlauf war das nicht der Fall. Der Besuch in Nexuspunkt: Xenas wurde allerdings durch den Tank mitgeloggt und ist daher auf der Seite Warcraftlogs einsehbar.
Wer sich die Logs genau anschaut, erkennt dabei eine Kuriosität in den Kampfdaten. Denn an einigen Stellen im Spiel taucht in den Kampflogs ein 6. Spieler auf – dabei können diese Dungeons nur mit 5 Personen betreten werden. Der 6. Spieler setzt dabei einen Zauber ein, den es auch gar nicht für Spieler gibt: „Area Death (TEST)“

Eine Fähigkeit, die alle Feinde im Umkreis von 30 Metern sofort tötet und sogar temporär mal für einen Spieler vor vielen Jahren zugänglich war.
Die Anschuldigung: Ein Game Master war offenbar Freund oder Fan der Streamerin und hat der Dame und ihrer Gruppe geholfen, um eine besonders hohe Wertung zu erlangen.
Blöd nur, dass jemand den Dungeon-Besuch mitgeloggt hat, sodass die Schummelei direkt aufgeflogen ist.
Warum sollte ein GM das machen? Wer Schlüsselstein-Dungeons auf einer besonders hohen Wertung abschließt, wird am Ende der Saison mit einzigartigen Belohnungen ausgestattet. Daher ist es lukrativ, in den letzten Wochen einer Saison noch zu versuchen, die eigene Wertung im „Mythisch+“-Bereich weiter in die Höhe zu schrauben.
Wie hat Blizzard reagiert? Nachdem einige WoW-Fans auf diesen doch sehr eindeutigen Vorfall hingewiesen haben und die Reddit-Foren bereits „am Brennen“ waren, erklärte Blizzard in einem kurzen Statement (auf reddit), dass man sich den Vorfall genauer anschauen und entsprechende Schritte einleiten werde. Betrug werde in den Spielen nicht toleriert.
So reagiert die Community: In der WoW-Community wird der Vorfall lautstark diskutiert. Ein Beitrag im Subreddit des Spiels mit über 5.600 Upvotes wurde bereits geschlossen, doch viele weitere Beiträge ploppen immer wieder auf. Manch einer integriert den Vorfall auch schon in die eigene Suche nach einer Gruppe und schreibt in die Suche etwa rein: „+22, suche nach einem GM, der mir bei meinem Schlüsselstein hilft“.
Die Forderung der Community ist eindeutig: Die Streamerin soll ihren Account komplett verlieren und auch der beteiligte Game Master sollte sofort gekündigt werden.
Es besteht zwar aktuell noch die geringe Möglichkeit, dass es sich bei der Hilfe nicht um einen Game Master, sondern um einen Hacker handelt, doch die Art des Vorfalls macht es schon sehr wahrscheinlich, dass hier jemand mit GM-Rechten eingegriffen hat. Denn für gewöhnlich können Hacker und Betrüger nicht die Limitierung von 5 Spielern innerhalb eines Dungeons umgehen – das können nur Game Master und andere Blizzard-Angestellte.
Falls sich das bewahrheitet, dürfte der Vorfall wohl eine der dümmsten Methoden sein, um den eigenen Job zu verlieren. Und das in einer Zeit, in der viele Blizzard-Mitarbeiter ohnehin um ihre Zukunft bangen, weil Xbox über 3.600 Stellen streicht.
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