Ein Fan von Final Fantasy XI fragt sich, warum World of Warcraft auch 21 Jahre nach seiner Veröffentlichung die gesamte MMORPG-Konkurrenz in den Schatten stellt. Die Community liefert gleich mehrere Gründe.
Wie steht es Anfang 2026 um WoW? Offizielle Spieler- und Umsatzzahlen gibt es leider nicht. Es finden sich jedoch mehrere Anzeichen dafür, dass es der World of Warcraft auch nach 21 Jahren richtig gut geht:
- Holly Longdale, Vice President und Executive Producer für World of Warcraft, erklärte 2024, dass an dem MMORPG so viele Entwickler wie nie arbeiten würden.
- Die vielen verschiedenen WoW-Versionen (The War Within, Mists of Pandaria Classic, Saison der Entdeckungen, Classic Ära, Hardcore, Jubiläums-Version) unterstreichen das.
- Auf der Game Developers Conference 2024 hatten Blizzard-Verantwortliche einen Graphen gezeigt, auf dem die Entwicklung der Abonnenten für World of Warcraft aus den vergangenen zehn Jahren zu sehen war. Daraus ergab sich eine geschätzte Zahl von 7,25 Millionen aktiven WoW-Spielern.
- Das Comeback von WoW in China soll die Spielerzahl sogar noch weiter in die Höhe katapultiert haben: auf mehr als 12 Millionen Spieler weltweit. Eine Analyse aus diesem Jahr bekräftigte das.
- Mit WoW: Midnight steht die nächste Erweiterung für das moderne WoW bereits in den Startlöchern. Dank des neuen Housing-Systems und einem großen Community-Projekt aus Deutschland kann das MMORPG aber schon jetzt viele Wiederkehrer oder sogar Neulinge auf den Servern begrüßen.
„Es ist einfach für alle Arten von Spielern geeignet“
Was sind die Gründe für den anhaltenden Erfolg? Genau diese Frage stellt MonsutaMan auf Reddit. Der Nicht-WoW-Spieler hat selbst viele, viele Jahre lang Final Fantasy XI gespielt und muss neidlos anerkennen, wie gut sich das MMORPG von Blizzard bis heute schlägt.
WoW stellt neuere MMOs in den Schatten und hat so ziemlich jedes andere MMO aus den frühen 2000er Jahren weit hinter sich gelassen. EQ, GW usw …
Es ist ziemlich verrückt. Nicht nur, dass es so lange Bestand hat, sondern dass es auch als Nummer eins floriert. Viele MMOs aus den frühen 2000er Jahren sind immer noch online, aber nicht viele sind wirklich „erfolgreich”.
Werden die Spieler WoW nicht leid? Final Fantasy XI war mein persönliches Lieblings-MMO. Allerdings sind viele Hardcore-XI-Spieler wie ich dem Spiel entwachsen. Infolgedessen stagnierten die Zahlen der aktiven Spieler. Man merkte, dass es kein beliebtes MMO mehr war … (Ich habe etwas länger gebraucht, um loszulassen, 2025).
WoW hatte seine Glanzzeit und schwierige Phasen, scheint aber wieder an die Spitze zurückgekehrt zu sein? Was hat diesen Erfolg eurer Meinung nach möglich gemacht? War es reiner Zufall? Der richtige Ort zur richtigen Zeit?
Unter dem Post finden sich zahlreiche Spieler ein, die in mehr als 600 Kommentaren Gründe für den langanhaltenden Erfolg von WoW nennen.
- Frog-Eater schreibt etwa auf Reddit: „Es ist einfach für alle Arten von Spielern geeignet. Rollenspieler, Leute, die PvP mögen, diejenigen, die gerne leveln oder einfach nur farmen und rumhängen, schwierige Dungeons, Raids mit der Gilde. Jetzt gibt es sogar Housing. Es ist vielleicht nicht in allen Bereichen das Beste, aber es macht Spaß, sieht gut aus und jeder kann etwas finden, das ihm daran gefällt.“
- _NauticalPhoenix_ sieht auf Reddit einen anderen Grund für den jüngsten Erfolg: „Vor ein paar Jahren, während Shadowlands, geriet es in eine schwierige Phase. […] Preach, Bellular und eine Menge WoW-Content-Creator haben sich lautstark darüber geäußert. […] Seitdem hat Blizzard eine Kurskorrektur vorgenommen, beginnend mit Dragonflight, und seitdem eine viel bessere Spielerbindung erreicht.“
- Sea_Advantage_2577 lobt auf Reddit: „Es hat einige der besten Kämpfe in der Geschichte der MMOs, was meiner Meinung nach oft übersehen wird. Man kann sich in einer chaotischen Situation wie PvP oder M+ befinden und hat nie das Gefühl, nicht das zu tun, was man möchte. Azeroth ist zudem eine faszinierende Welt, die es zu erkunden gilt, und hat einige beeindruckende Gebiete zu bieten. Die Musik und die Grafik sind toll.“
- vasDcrakGaming drückt den Finger auf Reddit in eine schmerzhafte Wunde des Genres: „Die Messlatte liegt allerdings ziemlich niedrig, wenn man alle anderen MMOs betrachtet.“ Dazu passt: 2025 geht als eines der schlimmsten Jahre für Fans von MMORPGs in die Geschichte ein.
Ist WoW tatsächlich das „Nummer 1 MMORPG in der Welt“? Das lässt sich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit beantworten:
- Nicht nur Blizzard hält sich mit der Bekanntgabe von offiziellen Zahlen zurück, sondern auch die meisten anderen MMORPG-Anbieter.
- Die Spielerzahlen lassen sich aufgrund der unterschiedlichen Bezahlmodelle (Free2Play versus Abo beispielsweise) und anderen Faktoren nur schwer vergleichen. Bei vielen Wasserstandsmeldungen von MMORPG-Entwicklern sind beispielsweise auch die Spieler enthalten, die sich nur mal die kostenlose Testversion angeschaut haben.
- Dazu kommt, dass WoW auch nach all den Jahren nur auf PC verfügbar ist, während viele andere MMORPGs auch auf Konsole oder Mobile erschienen sind.
Die eingangs aufgezählten Anzeichen lassen aber vermuten, dass es World of Warcraft im Jahr 2026 sehr gut geht, und dass die Verantwortlichen das MMORPG noch sehr lange unterstützen werden.
Dass Blizzard das letzte Mal eine Übersicht zu den Gesamtspielerzahlen von WoW veröffentlicht hat, ist übrigens mehr als 12 Jahre her. Seinerzeit begrüßte man 100 Millionen Spieler. Heute dürfte die Zahl deutlich höher liegen. Ob es für Platz 1 der MMORPGs mit den meisten Spielern laut offizieller Zahlen der Entwickler reicht, ist unklar.
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Hm, mir fällt immer wieder auf, welche große Rolle Musik in Spielen für mich einnimmt. Und damit hat WoW einfach einen Nerv getroffen- viele wundervolle und einprägsame Melodien, von Anfang an bis heute. In ein Gebiet zu kommen, sei es nur um es zu überfliegen, um dann wieder in wohliger Erinnerung zu fallen. Egal ob Durotar oder Elwynn, Grizzlyhügel, Boralus, zuletzt Heilsturz… so angenehm vertraut, so zeitlos schön.
Ob Musik nun wirklich, für den Erfolg von WoW, eine Ausschlaggebende Rolle spielt? Nun, für mich auf jedenfall.
Ganz einfach. Es war das erste nostalgie wäre wow erst z.b. heute rausgekommen niemals würde das die top 1 erreichen dann wärs wahrscheinlich guild wars oder sowas
Ach, das erste war’s?^^
Das finden Everquest (Release 1999, Everquest 2 kam sogar fast zeitgleich mit WoW raus… wohlgemerkt DAS ZWEITE), Ultima Online (Release 1997), Meridian 59(Release 1996), Final Fantasy 11 (Release 2002), etc. aber sicher nicht ganz so nett, wenn du sowas behauptest. :p
Um genau zu sein… als führenden Entwickler von WoW hat Blizzard bekannte Spieler von Everquest eingestellt (der erste Game Director und einer der WoW-Lead-Game-Designer, Jeff Kaplan war zB. der Leiter der erfolgreichsten Gilde in Everquest, sein Vorgänger als Leiter dieser Gilde war Rob Pardo, ebenfalls einer der Lead-Game-Designer von WoW… der 2020 gefeuerte Alex Afrasiabi war ebenfalls Gildenleiter einer Everquest World-First-Gilde und der berüchtigtste Forentroll im Everquest-Forum) aber auch ehemalige Entwickler von Ultima Online, wie Tom Chilton (der bis 2016 dann der zweite Game Director von WoW war)
Was für einen Spieler individuell das beste MMO ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich bin mir sicher das WoW zu den größten und erfolgreichsten gehört, wobei man hier mit Blick auf den Asia-P2W-MMO-Markt wohl noch erfolgreichere Ableger des Genres finden würde. Selber als Spieler spielt es aber keine Rolle ob das lieblings MMO 100.000, 1.000.000 oder 10.000.000 Spieler hat, sofern die weiter Entwicklung rentabel ist für den Entwickler und man das geboten bekommt was man sich vorstellt.
Für mich persönlich ist WoW die eierlegende Wollmilchsau, aber in den Punkten die mir inzwischen wichtiger sind, gibt es bessere Vertreter.