Wie ich mal süchtig nach WoW war – und warum ich mit Classic wieder als Casual einsteige

Unser Gastautor Benedikt Plass-Fleßenkämper war zu Zeiten der Addons „Wrath of the Lich King“ und „Cataclysm“ süchtig nach World of Warcraft – und will in WoW Classic trotzdem wieder als Gelegenheitsspieler nach Azeroth zurückkehren. Wie das zusammenpasst? Lest seine persönliche WoW-Story!

Wenn man als Spielejournalist arbeitet, dann bleibt es nicht aus, dass man nahezu täglich mit den verschiedensten Games in Berührung kommt. Dabei entwickelt man zu den meisten Spielen, die man testet, rezensiert oder sonst wie textlich auseinandernimmt, eine professionelle Distanz.

Ist eben ein Job. Doch selbst der abgebrühteste Spielejournalist kann sich gelegentlich für so manchen Titel über alle Maßen begeistern. Bei mir war das so mit World of Warcraft.

Das ist meine ganz persönliche WoW-Geschichte. Ich wollte sie schon viel früher aufschreiben, habe dieses Vorhaben aber immer wieder aufgeschoben. Ich musste wohl erst einmal einige Jahre verdauen, was da passiert war. Denn WoW war mehr als ein Hobby für mich.

Nein, wir waren ein unzertrennliches Paar. Oder anders gesagt: Ich war eine Zeit lang verdammt süchtig nach dem Online-Rollenspiel. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich war nicht so süchtig, dass ich krank oder arbeitslos wurde und meine ganze Existenz zerstörte.

Ich brachte Job und private Verpflichtungen noch irgendwie unter einen Hut und glücklicherweise blieb ich trotz meiner damals sehr ungesunden Lebensweise kerngesund. Aber ich war eben doch so fixiert auf das Spiel, dass es mich über zwei Jahre völlig vereinnahmte und ich mich von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens abwandte.

Das ist nun glücklicherweise schon lange vorbei. Und dennoch freue ich mich schon sehr, wenn die Classic-Server online gehen, denn dann werde auch ich auch wieder am Start sein – als Gelegenheitsspieler, der sich wenige Stunden pro Woche einloggt. Ein Ex-WoW-Junkie, der rückfällig wird? Als Casual? Mit dem Zeitfresser WoW Classic? Wie passt das zusammen?!

Über den Autor: Benedikt Plass-Fleßenkämper, Jahrgang 1977, ist langjähriger Spielejournalist und leitet seine eigene Medienagentur. Er spielte eine Zeit lang ziemlich exzessiv World of Warcraft und brachte es mit seinem Druiden-Tank bis zum Gilden- und Raidleiter einer erfolgreichen Nachtraidgilde.

Heute sind dem mehrfachen Familienvater, ehrenamtlichen Fußballtrainer sowie passionierten Hobbyläufer viele Dinge wichtiger als Server-First-Kills und epischer Loot. Mit WoW Classic möchte er als Gelegenheitsspieler wieder einsteigen – und schreibt für MeinMMO über seine Erfahrungen als „Casual“.

Online-Rollenspiele? Nerd-Kram!

Zeitsprung in den Februar 2005: Ich hatte von WoW vor der Europa-Veröffentlichung schon jede Menge gehört und gesehen. Ein massentaugliches Online-Rollenspiel von Warcraft-Entwickler Blizzard?

Daran kam damals kein Spielejournalist vorbei! Obwohl ich schon immer ein Faible für Solo-Rollenspiele gehabt hatte, waren MMORPGs bis dato allerdings so gar nicht mein Genre gewesen. Ich hielt sie für sinnlose Zeitfresser, für Nerd-Kram.

Solche Spiele brachte ich mit einem Ex-Kollegen in Verbindung, der alle Gamer-Klischees erfüllte: junger Kerl, übergewichtig, Hornbrille. Er spielte jeden Abend stundenlang Ultima Online, chattete dabei mit Leuten aus England und stopfte Pizza, Chips und Süßigkeiten in sich rein.

Ich fand das Spiel beim Zusehen furchtbar öde. MMORPGs? Nichts für mich, einen dynamischen, sportlichen Unternehmer von Ende 20, der voll im Leben steht! Wie man sich doch täuschen kann.

Online-Rollenspiele? Doch ganz geil!

Als schließlich in besagtem Februar 2005 ein Rezensionsmuster auf meinem Schreibtisch landete und ich WoW am späten Nachmittag aus beruflicher Neugier auf meinem PC installierte, geschah das Unvorhergesehene: Ich erstellte einen Nachtelf-Druiden, startete die erste Quest… und erwachte irgendwann mitten in der Nacht wie aus einem tiefen Rausch.

WoW Classic Klassenguide: Das sind Vorteile und Nachteile der 9 Klassen

Wow, WoW! Ohne es zu merken, hatte mich das Spiel voll in seinen Bann gezogen, mich mit einfachen „Töte dies“- und „Sammle das“-Aufgaben, ersten Stufenaufstiegen, simplem Kampfsystem und vor allem seiner atmosphärischen Spielwelt gepackt.

Die soziale Interaktion mit anderen Spielern war ebenfalls eine völlig neue Erfahrung für mich: Zusammen in einer Gruppe zu questen, erleichterte spürbar das Vorankommen und war dank Ingame-Chat auch überaus unterhaltsam. Siehe da: Ich war urplötzlich der Faszination eines Online-Rollenspiels erlegen.

Hui, WoW macht ja richtig Laune!

Was nun folgte, war ein schleichender, aber kontinuierlicher Prozess in Richtung Sucht. Während sich zu Vanilla-Zeiten viele bereits mit ihren Level-60-Helden in den Raidinstanzen Molten Core und Co. austobten, questete ich noch gemütlich vor mich hin, spielte vielleicht ein, zwei Mal die Woche, legte aber auch mal eine längere Pause ein, wenn die Zeit im Alltag für WoW einfach nicht ausreichte.

Ich konnte den Hype um das Spiel nachvollziehen und fand es fabelhaft, hatte meinen Konsum aber völlig im Griff.

Folgerichtig erreichte ich mit meinem Druiden erst kurz vor dem ersten Addon „The Burning Crusade“ die Maximalstufe. Von Skillungen, Fähigkeitsrotationen und sonstigen WoW-spezifischen Kniffen hatte ich indes nur spärliche Kenntnisse.

Auch einer Gilde schloss ich mich nicht an, da ich mich keinen sozialen Verpflichtungen aussetzen wollte. WoW war mein ganz persönlicher Eskapismus, mein Entspannungshort vom stressigen Alltag.

Außerdem nahm damals meine Band, mit der ich kreuz und quer durch Deutschland tingelte, meine Freizeit voll in Beschlag.

In „The Burning Crusade“ war ich sogar noch seltener unterwegs; hier erreichte ich nur mit Ach und Krach die neue Maximalstufe. Kurzum: Ich spielte WoW in den ersten Jahren nach Veröffentlichung einigermaßen regelmäßig, aber eben in meinem ganz eigenen Tempo.

Mit WOTLK in die Item-Spirale gerutscht 

Dann kam im November 2008 „Wrath of the Lich King“ („WOTLK“), das zweite WoW-Addon, auf den Markt. Ich fand das nordische Szenario zwar äußerst gelungen, spielte aber so gut wie kein WoW mehr.

Doch wie es der Zufall so wollte, löste sich meine Band etwa ein halbes Jahr nach WOTLK-Release auf dem Höhepunkt ihres Schaffens auf. Zudem stand ein kräftezehrender Umzug an, weil ein wichtiger Kunde drastische Honorarkürzungen vorgenommen hatte.

Als dann auch noch meine Frau verkündete, dass sie schwanger sei, was unsere ohnehin schon vierköpfige Patchworkfamilie weiter vergrößern würde, wurde mir alles zu viel – und WoW erwies sich als das perfekte Stressventil!

Zusammen mit einem Freund, der bei WoW erst mit „WOTLK“ eingestiegen war, lernte ich das MMORPG in seiner Gänze kennen, machte mich mit den verschiedenen Klassen, dem Gruppenspiel und den Skillungen für meinen Druiden vertraut.

Das Questen in Nordend ist ein großer Spaß.

Vor allem das Tanken mit meinem Druiden-Bär machte mir großen Spaß, wenn es sein musste, war ich aber auch ein passabler Damage Dealer. Außerdem waren die Gebiete und Questreihen von „WOTLK“ ein Traum, sodass mein Druide in für mich ungewohnt schneller Zeit auf der neuen Höchststufe ankam.

Nun war ich zum ersten Mal in meiner WoW-Laufbahn im „Endgame“ angekommen. PvP hatte mich nie sonderlich interessiert, doch die PvE-Inhalte von WOTLK waren genau mein Ding.

Und plötzlich geriet ich in die typische Item-Spirale und erledigte nach und nach alles, was mich in Sachen PvE-Ausrüstung voranbrachte: Heroische Instanzen im Akkord durchlaufen, Glyphen, Verzauberungen und Edelsteine optimieren, Ruf bei den verschiedenen Fraktionen farmen (hat hier wer „Die Söhne Hodirs“ gesagt?), und so weiter.

Ich studierte im Netz WoW-Guides und kaufte MMO-Magazine, tauchte immer tiefer in die Materie ein und blieb auch dann noch mit Feuereifer bei der Sache, als mein Freund dem Spiel den Rücken kehrte, weil es ihm deutlich zu zweitaufwendig wurde.

10 geheime Tricks, mit denen ihr in WoW Classic einen Vorteil habt

„Du bist doch verrückt, dass du so viel WoW spielst“, sagte er mir bei einem unser immer selteneren Treffen ins Gesicht. Ich konnte ihm nicht widersprechen. Meine Frau hatte natürlich ebenfalls bemerkt, dass ich immer mehr Zeit vor dem Rechner verbrachte und erst spät nachts ins Bett krabbelte.

Wobei ich schon immer ein Nachtmensch gewesen bin, weshalb sie diesem Umstand keine allzu große Beachtung schenkte. Zudem war sie mit den Vorbereitungen für das Baby beschäftigt und ohnehin immer sehr müde, sodass sie gar nicht mitbekam, was da bei mir ablief.

Die große Lust am Raiden

Schnell waren meine Dienste als Tank auf meinem Server sehr gefragt. Da ich nach wie vor gildenlos war, schloss ich mich spontanen Random-Raidgruppen an, um die Raid-Instanzen von WOTLK kennenzulernen, in denen es schließlich die beste Beute zu holen gab.

Nach meinem ersten erfolgreichen Schlachtzug – dem Kampf gegen den Drachen Sartharion im Obsidiansanktum – war es um mich geschehen: Ich liebte die Boss-Mechaniken von WoW und das Gefühl, gemeinsam mit anderen Spielern eine epische Herausforderung zu meistern.

Benedikts allererster Raidboss: Schwarzdrache Sartharion im Obsidiansanktum.

In der Folgezeit stürzte ich mich in jede Raidgruppe, die mich mitnahm und verbesserte in der Nordend-Neuauflage des Naxxramas-Raids kontinuierlich die Ausrüstung meines Charakters. Als mir das Können der Zufallsgruppen nicht mehr ausreichte, schloss ich mich einer ambitionierten Nachtraidgilde an, bei der ich ab 22 Uhr ungestört raiden konnte, wenn meine Frau – endlich! – schlief.

Dass meine Augenringe äquivalent zu meinem steigenden Itemlevel immer größer wurden, ich das eine oder andere Kilo zunahm und meine Herzensdame mir immer öfter besorgte Blicke zuwarf, ignorierte ich geflissentlich.

Fragen wie „Ist das eigentlich noch normal, dass du das soviel spielst?“ wich ich aus, indem ich behauptete, dass ich WoW für den Job zocken müsse. Was natürlich gelogen war.

Dass ich meinen Beruf angesichts meines oft bis in die frühen Morgenstunden andauernden WoW-Konsums und meiner daraus resultierenden Dauermüdigkeit überhaupt noch einigermaßen auf die Reihe bekam, ist im Nachhinein schon ein kleines Wunder. Aber hey, wozu gibt es Kaffee und Energydrinks!

WoW als Vollzeitjob

Im Spiel selbst lief es hingegen prächtig für mich: Mein Druide trug nicht nur famose Tankklamotten, ich war mittlerweile gar zum Gilden- und Raidleiter aufgestiegen, weil sich die Gründer zerstritten und die Gilde verlassen hatten.

„Irgendwer muss den Job ja machen!“, redete ich mir ein. Und längst hatte ich viel Spaß am Organisieren und Leiten einer 200-Spieler-Gemeinschaft sowie eines aus vornehmlich aus Schichtarbeitern, Köchen und Studenten bestehenden Schlachtzugskaders nebst DKP-Punktesystem für die Beuteverteilung.

Folglich verbrachte ich nun noch mehr Zeit in WoW, um meinen neuen Verpflichtungen gebührend nachzukommen. Ganz zu schweigen vom Vor- und Nachbereiten der drei bis vier Mal pro Woche stattfindenden Nachtraids, für die ich schließlich als „Erklärbär“ die Bossfähigkeiten in- und auswendig kennen musste.

Der Ulduar-Raid in WOTLK glänzte mit anspruchsvollen Bossen wie Hodir.

Logisch, dass das alles auch großen Spaß machte, denn jetzt war ich ein Fixpunkt eines großen sozialen Gefüges. Ich hatte nun – wenn auch nur per Teamspeak oder Telefon – regelmäßigen Kontakt mit den anderen Gildenmitgliedern.

Nebenbei baute ich sogar eine schicke Webseite für die Gilde und professionalisierte sie immer mehr, indem ich per Handelschat und in WoW-Foren gezielt nach Verstärkungen für den Raidkader suchte.

Ich konnte in den „Bewerbungsgesprächen“ ein echt arroganter Kotzbrocken sein – ein Charakterzug, den ich vorher gar nicht an mir kannte.

„Du kannst nur zweimal die Woche raiden? Und dein Dual-Spec ist noch nicht full epic? Sorry, das reicht bei uns nicht, da musst du dir was anderes suchen“, war noch die nette Form einer Absage, wenn ein Spieler nicht in mein auf maximalen Raid-Erfolg ausgerichtetes Profil hineinpasste.

Machen wir uns nichts vor – ich war zu diesem Zeitpunkt schon hoffnungslos süchtig. Ich erledigte zwar die mir nur noch lästigen Pflichtaufgaben in Job, Alltag und Familie, doch meine sonst so wichtige Musik, sportliche Aktivitäten oder Treffen mit Freunden verschwanden fast komplett aus meinem Leben.

Meine Gedanken kreisten nur noch um den nächsten Raid und den nächsten Bosskampf, um DPS, Debuffs und Loot.

„Leute, mein Sohn kommt“

Wie WoW-süchtig ich damals tatsächlich war, beschreibt die Nacht vor der Geburt meines Sohnes: Meine Frau war jetzt hochschwanger, das Baby konnte jeden Moment kommen. Doch anstatt die letzten Stunden vor der Geburt mit ihr zu verbringen, musste ich natürlich mit meinem Nachtraid Punkt 22 Uhr in die Eiskronenzitadelle, der für mich nach Ulduar schönsten WOTLK-Raidinstanz.

Die Eiskronenzitadelle ruft!

Es standen schließlich die ersten Hardmodes auf dem Programm und es winkte fetter Loot. Irgendwann mitten in der Nacht riss meine Frau die Tür zu meinem Bürozimmer auf und teilte mir mit, dass ihre Fruchtblase gerade geplatzt sei und wir sofort ins Krankenhaus fahren müssten.

Ich war so perplex, dass ich dem Raid mitteilte: „Leute, mein Sohn kommt. Ich muss jetzt offline.“ Meine Worte lösten im Teamspeak großen Tumult aus, schließlich war ich Leiter und Haupttank des Raids. Mein Sohn kam in dieser Nacht übrigens gesund und munter zur Welt.

Wer nun aber glaubt, dass dieses Ereignis bei mir eine heilende Wirkung gehabt hätte, den muss ich enttäuschen: Ich spielte als frischgebackener Vater zwar nicht mehr ganz so viel WoW und lief etwa nur noch selten Zweit-Raids mit meinen Twinks.

Auf meinen Stammraid konnte und wollte ich aber nicht verzichten. Im Gegenteil: Ich war so von WoW und den Raids besessen, dass ich meine Spielzeit immer effizienter einsetzte und meine armen Mitspieler dermaßen antrieb, dass wir irgendwann sogar um Server-First-Kills mitspielten und zu einer der erfolgreichsten Nachtraidgilden Deutschlands aufstiegen.

Diese hochintensive Phase in WOTLK, in der ich irgendwo zwischen Arbeitsalltag, Wickeltisch und Wipen am Lich King im heroischen Modus mäanderte, sollte sich noch bis Mitte des dritten WoW-Addons „Cataclysm“ hinziehen – Hunderte Stunden im Raid bei knackigen Heroic-Bossen wie Sinestra und Ragnaros inklusive.

Der Ausstieg: Kurz und schmerzlos

Erst zur Geburt meiner Tochter war ich soweit, dass ich aus eigener Kraft den Stecker zog. Das war der schon lange überfällige Zeitpunkt, an dem mein Zeitmanagement und mein vom Dauerschlafentzug mitgenommener Körper an ihre Grenzen kamen.

Ich macht das Ganze kurz und schmerzlos, gab im Spiel alle Ämter ab, hinterließ im Forum der Gildenwebseite einen ziemlich pathetischen Abschiedsbeitrag und verließ die Gilde. Anschließend löschte ich sämtliche WoW-Charaktere und kündigte mein Abo. In den Wochen nach meinem Ausstieg wollte ich dann nur noch eins: schlafen.

Auch wenn ich aufgrund meines Berufs gelegentlich dazu gezwungen war, in Sachen WoW zumindest auf dem Laufenden zu bleiben und in neue Addons reinzuschnuppern, spielte das MMORPG in den Folgejahren für mich im Privatleben keine Rolle mehr.

Zeit, endlich den Stecker zu ziehen.

Meine Kinder aufwachsen zu sehen und alle die kleinen und großen Probleme einer Patchworkfamilie zu meistern, war Aufgabe und Motivation genug. Zur Entspannung gab es auch andere MMOs wie Destiny, bei denen ich auch ohne den Zeitaufwand eines WoW auf meine Kosten kam.

Und etwas Positives konnte ich aus meiner Zeit als WoW-Gildenleiter mit ins Real Life nehmen: Die erworbenen Social-Skills in Sachen „Mitarbeiterführung“ sind mir bis heute als Leiter meiner Medienagentur von Nutzen – und aus meinen Chef-Anfällen im Teamspeak habe ich gelernt, wie wichtig Respekt im Umgang mit anderen ist.

Die neueren Erweiterungen lösten auch keinen Rückfall in alte Raid-Exzesse aus; mehr als ein paar Runden im Schlachtzugsbrowser habe ich nie absolviert. Mal ehrlich: Wenn man mal auf hohem Niveau geraidet hat, ist diese Fastfood-Variante auch schwer auszuhalten.

Deshalb kehre ich mit Classic nach Azeroth zurück

So, jetzt aber zum bald erscheinenden WoW Classic. Ja, ich werde nach reiflicher Überlegung und ehrlicher Absprache mit meiner Frau nach Azeroth zurückkehren – gut geplant und mit voller Absicht also. Warum?

Klar, einerseits aus beruflichen Gründen. Ich wäre ja schön blöd, mein WoW-Wissen nicht auch im Job einzusetzen. Aber vor allem habe ich Lust darauf, WoW wieder so zu spielen wie 2005: Ein, zweimal die Woche für ein paar Stunden drauflos questen, die im Vergleich zum heutigen WoW herrlich entschleunigte Spielwelt genießen und mich vom Alltagsstress erholen.

Eine Runde Angeln und dabei meine Lieblingsmusik hören. An einem ruhigen Sonntagnachmittag, wenn Frau und Kinder ausgeflogen sind, ist vielleicht auch mal ein Dungeon drin.

Charaktername reserviert
Benedikt hat sich seinen alten Charakternamen für WoW Classic schon reserviert.

Eskapismus per se ist eine großartige Sache – wenn man ihn vernünftig dosiert. Außerdem ist in WoW Classic der Weg das Ziel. Wenn ich erst in einem Jahr Stufe 60 erreiche, ist das auch völlig okay.

Die Gefahr, wieder in die alte Sucht abzudriften, fürchte ich nicht: Ich führe eine glückliche Ehe, die ich für nichts in der Welt aufs Spiel setzen würde (man beachte die Doppeldeutigkeit dieser Aussage) und meine Kinder brauchen mich als zuverlässigen Vater (und Fahrdienst für diverse Fußball- und Turntermine).

In meiner Freizeit treibe ich reichlich Sport, arbeite ehrenamtlich als Fußballtrainer und komponiere Indie-Popsongs, die leider niemand kennt. Mein Terminkalender ist prall gefüllt und mein Schlaf ist mir mittlerweile heilig. Kurzum: Es gibt viele schöne Dinge, die mein Leben ausfüllen. WoW Classic wird maximal ein kleiner Teil davon sein.

Außerdem habe ich mit meiner Frau einen Deal abgeschlossen: Raids sind in Classic bis auf Weiteres verboten! Sicher ist sicher.

Ihr wollt wissen, wie sich Benedikt als Casual in WoW Classic schlägt? Dann freut euch auf den nächsten Artikel von ihm, der einige Tage nach dem Classic-Release online gehen wird.

WoW Classic FAQ zum Start – Die 17 wichtigsten Antworten

Deine Meinung?
Level Up (43) Kommentieren (22)
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.