Wer Mods in Final Fantasy XIV verwendet, stellt sich gegen den Willen des Chefs

Während eines Livestreams zum kommenden Patch 5.2 hat der Direktor von Final Fantasy XIV, Naoki Yoshida, sich zu der Nutzung von Mods und anderen Third-Party-Tools geäußert.

Um was geht’s hier? In der Community von FFXIV haben Mods in den vergangenen Jahren große Beliebtheit erlangt. Sie verändern das Aussehen der Ausrüstung und der Charaktere auf eine sehr drastische Art und Weise.

Spieler erlangen dadurch Outfits, Frisuren und andere Assets, die im Spiel nicht existieren. Oder sie greifen auf Items zu, die für sie nicht verfügbar sind, wie zum Beispiel Gegenstände, die im Cash-Shop gekauft werden oder in sehr schwerem Content erspielt werden müssen.

Screenshots von solchen Mods werden im Internet verbreitet und der Direktor von Final Fantasy XIV hat die Community nun darum gebeten, die Nutzung der Mods zu unterlassen.

In Final Fantasy XIV kursieren Nackt-Mods – Entwickler geht dagegen vor

Keine Mods oder andere Third-Party-Tools

Was sagt Yoshida? In dem Brief des Produzenten sagte Yoshida, dass Mods wie auch andere Third-Party-Tools in FFXIV verboten sind. Die Nutzung davon ist keine Grauzone, wie einige Spieler in der Community behauptet hatten, sondern sie ist explizit nicht erlaubt.

In manchen Ländern sind die Screenshots mit gemoddeten Inhalten sogar illegal und verstoßen gegen das geltende Gesetz.

Wir wollen nicht, dass man uns fragt: „Aus welchem Spiel stammen diese Screenshots überhaupt? Ändert den Code, damit das nicht mehr möglich ist!“.

Naoki Yoshida

Yoshida betonte außerdem, dass auch die Nutzung anderer Third-Party-Tools nicht erlaubt ist. Spezifisch bezog er sich auf den DPS-Meter ACT und Tools, die auf den Code von Final Fantasy XIV zugreifen.

Der Chef des MMORPGs sagte:

Wir können nicht überprüfen, ob Leute ein kleines Fenster offen haben, dass ihnen ACT anzeigt. Wir wollen auch eure PCs nicht danach „scannen“, mal abgesehen davon, dass es nicht legal ist.

Aber es gibt zusätzliche Plugins für ACT, die das Spiel stark beeinflussen. Das bricht die Balance des Spiels und wird härter bestraft.

Yoshida spricht hier von den ACT-Triggern, die während des Kampfes den Log scannen und den Spielern zum Beispiel vorhersagen, welche Angriffe als nächstes kommen. Damit können sie die Raids leichter meistern.

Es gibt außerdem Videos von Addons, die eigentlich unsichtbare AOE-Angriffe der Bosse sichtbar und dadurch um einiges einfacher machen. Die Nutzung davon wird laut Yoshida ebenfalls hart bestraft.

ACT selbst bleibt zwar weiterhin eine Grauzone, weil es im Gegensatz zu anderen Programmen den Code nicht verändert, sondern nur abliest, aber Yoshida bat die Spieler dennoch seine Nutzung zu unterlassen.

Am Ende betonte er nochmal, dass ein interner DPS-Meter in Final Fantasy XIV nicht in frage kommt, weil er für zu viel toxisches Verhalten sorgen würde.

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Ärger in der japanischen Community

Das war der erste Vorfall: Sowohl ACT, als auch die Mods sind schon seit sehr langer Zeit im Umlauf bei FFXIV-Spielern. Die Tatsache, dass Yoshida ausgerechnet jetzt darauf pocht, kann auf mehrere Zwischenfälle zurückgeführt werden, die in den vergangenen Monaten in der japanischen Community passiert sind.

Der erste hing mit dem Rennen um den World-First-Kill des ultimativen Kampfes Alexander zusammen. Die Gruppe, die den Kampf als erste geschafft hat, erhielt anonyme Morddrohungen.

Ihnen wurde Cheaten vorgeworfen und die Nutzung von Informationen, die durch Datamining erlangt waren. Square Enix reagierte mit dem Bann mehrerer bekannter Dataminer, erkannte den Sieg der Gruppe aber offiziell an.

final fantasy xiv yoshida stormblood
Naoki Yoshida – der Chef von Final Fantasy XIV wird von vielen als Retter des MMORPGs verehrt.

Das war der zweite Vorfall: Ein weiterer Zwischenfall drehte sich wohl um den Spieler Dingo und seine Nutzung von Mods. Laut einem Reddit-Post, der auf die Ereignisse aufmerksam machen wollte, wurde dafür von einer Gruppe aus der japanischen Community regelrecht gejagt.

Kommentare wie folgende machten die Runde:

  • Er ist ein Sünder und er versucht FFXIV zu zerstören
  • Mods sind gegen die TOS und er verdient es, bestraft zu werden
  • Yoshida wird G-Pose-Funktion entfernen, wenn gemoddete Screenshots weiter gemacht werden.

Die Spieler haben Dingo im Spiel und auf Social Media verfolgt und auch Leute belästigt, die mit ihm zusammen gespielt haben. Er wurde dadurch geächtet und systematisch isoliert. Ihm wurde wohl auch mehrfach der Tod gewünscht.

Die selbe Gruppe hat laut den Angaben eines Reddit-Users auch versucht westliche Spieler anzugreifen, die öffentlich gemoddete Screenshots gepostet haben.

In beiden Fällen gab es in der japanischen Community viel Ärger, der wohl auch die Aufmerksamkeit von Square Enix erregt hat.

Chef von Final Fantasy XIV ist so beliebt, dass er sogar in einem fremden Spiel erscheint
Quelle(n): reddit
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Sgt. Butterbread
5 Monate zuvor

Oh nein, unnötig versteckte, typisch japanische Systeme die westliche Spieler nicht mögen! So stell ich mir das echt vor. Gerade so etwas wie DPS oder AoE Bereiche gehören zu quality of life und sind einfach hilfreich. Wie soll man sonst testen ob ein Build besser oder schlechter ist? Bei Monster Hunter war das auch immer schwer zu testen, durch die Schadenszahlen in World kann ich nun viel einfacher Informationen auslesen und Sachen tweaken. Tools, die Attack vorherprophezeien kann ich allerdings auch nicht nachvollziehen, das ist schon cheaten.

Am Ende des Tages wird man wohl kaum Probleme bekommen, wenn man Sachen benutzt die sich nicht testen können und man es nicht an die große Glocke hängt. Warum versteckte Werte so was tolles sein sollen, würde ich einige japanische Studios gerne mal Fragen. Und nein, Immersion ist kein akzeptabler Grund bei solchen Spielen.

Syntafin
5 Monate zuvor

AoEs werden vom Spiel mittels Telegraphen angezeigt, Schäden steht im Kampf Log wink

Theojin
5 Monate zuvor

Für manche der oben beschriebenen Sachen hast du bei Blizzard vor Jahren noch permanente Banns kassiert. Models ersetzen usw. , das machte war speziell im PvP defacto Cheaten.

Gut, bei FF14 ist mir das alles egal, ich daddel jetzt einmal die Story komplett durch, danach kommts wieder in die Mottenkiste und gut ist. Meine Mitspieler werden nur für Dungeons gebraucht, ansonsten spiele ich solo.

N0ma
5 Monate zuvor

Einzige was ich benutze ist das Login Tool (ohne Addons), hasse es jedesmal Passwort einzugeben. Verstehe auch nicht das man dazu gezwungen wird.

HX_Whitesnake
5 Monate zuvor

Früher war es tatsächlich so, dass man während dem Vorgang des manuellen einloggens innerlich einen Schalter umgelegt hat und in dieser kurzen Zeit in die virtuelle Welt „eingetaucht“ ist. Teilt ihr diese Meinung? Schreibt es doch in die Kommentare.

DeejayDMD
5 Monate zuvor

Mods haben in MMO’s nichts zu suchen. zumal das in den AGB’s meist nochmal steht. da ist dann der nutzer selbst schuld wenn er gebannt werden sollte und braucht sich dann nicht beklagen. was den DPS-Meter angeht bin ich geteilter meinung. er hilft der gruppe um sich zu verbessern allerding spaltet er auch gruppen, weil dort selektiert wird. andere spieler weil sie zu schwach sein könnten und einfach das spiel spielen weil es ihnen spaß macht, werden dann meist unter druck gesetzt oder ausgegrenzt. da kann ich Yoshida verstehen das dieser zu toxischen verhalten führt.

HX_Whitesnake
5 Monate zuvor

Früher war es einfach so, dass man nach längerer Spielzeit im Blick oder gar Gefühl hatte, wer viel Schaden macht. Das war tatsächlich unbeschreiblich, wenn man nicht nur durch Gear sondern durch Rotationen, Spielweisen etc. solo oder in der Gruppe dieses Gefühl erlebt hat.
Wenn wir jetzt den high-end Bereich betrachten, wünschten sich Spieler einen DPS- Meter um noch besser zu werden. Das war eigentlich der einzigste Grund.

Allerdings gebe ich DeejayDMD völig Recht! Ein DPS-Tool bringt mehr Probleme als Spaß.
Ich habe Freunde die WoW spielen. Ich sag Ihnen immer für mich ist das Spiel leider nichts. Es sieht für mich wie ein leuchtender Weihnachtsbaum aus.

Meiner Meinung nach hat die „optimale Nutzung von Mods“ nichts mit Skill zu tun!

Muchtie
5 Monate zuvor

“Beispiel Gegenstände, die im Cash-Shop“, das ist für mich Logisch, ist ja wie Cheaten.
Aber das AOE Schaden ein Mod anzeigt oder DMG finde ich schon übertrieben. Gerade beim Interface…..

Lou
5 Monate zuvor

Ich finde das ein bisschen schade. Ich benutze sehr gerne so zwei drei frisuren mods sowie reshade. Das macht einen so starken Grafik unterschied, richtig schön aufpoliert.
Und wegen den frisuren:
Square Enix sollte vielleicht mal mehr rein patchen :/

SapiusDC
5 Monate zuvor

Verstehe nicht warum um das DPS Meter so ein Wind gemacht wird, entweder der Boss fällt und alles passt, oder man wiped und jemand hat seine Rota/die Mechanik nicht drauf gehabt… es ist ja nicht so als gäbe es in FFXIV andere Möglichkeiten zur Skillung, DPS ist eine Frage vom Gear und dem Berherrschen der Rota. Rein aus interesse würde ich evtl. auch gern mal sehen wie viel DMG jeder gemacht hat, aber wie gesagt ich verstehe die Notwendigkeit für manche Spieler das permanent mitlaufen zu lassen nicht. Ist mir aber auch egal, von mir aus können diese Leute gern einen Bann kassieren…
Was die Mods angeht, Freischalten von versteckten oder noch nicht freigeschalteten Outfits ist ja mal sowas von uncool, wusste gar nicht dass das geht… Ist dann natürlich aber schon eine Art Cheat im Vgl zu anderen Spielern die es hart erarbeitet haben bzw. mit Echtgeld gekauft…

Stephan
5 Monate zuvor

DPS Meter ist notwendig für eine PvE orientierte kompetive Szene.

Was die Kosmetic Mods angeht, steht es so ähnlich wie um einen Ad-Blocker. Im Grunde schadest du damit keine anderen Spieler aber den Entwickler. Dieser will schließlich irgendwie seine Skins verkaufen. (In FFXIV unrelevant, aber überleg dir mal das gebe es in LoL)

Zhadar
5 Monate zuvor

Es gibt auch in LoL Custom-Skins (Mod-Skins).

Stephan
5 Monate zuvor

Weis ich, aber ich kann mir vorstellen das Riot dies garnet so gern sieht. ^^

Melon
5 Monate zuvor

Ein DPS-Meter ist NICHT notwendig. Man kann es auch an der Zeit messen, wie schnell jemand einen Inhalt abschließt. Oder mit wieviel Personen, mit welchen Klassen etc.

Cosmetic-Mods verändern den Code der Dateien. Bei Abfrage der Dateien, können höhere Datenmengen anfallen, die beim Auslesen der Schader, Sprites, Datenvolumen etc. anfallen. Ergo werden die Server bzw. die Bandbreiten unnötig belastet. Wenn das 5 machen, fällt es noch nicht so auf. Wenn es 100 oder gar 1000 machen schon eher. Und das ist leider Stand der Dinge. Was zusätzliche, unkalkulierte Auslastung für den einzelnen Spieler bedeutet, muss ich hoffentlich nicht erklären.

N0ma
5 Monate zuvor

„Ein DPS-Meter ist NICHT notwendig.“
In der Gruppe schon und genau darum gehts. Ohne kann man seine Sachen DPS/HPS nur begrenzt optimieren. Und Aussagen über andere sind schwierig. Ich verstehe aber wenn er sagt das das teilweise zu aggressiverem Ingame Verhalten führt.

Die etwas weniger problematische Variante ist die DPS-Übungspuppe, weiss allerdings nicht obs sowas in FF14 gibt?

Yakusoku
5 Monate zuvor

Er hat eben gesehen, wie Spielecommunities kaputtgehen, wenn nur noch nach DPS/HPS, Itemlevel oder Score ausgesiebt wird, was mit solchen Addons definitiv stattfindet.

N0ma
5 Monate zuvor

Deshalb versteh ich auch seinen Standpunkt.
Wobei ich persönlich das anders sehe. Wenns Probleme gibt dann ist man in der Regel in der falschen Gilde. Andere Gilde und Problem gelöst, statt zu jammern muss man den Weg auch gehen.

HX_Whitesnake
5 Monate zuvor

Eine weitere Folge der Nutzung der Tools ist, dass man doch mehr Guides liest, wie selbst auszuprobieren.
Spieler die wenig Zeit haben, freuen sich allerdings sehr über einen Guide.

Koronus
5 Monate zuvor

Gibt es.

Melon
5 Monate zuvor

„Die etwas weniger problematische Variante ist die DPS-Übungspuppe, weiss allerdings nicht obs sowas in FF14 gibt?“

Genau wie Koronus vor mir bereits sagte „Gibt es.“

Deswegen ist ein DPS-Meter nicht notwendig. Es erleichtert Dinge, ja. Notwendig ist es dennoch nicht. Schau dir nur die PS4-Spieler an. Die schaffen Inhalte auch, ohne dass sie ständig ihre Zahlen vorgehalten bekommen. Ist halt eine Frage der Übung und auch der persönlichen Einstellung. Alles kann, nichts muss.

HX_Whitesnake
5 Monate zuvor

Früher gab es Betriebsgeheimnisse wenn es um das Legen von Bossen Raids etc, ging. Heute wird ein Livestream daraus gemacht.

TheDrakon96
5 Monate zuvor

Modden ist zwar Schön und Gut, solange man im Singelplayer-Games wie Skyrim bleibt aber MMO’s zu Modden ist eine Sünde und zudem auch gegen die AGB’s der Spiele

Platzhalter
5 Monate zuvor

Oha, zum letzten Teil. Unterschätzt nicht die FF14 Otakus, dank Internet kennen sie keine Grenzen von Mobbing und co

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